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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 36. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 36.
Article
Beilage zu Nᵒ 36.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 178 — schlechter, Einigen unter ihnen missfiel die gemeinsohafkliohe Arbeit, und beld bildeten eich iw«i Parteien. Die Beschwerden nahmen von Tag au Tag au, die, Arbeit war hart, Essen und Trinken schlecht, manchmal hatten sie nur Melonen, Wohnungen waren noch keine gebaut und sie mussten auf dem Boden schlafen, der von allerlei üngeaiefer bedeckt war. Als nun die Begenaeit heran nabte, sahen sie die Nothwendigkeit ein, Hauser au bauen, aber sie fürchteten sich damit au beginnen, bis Herr Chonkin endlich den Anfang machte, wodurch auch Andere bewogen wurdbn, mit dem Bauen au beginnen. Einigen jedoch, die den Willen hatten, fehlte das nöthige Oeld sum Bauen. Allmählich bedeckte sich der Himmel mit Wolken und der Frühregen trat ein, die Zeit der Aussaat war da, aber es fehlte selbst den Vermögenderen an Geld. Der Brunnen, den sie bis auf 18 Meter Tiefe gegraben hatten, stttrate ein, und mit ihm entfiel auch der Muth den Ansiedlern. Bie sahen, dass sie die Hilfe ihrer Mitbrüder in Europa in Anspruch nehmen müssen. Allein auch diese Hoffnung erwies sich als schwach. Die Bedaction des „Baswet“ (eine russische Zeitschrift) verschaffte ihnen 381 Bubel. In den übrigen europäischen Ländern sammelte man 1500 Francs für sie, ausserdem übersandte Herr Dr. Lehmann 600 Mark. Die Noth wuchs, man sah dem Hunger und dem Mangel entgegen; auf Hilfe seitens der russischen Juden war nicht su rechnen, und so entschlossen sie sich, Herrn Finberg nach Europa au schicken, um das Hers edler Glaubensgenossen für die Colonie su erwärmen. Für die Reisekosten dieses Boten mussten sie den Best ihres Geldes opfern. Herr Finberg wandte sich suerst nach Deutschland, hatte dort aber keinen Erfolg und ging deshalb nach Frankreich. In Paris fand er einen edlen Glaubensgenossen, der sich bereit erklärte, den nothleidenden Colonisten su Hilfe su kommen und sie so lange su unterstütsen, bis sie sich von ihrer eigenen Hände Arbeit erhalten könnten. Der hocherfreute Sendbote theilte seinen Mitbrüdetn auf der Colonie diese Freudenbotschaft telegraphisch mit, und nach viersebn Tagen reiste er nebst einem fransösisohen Gärtner su ihnen. Dieser sollte die Colonisten in der Arbeit unterweisen. Herr Director Hirsch auf "SktüT IpO.. wurde sum Aufseher über die Colonie bestimmt. Neues Leben kehrte nun bei den Colonisten ein. Die anfänglichen Statuten wurden bei behalten Dies der Anfang der Colonie "pW? PWI., die sich nun in den Händen des Herrn Baron Edmond von Rothschild befindet. .*3it P HV30 s * Die “min mo^n man» und das „o'^in np'a-Hospitel" in Jerusalem. Vor einiger Zeit erging sich Herr Cantor Aron Jisohak Hakohen in Leeds (England) in allerlei Anklagen über die oben genannten Anstalten, allein er gab gar nicht an, ob seine Anklagen auf eigenen Anschauungen, oder auf den Berichten Anderer beruhten. Es liegt uns fern, den Charaoter des genannten Herrn oder seine Liebe sur Wahrheit und sum Lande unserer Väter ansugreifeA, allein wir müssen annehmen, dass er sich durch Verleumder hatte irre führen lassen und so einen frischen Bericht in einem weitverbreiteten Blatte in die Welt geschickt hat. Zur Steuer der Wahrheit geben wir in Folgendem einen auf eigener Anschauung und Kenntnissnahme beruhenden Bericht über die beiden Anstalten. i. D» ",nin ■nof?ru In der mnn 10*90 werden jetst 275 Knaben Vom fünften bis sum siebsehnten Lebensjahre unterrichtet. Das Schulhaus wurde durch das Geld, das von den Gemeinden der „Peruschiin“ gesammelt worden war, errichtet; es werden jedoch jetst auch Kinder aus chassidisohen Gemeinden angenommen. Dm Zahl der Lehrer beträgt swansig. Die Schüler vertheilen sich in folgende Lehrend Altersklassen:

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