Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 29.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 29.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Slonim 1× ep/1000502
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— 155 — schloss mich daher, mich an einige meiner Bekannten in Russland SU wenden; ich beschrieb ihnen -die Colonie mit ihren Vorzügen und Mängeln ganz genau und brachte es dahin, dass mehr als 40 von den Loosen, die die Ansiedler ohne au zahlen verlassen hatten, nun angekauft wurden. Ein Edler in Berlin kaufte ftlr 10,000 Mark Grundbesitz in Palästina; ebenso gaben die Herren Rabbiner Dr. Hildesheimer in Berlin und Dr. Lehmann in Mainz 2400 Francs zu diesem Zwecke. 8ie beauftragten Herrn Arjeh Löb Frumkin, das Geschäft für sie zu Stande zu bringen. Als Herr Frumkin nach Jerusalem kam, wurde es ihm schwer, trotz des Geldes, das er bei sich hatte, irgendwo Grundbesitz zu erwerben, bis ihm der Verein "Hlpn Nsltz" 945 Dulam verkaufte. Als die GrUnder des Vereins sahen, dass die Sache wieder besser ging, wandten sie sich an die Regierung wegen Steuererleichterung, was ihnen auch gelang, und sie zahlen heute nur noch ein Drittel von dem, was sie früher zu zahlen hatten. Ferner sahen sie ein, dass die Nachbarschaft der Felachen nur schaden könne, und so kauften sie denselben ihr Besitzthum ab. So erhebt sieh die Colonie mit neuer Kraft, die Erfahrung hat sie klüger gemacht und man hat nun folgende Vereinbarungen getroffen; 1. Nur arbeit- und friedliebende Leute werden in den Verein aufgenommen. 2. Nur solche können angenommen werden, die einiges Vermögen besitzen. 3. Die Wohnungen dürfen nur an einem Orte errichtet werden, wo gute Luft und gutes Wasser ist. Um die Luft rein zu erhalten und zu verbessern, müssen Obst- und andere Baume angepflanzt werden. 4. Ehe man gutes Wasser gefunden hat, soll man mit dem Häuserbau nicht beginnen. 5. Niemand soll sich mit Feldarbeit beschäftigen, bevor zehn Häuser gebaut worden sind; die Felder werden so lange an die Felachen verpachtet. Diese Bestimmungen erhoben die Gründer zum Gesetz. Hierauf kauften sie beim Dorfe "TT sechszehn Weinberge, um daselbst Wohnungen zu errichten, mit einem Flächenraum von 150 Dulam und theilten sie in 46 Loose. Die im Auslande wohnenden Vereinsmitglieder schickten zur Beaufsichtigung des Häuserbaues einen Bevollmächtigten, der im Herbste 5643 eintraf. Nun begann man einen Brunnen zu graben; bei 33 Meter Tiefe fanden sie noch kein Wasser, und die Arbeit musste bis nach dem HDC-Feste unterbleiben. Man '^tlieh hierauf von Herrn Hirsch, Director der!Tpö.., einen Bohrer, den er für die Colonisten auf piPKT. hatte anfertigen lassen; mit demselben wurden weitere 14 Meter gebohrt, und zur grossen Freude der Ansiedler fand man nun tyasser. Der Ausbau des Brunnens nahm noch weitere zwei Monate in Anspruch, worauf man zum Häuserbau schritt. Den im Auslande wohnenden Vereins-Mitgliedern ward die Zeit zu lange, da Viele von ihnen ihre Geschäfte in der Heimath schon aufgegeben hatten, sie reisten deshalb im Monate flOTI von ihrer Heimath ab. Unterdessen hatte die türkische Regierung Ordre gegeben, keine ausländischen Juden in Jaffa landen zu lassen, wodurch grosse Unannehmlichkeiten und Ausgaben entstanden. Als sie endlich hierher kamen, waren die Wohnungen noch nicht vollendet, wodurch sie genöthigt waren, sich in Jaffa Wohnungen auf drei Monate zu miethen, — abermalige Ausgaben, und da sie ohnehin nicht sehr vermögend waren, ging ihr bischen Geld fast vollends darauf. Einige von ihnen bauten sich nun Wohnungen; Andere kauften Zugvieh und Aokergeräthe und fingen an das Feld zu bestellen. Es bleibt natürlich noch viel zu thun, bis sie ganz am Ziele ihrer Wünsche sein werden. In Folgendem geben wir eine Uebersioht der Personen und des Flächenraumes der Colonie: Zahl der Zahl der noch Heimath der Ansiedler. anwesenden nicht einne- Männer. tro denen Männer. 1. Bialistock. 12 20 2. Punieves. 5 3 3. Gordona und Slonim. 2 o 4. Matukmak und Mohilew. 2 — 5. Sephardim (aus Palästina) .... 4 — 6. Amerika. 1 — 7. Berlin und Deutschland. 2 2 8. Ungarn (in Jerusalem). 9 — 9. Jerusalem,t«n (in der Colonie). . . 3 — 10. Jerusalemiten (ausserhalb der Colonie) 25 — 11. Russland und London. 2 i 67 28 Zusammen 95 Personen mit 14787 Dunam Land. Im Dorfe TT befinden sich 207 Personen, von denen 31 arbeitsfähig sind. Sie haben 7 Häuser, 5 Ställe, 10 Pferde, 14 Maulthiere, 8 Ochsen u. 5 Kühe. Ausser den Wohnhäusren hat man auch schon ein Lehrhaus (STYTCn D'3), ein Backhaus, einen Brunnen und kleinem Teich, ein Haus mit TpO und Bad vollendet, ./«ehlei Michel Pinea.