Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 29.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 29.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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— 156 — Die Colonie dem Vereine vnpn mvgehörig.*) .p-t1? Ttsnn raun In dleaen Tagen dea Chanukahfestes feiern wir auch die Einweihung der Colonie “TT,. Im Monate 2M kamen wir hierher und fanden nichta vor, ala ein kleinea aus Hcls gebauten Haua und einen Brunnen, aber keinen Menachen. Da wir im Sommer weiter nichta au thun hatten, faaaten wir den Brunnen mit Quadersteinen ein; er hält etwa 10 Kubikmeter Wasser. Heber der OelTnung dea Brunnens brachten wir eine Vorrichtung an, die es ermöglicht, dass ein Mensch vermittelst eines Rades, 2 JT1 Wasser in einer Sekunde schOpft. Die Hohe des Waaaeratandea ist gewöhnlich etwas mehr ala ein Meter, das Wasser schmekt angenehm. Wir bauten ferner ein Backhaus mit einem Backofen, auch zwei JllKIpÖ, nämlich ein Tauchbad und eines zum Käschern. Wir werden ausserdem eine Badeanstalt mit allen Erfordernissen einrichten. Das Haus, das wir antrafen, wollen wir zu einer Synagoge umwandeln. Wir worden einen tsriTO anstellen, der zugleich Lehrer sein muss und 10 Francs wöchentlich von uns erhalten soll. Auch ein Krankenhaus mit einer kleinen Apotheke soll eingerichtet werden, was eine Ausgabe von etwa 900 Francs erfordert. Im Uebrigen sind wir noch mit allgemeinen Angelegenheiten beschäftigt. Einige von uns bauen Wohnungen, doch nur acht besitzen Stallungen. Die Regenzeit kommt nun und mit ihr die Feldarbeit. Obgleich einige von uns sich nur auf das Bauen der Häuser verstehen, haben wir uns doch fest vorgenommen, alle Feldarbeit selbst zu besorgen. Wir haben deshalb einen Verein „Eigenhändige Bodenarbeit“ gegründet, der einen mit dem Ackerbau vertrauten Mann anstelle» wird, um die Mitglieder hierin zu unterweisen, so dass wir mit O. Hilfe im Stande sein werden, unsere eigenen Aecker zu bestellen, sowie die 25 Ackerloose, die wir von unseren noch in Jerusalem weilenden Kameraden zu einem Napoleon per Loos gepachtet haben. Die Personenzahl auf unserer Colonie beträgt 120, wovon jedoch 14 keine Colonisten, sondern beim Häuser bau beschäftigte Tagelöhner sind. Fttnf Familien inUssen unterstützt werden, da sie von * Allem OntblOsat sind. Aber die Übrigen Colonisten, deren ganze Baarschaft beim Häuserbau aufgebraucht worden ist, sind selbst übel dran, da sie nicht einmal das nOthige Qeld besitzen, um fUr sich selbst Vieh und GeflOgel zu kaufen. Iin Ganzen sind jetzt etwa 40 Stuck Zugvieh in der Colonie. Aus dem Gesagten werden die edlen Männer, die uns zu Hilfe kommen wollen, ersehen, was Noth thut. Nur sollten die edlen Spender nicht vereinzelt und auf verzettelte Weise durch Geldspenden helfen, sondern uns lieber Vieh kaufen und Stallungen bauen lassen; das braucht der Bauer am nothwendigsten und erfordert eine Ausgabe von mindestens 10,000 Francs, nämlich (fUr die 20 Familien) . 20 Ochsen.4 60 Francs — 1200 Francs 10 KQhe.4 50 „ — 500 „ 10 Esel.4 60 „ - 500 „ 100 Schafe.4 15 „ - 1500 „ Schafställe, 45 Meter lang und ebenso breit 4600 „ zusammen 8300 Francs. Das Übrige Geld ist zum Unterhalt der Familien bis zur Ernte erforderlich. Hiermit konnten wir ganz nach Wunsch arbeiten, den Boden bestellen und etwas Viehzucht treiben. Der AllgOtige möge das Werk unserer Hände segnen, damit wir nicht länger auf die Hilfe der Menschen angewiesen seiu mochten 1 — D. L. •) Ans der Jl'JJ fHT30... tiX m tXMt £*atl ttolff is ZUtkctati.