Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 21.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 21.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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— 128 — I l>. Sollt« einer der Colonisten durch lang andauernde Krankheit in Armuth gerathen, ao ist jeder Coloniet verpflichtet ihm (Jnteretdtsung au gewahren, und awar nach Ermeaaen de* * Bchetxmeisters und vier von ihm au dieeem Beliufe ernannten Coloninten. Auch Wittwen und Waieen werden durch die Mitglieder der Colonie »eibet, nach Ermeaaen der Genannten, uuterattttat. tll. Di* Geaellaohaft ln London wird *nbald al* müglioh ein Kranknnbau* errichten;') di* Colonialen haben den Arat au benähten und die Einrichtung da* Kraukeuhaueea au heeorgen. Da» Comitc in Jeruealem wird eich beinflheu, unter den (lolonleten einen tüchtigen und erfahrenen Arat aueau*uohen') und wird dafür eorgeu, die tleaahtung der kranken vielten für ihn ein«utre|ben, Nachdem diene Statuten vorgolueon waren, eutatand ein Tumult unter den G»i,mieten und viele eohrieeu, daae man eie hintergangen halte Zwei von ihnen jedoch, die der Mieeion aohon mit Leib und Seele verfallen »iud, redeten den übrigen au, bla die meiaten damit elnvaratanden waren; nur wenige Familien entfernten eich. Der oben erwähnte Verführer kaufte alabald ein Stück Land im Dorfe A rtu f'i, »iahen Stunden von Jeruealem entfernt. Und bald darauf a»g Pfarrer Kalk mit aeiueiu heiligen Anhänge fVeudig und wohlgemuth hinan*. Diejenigen der Flüchtlinge, die in den Lehren dea Chriateuthum* aohou Fortschritte gemacht hatten, wurden auf Wagen hinan »gebracht, die Anderen mussten den Weg au Fuea machen. — Auf der Colonie angekommen (einen Tag nach dem JT3CH ZN), fanden eie die ganae Missionsgesellechaft mit ihren Predigern und Gehilfen vor, und alsbald hielt ihnen der Hauptverföhrer eine Hede über die hohe Hedentu»g der christlichen Religion und da* hohe Glück der Colonisten, den Worten des „Neuen Hundes“ Gehör au schenken!!! Dann begab man sich xu Tisch und lud auch die Flüchtlinge ein; diejenigen von Letxteren, die sich sträubten Theil xu nehmen, schalt man und warf ihnen ihre Hartnäckigkeit vor. Man sagte ihnen, dass die Colonie nicht für Leute mit so dummen Ansichten gegründet sei; wer Colonist sein wolle, müsse seinen alten Glauben verlassen, oder er möge die Colonie verlassen!!! Da,auf!,in verlieseen noch am selben Tage Zwei oder Drei die Colonie und kehrten beschämt in die Htadt xurück; so thaten noch Einige im Laufe der Woche. Sie werden in Jerusalem von Juden beim llfiuserhau beschäftigt. ■vqnr*—-- ♦ *) Wir wissen aus den iu Jerusalem von der Mission errichteten Krankenhäusern, dass sie nur der Seeleuthngerei dienen sollen. — *) Ein reiner Hohn. Unter den paar Colonisten einen Arst aussuchen! Es befindet sich nur ein Mann unter ihnen, der es versteht, Zähne aussuxiohen und Purgationsgeechäffe xu verrichten, ein Mann, der mit dem Ceremonialgesetxe schon längst gebrochen hat und manchmal Uber den Werth der christlichen Religion Vorträge hält: das ist der tüchtige Dootor! — *) Früher auch "21V *V% (guter Bergl genannt, jetst mit Anspielung auf seine gegenwärtigen Besitxer und ihre damit verfolgenden Zwecke, auch „Har-Taif“, *) *) Anmerkung des Uebe rset sers: Im „Cnivers Israelit«* No. 7 bestätigt Herr Soheid aus HBV alle diese Angaben. Er bemerkt, dass der Missionär Friedländer, sin getaufter Jude, Uber enorme Geldmittel verfugt, ferner, dass die Colonisten sofort geheissen wurden, das .Vaterunser* au beten und der Predigt beisu wohne n. In Jerusalem hat sich nun auf Anregung des Redaoteurs der *N^M3N», Herrn J. B. Frumkin, ein Verein “OTTO rHTS„ gebildet, um dem Uebel xu steuern. Herr Soheid fordert mit dringenden Worten auf, diesen Verein au unterst«taen, da die grösste Gefahr im Verenge sei.