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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 19. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 19.
Article
Beilage zu Nᵒ 19.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 114 — Hä&d«erb«it gewohnt, di« schwaraten Verrichtungen, und oh glaubten wir, d«r Last und den Be- •chwerden unterliegen au müssen, aber Ein«# hielt uns «t«U aufreoht, di« Id«« der heiligen Sache, für weloh« wir uneerer Hände Soh weise eineetzten. Durch un#«r Beispiel engefeuert, «ogen viel« ander« Emigranten di« «aur« Arbeit den Aussichten vor, welch« ihnen di« verlachenden Netze der Mission boten. Anfänglich erhielten wir auf U*?K“W' rrpO„ 8 Piaster (— 100 Centimes) täglichen Lohn, bis der edle Karl Netter e. A. nach Palästina kam. Al# di###r hochherzige Palästina« freund unseren Eifer sah und erfahren hatte, wo unsere Heimath ist, besuchte er uns täglich bei der Arbeit, erlaubte keine lieberen#trengung, ermunterte uns und erhöhte den Lohn aut täglich 1 */» Bohlieaalioh wollte er uns ftlr alle Zukunft auf “SnCT ITpC, erhalten und liees au diesem Zwecke ein eigenes Haus bauen, deeaeu Fundamsnt wir salbst gegraben hatten. Aut diese Weis« hefllen wir, dem voigeetrebten Ziele immer näher au kommen und sahen dem glücklichen Oe« lingen unserer Pläne voll trendigen Muthes entgegen, — da starb plütziioh unser Beschützer, der edle Netter, und unsere schönen Hoffnungen waren vernichtet. — Um diese Zeit wurde von einigen anderen russischen Emigranten dis Colonie '‘"“EP “CK',, gegründet. Dis Mitglieder derselben, unbekannt mit der Laudwirthschait, wünschten unsere Aulnehme in ihre Colonis, um aus unseren Kenntnissen und Erfahrungen Nutzen au ziehen. Wir willfuhren gerne diesem Wunsche und traten in up*E*? pon* ein. Bald kern Leben ia die (legend, der Boden wurde gepHügt, Reben gepflanzt, Htrassen geebnet, mit Alleen von Bäumen geschmückt, ein Brunnen bis au 40 Meter Tiefe gegraben, bis wir Wasser landen Ho ging ein wohlthätiger Einfluss von uns auf diese Colonie über, die aus unseren Kenntnis#«»» »ml Anstrengungen den beeten Nutaen aog. Nachdem nunmehr der Fortbestand dieser Colonie durch die Orossinuth eines bekannten Edlen in Israel für alle Zukunft gesichert war, änderten einige i'clouisteu aus unserer Mitte den ursprünglich gefaasteu Entschluss, als uneigenuütaige Arbeiter Überall für die Colonie einautreten, und begnügten sich damit, als Coloniaten in yp*E*? pCK“n au verbleiben. Die Mehrheit blieb jedoch ihren Prinoipien treu bei der Fahne, au der sie geschworen. So beschlossen wir denn, da unsere Arbeit in “P'E*? pvtn, beendet war, wieder au der früheren in “Sc'C* •"!**&„ zurückaukehreu. — Jetat, wo wir einen aurüokgelegten Zeitraum von sieben Moneten überblicken und mit Thateaohen und Erfahrungen au rechnen in der Lage sind, überaeugen wir uns, wie richtig wir die Sachlage auffaseten und wie uothweudig es war, dass wir unsere Hache von “P'E4!' pctnp trennten. Bo freudig wir das Prosperiren der letateren begrüssen und sosehr wir mit aufrichtigem Heraen dieser und allen anderen Colonien den Hegen (iottes, viel Glück und Oedeiheu wünschen, so dürfen wir uns doch hierdurch in unserem einmal gefassten Plane nicht irre machen lassen. Wir wissen sehr gut, dass die heutigen Coloniaten Palästina’«, die sumeiet aus Familienvätern sich rekrutiren, welche von der schweren Feldarbeit keinen Begriff haben, durchaus nicht sich selbst überlassen werden dürfen, wenn die heilige Angelegenheit von p^K 5'V*„ nicht von vornherein in Misskredit gerathou soll. Eine Gesellschaft wie die unaerigo, ist für die rationelle f'nhmisirung Palästina'« durchaus nothwvndig, ja, wir dürfen sagen unentbehrlich. Ho wurde, wie bereits erwähnt, die Colonie “P'X*? ptPM")„ von uns befestigt; so wendeten sich einige Vorsteher der Colonie “.Tj?n Hflt , *) an une mit der Bitte, ihnen einige unserer Coloniaten zu überlassen, damit sie ihnen behilflich seien und mit ihren Erfahrungen ihnen zur Helte stehen, Unter solchen Umstünden ist unsere Aufgabe und Mieeion uns genau vorgezeichnet Wir wissen, dass unser persönliches I»»fresse zurücktrotvu muss vor dem allgemeinen Wehle, dam wir unsere ganze Arbeite- und Geisteskraft zur Verfügung stellen Diese Ueberzeugung, welche wir nach anderthalbjährigem Wirken gewonnen und welche mit jedem Tage eich immer mehr nie die einzig richtige erweist, bildet diu Itichtschnur für unsere ferner« Tliätigkalt. Auf Grund hiervon Imban wir jetzt unsere Gesellschafts«tatuten feetgestollt In unserer Gesellschaft werden nur junge, arbeitsfähig« und arbeitswillige, intelligente Leute als nctive Mitglieder aufgenommen, welch« sich verpflichten, drei Jahre lang ledig zu bleiben und während Ihrer Mitgliedschaft state uneigennützig für die Interessen der (»Icnleetion tliätig zu sein. Die Thätigkcit der Gesellschaft entfaltet eich in der l'entreM.'olonio, die als Sammelpunkt aller Mitglieder zu betrachten ist und wo ea kein persönliches Eigentlmm gieht.**) Hab und Gut der l'olonic gehört der Gesellschaft. *) Dieselbe wurde vor fttnt .1 ehren gegründet und es fehlt zu ihrer Organisation mir au jüngeren Arbeitskräften; im klebrigen verdient eie. de sie rein auf eigene Hülfe angewiesen ist. besondere Empfehlung and Beachtung von Seiten aller Glaubensgenossen. **) Wir hatten schon längst Gelegenheit gehabt, eine Colonie xu erwerben, ' Iren Grund uud Boden unser Eigenthum werden sollt«; wir verzichteten jedoch hierauf, weil unsere Colonie “V. als ein Sammelpunkt aller jungen und arbeitskräftigen Kräfte gelten soll, die aus Europa auewandern, um an dem Werke der Coloniaation Th eil au nehmen. Dieselbe soll federseit durch neue junge K rette ausgefhllt werden, so «lass von hier die Pioniere 4er ganzes Coloniaatioü euegehea.

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