Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 19. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 19.
Article
Beilage zu Nᵒ 19.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal additional
OCR quality
90% known words query
IRI
…/5369809-5935099-5938156-5938274--5111-5377859
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 116 — Nach dreijährigem Aufenthalte in der Centraloolonie bekömmt jede» Mitglied Mine eigene Parzelle und wird all Colonist Ehrenmitglied unterer Gesellschaft. Da zum Gedeihen einer Colonie 25pCt. Arbeitskrftfte gehören, so halt unsere Centraloolonie, die nur arbeitsfähige Mitglieder hat, stet» etwa 75 pOt. junge hrüftige Leute cur Disposition. Letztere werden theilweise unseren Ehrenmitgliedern bei ihrer Colonisirung, theilweise anderen Colonien behilflich sein, in welche jedes Gesellschaftsmitglied zu jeder beliebigen Zeit als Arbeiter beordert worden kann. Wir hegen die Hoffhung, dass die Einkünfte der Centraloolonie ausreichen dürften, um mit der Zeit unsere Mitglieder ohne frepide Ifllfe oolonisiren tu können. Der Ausfall an Arbeitskräften, der unserer Colonie durch dun Lebertritt einiger Mitglieder in die Colonie “P*nS PWI„ erwachsen ist, ist durch frische Kräfte aus Russland wieder ergänzt worden. 80 gehen wir frendigen Herzens und voll froher Hoffnungen für das Gelingen unserer selbstlosen Restrebungen unter dem lleistande dos Hliebsten an die Vollführung unserer Gesollschaftazweoke. Wir hoffen, dass unsere HrQder in Europa unsere Gesellschaft und deren Organisation gutheissen und das Ihrige dazu beitragen werden, um die heiligen Absichten zur Ausführung zu bringen Kones Müntz J. Berllanaky. - Brief aus der neuen jüdiNchen Ansiedelung am See Merom. (Aus der Monatsschrift “p*M P1V2S,,.) Ein Msnn aus Meseritz in Polen, den ein Verein seiner Vaterstadt nach Palästina geschickt batte, um Land zu erwerben, schreibt uns aus PBX (T'BVfl lS03 t"’) Folgendes: Der Allgütige hat uns geholfen und wir haben ein gutes, wasserreiches Hesitzthum unweit des Mcromsoes erworben. Der Roden ist fett und fruchtbar und für alle Arten Anpflanzungen und Gürten geeignet,'denn «Ir haben auch mit diesem Reeitsthume einen Obstgarton gekauft, der die verschiedensten Raumarten enthalt, mir sind dieselben noch Jung, weil der Garten erst vor zwei Jahren angelegt wurde. Ausser dom guten und süssen Wasser des Sees findet sich unter dein Roden, In einer Liefe von nur drei Meter, gutes Quellwsascr. Wo ich auch war, habe Ich keinen solchen Landstrich angetroffen, und ich danke dem Bchöpfor, der mich den richtigen Wog geführt hat. Denn der eigentliche Zweck meiner Reise war, Land von unseren RrUdern auf "MV Wt1„ zu er*erben. Aber dieselben wollten nicht, dass wir uns auch dort ansiedelten, weil der Raum zu enge sei. Wir gingen deshalb zu christlichen Landeigontkümern in DBX; dieselben erklärten jedoch, uns durchaus kein Land verkaufen zu wollen, da Rothschild ihnen das Doppelte gebe Bo mussten wir den Kauf bei "7VV CM"V aufgeben. Bchon glaubte ich alle Hoffnung aufgehen zu müssen, als uns der Allgütige Hilfe spendete. Es schickte nlmtich Herr Jakob Chajim Befardi, der französische Gonsul in hiesiger Htadt, zu uns und liess uns sagen, dass er ein Resitzthum hatte, das noch besser als "MV VW~I„ sei und das er uns verkaufen wolle; er ersuche uns es einzusehen. Wir haben es gesehen; es ist in der Ebene, ein fruchtbares und wasserreiches StUok Land, wio ich dergleichen auf meiner Reise noch nicht gesehen hatte. Ich habe, dem Himmel sei Dank, das Oeschäft mit ihm abgeschlossen. Der Dünas Land stellt sich für uns auf 0 Francs mit allen Ausgaben;?dazu gehört ein Magazin von 28 Ellen Länge und 11 Ellen Rreito und der Obstgarten. Das ganze Stück Land umfasst nämlich 2200 Dunas, wofür wir bis heute, Alles zusammen, 620 Napoleonsd'ore ansgegeben haben. Der Ort ist vier Stunden von PDX entfernt, die Luft ist gut und Gott sei Dank alle Vorzüge vorhanden. So möge der Allgütige auch weiter uns ein Reistand sein I Ihr ergebener N. ■HSHSSH

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.