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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 8. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 8.
Article
Beilage zu Nᵒ 8.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Sitzung vom 5|17. September 1888. In Abwesenheit de« Herrn Bebb. Kassvan eröffnet* der Vioe-Präeident Herr J. h. Brcxuitr die Sitzung um 9 Uhr Abende. . Auieer den gestern Anweeenden antworteten beim Aufrufe der Delegirten beute noch: Für Tecuciu; Herr Osias Ascher, 91 Bacau : 99 Berl Adelstein, » Ivesti: 99 Jose/ Abeies, 9» Pascam : 99 Sam. Pineies, 9» Panda : » S 1) » Jassy : » Isidor Sc hör r als H. Delegirter. Herr Rabbiner Kassvan erscheint, nimmt den Präsidentenstuhl ein, und überlässt dem V.-P. Herrn /interner die Leitung (in rumänischer Sprache). Der V.-P. erklärt die Zahl der Delegirten für beschlussfähig laut Statuten nnd lässt den Process-Verbal der vorigen Sitaung verlesen, der ohne Bemerkung angenommen wurde. Herr Brociner nimmt das Wort und sagt: Bevor mau an die eigentlichen Arbeiten gehe, empfinde er es als eine Pflicht der Pietät, an die swei Männer au erinnern, welche für die Sache gekämpft haben, über die wir jetat debattiren. Er erwähnt der Verdienste des C. - C. - Mitgliedes Herrn Marco Sehrt», der ein Jude in der vollsten Bedeutung des Wortes gewesen, und in kluger und praktischer Weise seine guten Eigenschaften stets dem allgemeinen Wohls und besonders der Colonisationaidee gewidmet. Herr Schein wer, obschon alt au Jahren, doch jung an Deist und Hera, voll Enthusiasmus für diese grosse Idee, die ihn gans beseelte, und von der geleitet, er auch die Ausarbeitung der Statuten besorgte, indem er sich schon im Geiste die Colonien fertig installirt vonteilte. Redner fügte hinan: wir sollten uns den Verstorbenen als Muster nehmen! Zu Herrn Isaak IMet übergehend, erwähnte der Vortragende, dass die Familie Löbel nicht eine gewöhnliche im Lande sei, sondern eine Dynastie, in welcher die Werke der Humanität und jüdischer Gesinnung erblich sind Er sählte die ehrenwerthen Theten dieser Familie auf und sagte, dass <fer Verstorbene auch in Wien in den letsten Jahren der Ruhe pflegend, im Bet -Hammidrasoh den Vorlesungen jüdischer Gelehrten beiwohnte und auch sonst ein Freund der jüdischen Litteratur gewesen. Was er für die Idee der Emigration geleistet, weise Jeder, und dies besengt aur Genüge die Gesinnungen, die ihn beseelten. Redner bittet die Versammlung, sich sum Zeichen der Anerkennung der Verdienste beider Verstorbenen von ihren Sitaen au erheben, was auoh geschieht. Herr Brotiner resumirte dann den gestrigen Rapport des C.-C., der die traurige Lage der Colonie in’s gehörige Licht stellte; er erkennt an, dass Jedermann fehlen, dass man aber im gegenwärtigen Falle die Schuld nicht auf das C.-C. wälsen könne; denn dieses hatte seine Pläne gut entworfen, welche aber Dank dem Indifferentismus Vieler scheiterten. Ebenso wie eine Regierung sich veranlasst sieht, bei unvorhergesehenen Fällen an die Kammer um einen Nachtragsoredit au appelliren, um ihren Verpflichtungen nachzukommen, sieht sich jetat das C.-C. in der misslichen Lage, gerade so vorzugehen, indem es an Sie appellirt. Wenn nur 10,000 Juden im Lande ihre monatlichen Beiträge regelmässig geleistet hätten, wären wir nicht in die kritische Lage gekommen, in der wir uns jetat befinden. Wir dürfen uns aber nicht nur auf die Reichen stützen; das Wenige der Armen kann bei getreuem Wollen mehr einbringen, als die Summen der Reichen. De aber jetzt die Zeit zu kurz ist, um neuerdings für die Completirung der Colonie zu sammeln, legt uns heute das C.-C. ein Project vor, wodurch wir die armen Familien in Samarin nicht nur aus der momentanen Noth befreien, sondern für immer glücklich machen könnten, falls dieses Project von Ihnen genehmigt werden möchte. Redner fährt dann fort: Als Einer, der'Herrn l’eurziani zu kennen die Ehre hat, will ich Ihnen bemerken, dass er die rechte Hand des Herrn Baron Hirsch ist, des grossen Unternehmers der türkischen Eisenbahnen. Herr V. hat sich sein Leben lang für das Wohl des Judenthums geopfert; er ist Mitglied des C.-C. der ,Alliance“; er hat die Kasanliker Juden im letzten russisch-türkischen Kriege inmitten grosser Gefahren nach lineares/ begleitet; er hat die , Alliance“ zur Congresszeit in Berlin vertreten; und wenn sich Herr l'. in einer Zeit wie die gegenwärtige, wo die Cholera in Egypten herrscht, entschlossen, den Orient und speciell das heilige Land zu besuchen, so können wir daraus wohl folgern, dass da nur vom puren Standpunkt der Humanität

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