Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 8.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 8.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Ward« um nun mit dem Hinaoheiden de« Herrn M. 8. ein Theil unseres Ioh’e, ein wahr* heftiges Glied von unserem Körper genommen, so haben wir mit dem Hineoheiden unseres hoch« verehrten Präsidenten Herrn J. Löbel gleichsam den Kopf verloren. Was Hr. L. uns gewesen, das wissen wir Alle, und wenn es bei einem Menschen heisst: Sofo moohiaoh, „Sein Ende liefert den AusweisM, so hat hier das Ende dieses Mannes bewiesen, welche Gesinnungen er für die Colonisation hegte, indem er einen so bedeutenden Betrag unserem Zwecke testamentarisch vermachte, dessen Zinsen auf ewige Zeiten seinen Namen verherrlichen werden. Herr Löbel war in der vollen Bedeutung des Wortes ein Doresoh tob Leamo wedober Schalem lekol Sa reo, ein das Heil und Glück seiner Brüder mit Hera und Seele erstrebender Mann.*) Ehre dem Andenken dieser beider Männer! Hierauf felgte die Einladung an die Herren Delegirten, nächsten Tages das Projeot des Herrn Vtm-Jani in reifliche Erwägung au liehen und aur Wahl des provisorischen Hiireans au schreiten. Den Statuten gemäss ist der älteste Anwesende Präsident, und fiel dieses Amt dem ehrwürdigen Rabbiner, Herrn A. A’iumi« aus Rinmik .Sem/ au, während au Vioe-Präsidenten die Herren R. Flachs und Jos. H. /irmincr aus (lalah., und au Seoretären die Herren /. Ai. Jirmtuer und Adolf Ntlder aus Uraila gewählt wurden. Herr . I. Fried mann opponirte gegen die Wahl des Herrn Nt hier. worüber man nach einigen Auseinandersetsungen aur Tagesordnung überging. Da aur Beschlussfassung der Gen -Vera, swei Drittel der Succ. - Comit4's nothwendig sind und diese Zahl heute nicht complet war, wurde beschlossen, sofort an die abwesenden Suoo.-Comitd's au telegraphiren, für Morgen Delegirte au schicken oder Repräsentanten au ernennen, was sofort geschah. — Schluss der Sitsung 12 Uhr Mitternacht. wird in den «patenten Geschlechtern Zeugnis« «biegen von den Bestrebungen und Bemühungen des Verstorbenen. Leider wer en ihm nicht gegönnt, sein Werk gekrönt su sehen! Er ist wie ein Feldherr gestorben mitten in ■einen Plänen und Arbeiten, aut"dem wahren Felde der Ehre, der Ehre Israel«. Denn der Verstorbene war durch und durch Jude, der sich seiner Religion nicht geschämt, er hat als Jude gelebt und ist als Jude gestorben. Seine Collegen werden gewiss bestrebt sein, unverdrossen das Werk der ('olonisirung weitersufuhren, und gebe Gott, mit gutem Erfolge!“ „Sa mar in legt jetxt Trauer an auf sieben Tage, der Verstorliene hat es Überreich verdient. Wenn auch hier ein Grabstein seine irdische Hülle decken wird, in Samarin hat er sich ein unvergängliches Denkmal errichtet!" „ ») Herr Isaak l.öM starb in Wien am 11/83. Mai 1883, das C.-C. konnte der Beerdigung nicht beiwohnen, schickte aber der trauernden Familie eine Condolenzadresse, in welcher es dem tiefen Schmerse über den nnersetslichen Verlust Ausdruck gab und dann fortfuhr: „Die Mitglieder des C.-C. waren «toi« auf ihren Präsidenten, und nicht nur sie allein, sondern sämmtliche Comitees für Jischub Eres hakedoschah in Rumänien, die ihm das grösste Vertrauen schon dadurch bewiesen, dass dis Colonie „Samarin und kTantoura“ im heiligen Lande auf den Namen Isaak LSbsl, gekauft wurde, was seit 1800 Jahren, seitdem die Juden durch politische Ereignisse von grösster Bedeutung, Reich und Selbstständigkeit verloren — nicht geschehen! „Wenn es nun einmal in den unerforschlichen Beschlüssen des Ewigen bestimmt sein sollte, der jüdischen Nation in später Zukunft ihr angestammtes Vaterland wieder in seiner Gnade surücksuerstatten, — dann werden die künftigen Generationen Gelegenheit haben, den Namen Isaak Löbtl stets nur segnend auasusprechen, und „Wer Seinen Namen nur wird nennen, Dem wird er klingen süss und hold, Und mancher Grosse soll bekennen, Der Ruhm sei etwas mehr als Gold." Nachdem nun der Verdienste des Verstorbenen Erwähnung geschehen, heisst es ferner: „Der so früh aus dam Laben Geschiedene war für die Idee der Colonisation Palästina s so sehr beseelt, dass er den Vorsets Aasseite: wenn Seine Gesundheit es ihm erlauben werde, eins Reise nach dem heiligen Lands su machen, um eben fti— Colonie su besuchen und dort verschiedene Pläne su verwirklichen, dis seit lange seinen Geist beschäftigtenj denn er legte grosse Theilnahme für die Leiden seiner Glaubensgenossen an den Tag, und war er stets bestrebt, su Linderung derselben beantragen. „Leider war es ihm nicht gegönnt, sein Vorhaben aussuführen. aber das C.-C. ist wohl su der Hoffnung berechtigt, dass die Kinder das Werk fortsetsen werden, welches ihr ehrwürdiger Vater begonnen, und kann dis geehrte Familie in dieser Hinsicht auf das C.-C. voll rechnen, dass es sur Verewigung des Andenkens des nun in's bessere Jenseits Hinübergegangenen sein Möglichstes beitragen werde. .„Die Trauerkunde ist nun in gans Rumänien verbreitet, und aus allen Städten und Gauen des Landes sind dem C.-C. telegraphische und schriftliche Beileidsbeseugungen in den rührendsten Ausdrücken xugskotnmen, welche den Beweis abgeben für die überaus grosse Sympathie, welche die Judenheit hiersulande dem Manne entgegen bringt, der sich um sie so sehr verdient gemacht und im Begriffs war, noch mehr su thun, denn: „Unvergesslich bleibt dem Volke, Der das Volk nie vergisst I" 1/a JmäÄS#.«hWlL* :a*ttSk-&±-4