Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1884
- Issue
- 45 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 179 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/6492351-8722841-5938249--0223-5377759- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
nnülh an den Scibcn der Annen dadurch bekundet, daß sie alkeküchen für arme Kinder in Hamburg veranlaßt«. Als die» öffentliche Wirken wuchr au» dem Boden eine» zuerst glücklichen Familienleben« hervor. Vereint mit ihrem atten, bi» dieser, ein hoher Achtziger, vor wenigen Jahren tt dem Leben schied, hatte Johanna mit ihm im Jahre 1877 t goldene Hochzeit gefeiert, umgeben von Kindern. Enkeln ab Urenkeln. Auf ihre Kinder und deren wohlgeordnete und «hielt Lrben«strllu»g konnte die glückliche Mutter mit Stylz ,d Freude blicken. Ihre musikalische Begabung hatte rhr ahn Otto geerbt, der sich al» Klaviervirtuosr und Eomponist men berühmten Namen erworben. Er hat die schwedische Nachtigall, Jenny Lind, al» Gattin heimgesührt Al» im Jahre 1882 die Säkularfeier Friedrich Fröbel« Zangen wurde, stiftete Johanna Goldschmidt im Verein mit abatu Frübrlfrrunden einen Stipendirnfond für hils-be. icftiac Kindergärtnerinnen. So blieb ihr Leben bi» zum chlusse eine Kette segenou«strruender Bestrebungen und andlungen; der Umgang mit der Jugend, die sie nicht auf» ktr, in ihrem Hause liebevoll anzulnten, erhielt ihren Geist ,jch und erhob ihn über die Gebrechen de« Alter«, die nicht rtblittai; in der Freundschaft übte sie Treue und war amnüdlich, wo e« galt, Trost und Hülfe zu spenden. Darum: Heil Dir, edle Verklärte! Dir ward ein Höne« Erdenloo» und dir Bausteine, die Du alle sorgfältig nammrngetragen, um fremdem Wohl eine Stätte zu bereiten, i werden der Grundpfeiler zu unsterblichem Ruhm, den Du!tr im Herzen der Mit- und Nachwelt erworben hast. Iahe sanft von Deinen Werken l Zur Montefiore »Feier. ii. Zlerkl». Hier wurde in mehreren Synagogen da« ontnarinm Montrfiore« in würdiger Weise gefeiert. In ln Lynagoge Adaß-Ji«roel fand am 28. Oktober Nachmittag« m FrstgottcSdienst statt. Herr Or. Hildesheimer hielt die Kesirede. Zum Andenken an den Festtag wurde eine Marmordstl mit entsprechender Inschrift in dem GotteShause errichtet. — l« Gemeind« Schochare Hatob, deren Ehrenmitglied seit JO Jahren Sir Mose» Montefiore ist, beging ebenfalls den 100. Gcbnrt-tag desselben durch einen Fest-GotteSdienst. Die tzndlgt hielt Herr Or. Cassel. Auch die israelitische Reformßkwemde veranstaltete einen Fest-GotteSdienst. Die Predigt alt Herr Dr. Levin. In den Synagogen in der Ltnden» traBc, Potsdamrrstraße und Chauffestraße predigten zur Trier de« Tage» die Herren OOr. Landsberger, Cohn und L Volff. — I» den beiden Gemeinde-Synagogen fand, wie die «3üd. Pr." in Nr. 43 „von glaubwürdigster Seite" unterrichtet, nsationell mittheilt, keine besondere Festfrier statt. (Die» lun sich nur auf die große Synagoge in der Oranienburgerfabt beziehen, denn in der anderen (Heidereutergasse) wurden » Labbath vorher in der Predigt Montefiore» Verdienste Mrdigt.) frrfcft. Dir Montefiorr-Feier fand hier am^ Samstag. 25. in erhebender Weise durch trefflichen Gesang nebst firdigt und Gebet statt. Auch in den Gemeinden de« iprengel», wurde sie nach Anordnung de« Ober-Rabbiner Horwitz, der ihnen Programm und ein besonder» zu *sm Zwecke verfaßte» Gebet zusandte, festlich begangen, j* Montag feierte die i»rael. Volksschule da» Fes« durch «rlomation paffender Gedichte, durch Ansprachen der Lehrer vd de» Oberrabdiner«, der auch unter die Schüler die "»zraphien Montefiore'» venheilte. Bon letzterem und dem Mnnndrvorstande wurde ein größere« Glückwunsch-Telegramm * den Jubilar gesandt. . Irier. Hier wurde die Montefiore»Feier nach dem ^bo»tr Programm begangen. Die Predigt de» Oderobbiner« Or. Zuckermandel, der auch viele Ehristen erntete allgemeinen Beifall. Text: Ps. 40,8. O. {MW (Schlesien), 27. Oktober. Gestern Abend 5 Uhr versammelten sich die hiesigen Gemeindemitglieder in der festlich erleuchteten Synagoge zur Begehung der Montefiorr-Feier die nach dem Londoner Programm*) abgehalten wurde. Herr Rabbiner Or. ChodowSky hielt einen mhaltreichen Vortrag, anknüpfend an I. B. M. 2.12 über M'S. Leben und Wirken. Die eigene Stimmung, erhöht durch den Eindruck der Predigt, b.'stimmten die Anwesenden ihren Gefühlen für den Gefeierten durch folgende» Telegramm sofort Ausdruck zu geben: .Die Synagogengemeinde zu Oel» übersendet Ihnen, hochverehrter Jubilar, dem unermüdlichen Verfechter jüdischer und allgemein menschlicher Jntereffen, zum Eintritt in« zweite Säculum ihren tiesempfundenen Glückwunsch." Ein gemächliche» Abendbrod vereinigte hierauf die Mitglieder, wobei eine ergiebige Sammlung zum Fond einer bereit« in'« Leben getretene» Wohl«hätigke>t»stiftung stattfand. A«d Km», 31. Oktober. Ai» 26. v. Mt»., Abend», fand 'auch hier rin feierlicher Dank-GottrSdienst statt. Der Bezirk«-Rabbiner. Herr Or. Hochstädter war eigen» von Frankfurt gekommen und hielt vor einer zahlreichen Zuhörerschaft die Festrede. — Derselbe hat auch seinen Borrrag „über da» biblische und talmudische Frauen lob", welchen derselbe im Mendelsohn-Brrein zu Frankfurt a. M., int vorigen Jahre gehalten hatte, drucken lassen und dem Jubilar zu dieser Feier und zugleich zum Andenken a» dessen in Gott selige Gattin Judith, die ihrer Tugenden halber ein solche« Lob vorzugsweise verdiente, gewidmet! Melklnrß Auch in hiesiger Synagoge wurde am Sabbath vor dem Geburtstage Montefiore» von unserem Rabbiner Or. Goldschmtdt eine Predigt zu Ehren de» Jubilar« gchalten. Mit dem Texte: „Die Lehre, die Mose» un« gebot, ist rin Erbtheil der Gemeinde Jacob»" entrollte der Redner rin Bild diese» edle» Mose» und empfahl dessen .Lehren" al« ei» „Erbtheil der Gemeinde Jacob'«". A. L. Hk«§»«, 2. Nov. (Or.-Eorr.) Auch in unserer Gemeinde wurde der 100. Geburtstag Montefiore'«, durch eine»Bortrag unseres verehrten RabbincrS.Hcrruvr.Rippner, gefeiert. Daß er bei der Schilderung der DamaskuS-Affaire etwas länger verweilte, hat seinen Grund darin, daß dieses Moment für unsere Gemeinde ein spcciellc» Interesse hatte, da Montesiorr'S Begleiter auf dieser Reise, der verdienstvolle Munk, rin Glogauer Kind war. Redner verwahrte sich gegen die Vergleichung Montefiore'« mit Mose, die der greise Jubilar selbst in seiner Bescheidenheit sicherlich zurückweisen würde.**) Bei dieser Gelegenheit zog der g. Redner eine Parallele zwischen Montrfiore und Zunz. Wahrcnv an dem Jubiläum de« letzteren fast nur Gelehrte theilnahmen, wird Montefiore von der gesummten rivilisirten Welt gefeiert.***) Allein — so führte Herr vr. Rippner au« — die» liege in der Natur der Menschen. Eine Episode auS dem Leben Mendelssohn soll hierfür al« Belag dienen. Mendelssohn hat bekanntlich mit seiner Bibelübersetzung sozusagen ein schlechtes Geschäft gemacht, während er bei den Psalmen einen pekuniären Bortheil zu verzeichne» hatte — ein Beweis, daß die große Masse lieber eüiem Könige, al« einem — Rabbi huldige. Leipzig, 26. Oktober. (Or.-Corr.f Heute Bormittag fand in der hiesigen Synagoge vor einer zahlreichen Versammlung von Männern, Frauen und Schuljugend die *) Wobei nur da» lachnun-köebet siiglich hiliie sortsallen können, da e« mti der festlichen Stimmung »ich! paßte. (Air waren von vielen Seilen wegen Wcgsall dieser Piere angcfratyt worden, antworteten aber, daß e« beldehaiien werden solle: l. weil io die traurigen fjustände in mehreren der Länder, wo Montefiore z. Z. AbhiUsc gebracht, wieder zuriickaekehn seien (Rußland, Rumänien, Maroec») und 2. tvege» der Verse TOTO. **) Die mit Mos», dem Propheten und Gesetzgeber, allerdings; aber recht passend ist der vergleich mit Mose, dem Helfer, der .hinausging zu leinen vrüdern und sie bei ihren Lasten beobachtete", der den »ngegrisfenen und versolgten zur Hilse kam, NNkNA NVL Dp*! (Red.) ***) Weil er da« .jild. Herz" verkörpert. (Red.)