Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1884
- Issue
- 45 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 180 ' Feier de« hundertjährigen Geburt«tag« de« edlen Jubelgreise« Sir Mose» Montefiore statt, bestehend 4n Gebet, Festvortrag und Lboraesang. Bemerkt sei noch, daß der Bemeinve-Borstand wir beim Eintritt so auch jetzt nach Vollendung de« 100. Leben«jabr« dem Iabilar «diessm in hebräischer Sprache mit deutscher Urbersehung übersandt hat. JAHkr (Or.-Eorr.) Am 26. Oktober, .NM. 8 Uhr. fand in unserer Synagoge zur Pjonlefiorr-Feier ein Fest-Gotte«diknst nach dem Londoner Programm statt. Herr Rabbiner vr. Roth entrollte an der Hand de« Texte« Ps. 18.2 rin Lebentbiid de» Jubilar». Unsere Gemeinde hegt noch rin ganz besondere« Interesse für den edlen Menschenfreund, der mit seiner frommen Gemahlin s. A. 1846 auf seiner Reise nach Rußland den Sabbath nach Purim in unserer Gemeind« verlebte, der er Sum Andenken eine .Megillah" schenkte. Borstand und kabbiner sandten auch ein Glückwunsch-Telegramm ab. Mir». Der hiesige Bürgermeister und 80 Gemeinde» räthe sandten an Montefiore ein Beglückwunsch-Telegramm. Die hiesige Eultu«gemei»de, die Wiener i«r. Allianz und mehrere WohlthätigkritSvereine sandte» Adresse». West. Zu Ehren Montefiore'« fand heute im großen Tempel eine solenne Feier statt, bei der Prediger vr.« o h » dir Rede hielt. In, Tempel in der Rombachgafie hielt Herr Rabbiner Pollak die Festrede. Nacs-Fopok«« «Ungarn), 27. Oct. (Or.-Eorr.) Auch hier wi.rde am 25. Abend« 8 Uhr nach dem von vr. Adler London entworfenen Ritual die hundertjährige Geburtstagsfeier im Gottr«hause abgehalten. Der vergleich Motefiore'« mit Abraham wurde an der Hand de« Midrasch rabba zum H. L. 1.3 schön durchgeführt. Auch auSEoblen», Erfurt. Düsseldorf. Frankfurt a.M„ Straßburg. Alzey. Oppeln. Gr. Strelitz.Filehne, Wien, Troppau, TemeSvar, Breiten (Baden) u. a., größer« und kleinern Gemeinden Deutschland» und Oesterreich« erhielten wir ausführliche Berichte über abgehaltene Montefiore-Feierlichkeiten, die wir jedoch nicht alle abdrucken können; oie LH. Rabbiner resp. Prediger und Lehrer haben alle begeistert und begeisternd über den Jubilar gesprochen, wie e« bei dem so dankbaren reichen Stoff, da» dessen von Gotte»- und Menschenliebe erfüllte« Leben darbot, gar nicht ander« möglich war. _ Staub und Asche.*) Zum Wochenabschnitt. E« war einmal gar sehr gelehrt Ein Mann und auch gar sehr geehrt; Ein jeder mochte ihn gut leiden. Doch selber war er sehr bescheiden. — Einst lud zu einem Gastmahl fein Ein Gönner ihn gar freundlich ein. Der Mann mit dem deiche,dnen Sinn Setzt an de« Tische« letzten Platz sich hin. — Der Gönner. der ihn wollte ehren. Wie wolli' er dem Bescheidnen wehren? Wir' e« nach seinem Sinn gegangen. Am ersten Platz muht' jener prangen. Doch schlau, mit seinem Zartgefühl, Erreicht der Gönner so sein Ziel: Er macht zum ersten Platz de» letzten. Und alle Gilste so sich setzten. Dass, di« im höchsten Range standen. In de« Bescheidnen Rllh' sich sanden. * . * Gar sehr war Abraham geehrt. Den Menschen war er lieb und werth, Sein Herz war fromm Im höchsten Grad«, Und Gott verhieß ihm seine Gnade. -) Roch dem Midrasch und zum Iheil nach Erklärung de« »Dubnoer Moggid". Gene«. 18, 87. **•) Rumrri 6, 17. f) Jbid 19. 17. I« Friedlichkeit Ihm keiner glich, Da» ha« mit Lot gezriget sich; Daß er uneiaennützig war, Auch da« hat sich erwiesen klar, Al» er die Beule »»«geschlagen. Die Sodom» Fürst ihm angetragen. — Doch die sich nennen »Gotte« Sinder", Sind »s« gar strenge gegen Sünder; Sie werfen stolz sich in die Brus». Und Frevler« Schmerz i>« ihr« Lust. Richl so war e» bei Abraham. AI« ihm von Gott dt« Sunde kam, Gomorrh' und Sodom soll'» in Schwefel Und Feuer büßen ihren Frevel, Da ward von Mitleid er durchwedl Und stellte hin vor Go» sich zum Gebei: »Ich bitte, Gott, für meine Brüder, Drückt Sünde sie auch tief darnieder! Verzeihe, Herr, die Svhnheit mir, Rur Staub und Asch' steh ich vor Dir"!—) -Du hast Dich .Staub und Asch" genannt" — Sprach Gott — »da ich dich doch erkannt, So mnß, «eil ich Dich au»erseh«n, Run Staub und Asche ich erhöhen"! Und so ist'» «irNich auch geschehen, Al« Go» vom Sinai herab Dem Mose« sein» Lehre gab, Da ward von Gott c« festgesetzt:***) Venn Lieb und Reinheit ward verletz«, Lolli'« nur durch Staub und Asch' gelingen, Getrübten Zustand zu bezwingen. Die Liede, sie soll wiederkommen Durch Staub vom Heilialhum genommen, Und der Unreine werd^ desprengt Mit Wasser, da» mit Asch' gemengt, f| So kamen Staub und Asch' zu Ehren, Durch sie nur Lieb' und Reinheit wtederkehren. Run möchtet ihr die Deutung hören? Ei» jeder Glaube ist umnachtet. Der Staub und Asch' zu sehr »erachtet! Der Mensch soll aus der Erde leben Doch Staub und Asche zu Gott erheben! ve. Sokdschmitzk-Wetltznr, -Aufgabe«. I. Deutsche» Zogo-ryph. Bo» Sali Eohen in Ree«. Jakob, Mose«, David auch Machten schon von mir Gebrauch; Doch wird mir der Fuß genommen, Sprechen'« ungern au« die Frommen. II. Kilinguische, Kassel. Bon L. Weinberg in Bodenselde. Hebrüijch sei'» ein Losung«wort; o mög'« un« stet« vereinen: ,C liebet immendar, wie Brüder Euch!" Deutsch sind'» zwei Worte; fragend sic verneinen. Abweisend früh««» Spruch; wer räch sie gleich? Auflösung der Kitthsrl tu Kr. 44. L Onkel. Onkel»«. U. ßpa (Leib), «eteu. Richtig» VnstSsnngen sandte« elnr Semmh Philipp (L u. II). Gabriel Schwarz in Hattstatl. B. »Ul L. in A. Seeundauer Svlviu« Pick in Beuchen. Rachel S. in U«l«. I Sekundaner Leo Perl in Beuthen. Z. in Lulmfee. Felir in M. *• “I Stuttgart. L. Lohen in Ree«. Michalof«» in Tamerosor» (Kinnlaa«). I X. in Prag. Heröeovtci in Bukarest. <Drnekfehier.«»rtcht«gnng.) In den 8 «edichtche» in ■£ Rümmer find einige sinnentstellend« Fehler zu corrigirrn: InI Einheit»thurm" letzte Strophe B. 1 muß statt .Run" .Reu" WM In »Der Frömmigkeit Slage", Strophe 7, B. b statt .Wie" lie« 1 Berantwortlicher Redakteur vr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Berlag von Robert Friese, Leiptig-