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Jüdisches Familienblatt · 1884-01-01 · 44 (1884) · p. Seite 174

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1884
Issue
44 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 174 (sequence 2)
Language
German
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174 — mit wildrollenden Augen unter ihnen umhersprang und sie mA" seinem Stecken alizu wehren suchte, doch war da« nicht leichte Sache. Wie Giftfllegen hefteten sie sich an ihn und so er nach recht» sich wendete, stand schon da« ganze Heer der »Keuchet?' ihm i» dem Rücken und so drehte er sich unter ihnen wie ein Kreisel umher, schäumte, brüllte und zerzauste in seiner Berziveiflung sich Bart und Kopfhaar... Der Arme, er war ein ruininer Mann. Die Kunden fielen von seinem Geschäfte ab. er mußte" c« bald ganz sperre», den» tver wollte in ein Geschäft hineintreten, da» von einer solchen Musik ctvig umlagert war? Gr versuchte alle Mittel, da« Nebel von sich abzuwrnde», doch dagegen tvar kein Kraut geivachsen. Einmal packte er Einen ain Kragen und zerrte ihn mit sich nach der Polizei bi« vor den Orterichter hin . . . .Herr Richter!" schrie er. »dieser Mann beleidigt mich auf Schritt und Tritt!" »Wa« hat er Ihnen gethan?" forschte der Ri hier. Al« Antwort jedoch auf diese Frage erscholl e» in diesen, Augenblick wie ein Böllerschuß — der Angeklagte hatte gehustet. »So höre» sie selber. Herr Richter!" schrie Awrom Josef wie von einer Viper gebissen. »So hören Sie selber, wie er mich in Ihrer Gegenwatt beleidigt . . ." »Ich habe ja gar nicht« gehört . . ." meinte der Richter. »Weh ist mir!" heulte der Aermste, »hören Sir denn nicht, wie er hustet!" Der Richter muhte lächeln. »Run. iw» folgt daraus?" »Er hustet mir überall nach!" kreischte Awrom Josef. »Kann ich ihm da« Husten verwehren?" fragte der Richter. „Ja", kreischte er mit wahnsinniger Stimme. „Sir können. Sie sollen r« — ich bitte Sie darum!" »Run denn", begann der Richter sich mit komischem Pathos erhebend und zum Angeklagten wendend, »im Namen de« Gesetze« verbiete ich Ihnen da« Husten!" «Schluß folgt.) » i - Zur Moutefiore»Feier. P. Magdelurg, 26. Oktober In der festlich erleuchteten Synagoge fand vor den sehr zahlreich erschienenen Gemeinde- Mitgliedern und auch »ichtisrarlitischen Gästen heute Abend der Fest-Gottesdienst zur Feier de« hundettsten Gebutt«tage« Sir Mose« M on te fior e'« nach dem Londoner Programm statt. Derselbe begann um v Uhr mit dem Minchagebtt, worauf der Männttsynagogen-Gesangverein da« deutsche Lied: „Lasset Jehova hochrrl)ebrn!" anstimmte. Bei den Schlußworten: „Seht, ihm winkt die Siegeskrone. darum ruft im Jubeltone: Selig, wer aus Gott vettraut." bestieg der Rabbiner vr.Rahmer die Kan.zel und ausgehend von den Schlußworten der Thora- Vorlesung de« letzten Feste«: A11V.A ToSl npim TH SsS •amr Sd 'j’s4? nwa rrcrr uw ‘rran schilderte er in präg, nanter Weise die Grohthaten diese« vierten Mose, anknüpfend an den Midrasch '21 DTK? impj niöW *3 (Mid. Sam. E. 23): „Drei Namen habe der Mensch, einen, der seine geschichtliche Mission bezeichne,*) einen von seinen Elter», einen von seinen Mitmenschen". Der Namen „Mose«" bezeichne de« Jubilar« Mission: ldie« wurde in einer höchst gelungenen Parallele mit Mosche 132^ nachgewiesen): aber er habe sich auch al« echter Sohn Joseph'« und Elijah'« (Vatersnamen M.'«) erwiesen; wie Joseph habe er nicht nur seine „Brüder" gesucht, sondern mich da« Leben vieler Tausendelvon Nichti«raelitrn zur Zeit der Hungn«»oth erhalten, und wie Elijah war er bestrebt, die Herzen der Eltern mit ihrem Kinde (Mortara) zu vereinen, und da» Herz der Kinder zu ihrer Väter Land zurückzufahren, die Lieb« zum heil. Stammiaude in aller Israeliten Herz wieder anzufachen. Der Name, den die Mitwelt ihm einstimmig gegeben, sei der eine« »Philanthrope, <TIV^2.1 n* arruo ic Vor wenigen Wochen habe man in ist! Hauptstadt unsere« Vaterlandes einen Neunzigjährigen gefeieg tat Nestor der jüd. Wissenschaft CT1VI) — Zunz. — «J wenigen Monaten in der Hauptstadt de« freundnachbarli^, Staate» einen Achtzigjährigen. den Restaurator de« mobtrJ Synagogengesange« CTTQS) — Sulzer in Wien — UcokI huldige ganz J»rael tan Hundertjährigen. der die „werktliati, Menschenliebe" MNvN personificire. da» „praktisch Judenthum" durch ei» lange« Leben verkörpere; der mulh, wie ein „Löwe", schnell wir ein „Hirsch" (Bilder im Kappe» schilde Montefiore'«) eintrat für die Unterdrückten. Unschuld, Verfolgten. Sein Wappen trage al« Motto die Wone: „Denke und danke!" Heute denke ganz J«rarl a» it*.| und danke ihm au« der Tiefe de« Herzen« für Alle», w« er für Menschheit und Menschlichkeit tm Allgemeinen, unk für Israel im Brsondern grthan, und danke dem himmlischci Vater, der e« keiner Zeit an den rechten Männern fcblci lasse u. s. w. Da«. sind nur einige Gedanken der fast einstündign Rede, woraus von einer stimmbegabten früheren Schulen« der Rrligion«schule (Fräulein Bernhardt) folgende Arie aut „Josua" von Händel mristrrhast mit Orgelbegleitung gesungen wurde: O, Wtl’ Ich Iubat» Hars Und Mirjam» füsicn kan I titleich ihm röhrt’ lch blr Saiten dann, Uilcich Ihrem Sang enönie laut mein Arendentied. Doch schwach nur tilndet nieln wefang Len Lant, den Watt und D i r ich weih'. Der Rabbiner sprach dann vor der geöffneten Bundeilade da» „deutsche Gebet", und nach nnrm trefflich vo» Synag.-Gesangverrin executirten »Iubiläum«-Lied" (compontn von Tschirch) schloß die erhebende Feier mit dem üblichei Abendgebet. Dem Jubilar wurde ein telegraphischer Glück wünsch gesandt In der Religionsschule wurden Vormittag» Episode« au« dem Leben Montefiore'« erzählt und i» der ober» »laste Fiebermann'« Lebensbild de« Jubilars mit paffender Ansprache vom Rabbiner vrrtheilt. Magdeßurg. Von einem Kollegen wird der Vorschlaj gemacht, daß sämmtliche Reden, die am 28. zum hu«- drrtstcn Geburtstag Montefiore« gehalten werden. gedruckt (in alphabttische« Reil-enfolge der Namen der Redner) und in einem Prachtbandr dem Jubilar übersandt werden solle». (Der Herr Antragsteller hat vergeffen, sich darüber z» äußern, auf welche Weise die Kosten diese« gttviß mehrere hundert Bogen umfassenden Werke« aufgebracht werden solle» Wir halte» da« Projekt für unausführbar und unzweckmäßig: für das (Leid ließe sich Praktischere« erreichen. Mit weni-er Kosten verbunden wäre z. B. die Herstellung einer gut geschriebenen Biographie de« Jubilar« »für dir Jugend" - die von I. Davi». welche Fiebermann zur rechten Zeit recht gut au» dem Englichen übersetzt hat. entspricht doch nicht ganz dem Zwecke einer Jugrndschrift k l» F. Schmidt, Hofsmann oder Rieritz; sie bringt viel Ungehörige« und stört dadurch den Totaleindruck eine« regelrecht sich oufbauende» Lebensbilde«. Ein solche« Büchlein müßte in vielen Tausende« von Exemplaren öerbreitet werden und in den Händen emei jeden jüdischen Schüler» sein. Wir würden einem jüdischen Jugendschriftsteller gern einen Ehrenpreis dafür bewillige«. Wir kommen darauf zurück. Red.) Magdeßttrg. Da« Eentralcomite für den Bau Israel. Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem, bestellend aui den Herren Rabbiner vr. I Hildesheimer, Bez.-Rabbiner H. Mannheimer in Ungvar, Kaufmann G. Hirsch in Berlin, erläßt einen .Aufruf" um Spende» zur Gründung ctnei »Montesiore-Hause« in Jerusalem". Wir finde» den zu Grunde liegenden Gedanken, dem großen Philantropen ein solch Denkmal der Humanität auf dem hauptsächlich»" ) in"“a mivvi nco2 ditow

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