Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1884
- Issue
- 44 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 175 — ISchauplatz seiner Thätigkeit. in Palästina zu setzen, recht Iiilgkmessen und zweckentsprechend; wir befürworten unsererseits Ida» Unternehmen besten» und bringen den wesentlichen Theil |be« Aufruf« im Jnseratentheil. I J3*«M»rr. Bon hier ist eine kunstvoll au«gestattete ISdresse. unterzeichnet vom Landrabbinat und Vorstand, an Ivioniefiore gesandt worden. Außerdem fand am GeburtS- Iiage de» Jubilar« eine Grldvertheilung au« Gemeinde- und iPrivatmitteln an hiesige Arme statt. Herr Commerzienrath I Weyer hat am jüngste» Sabbath zu Ehren de« Hundert» Ifthngen lOO M. für Palästina gespendet. I W M«de»felde, 26. Oktober. Sowohl hier wie in der I Filialgemrinde U«lar wurde der lvo jährige (Geburtstag Sir I Mojes Montefiore« durch Gottesdienst festlich begangen. $ad) Beendigung der vom Oberrabbiner Or. Adler destimmten Gebete brschrnlte unser Vorsteher Here M. Freuden» ldal die Schüler der i«rael. Elementarschule mit Excinplareu der Firbrrmontt'schen Broschüre (Lebensbild Montefiore»), daran die Ansprache knüpfend, daß sie diesem edlen Vorbild iiachstrede» und dereinst durch gemeinnützige« und humanes Birken dem Judrnthum zur Ehre und Zierde gereiche» möchten. Aerutzurg. fl,» vergangenen Sabbath wurde in hiesiger Synagoge unter zahlreicher Betheiligung der Ärinrindrmitgliedcr eine kurze, aber sehr würdevolle Montefiorc-Fcier abschalle». Ebenso fand Tag» daraus in der Schule eine solche statt, ivelche durch eine Ansprache seiten« de» greisen Loiidrabdiner« Herrn Or. Herxheim er an Bedeutung ungemein geivann. Ktargar» i.??«««., 27. Oetober. Wie wohl in allen Synagogen » Gemeinde» ist auch hier der Geburtstag Sir Mose» Montefiore« gefriert worden. Fest» prrdigt (über Pf. 71, 16 und 17) und Festgesaug nebst einem innigeu Gebete für de» Jubilar bildeten die Feier. In der Rrligionsschulc wurde de» Schülern rin Lebensbild diese« vierten Mose« entrollt. Rabbiner und Vorstand haben eine Glückivunsch-Adresse abgeschickt, in welcher der Psalm» «er« vorkommt: 71 KT "123 ipap "2 Hin .Siehe, de» „ so wird der Mann gesegnet, der den Ewigen ehrfürchtet! (Tie beiden Wörtchen s2 "2 ergebe» den Zahlwerth hundert.) In A«rdtz«»se» hielt Herr Rabbiner Or Gelbhau« die Fesiprediat am Sabbath de» 25. d. M. EutNuttz. . Zu Ehren Montefiore'« fand hier eine zonesdienftliche Feier und Predigt de« Rabbiner Or. Fried» «aiu, >»all; und am Montag, den 27, rin vom Vorstand anangirte« Festessen. flu« AN««« erhalten wir auch Mitthrilung über die am 26. Abend« abgehaltene gottesdienstliche Frier mit Frstpredigt von Herrn Rabbiner Or. Löb, der sehr viele Hamburger beiwohnte». M«i«z, 27.Oetober. Der Geburtstag Mose» Monte» siore'» ist auch hier festlich begangen worden. Unter überaus zahlreicher Betheiligung der Gemeinde — auch die israel. echuler de« Gymnasiums, der Realschule, uud die Schülerinnen brr höheren Töchterschule waren hierzu in humanster Weise beurlaubt worden und sämmtlich anwesend — fand Sam«» >ag den 25. Vormittag« eine Feier in der Hauptsynagoge statt. ivelche bei vorzüglichem Gesang unsere« Eaulor« Hr». Vertheim ihren Höhepunkt in der meisterhafte» Predigt be« Großhrrzogl. Rabbinen Or. Salfeld erreichte. Redner behandelte unter Zugrundlrgung von Ins. 54, 10 da« Thema: -Mose« Montefiore, da« Muster der Gotte«», Vaterland». und Menschenliebe" wie« nach, daß Israelit sein, .Mensch sein Helge. fll« Muster einer geschmacklosen Glückinunschadresse theilc «h Ihnen die von Or. Lehma»» hier (Red. d. „Israelit") »nd dem Vorstände seiner Seperatgemeinae an Montefiore abgesandtr mit. Sie lautet (Wir gebe» nur .1 Sätze daraus): „Gerade in diesen Wochen le cn wir in der heiligen Schrift, daß die hervorragei.dsten (?) Männer de« Alterthum» ein ungrwühnlich hoh-« Lebe»«alier erreicht hoben. Im heiligen (?) Soharbuche wird un« gesagt, daß bei der hera»nahenden messianischen Zeit eine ähnliche Erscheinung zu Tage treten wird. So gewährt un«. hochgeehrter Herr Baron. Ihr gottgesegnete« Leben einen trostreiche» (?) Rückblick in die Vergangenheit uud einen hoffnungsreichen (?) flnrblick in die Zukunft." -Sei«t«g,n. (Or.-Eorr.) fluch unser Herr Landrabbiner Or. Dessauer hat Mose» Montefiore eine Predigt gewidmet und durch ei» Eircularschreibrn an sämmtlichc Lehrer de« Herzogthuina, dieselben veranlaßt, habe, ihre Gemeinden, besonder« aber die israelitische Schuljugend, auf diesen großen und berühniten Philanthropen aufmerksam zu machen. Asktertz. Zur Feier de« 100. Geburtstage« Monte» siore'« fand ain letzten Freitag Abend im Tempel der lficsigen israelitische» Gemeinde eine erhebende Andacht statt. Rach ei nein einleitenden Gesangsvortcage de« Kantors entrollte Herr Or. Goldschmidt in einer vortrefflichen Fcstpedigt da« menschenfreundliche Leben de» in der ganzen cwilisirte» Welt hochgefeirrien Manne». Außerdem hat die hiesige jüdische i (Gemeinde in Verbindung mit dem WohlthätigkeitSverein derselben und dem Kurhospital eine kunstvoll ausgcstattcte Glückwunschadrrssc an den Jubelgreis abgesandt. 27. Oktober. Anläßlich der Montcfiore-Fcier hal>en dir Prager Eultu-gcmeinde und dir Israelitische Bc» rrdigungsb» überschatt, deren Ehrenniitglied der greise Jubilar ist. )k eine Adresse nach Ramsgate übersendet. Beide Adressen, jede ein Kunstwerk für sich, staminen au» dem Atelier des als Künstler bekannten Portraitmalcr« und Kalligraphen Jos. BindelcS und sind theil» auf Seide theil« i» Aquarell au«» grführt. Den hebräische» Text umgeben sinnreiche Emblemen und eine »ach der Ratur aufgenomnicne Abbildung der altehrwürdigen Altneu- und Klaussynagoge. Den Text der Adresse der Eultusgcmcinde verfaßte der Herr Oberrabbiner Marcu« Hirsch i» hebräischer Sprache. Die andere Adresse, ebenfalls in rein hebräischer Sprache abgefaßt, ist au« der Feder de« al« Gelehrte» und Kritiker rühmlichst bekannten Brreinssekretair» Herr Koppclmann Lieben. Beide Adressen ruhen in reich mit Silber verzierten Sainmtctui« und sind bereit« nach ihrem Bestiinmungsortc abgegangen. Au« At«Ne« wird gemeldet, daß in allen Synagogen der Geburtstag Montefiore'« feierlich begangen wurde. «erlin. Kaiserin «ugusta hat Montefiore telegraphisch degiackwünsch». Allerlei für den Familientisch. Ala«s,«»»rg. „Die israelitische Gemeinde ihrem großen Gönner." Diese Aufschrift trug der prachtvolle Kranz, welchen die hiesige israel. Gemeinde auf den Sarg de« vor Kurzem verslvrlienen resormirtcn Bischof« Peter Nagy nirderlegte. Bischof Ragy, einer der edelsten Charaktere, war ein Freund und Beschützer der Juden und gar viele unserer Brüder verehrten und liebten i» ihm ihren Wohlthäter. Sriurm Wirken ist e« zum große» Theilc zu verdanke», daß Siebenbürgen vom Antisemitismus befreit geblieben ist. Die hier bestehenden zwei israelitischen Gemeinden sandten eine gemeinschaftliche große Deputation an die tiefgebeugte Witiwe, um dem Schmerze der Israeliten Ausdruck zu verleihen. 3P«ti«. Die Säcularfeier Corneille'« ist i» seiner Ge» burtSstadt Rouen am brillantesten gewesen. Sehr angenehm werden wir J«racliten davon berührt, daß der Präfekt, der ihr officiell Vorstand, Herr Hendl«, ein Glaubensgenosse war. Damit wir nicht übermüthia weide», fehlt auch der Schatten nicht. Unter der Fülle von Festgedichte» ist nur ei»«, in welchem der Katholizismus verhimmelt wird — und dieses eine — hat ein Jude, der sonst rühmlichst bckanntc. Herr Loui« RatiSdonne. verfaßt! Herr Michel Baumann. Kapitain im 56. Linienregiment, hat da« Ritterkreuz der Ehrenlegion bei seinem 25 jährige» Dienstjubiläum erhalten.