Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1884
- Issue
- 32 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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127 m A»»drück,, bi, sie von ihm zu hören boomen, den» waren ja nicht ernst gemeint, waren nur Au»würfe gepfefferten Zunge, von welchen iveder sein Herz »och t Land wissen wollten ... AVer die Leute der Nasse wollten ihm diese nicht ver- ^n> und sie erfanden sür ihn jenen Namen, de» er am Hi-iien in der Gemeinde »«erdientr. der sich ain wenigste»« , setner menschenfreundlichen (Yesinntntg reimte, nämlich den Rannt „Haman" und dieser gal' ihm oft mcht »venig zu nt. Er muhte ihn, »venn er sich auf der Waffe zeigte, hinter seinem Nucken, au» irgend einem osseuen Jenster hinter rinein Ihore ertönen hören. Da» «hat feinem iiiton Herzen »veh. Mehr noch al» da» ganze Jahr. muhte ■ diesen Namen am Purim anhürrn, denn damal» erbrauste rfer m der Lhnagoge w>1hrr»d de» Vorlesen« der ttteschichtr i au» hundert schreienden Halsen, die ihn jede»mal. nach er vom Vorleser genannt »vurde, in allen möglichen Irrt,tunt, bellend, lseuleud und briillend »viederholteu. C, pflegte da» ihn immer an diesem läge zu verstimmen! Net' Leiser ivar e» aber bescheer«. ein noch viel grössere» ^llidill an einem solchen läge zu erfahren. 3ufl an einem fuiim nämlich ivar e». da floh sein jüngster Lohn au» seinem «isc. ohne eine Zkitlang auch nur irgend eine Spur von Isih zu verrathen. Aber auch an diesein Unfall trug einzig laab allein da» unwirsche Wesen Neb Leiser» schuld, oder. Hill den Leuten z» spr«A»eu. seine stark gepimer», Zunge, nu jiingster Lohn nämlich »vurde sei« seiner frtil»es«en IfmMKit bei seinem Ciild, dem Vruder seiner Mutter, nuser- /ii llrspriinglich „ahm ihn der Cnfel zu sich ai» Zieh- «», weil er kinderlo» ivar, aber auch später, nachdem ihm ||tw ,Vmi ein Kind. rin Töchterchen. geboren. bel»iell er »veiler kn Lohn seine« Schwager« bei sich und behandelte ihn mit I Hasel den Liebe und Zärtlichkeit wir sein eigne« Htnb, da» I»ii für ein Brüderchen hielt. Leider muhte der arine Junge In snnem vierzehnten Jahr sein liebgeivordene» Heim verlassen, I«d wieder in da» elterliche Hau» zurilckket>ren. Lein Onkel Immlich muhte, gezwungen von den Verhältnissen seiner iLnilie. nach Amerika itl>ersirdeln. Dieser sein Onkel gab Im» zw>»r vor seiner Abreise alle erdenkliche Miil»e. seinen jEchmtger Neb Leiser .zu bewegen, ihn» sein flinb, da» ihm sein eigene« thener »vor und mit dem sein Töchterchen liich wie verwachsen fühlte, i» seine neue Heimatl, mitzugeben, «llan Neb Leiser schlug ihm rundweg diese Bitte ab. »veit a ja nur froh »v>»r, sein Atitib, da» al» da» jüngste ihm [■dir alb alle anderen an die Seele gervachsen ivar, endlich einmal in seiner »nniittelbarrr Nät»e zu l»abe». Den» armen Itagat jedoch, den sein Onkel stet» mit Lielw und Zärtlichkeit umgebe» hatte, »vurde e» gar sauer daheim in der Nahe de» lnnigen. bnimmigrn Vater», der au» Furcht, ihn nicht noch mdr zu verzärteln, sich Mühe gab. ihm seine väterliche Liebe » verbergen und ihn seine gepfefferte Zunge fühlen zu lassen. 2>»mal gar, al« sein Sohn an ihn mit der Bitte hrrantrat, er möge ihn in die Welt schicke», am liebsten zu seinein Onkel i» Amerika, damit er dort lwi ihm etiva» lerne, gerieth Neb ldiser. der sich dadurch in seinen väterlichen Gefühlen arg KNeii fühlte, i» eine solche Entrüstung, dah er eine ganze » von Schmähungen gegen ihn lo»lieh. Da» machte fc« armen, von seinen Onkel früher so verhätschelten Jungen to« elterliche Hau» wohl nicht angenehmer. Während jedoch «er Vater durch diese seine Art seinen Sohn von sich abstich. ivckie ,h„ mit unwiderstehlicher Macht der Onkel zu sich hin. dieser wurde nicht inüde, seinen Schivager Neb Leiser «t Bitten zu bestürmen, ihm ja seinen Sohn zu ihm hinzu. lch'ckcn. er habe in Amerika ein grofte» (Veschäft sich eröffnet, “b >» diesem werde sein Sohn zu einem tüchtigen Kaufmann sid heranbilden können. Reb Leiser meinte »cinein Sohne »Aitterika-Grillen" dadurch au» dem Kopse zu treiben, fo, er ihn noch kürzer hielt. noch schroffer behandelte; er ^wirkte aber dadurch gerade da» Gegeittheil. lforisepung s.) Leopold A««r. »Ein Mensch -Ui oft viel »ehr, KI« Xaujtnbt rlngruttcher." Der edle Altmeister der Wffsenschaft und de» Judenthum», an deffen Wirke» und Werte sich alle» Da« anknüpft, >va» den Deutschen jüdischer Herkunft heutzutage Verständnis,. Liebe. Begeisterung und Hoffnung»freudigkeit giebt, hat unter den vielen Perlen seine» wissenschaftlichen Schatze» vor vier Jahrzehnten auch ein Werk „zur Geschichte und Litteratur" ,herau«gegebei«» in ivetchep» er Sittenlehmi und Mahnungen jüdischer Weisen von vor N00 und vor 10!) Jahren zulammen,'telli. de» lffegnern zum Zeugnis», den Genossen zum Vorbild dafür, wir in den düster» Zeiten de« Mittelalter« Juden edel dachten und fühlte». Tief ergriffen von diesen schönen Lehre» hat Unterzeichneter sie in den letzte» Jahren, zur Alnoehr wie zum Tröste gegen bekannte Anfeindungen der Neuzeit in deutsche Spruchform übertragen und legt sie heule al» seinen twsche,denen Beitrag zum Ruhme«kranz dessen, dem er sie verdankt, de« neunzigjährigen Leopold Zunz, mit dem Wunsch, nieder: dass der Levenäwttrdtge dem Leben, dem er »vle Wenige Lebe» verlietien, noch lange erhalten bleib«. Dre«den. zum l». August iHHi. Emil Lehman n. k ,Ku» Um Jabie IHM* um K. IIliebe Heu Jsaae. - vechot llhajim.s tNieh Well, mein »obn, »i, Ebt», fhm »eil» Dankeovtht», Er Nt e», desjeii Mus Unm Dasein Dich »eschul. Du dedarssi sei», Er uichi Dein trau nicht «ul leiblich Wobtetgehn Wie b«I» tau» alle« ha« »etmebn Manch ttiuer legte se»h sich niebet «esuu». (im Bollgenus, Nr «Itedet — Nu» ist mit Och reit und Schmerz erwacht. Manch Andrer starb tu dusieer macht. Del rein am Leib! Mil reinen Händen Multi Du Dich au Heu Zchöpser wenden. In« iltiileeba»» mit Ehrturcht geh' Bedeute drin, »vr Wem man sieb', ftn Lebrhan« last da« eilte Zchioähe» Merk' Alle« van de« Lehrer» Sähen. Nicht» satt Dir zu flali,» erscheinen — Verachte «einen' Kraute besuche mit heitrem Gesicht — Dach belästige sie uichi. Draueiube Irhsie, fromme beweine, Und s» erdälfl Du die iitiuder Dir. Deine. Ehre de» Armen. geheim sei die spende, Ihi er bei Dir — dann de» Blick van ihm wende, wird ihm vom Hesleu wa» Du bas! zu speisen — Bittet er Dich, darfst ihn nicht ha« abweisen. Betest Du — demiithdvoll und rein Bekenne die Zünden, ertieite Gedeihen, Der bösen Begierde» Herr zu sein. Jedermann arüste! Die Wahrheit sprich, Sei schamhaft, vor Unmast bitte Dich. 3fl lieber Kraut al« freier Mann, Eh' Menschen Du wirst unterthan. Den Mann von schlechtem Mus, den bösen Nachbarn flieh' Und den. der Uedie« spricht von Andern, Gute« nie. Nicht gleiche de» ,fliegen Die stet» ans kränkelt Steilen gegen: Nicht erzähle De« Nächsten fehle. fällt Dein feind, srohiocke nicht. Hungert er. so gieb ihm zu speise». Kränke nicht Aittiven und Waisen, Sei nicht parteiisch im Gericht. Drin nicht plöblich in Dein Hau». Sei nicht der Hausgenossen Grau». Der Thoren Erbtbeil meide, den ,-sont: Lieb« die Weisen, Golterkenntnifl Dein Sporn! Der frommen Hoffnung ist ei» Eden, unbekannt. Erschaffe» »or der «eit, der Uleister Heimatland. lForts, folg».)