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Jüdisches Familienblatt · 1884-01-01 · 32 (1884) · p. Seite 128

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1884
Issue
32 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 128 (sequence 4)
Language
German
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— 128 — 4 ALerlri MrAde» Fa»ili-«tisch. In West ist rin 8 jähriger Rechenkünstler, Namens Philipp Roth, dem Eultusminister vorgestellt worden (Was wird aus solchen Wunderkindern? Wo nt der kleine Frankel?— Hier heißt'» auch: Habt Acht auf die Kinder der Armen, daß sie nicht untergrhen als Geld schaffende Wunderkinder!) Aischlue». ,Der Rabbiner von einer Amme verklagt" heißt da« neue Stückchen. Dir grause Roth herrscht hier bei den armen Juden — so sehr, daß Mütter ihre Kinder au«- setzen. Ein solcher Findling ivar vom Rabbiner rinrr Amme 'für rin Entgelt von 5 Rubel monatlich übergeben worden, nachdem ihm eine genügende Lumme durch Beiträge hiesiger Wohlhabender zugrsührt worden ivar. Doch schon nach zwei Monaten verweigerten Biele die Zahlungen und der Rabbiner wurde von der Amine vor Gericht geladen. Dort ivurde er zur Zahlung und in die Koste» und außerdem zu einer Stempel strafe verurtheill, weil er den Vertrag nicht auf Steuipelpapicr geschrieben hat. In» Htuhkuud Ein herzbrechende« Trauerspiel — eine Folge de« Konowinoer Morde« — hat sich in Stolbze (Bezirk Minsk» abgespielt. Mose« Joel Gruschnowitz stammt aus dieser Stadt und l»at«e dort sein junge« Weib mit seinen kleine» Kindern zurückgelassen. Die Bestallung an der Eisenbahn erlaubte es ihm doch, seinen Lieben monatlich 3ü Rubel zu senden. Als die Nachricht von de» Hetzen dorthin kam, telegraphirt die Frau an ihre» Man». Wer schildert die Qualen der von gräßlichen Ahnungen ruhelos Umhergrtl irbenen. Rach mehreren auf dem Wege zwischen Telegraphenamte und Eisenbahn zugebrachten Tagen kam dir Unglückliche Ju einem Benvandten ihres Mannes, in deffen Schwesrlholzrbrik er früher gearbeitet hatte. Dieser hatte für ihre Frage nur Thränen. Ohnmächtig stürzte sie, da« Gräßliche begreifend. zusammen und lieg» schn>er krank darnieder. — In Riss nij Nowgorod haben die Rabbiner nicht die Er- «gbnung zum Frieden und zur Ruhe, wir der Gouverneur es gebot, in der Synagoge verkündet. Deshalb ergrimmt hat dieser, als viele Juden so unvernünftig waren, ihre Geschäfte an einem Feiertage, der viel Volk herbnzirht, offen zu halten, dir Läden schließen und 28 nicht heimathsberechtigle Familien ausweisrn taffen, sowie die ehemaligen Soldaten, welche Stadtdirnrr grivordrn sind, —auch die getauften, die jüdisch aussrhrn, — adgrsetzt. _ Merrnsky, Hauptes der Missionen in Transvaal wird eingehend von den Amatonga« »achgrzeigt. — Die 9ii(faJ laffung der salomon. Handelsleute hatte ja keine Frauen kJ sich. (Dir von uns oben gegebene Deutung de« Landern amn,/ hat Herr M. ebenfalls, der au« den, Ramen de« Gebirge/) Aphura da» biblische »Ophir" herleiter.) Plus dem Tpruchfchatz des Talmud. Poetisch llbersehi t>on Wo; Weinberg. Wa», Tin», verzelnü Tu Tich in sorgen Und strebst uud t'lirilrii mir für morgen? Wie Manchen, der wie Tu gedacht. Hat ichon die sorge umgedracht'? Wie Mancher, der nichi ichiirs vor svige», ttiledir gar nichi mebr da« .morgen". Weit ihn der sorge schöner ,sak» Für alle ^seilen adgeilia»? Vergeblich waren seine sorgen, t!» iam nach heul' nichi mehr rin .morgen". Trum sired' und schass', und weiter sorgen Las, Ihn, dem lienie ist da» .morgen". Auch ani Faüiag soUsi Tu gebeu. Tenn der Anne will doch leben. Wa» nüpi die Perle mir ans iiesem Meereogi und ‘‘ lind wa» der Weise, wen» siel» verschlossen bleibt sei» Mund- Ter Psril den Trine Hand grspipl. Vielleicht im eignen ,>ieisch einst sit». Wenn erst de» tUlücke» Ztrahi Tein .üiimmerlei» erhellt, Verschont er Dir zugleich die ganze weite Weil. Näthlelaufgaben. I. Deutsche» Anagramm. Von I. si. in Vniihe» L.-schi. Ich bin ein Vogel. — Wird »erdredi Mein Hopf, bedeut' ich (»liiif; und seht! sefil Ihr, w>t« voni nun tiingi, nach hinie». So werdet Ihr ein Mädchen finden. Wenn Ihr da» iefile pichen jehi Aach ^ivei, und Trei mit Vier versehi, itriönl ckuch mii dem neue» Zchtufi Von Lite» her ein Won zun, llirnfi. LI. Hedräische» Auagramm. .r^Ti S kSn •’pn^ 19 “Sp *aS »iy7V ‘»*9 trn umtS soni Tjennri icen 121 S7 i'na »Sii'ipa dun otfi Dartaa (Ratal-Ostasrika). Ein Evrr. des.Arch. iSr." berichtet, daß wohl vom Eap Delgado bi» zum Lande der Amatonga» e« keine jüdische Genieinde. aber wohl einzelne Juden fast überall gäbe. Die Chef« vieler (deutscher franz. uud holländ.) Geschäftshäuser sind — freilich sehr indifferente — Juden. Sie sind unternehmrnde Kauflrute und kennen nur ihr Geschäft. Auf der Insel Jho fand der Eorrespondent einen litthauischen Juden, der Perlenfischern betreibt; in Mozambique hat Herr Auerbach da» schönste Modeivaarenlager (er ist Lieferant der engl. Marine und der portug. Regierung). Eis- und Limonadenfabriken gehören dort auch einem deutschen Juden. Besonder« merkwürdig erscheint Sasala OnScW) wohin Einige .Ophir" verlegen wollen. Au» Ehilvanr 1 tÄin) > 2V Kilometer von Sasala, wurden Sieger in die Goldmnien von Transvaal geschickt. Sie hatten einen so charakteristischen jüdische» Typus, daß sowohl ein seit 3 Jahren im Land« weilender Missionair, wie ein Israelit, der zum ersten Male solche Leute sah, sich in der' Meinung begegnetkn, daß sie Nachkommen der israelitischen und phönizischen Seefahrer vor sich habe». In der Umgegend von Sasala werden »ach Angabe diese« Missionair» dir Beschnekdung, der Sabbath, mosaische Ehegesetze (Levirat) und Speiseverbote beobachtet. In dein deutschen Buche de« Herrn .iten mn ,1 n-2» Kyvr.1 Wer für dir Puntie oben sehen kan» Tie richi'gr» Worts, sage fir un« a». Weift er auch gleich dir Viicher und Uapiiri, Worau» Vrr» l und t nttlrbnt: der Titrl, Der würd'gr, rinc» Bidelsesten ziert ihn Und — mehr al« mancher Aame — celrbrieii ihn. Ich reich' ihm sreundschasillch die Hand, 11 p. Hk vom Havelstran d. Tie Auftdsung der beiden Prri« Aäihsei — sowie die Äonen M «Einsender der richiige» Auftdsungen — ersoigi in nächster Ar. — geben heute noch zwei von den nachträglich eingeaangene» richtig«» etufidsunaen de» hebr. Aäihsei« in Ar. :w. Herr Dr. H . . c ..» in 2t. Peier»buig sendet solgende» dedr. lltedichtchen: :7jl1 lyk" SyP V-K V? .Ipxst'K;Tp7n *si dirj»1? ctp oir* v.199 jntn .19 : il»k «r oj ns: eit rro; nc : noti - oSrrl nrr piwn Oft ock : oStt’’» SÄ rrvun wun ivacö Auch .vom Havelstrand" tam solgende» Vrr«chen: i.um nikS «11V> KKN jv.aep Veraniworilichrr Redacieur Dr. Aahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Aoberl Friese, Leipzig-

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