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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 52. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 52.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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wäre.*) müßten allerdings von unseren reichen Glaubensgenossen — hauptsächlich von denen in de« großen Städten — viel wehunterstützt werden, wa« ja durch «intritt als Ehrenmitglied gar nicht so kostspielig ist.**) und könnten somit in den Stand gesetzt werdcn, in nahezu auSrcicheoder Weise al» ein neuer Verein, der sich erst Sympathien und Vertrauen erwerben müßte. — Herr Dr. Weinstein nennt seine» Pia» »Selbsthilfe*, muthet aber den Lehrern noch nicht einmal einen kleinen Beitrag au» ihrer eigenen Kasse zu ihrer PensionSkasse zu. Dir Lehrer können allerdings die Hilfe der deutschen Israeliten nicht entbehren, müssen sie vielmehr in sehr großem Maße in Anspruch nehmen, so lange sie i» gehaltlicher Be- Ziehung noch so niedrig gestellt sind und so lange r» ihnen fast ausnahmslos an definitiver Stellung und an Pensionsberechtigung mangelt. Aber dabei müssen die Lehrer wohl selbst alle ihre Kräfte anspanuen und au» eigenen Mitteln so viel nur immer möglich beislrurn. Dir israelitischen Lehrer der Provinz Hannover und dir hessischen Lehrer — christliche wie israelitische — geben uns ei» erhebende» Beispiel. wir viel drin Lehrer au» eigener Kraft möglich wenn sie fest zusammrnsteh» und jeder seine Pflicht gegen die Gesammtheit des Stande» thut. Die hessischen Lehrer suchen eine Ehre darin, recht viel für ihre und ihrer Angehörige» Ehre zu thu», obscho» in prcu»iärrr Hinlicht dir Lehrer in andern Provinzen und Staate» fast durchgängig viel besser gestellt sind, al« die hessischen Lehrer. Wa» also Roth thut. i|t reiche Hilfe, wa» aber nicht minder Roth thut und auch schon de» EbrriipuiiftrS halber geboten erscheint, da« ist entsprechende Beisteuer der Lehrer selbst. Wen» Herr Dr. Weinstein in Rr. 47 der »Wochenschr * ober meint, die hessischen Lehrer könnten aber auch wohl Rutzrn von dem Unternehme» haben und wenn rr damit dem Mißtrauen Ausdruck geben will, als befürchte er. die hessischen Lehrer würde» nach dem Spruche: »Wa« mich nicht dreniit, da» blase ich nicht" — nicht mitrathen und mifthaten zu dem Wohlr ihrer Eollegrn, so thut er den hessischen Lehrern Unrecht; die hessischen Lehrer sind überall da zu finden, wo r» da» Standesinterrsie und da« Wohl de« Standesinterrsie erheischt. Gerade a» dein Falle, den Herr W. mitgriheil». kann man sehe», daß derselbe in Unkrnntniß der hessischen Verhält»,sie falsch geurtheilt hat. Der betreffende Lehrer bezieht allerdings eine Pension von nur 408 Mark, diese Pension ist aber 40 Mark höher, al» da» bezogene Strlleneiiikommen geivesen ist; die Gemeinde, die allerdings begütert ist, girbt ihrem Lehrer also sein vollständige« Stellencinkommrn als Pension weiter, zu einem höheren Beitrag konnte sie doch gesetzlich nicht herangezoaen werden. Wa« die Pensionirung betrifft, so sind wir in Hessen vollkommen den christlichen Lehrern gleich, also verhältnißmäßig sicher gestellt, denn wenn di« christlichen Eollegrn mit ihrer Pension auskommen. müssen wir e» doch auch. Zu den Pensionen der israelitischen Lehrer giebt die Staatskasse dieselben BeiNäge, al» zu denen der christliche». Trotzdem werde« die hessischen Lehrer nicht zurückstehen und ihre Pflicht thun. Wenn ich nun auch Herrn Dr. W. diese» Mißtrauen verzeihen kann, so ist die» bezüglich deü Herrn Eollegrn 8. A„ der dasselbe Mißtrauen wohl auch ausgesprochen, nicht der Soll; von einem hessischen Lehrer hätte ich ein solche« «heil nicht erwartet. Wenn Herr 8. A. die hessischen Lehrer desier kennen würde, dann würde rr nicht so von ihnen denken. Im Anschluß an diese Bemerkungen möchte ich mir schließlich noch einige Worte zu dem Artikel desselben Herrn 8. A. in Rr. 40 und 41 diese» grsch. Bl. in Betreff de« *) Für dnt solch« Verschmelzung habt» wir aus dem jüngsten tpemetnderag auch plaidtrt; vorlttusla hets» t« aber nach: Stet renal marschieren (und sammeln) und vereint schlagen (den vaupisetud, dt» Rothdurst ln den jüdischen Beamtenkretsen). Red. —) 6 Wart Jahresbeitrag. Verhalten« der hessischen Lehrer auf der Versammlung j, Borkenheim im v. I. zu dem Anträge bezüglich der Gründaö» eine» ^Verein« der israelitischen Lehrer Deutschland«" erlaub^ Die hessische» Lehrer gehören wohl mit zu den Erstell, eine Vereinigung aller israelitischen Lehrer Deutschiaud« angestrebt haben, und sie haben dir« Ziel selbst i» der iirurim Zelt noch im Auge behalten, wir ja da« Berhältniß. da, znnschen ihrem Verein und demjenigen der Kultnsbeamie, Mitteldeutschland« besteht, bezeugt, ein VerNältniß. da» unjn Ausschuß auch zu den Vereinen in Wrstsaleu Rlteniland u«b Hannover anzubahnen sucht. Die hessischen Lehrer habe, eben deshalb auch leichter sich die Ueberzrugnng verschiff,, daß l>ei der allzu großen Verschiedenheit der Interessen un) der Stellung in den einzelnen Provinzen Preußen» u,d de, einzelnen Staaten des deutschen Reiche» eine Einigung M nicht möglich ist und auch von keinem rechten Ruhr» s>i, würde. Diese schivrr wiegenden Gründe einzig und all», waren e». welche dir hessischen Lehrer veranlaßten, den gn st,, trag zur Zeit noch abzulrhnen. Ms« Aiederrßet», 2V. Drcembrr. (Or. Eorr.) Xm Scrm Evrrrspondentcn „Bon der Ruhr" habe ich aus säm usführungen in Rr. öl bezüglich de« Waisenhauses „ DinSlakr» nur ivenige Wo.te und zwar nur aus seine noch, malige Versicherung: .Wir bleiben der Fahne .Paderborn' treu" zu rnvidrr». »Auch wir bleibe» P treu", dri», „ dem Budget der kiesigen jüd. Gemeinde figurirt rin Peste, al« jährlicher Beitrag für die Anstalt in Paderborn: da. »eben unterstützt man auch die Anstalt in Dinslate,. Ebenso zahlt die Gemeinde eine» jährliche» Beitrag >ür da« Seminar in Münster; /nichtsdestoweniger aber auch nur« gleich großen Beitrag in Löln. Die hiesige Äenninde. - zu ihrer Ehre sei'« gesagt, — hat ein etwa» ivei'rre« (kr,, al« die« in der Gemeinde .an der Ruhr" der Fall (» in, scheint. Ich möchte daher dem Herrn Eorrrspondente» da» Won in'» Grwisirn rufen: fT POT 7K fl» vfl ,"N2 rn» und ihn für die Beherzigung dieser Regel seinen Eniflai geltend zu mache» bitten. Da« tvärr echt jüdische Handln»^ weisei — Auch rin ehemaliger Schüler de« Seminar« in Münster. L-efterreicft-Uttftarn. L. A»» Angar», 8. December. (Or.»Eorr.) & ift wahrhaftig eine arge Zumuthung. am Schlüsse des 3 >>>(<«. wenn man mit sich und dem in l2 Monde,, Erl.bte» adrechnen soll, eine Eorrespondenz über Zustände in Ungarn, inwiefern sic Jude» und Judenthum angehe». rii>t»tchicknr Weiß doch Jeder, der die Tagesblätter wenn auch »och >« flüchtig durchgeblättert hat. wa» das »letzte" Watt »> da BesprÄung jener Zustände sein tverde. Und müßte ich nicht, um streng objektiv zu sein, mit dem Wörtchen .schlecht" schließen, wie e« dem rücksichtslosen Ecrlrsiaste» ergangen ii, oder mit .ich schlage da« Land mit dem Bannstrahle" oder gar mit .schmerzlicher Zerrissrndeit alle« Fleische«" wie sich dcsirn ein Malrachi und ei» Jrsaia« nicht erwehren konnten? Zum Glücke habe ich a»< der Sturmfluth unserer antisemitisch gepeitschten Tage noch etwa» subjektive Anschauung gerettet und diese dürite «n schließlich .einen ganzen Menschen" — oder gar j« trostbedürstigen rechten Stunde de» Trostspe»der rrlijah »u schicken. Hoffen wir mit Zuversicht, daß sich l>ewal»r> heilen werde da»: .noch ist Israel nicht verwittwei!" — Doch über Kundgebungen de« spezifisch ungarländischen A»»seirnnsmtt mich eine« B.ertern zu ergehen, ist nicht die Ausgabe, du ich mir gestellt habe. Seit ich weiß, und da« ist ich« lange her. daß da« „piaop » otpite foetot" eine »nu» stvßlichr naturhistorische Wahrheit ist. ist mir auch da» s?or,- zische ,nil minri“, mich über Nicht« zu verwunvern. ü» unerschütterlichen Dogma arworden. Ich sollte z. B w dlüfft dastehe», n>enn ein Gymnasialdirrktor — natürlich ci» Eistrrtienser Priester — anderthalb Monate »ach Beg»>» btt Schuljahres urplötzlich de» Uka« erläßt, daß jüdische schül«. die am Samstag nicht schreiben wollten, sofott au« der kl«'

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