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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 51. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 51.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seminar» ja auch für» Schächtfach befähigt werden sollen, so muß gerade diese» Borhaben entschieden bekämpft werden. Mit dem hohen und ideale» Beruft eine» Juaendbildner« ist diese» blutige „Handwerk* durchau» unvereinbar. — Will man ftu(tu»fxamtt haben, dir zur rationellen Ertheilung de» Religionsunterricht» befähigt sind, so errichte man ein Seminar Kr Aanwren. Schächter und — RrligionSlehrer. lass« aber 4 Elementarlchreramt au» dem Spiele. Uebriaeu» existirt ja bereit» in Rawi tsch eine Religionsschule für die jüdischen Zöglinge de» dortigen Simultan-Seminar», in welcher neben der Religion auch noch die beiden'andern gedachten Fächer gelehrt werden könnten. — Da also ein Bedürfnis gar nicht vorliegt, sollte man die Gemeinden und Private wirklich mit Aufrufen zu Beiträgen verschonen.*) K. O«n der flafr, 15. December. (Or.-Lvrr.) Dein?)errn Korrespondenten „vom Riederrheinscheine» meine Au», ührungen in Rr. 4» bezüglich de« Waisenhäuser in Dinslaken nicht gefallen zu haben. Doch wozu noch viele Worte in dieser Angelegenheit verliere»? Wir bleiben der alten Fahne »Paderborn* treu und wollen, da sich in D. die Idee schon faktisch verwirklicht hat, auch dieser nicht hindernd in den Weg treten. Dir Gemeinden werden ja doch wissen, wa« sie zu thun haben, sie werden der Anstalt in Paderborn, »velche mehrere höhere Schalanstalten besitzt, wa» gewiß sehr in die Wag. schaalr fällt, ihre Beiträge sicherlich nicht entziehen, sondern, wie wir hoffen, noch erhöhen. Schließlich noch die Bemerkung, daß Schreiber diese» in gar keiner Beziehung weder zu Paderborn »och zu Din«- laken steht. — Der Mohel Herr M. von Geldern in Essen hat vorige Woche im benachbarten Städtchen Castrop eine seltene Beschnridung»frier abgrhaltrn. Daselbst ist seit einigen Jahren ein jüdischer Bergmann mit einer Christin verheirathet. Dieser Che waren auch schon zwei Knabe» entsprossen, ohne daß sie in den Bund Abraham» ausgenommen worden. Die Knaben sind 3 rrsp. 1'/, Jahre alt. Herr Geldern vollzog den heiligen Akt unter Assistenz eine« Arzte» in geschickter und gelungener Weise. — In vielen jüdischen Gemeinde» bürgert sich jetzt die schöne Litte ein, die ärmeren Kinder am Lhanukahsest besonder« zu bedenken. In der Kanonenstadt Essen werden in diesem Jahre etwa zwanzig arme jüdische Kinder vollständig neu gekleidet und wird jedenfalls hierzu eine entsprechende Feier veranstaltet. Auf Anregung de» Lehrer» I. Kaufmann (ehemaliger Schüler de» Seminar« in Münster) fand vorige Woche im 8roßen Casinosaale eine gut besuchte Theatervorstellung verunden mit Eoncert statt und zivar zum Besten de» Baufond» de» jüdischen Seminar« zu Münster. Wenn möglich soll im nächste» Jahre zum Besten der Lchrenvittwenkasie eine neue Aufführung veranstaltet werden. Mit Rücksicht auf die vielen WohlthätigkeitSvorstellungen vor Weihnachten hatte man Abstand genommen, besondere Reclame dafür zu machen; dennoch ist da» Ergebniß ein recht günstige»; die Aufführung fand ungetheilren Beifall. Mögen diese Zeilen dazu anregen, den Bausond» in Münster auf ähnliche Weise vergrößern zu helft». 43rilrrrrid>-tln(|<urii. Mit», 10. December. Der Mcdicinische Unterstützung».! verein hatte gestern Abend seine Funttionäre in de» Ausschuß zu : wählen, und c» hatten sich dazu 141 Medicincr ringefunden. Bor den» betreffenden Hörsaale hatte sich eine nach Hunderten zählende Studentenmenge aufgrpflanzt. Da« Wahlrcsultat ergab eine Majorität von zwei Stimmen für die Candidqten *1 RN richügkm laflf hüll sich — wir wir erfahre» — der prinzch'rrur Rabbiner vr. Bloch in Posen, „sowie die ganzr lempet Crinde von diesem ganzen Anfang» noch etwa» verschämt, orihodoxrn ernehmen fern; die Herren merken ja, das, man e« trofc aller verblümten Redenlancn im „Aufruf* doch nur aus ihren Geldbeutel abgesehen hat; dann kann der Rohr gehen! der nicht-antisemitischen Partei und wurde von der Mmom» mit nicht enden wollenden Pereat» und mit den Ruin,:! »Rieder mit den Juden!* ausgenommen. Die jüdisch, Studenten schickten sich nunmehr an, den Saal zu verlasse, ol« nunmehr zwei Dutzend zurückgeblieben waren, drang,' die „germanischen* Studenten auf diese mit den Stöcken e, und droschen auf die Wehrlose« au« Leibeskräften lo». Anne Häuflein erzwang sich schließlich doch den Ausgang, al» sie im Arradenhofe angelangt waren, fielen draufti stehende Studenten über sie her. und nun kam e« zu einer Rauferei in großem Stile. Einzelne Studenten machte» dm den Messern Gebrauch, und e» kamen im Handgen,enge ,ahireiche Verletzungen und Verwundungen vor. Zwei Studenie, wurden blutüberströmt, der eine mit einer klaffende» Kops, wunde, au» dem Gedränge in Sicherheit gebracht und der auf dem Schottenring wohnende Universitätsdocei» Red. Dr. Grünftld leistete den Berwundeten die erste Hilft Endlich hatte der Kampf sein Ende erreicht und unter laut« Geschrei gingen die Studenten auseinander. — An der Id« de« Hörsaale«. >vo gestern die Wahlen stattfanden, iit n, Anschlag de» Dccan» der mrdicinischen Facultä» vr. Bo gl angeschlagen, ivvnach dir Wrhlrn bi» auf Weitere» snspcndin werden. Or. Bogl lxtt im Laufe de« heutigen Bornnnag» bereit» die Untersuchung eingelritrt. Gegen einen Student,, der dir übrigen „Germanen* zurrst aufforderte, von ,tm Stöcken Gebrauch zu mache», soll besonder» scharf varge> Sangen iverden. — (Da» Professoren > Collegium wird de» lntrag ans Auflösung de» Brrein« stellen.) Hlrü»», 10 Der. (Vr.-Corr.) Hrute früh verschick der mähr. Landr«radb. Abraham Placzek zu Bosrawitz im 86. Lebensjahre nach kurzem Leiden. Tiefe Trauer eriulli die Gemeinde, sowie da» Land, über de» Hingang dieft» wahrhaft frommen, allgemein verehrten Manne». der seit 57 Jahren al« Rabbiner, seit 34 Jahren al» Landesradbinrr in Mähre» wirkte. Geboren 1800 zu Besau, widmete er sich mit Feuereifer de» talmudischrn Studien, die er m Ungar» in W Reustadtl und dann in Rechnitz bei je,ne« nachmaligen Schwiegervater betrieb, erhielt bald da« Rabdnial seiner Heiinathagrmcind«, von wo er nach M. Weißknchen und im Jahre 184V »ach Bo»cowip ehrenvoll berufe» würbe. Dank seiner allgemein anerkannte» theolog. Gelehrsamkeit und seinen, makellosen Charakter übertrug ihm nach HirichS Abgänge von RicolSburg die Regierung dir Führung de» mähr. LandeSrabbinatkS. da» er mit großem Takte bis vor 3 Jahren verwaltete, von wo ab sein Sohn, der hirs. Radd. vr. B. Placzek, die Geschäfte desselben versah. Ci» mt> K»ähnlicher Grad von Selbstlosigkeit, ein milde» conciliant» sen, Tact und Lebensklugheit zeichneten diesen Mann au», der zu den lrtzten Repräsentanten de« alten Rabbinergrschlechi» gehörte, und diese Eigenschaften in Brrbindung mit seiner toleranten Ratur ließen ihn nach allen Seiten versöbnend und vermittelnd wirken. Sein Gutachten i» theolog. Dinge» stand siet« in hohem Ansehen da er al» ein NNVL tt: galt. Freitag, den 12. d. M. findet die Beerdigung statt, zu der auch sein Schwiegersohn, Rabbiner vr. Bäck aus Lifia. herkommt. (Wir werden darüber in der nächsten Ruinmer berichten.) SkAßlawd. Am 23. November feierte der Metropolit Isidor da» 50jährige Jubiläum al« „Archieri* (Erzbischoil. Der 85 jährige Grri« empfing Deputationen der hohen w»c der niederen Geistlichkeit. Aber auch die Juden hatten de« Kroarabbinrr vr. Drabkin entsandt, den der Kirchensürsl freundlich aufnahm, wobei er auf die Aufgabe aller «Nii'tlichen hinwie«. im Balle Liebe und Eintracht und Mitleid zu pflegen. In ähnlicher Weise hat der Metropolit v. Kiew. Platin, sich in Dunaburg der Deputation der israelitischen Gemeinde gegenüber geäußert: Wir sind alle Brüder — Juden und Christen sind wir alle Diener eine« Gotte», den« ein Gott hat un« geschaffen und eine» Batrr haben wir Alle. Rur die von den Bäter» ererbten Sitten, Bräuche »nd di«

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