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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 51. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 51.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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— 898 — Llkii Lkllr« act>0rt wird. Jrmrhr dir Brkrnuer Gotte« sich lKtompfrii, Mio stärker wird drr Unglauve»! >1 ZU« Meßfftte«, in, Dezember. (Cr.*<4orr.) Dir nur In Wr. 45 drr »Wochenschrift* hinsichtlich de« Irturll'-" Schlachten« »»«gesprochene Befürchtung ha, sich sri,r |,«fd) »"d zwar an' rinrm Orte rrfllUr, an wrlchrn, ich r» tillmiH’Mtdfirii rrwarirl fnitle, „ainlich zu Bieleseid. I> dt, lit Lind, wird «„ dr» nächsten tagen rin Schlachi- Ikou« riOffnri, »nd Kl |,lr dassribr rinr Pvltzeiverordnung [ntnffrii. in wrichrr iinlrr andrrn di, iHWlimmuim getroffen Lai. Duft dir Tvdlutig dr» Großviehe« — als» Ochsen und „d üulie — milielsl der Schlachluiaste rtsolgeu in ti s j r. Da it>'C dr, allrn Schlacht Hausern. drr Schluchtzwaug für |tofjelbr eiugesühtt isl. aliu Irin Vieh nufierlmtb dr» Schlacht- Dause» nir drn llteikanf geschlachtet wrrdr» dars, und dir lZii»>driI>audlungkii gegen dir Bestimmungen dr, Polizeivermdnung l'iiit Strafe bedroht sind, su war dir Vornahme »cl Lchnchiru« al» rinr flraflmrc Handlung hingestellt. Man war sich iüdischerseit« fofurt darüber (Int, das, bin Durchaus (rinr Absicht, sundrr» nur rin Verselse» obwalte »ad das, drr Polizeidehöldc nicht« ferner lirgr, al» dr» luftKtirn Eingesessene» einen Gewissenszwang aitszulegen. tvi in riuiiib drr Bielefelder Sytiagogengetltett de Hane drahald «euer uichi» zu ihun. als de» Herrn Oberbürgermeister jiuiineina»,, aus da- Versehen ausuirrtsam zu machen, vornnr dieser sofort erklärte, dag er dir Polizei, raiutru hejcilmlb mit Anweisungen vrisehcn und für dir brtreffrndr kldänderung der Beiordnung Large Nagen merbe. Man ersieht hieraus iuunrrhin, daß es geboten ist, bei der Enichtung von offenilichen Schlachthäusern dir jüdischen -iieresse» rechtzeitig zu wahre». >em Anschluß Hiera» bringe» wir das jüngst auf eine diesbezügliche A»frage de« Herrn Rabbiner- Dr. (grünfelb nt tiouigsberg von dein dottigen Professor Dr. Richter, frrertor drr Vrtertnär-Rlinik und Präsident de- Thierschntz- Meni» für Ost-' und Wesipreußen, ertheilte gutachtliche Antwortschreiben über das rituelle Schachten. Der Herr firesissvr schreibt: „Sie werden mir so viel Hinsicht und Humanität zulraue», dag ich mich in dieser (Schechila») rache, wie in allen anderen Angriffen deschmachvolle» Antisemitismus ganz zu Ihrer Verfügung stelle. Schon »einfach Igrde ich in Pole» dem Schächter zugeseheu und »cm deshalb, dag auch auphysiologische» Gründen der energische und ausgiebig mit gradfreiem Messer geführte Halsschnitt eine thierquälensche Lüdluug-art nicht nt. das; sie vielmehr, von in Betreff dieser Operativ» wohl »ordereiiete» und unterrichteten Männer» au-geführt. der Lodimig mittels der Axt. »i ivelcher nicht einmal alle Gesellen Der Lchlachthöfe die volle Sicherheit haben, durchaus »orziiziehen ist. Man soll nnr einmal der Schlachtung auf dem Lande beiwohnen, und man wird sich überzeuge», dag » ein barbarischere- -iersahreu nicht giebt. — Man hütet »ch wohl, da- Iagdvergnügen der bevorzugten Miuderlgit durch ähnliche Bedenke» zu störe», welche man für die rituelle, iär Die Juden durchaus verbindliche Schlichtung geltend machen will, und doch giebt es kaum eine unsicherere Tödtungs- «N. mir die Schußwaffe», wobei es selbst geübten Schütze» wohl begegnet, daß da« Thier nicht sofort todt zusammenbricht".') Ktetti«, 4. Deebr- (Or.-Eorr.) Der Etat der hiesigen Lynagogen-tÄemeiude für das Jahr 1885 liegt dem Reprälentameu.Collegium jetzt zur Berathung vor. Derselbe schließt »> Einnahme und Ausgabe mit Mk. 49,197.10 ab. gegen da» Vorjahr also ei» Mehr von Mk. 125.80. Die Ausgabe» bestehen i» ft) Gehälter Mk. 12704, 1.) Schule Mk. 510, o, AtmeutMen Mk. 2200, d) Gemeinnützige Institutionen Mk 540; ») grauenbad Mk. 225; f) Pensio»»-Fo»d«, Pensionen und Legate Mk 2757.70; g) Interessen Mk 108; K» Synagoge Mk. >851 l, I) für de» Friedhof und Friedhof«-AmokliIaliv»«»Eonto Mk. 015! k) Amortisation Mt 0000; I) H.,u»-Evnlo Mt. 4040; tnj Unkosten und Eztraordlnarium Mt. 0870 40 - Die Eiiitinhiiien bestehen in ») Schulgeld (von tlMmdrllae» IW, 00, b) Haus-Eonio Mt, 05118; o) Interessen Mk. 050, d) Synagvge (fllr Plätze. Spenden tc.) Mk 0100; •; Friedhof Mk 1112; sodag also hiernach Mk 07401.10 (ca 200 Mk. weniger, al« tu« vrrg. Jahre) durch Steuern ausznbnngen sind. Diese gerecht zu zu verthetten, ist Sache der Abschätzttttgt-Eomnttsslon und wir beneide» dieselbe nicht ob ihre« schwere« Amte« Dort) »tüssen wir qenanuter Eomnilsston da» Zengiits, gebe», das, sie treu und gerecht und in sieter Berücksichtigung der ob »valteiide» Berl»ält»isse diese Abschätzung erledigt und der sicherste Bewet« dasür ist ivohl der, das; die eingehenden Reclaniatione» nur ganz uubedeuiend sind. — Sehe» wir un« den Eiat selbst a», so müsse» mir gestehen, das, derselbe mit der größte» Sorgfalt ausgestellt ist und daß a» de» Ausgabe» nichts gespart iverden kau». Dieselben sind;a größientheil» festsielieud, bestehe» sie doch hauptsächlich in Gehältern. Zinsen und Amortisationen Für die beiden leytgenannieu Posten müsse» über 19000 Mk. also an 40"/, aller Ausgabe» aufgebracht werde» und es iit mit Freuden zu begrüßen, daß der Vorstand ernstliche Schritte thut, um eine Redueirung des Zinsfußes herbeizuführen. L Aiketzne. (Or.-Eorr.) Auf Anregung des Herrn Rabbiner» Dr. Feilchenfeld in Pose» hat bekanntlich eine im nötigen Monat »ach Bromberg berufene kleine Rabbiner-Versammlung von 0 Röpsen aus de» Provinze» Pommer», Posen. West- und Ostpreußen beschlossen, für die gedachte» Laudestheile, ein jüdisches Lehrerseminar in der Stadt Pose» (d. h. also unter Leitung des orthodoxe» Hm. Dr. Feilchenfeld) in welchem die Zöglinge »eben der Ausbildung für'» Elementaramt auch die Befähigung fürs Kantorat und Schächtfach erhallen sollen. So sehr auch das Bestrebe» dieser Herren Rabbine» für Hebung des jübijdicn Jugeiidunterrichtes voll und ganz anzuerkeimeu ist, so laßt sich doch die Zweckmäßigkeit der Neugründung eines Seminars in Posen stark anzweifelu. Zunächst muß die Bedütfnißfrage kurzweg ver»e»>« werde». Ei» Lehrermangel ist ketnesweg» vorhanden. Es ist noch nicht vorgekvmmen, daß eine erledigte Stelle unbesetzt gebliel>e» wäre; den» die jüdische Lehrer-Bilduiigsanstalt zu Berlin i>t ausreichend im Stande, de» Bedarf a» Lehrern auch für die vier östlichen Provinzen vvllkommen zu decken. Auch in religiousunterrichtlicher Beziehung sorgt die Anstalt in vollstem Maße. Werden ja die Zöglinge nicht zum Staatsexamen zugelassen, men» sie nicht vorher vor einer jüdischen Rommission ihre Befähigung i» de» Religivnüsächern genügend dargethan habe». Unter der bewährten Leitung des Rgl. Musikdirektor- Herrn Lewandowski werden die sich zum Kantorate eigneuden Zöglinge auch in diesem Fache aufs Beste ausgebildet. Wir könnte» eine große Anzahl tüchtiger Lehrereantoren au» diesem Seminar aufführen. Ein Bedürft,iß für ein neues Seminar ist also durchaus nicht vorhanden. Unserer Ansicht nach soll diese« vielmehr nur seine Spitze gegen die Berliner Anstalt richten* * ***), der mau ja bekanntlich in gewisse» hyperorthodoxen «reisen nicht hold ist. Hält man uns aber entgegen, daß die Zöglinge des projektirten * jtrrilid) erfchöpsenD ist Diese« wutachten nicht, Denn daß da» nwelie^chiach,^, int Beigleich zur Tädtung mit der Axt »Der mit ™t Lchußwaffe keine Dhierquäterei ist, lehrt der Augenschein: Dagegen r* vor gräßter Wichtigkeit — unD Daraus hätte Der Herr Rabbiner *** Vaupigewich« in Der Anfrage legen müssen — Da« Uriheil De* <*«JDe,fmen Herrn Professor« über Da» TöDirn mit Der Bouieroie < ealachim<i«te) zu eruiren. Bielleicht halt Herr vr. v. Die« noch nach. (ReD.) *) Dann iväre e« Doch aber richtiger jebensaU« »nd billiger, ivenn e« in Berlin selbst im. engsten Anschluß an Da» orthodoxe Rabbinerseminar errichtet würde; Da sind Die Lehrkräsle ,a bereit» besten» vorhanden und brauchtet. Die Loste» Dasür nicht erst .gesammelt" zu iverden. Auch mit Dem Breslauer Seminar war ja in dieser Weise eine Religion» LehrerbilDung-abihcrlung lange Zeit organisch verbunden, sie wurde später ausgehobe.i. weil Die Anstalt Die Berechtigung zur PrüsungSab nähme nicht erhiet'; auch zeigte sich. Daß kein Bedllrsnlß vorhanden war.

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