Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 51. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 51.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/5369809-5935099-5938191--5529-5377571
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 396 — gjfljc Der Gottesverehrung trennt uns, und wir sind nicht tzmchngi. ju entscheiden. wer darin Recht hat. Wie Brüder Mw wir bei einander wohne».- Er verhieb seine Fürspwckc bei den Mächtige», dab sie die Juden schützen und schone» und ermahnt die Juden, besonder» behutsam zu sein „d die Wuth de» Balte» nicht zu reizen. Ebenso hat der Lybiichos in Kischinew bei einer Versammlung. welche dir Gründung eine» Armenspital« für Angehörige aller Eon» jcjfu»u'» beziveckte, zu Einigkeit und Zusammenhalten der tzckrmier aller Religionen ermahnt. — Die Bewegung für tot tlolonisativn Palästina'» hat im Allgemeinen die Wickung «j»e» d>e Wollen verjagenden Winde», so dab dadurch Lichtblicke I^rvorgerufe» werden. Einen solchen »einten wir die grtilel über Unterricht in Rr. >»l und »2 de« „Hameliz-, bn darin gipfeln: „Wozu solle» wir Alle Halacha oder wissen» schaitliche Studien treiben? Ein vernünstige« Ziel erreiche» «r incht durch da» Erlerne» tvdter Sprache, sondern durch ba» Wissen de« für'« Leben Rothwendige» und durch praktische Geschicklichkeit.- Darum wird Unterricht empfohlen, der da» figt scharst. die Mnskelkrast stählt, der zum Ackerbau besthigt wie znm Handtverk, ohne erst die groben Kostrn direkter fadjirtmlnt zu erfordern. indem an jede Talmudtlwraschule <tn gmgneter Lehrer hierfür angestellt iverden soll_Herrn Wisotzki <n4 Meskau sind schon 0000 Rubel al« Darlehen zugi Er» r,ck»en van Fabriken in Palästina zugegangen. vermischte und neueste Nachrichten. Merkt«, ». Dee. An der gestrige» EonnnissionSsitzung der Asnkaeonferenz (>ot der neu ernannte holländische Dele- Sinc Professor Äffer au» Amsterdam. dort Vortragender tdtti im Ministerium de» Auswärtigen, Theil genommen. Schwert» i. M., 12. December. (Qr.-Eorr.) Ich mub ßniehen, dab ich das Verfahren de« Berliner Rabbinal», ««hi an einer öffentlichen Bescheerung armer jüd. Kinder tlmlzunehmen. vollkommen gerechtfertigt finde. Kinder sollen vodltlxue» nur von den Eltern empfangen, und nicht al» fatlcT öffentlich auszutvarte» gezwungen werde». Da» ist n der!hat unjüdisch. Wir sind ja gewöhnt, ander» zu «erfahren. Wollen wir etwa vo» den Ehristen lerne», wohl» thätig zu sein'? iWir geben dieser Ansicht eine« geschätzten, i» pädagogischen Dinge» besonder« erfahrenen Eollegen gern Kaum in uns. Bl., möchten nur dazu bemerken, datz ein gelegentlich eine« Feste» veranstaltete» Beschenken einer gröberen Anzahl jüd. Kinder — getvitz zum größten Theil auch eltern» l»ser — doch durchaus nicht heißt: sie „zwingen öffentlich «l» Bettler aufzutreten-. Der Unterschied liegt doch so aus der Hand, dab wir die Worte sparen können. Red.) 3>r«Ntf»rt «. M. (Or.-Eorr.) Was hält der Leser «an der Rothiveiidigkeit. die Interessen de» Judenthum« auch «s .eommercialem- (?) Gebiet zu wahren? Wem da» etwa «l» Unsinn erscheint!, der wird in dem von M. Slobotzky dmselbst herausgegebenen „Reuen jüdischen Anzeigereine schlechtsitzende Ma»ke für ein neue» jüd. Blatt sehen, für dessen Bedürsniß auch der Herausgeber keine weitere Beinmdung finden konnte. Aus Ka,»»»er schreibt man dem ,B. B.-E.- Grobe» «nd berechtigte» Aufsehen erregt hier in allen Kreisen der siedertritt de« Amtsrichter» Dr. jur. 3ul. ® i m o n, Mitglied k* Repräsentanten-Eollegium» der jüdischen Gemeinde, nebst Familie zum ProtestantiSmu». Simon ist der Reffe de« in Wim verstorbenen Privat-Banquier» de« König» Georg V., be« Herrn Ober - Eommerzienrath» J»rael Simon. Er landte dem Gemeinde^ Bontande eine, von einem Schreiben begleitete Broschüre, welche von ihm selbst verfabt. die Gründe iewe.' Uebertritt» rechtfertigen soll. sollte e» die dieser Tage au«'Hannover anonym un» ^gegangene Broschüre: „Gedanken eine» Judenmit dem Müller'sehen Motto: „Es mag Zeiten geben, wo ^vorigen Gold und Sprechen Silber ist, aber e» giebt auch Znlen. wo Schtoeigen Tod und Sprechen Leben ist- — sein? Wir werden auf die ziemlich seichten Gedanken in derselben demnächst zurückkommrn.. Red. d. J.-W.) <Letpziß. Är Wortlaut der vom Reichsgericht gelegentlich der bestätigten Berurtheilung de» Verfasser» und Verbreiter» der „Jsaakiade" in den Motiven ausgesprochenen Definition de« Begriff« Beschimpfung de» Judenthum« ist von Wichtigkeit; sie lautet: „Der Begriff der Beschimpfung ist auch nicht dadurch «ausgeschlossen, daß verschiedene der den Juden vorgeworfenen Grundsätze für den Verkehr mit Ander-gläubigen etwa in einem für sie gültigen Religionsgesetze in noch stärkerer Weise ihnen wirklich zur Pflicht gemacht werden, denn der Staat, welcher die jüdische Reli» gion«gesellfchaft trotz dieser Sätze in einem ihrer Religionsgesetze anerkannt und ii» tz 1 der Verordnung vom 23. Juni 1347 (Gesetzsammlung Seite 205) ihren Glieder» gleiche bürgerliche Rechte mit de» christlichen Unterthanen zugesteht, verleiht ihr de» Schutz de» tz 100 Strafgesetzbuch gegen eine Beschimpfung, und dag jene Schrift über da« Wesen der Kritik hinausgeht, die hervorgehobenen Sätze derselben eine Verächtlichmachung in sich tragen, ist! vom angefochtenen Unheil festgestellt-.! (Aus diese Enscheidung inögen sich fortan Vorstände, die gegen eine religivnschmähende Loealpresse einzuschreiten Veranlassung habe», den Staatsanwaltschaften gegenüber, weiche bi» jetzt nicht selten dergleichen Beschimpsunge» strafrechtlich zu verfolgen für nicht „im öffentliche» Interessehalten, berufe». Red.) K««tz«rß. Der hier jüngst Verstorbene Dr. Ed. Eohen gehörte — wen» wir recht berichtet sind, schon von seiner Geburt an — dem Judenthume nicht an. R K««ß«r>, 14. Dee. Gestern Abend hielt Herr Prediger Dr. Jona» vor einer sehr zahlreichen Zuhörerschaft einen mit lebhaftem Beifall ausgenommenen Vortrag über „E»ra-, den Schriftgelehrten und Restaurator de» Judenthnm». Ein Auszug des Vortrages folgt für die nächste Rr. St«rg«rd, 15 December. Ein kleiner Knabe, der Sohn eine» hier wohnenden jüdische» Kaufmann», befand sich kürzlich auf dem Wege zur Schule. Während er ruhig vor sich hingeht, begegnet ihm eine Gruppe von Ähmnasiasten. darunter ein Quartaner de» kgl. Gymnasium», welcher sich sofort mit dem böhnischen Rufe aut ih» losstürzt: „Den Judenbengel wollen wir mal küppen". Mit einem scharfen Eberzah», welchen er in der Faust heilt, schlägt er darauf den erschrockenen, hilflv» schwachen Knaben mehrere Male in den Kopf, so daß der Geinißhandelte alsbald von Blut überströint ist. In diesem Zustande kam der Knabe nach Hause gewankt. Der Ghmnasialdirektor Professor Dr. Lothholz erklärt zwar, datz in der von ihm geleiteten Schule keinerlei Antisemitirmu» getrieben würde, auch ist der Schüler, ivelcher sich so gröblich gegen Zucht und Ordnung vergangen hat. bestraft worden — zwei Stunden Arrest — ober dennoch bleibt dieser brutale, nichtswürdige Streich für alle Diejenigen ein Warnungsruf. welche de» Religivnshas; in Wort und Schrift nicht aufhvren, zu schüren. Maroec«. Die „11». isr." fügt der Mittheilung, daß die Jude» Marocco's zum Kriegsdienst herangezogen werden sollen, Folgende» hinzu: „Werden sie behandelt iverden, wie nt Deutschland,wo sie nur die unteren Grade bekleiden dürfen, oder wie in Rußland, wo sie nicht einmal Eorporal werden könne»?'' — (Da» Schlimmste an der Sache ist, daß wir den Franzvfen nicht Lügen strafen können.) Aentsake«. Die vo» den Missionären verlockten Einwanderer haben sich unter dem Eindrücke der Jomim Ranroim an de» Verein „E»ro» Riddochumgewendet, der ihnen kräftige Hilfe hat angedeihen lasse», «eit ettva 0 Wochen sorgt er auch für die Maroeeaner, die dem Drucke ihrer Heimath entflohen hier nur Elend fanden oder Verlockung zu fremdem Glauben. Für sie mußte Wohnung beschafft werden. So wurde der Ärundstein zu 3 großen Häusern am Oelberg gelegt, für welche Herr Josef Radon da» erste Geld theil« gegeben, theil« beschafft hatte.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.