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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 51. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 51.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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— 892 Und wem» Hartmann behaupte», daß die Deutsche« der Beendigung der g^zenwärtigen Krisl«, d. h. der vollständigen »mancipatio» .ohne jede Hoffnung auf Belohnung durch später» Vvrtheil. vielmehr mit ernster Sorge vor eigener Benachtl-eiliguna* entgegensetzen, so wird dies kaum etwa« dazu beitrogen, die Dauer der Krisis abzukürze». Und doch ist es nicht zu verwegen anzunehmen, daß.das ganze Volk gewinn«, »venn die Zahl der zu Staatsämlern und zur Leitung de» öffentlichen Leven» Tüchtigen wächst und »venn eine Schaar mit Recht unzufriedener Bürger zufrieden gestellt wird. «Ochtns, Mfli.) Vrtefe a«» M««A«teK. PttLarell, >«. Dezember. Bet dem kürzlich hierielbs» stattgesundenen Congress» rumänischer Acrzte, hielt Oe. Bianca« einen Vortrag über die hygienischen Zustände der Stadt Bacau. Da der genannte Arzt Christ und Rumäne ist, somit dasjenige, was er zu Gunsten der Juden äußerte, doppelt «erthvoll erscheint, so reproduciren wir nachstet»e»d da» Wesentlichste au« seinem Vorträge: Oe. Manen« hob zunächst lobend hervor und führte al« eine» Hauptgrund für die »erhältnißmäßig gelinge Sterblichkeit unter de» Jude» die Thalsachc an. daß dieselben in Ertra»ku»g»fällen sofort dir Hilfe eine« Arzte« in Anspruch »ehinr», de» sie. möge er welcher Religio» iminer angehörrn, als ein Wesen, »velche« Gott am nächsten siehe, betrachten. Gerade da« Entgegen gesetzte sei aber bei den Rnmänm der Fall, die selbst in Städten. wo ihnen im Falle der Armuth ärztliche Hilse auch gratis zu Theil wird, dieselbe erst dann in Anspruch nehmen, wen» sich Quacksalberei aller An al« wirkungslos erwiese» und die Krankheit bereit« so große Fortschritte gemacht habe, da« menschliche Hilfe meist zu spät komme. Da« Gesagte laffe sich durch statistische Daren crhäNen, au« denen zu ersehen sei, daß die Mehrzahl der Juden zwischen dem 50. und 80.. die meisten Rumäne» dagegen zwischen dem 20. und 50. Jahre sterbe». Mau könne fast sagen, der Jude zolle dem Tode erst dckN» seine» Tribut, wenn er seiner Familie nicht mehr nütze, »vährend der Rumäne meist in der Vollkraft seine» Leben« weggerafft werde. Eine weitere Ursache, welche der Lebensdauer bei den Juden Vorschub leiste, sei die körperliche Reinigung, denn da« Gesetz schreibe ihnen regelmäßige Waschungen vor, welch« die meisten Rumänien leider gänzlich vernachlässigen und weshalb dieselbe» auch von zahlreiche» Krankheiten hcimgesucht werden, deren Ursprung in der Unreinlichkeit zu suchen sei. Or. Manca« constatirte ferner, da« in Folge der bei den Judm gebotene» Beschnridung syphilitische Krankheiten weit seltener vorkämen, al« bei den Rumänen und da« Elftere sich unter Anderem auch deshalb beffer conserviren. weil sie frühzeitig heiraihe» und somit nicht wir Letztere einen auSfchweifenden Lebenswandel führen. Zum Schlüsse erwähnte der Vortragende auch noch al« Ursache für die große Vermehrung der Juden den Umstand, daß dieselben die Fruchtbarkeit ihrer Frauen nicht künstlich hemmen, während der Rumäne zu alle» möglichen Mitteln greife, um der, Kindersegen hintanzuhalten. E« sei hier noch als Ergänzung die verwandte Ansicht de« Professor» vr. I. Felix angeführt, der sich in seinem zur Zeit der Hygiene-Ausstellung zu Berlin am 22. September 1883 gehaltenen .Bortrag über die sanitären Zustände Rumänien«" äußert: »Die Bevölkerung de« ganzen Laude« wächst somit im Jahre mit 7.3 aus 1000 Einwohner. Dieser Zuwachs ist nicht für alle Einwohnergruppen gleich: Die Israeliten gaben, wie überall, auch in Rumänien eine höhere Geburten- und eine geringere Sterbeziffer, somit einen stärkeren Bevölkerungszuwachs als die Christen." An einer anderen Stelle: »Die jährliche Zahl der Heirathen ist 7.9 von je 1000 Einwohner, doch zeigt sich auch hier der Unterschied, daß die Juden eine ungleich höhereHeirathsziffrr habe», al« die Bekenner anderer Glaubensbekenntnisse". (Dieser Vortrag wurde von vr. Paul Borrner bei Max 'tzaich. in der Künigl. Hof Buchhandlung, Berlin 1883 (Kiaut gegeben.) Zieht man die unglückltche Lage der Juden ln Rumänen, ihre seit Iahten konsequent durchgeführte materielle Vlrrw. lrächtigung in Betracht, so bleibt für dies» günstigen g,. schein»,igrn kein anderer Grund übrig, al« die Annahme. inf di» Jude» unter allen Verhältnissen vernünftige, uni moralischer leben, al« die Rumänen, für deren ge,ii>ue« und leibliche» Wohl der Staat so große Opfer h 11141, tvährend er den ersteeen nur Lasten aufleg» — Al« schlagender Beweis für die Thatsmhe. w>eiei» die jüdische Bevölkerung Rumänien« den <Lerth de« ll,nc,< richte« zu schätzen versteht, mögen folgende, der of» pelle» Statistik entnommene Daten dienen: Schon in den .Viiit« 1878—79 begegnen wir in den städtische» Schnlti, Ilir jüdischen Schüler» negenüber 18,185 christlichen und 1?!«z israelitischen gegenüber 7421 christliche» Mädchen verschiedener Riten. Im Schuljahr >881/82. also nur zwei Jahre ipaiee. stellt sich da» Veihältniß folgendermaßen: 2331 >üd»>lje \* 21.501 christliche» Knaben und 2751 jüdis ix zu I».<nki christlichen Mädchen. Im Schuljahr 18^2/83 ergiel» nch schließlich da« Verhältnis, von 2350:21.710 Knaben uni 2741:10,723 Mädchen. In den Gymnasien Igitten imi 1878/79 313 jüdische und 1540 christliche, l88l/x> 3*3 jüdische und 1694 christliche. 1882/83 endlich 401 indische und 1687 christliche Eleve». Die Lycre» wiesen l*7xi9 151 Juden und 1631 Christen. 1881/82 191 Juden uni 1917 Christen, 1882/83 180 Juden und 2164 Christen aut. In den Secuiidarnnd Professionsschulen für Mädchen waren inscribirt 1878/79. 34 jüdische 791 christliche, lsM/s2 63 jüdische 1233 christliche und 1882/83 75 jüdische' uni 1407 christliche Mädchen. Die Handelsschulen de nchun 1878/79 77 Juden, 204 Christen. 1881/82 239 Inden. 533 Christen und 1882/83 222 Juden und 495 Cliri'ien. — Seitdem die Dobrudja auf Grund des Berliner vertrage» eine rumänische Provinz geworden ist. sind de Behörden unausgesetzt l>estrebt. de» dort bereit« seit einer langen Reihe von Jahren ansässigen Jude» de» Auseui.»» durch Chicanrn und Gesetzwidrigkeiten aller Art zu verleide». So wurden im vorigen Jahre 35 jüdische Familie», welche noch unter dem mol»ameda»ischeii Regime in Küstendjc doai cilirten, kurziveg verjagt. Ei» gleiches Schicksal lras 1« Monate März d. I.. iveiterr 135 Personen mosaische» Glaulenl in Klistrndje. welche, trotzdem sie über ihre Errverbssabigleii und regelmäßige Steuerzahlung hinreichende Bnveise bäbrachten, dennoch al» Bagabnnden erklärt und ausgeanesr» wurden. Unter den Bewohnern Küstendje'S die nur p» geringen Theil au« Rumänen und meist au« Türken. Griahm. Bulgaren. Armeniern und Zigeunern bestehen, wäre» feil* samer Weise nur die Juden allein Vagabunden, alle andcirn hingegen durchweg nützliche Staatsbürger. Berichte mrd Correspo«de»,en. Deutschland. Mtgdetzur- Ein wahrhaft priesterliches Mal,»wart, welchem alle religiös Gesinnte begeistert Beifall zmnse» sollten, ist e«. welche« der Oberrabbiner Herr Z. K a h» an ,11» i«r." richtet, um einen Artikel, der sich gegen dir Messe wandte, tvelche bei Eröffnung der Gerichtshöfe adgeliattcn wird zu widerlegen: ,Wa« hindert den Schreiber de« Ariikel« in die Synagoge zu gehen, während seine katholischen Cellegen zur Kirche gel-cn? Ich für meine» Theil empfinde e« jedesmal als einen «tich in's Herz, wen» ich feit langrr Zeit geheiligte und Niemand schädigende Bräuche unter dem Vorgehen der religiösen Gleichheit aiigreife» sehe . . . Noth thut e» >»& wie mir scheint, die Religion auS den Punkten zu verjage». >» denen sie sich noch hält, sonder» vielmehr ihr zur Site stehen, sobald sie von welcher Seite immer ungerechl äuge/ griffe» wird!" Gottlob, dag die Stimme der Verminst aut

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