Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 49.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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— 878 — V«1S<N»a. A»r»s«t«». SBtnn Sir auch die Berichte über die Monte« storefrier abgeschl offen haben, von hier «verden Sie wohl noch eine nachträgliche Notiz aufnehmen, schon de« weiten Wege« und der innigen Verbindung wegen, die Sir Mose« mit oer heiligen Stgdt unterhält. Die Rabbiner haben n» besondere« Gebet verfaß, da« jedem Einzelnen gedruckt ringehändigt worden ist. Am Abend zum 8. Ebeschwaü wurde e» in allen Go»te«HSusrrn vvrgetragen, die in festlichem Schmucke strahlten. Besonder« hell illuminirt waren die durch Sir Mose» oder den Montefiorefond« erbauten Häuser. Am Tage predigte A. Samuel Galant in der Beth-Iacob-Synagoge. Rach dem Morgengotir»diensre wurden in den Bothe Midraschim viele Schaß-07'0 (Abschluß de« Studium» ganzer Traktate) mit Festessen gefeiert. IVO Arme wurden gespeist «dir Rabbiner erschienen beim Armrnmahle, um den Jubilar und seine Thaten zu preisen). Ein »euer Berlin hat sich gebildet: Verbindung der Oelholzschnitzrr, welcher der Mission, die den Handel mit solchen Gegenständen monopolisirrn will, entgegrnarbritrt und BerkausSstätten ihrer Fabrikate im Au«landc bei Juden errichten möchte. — Der Regen ist schon 40 Tage über die rt au«geblieben; der Preis de« Wasser« ist gestiegen, doch der Gesundheitszustand ein guter. Hkaküßi««. Urber dir deutsche Ackerbaukolonie Larvna bei Jaffa in Palästina bringt die „Warte de» Tempels" (1884. Rr. 38) einige erfreuliche Nachrichten. Die dortigrn Ansiedler haben sich gegen die DiebeSgrlüstr der Araber, welche den Weintrauben arg »achstellen, durch Einführung der amerikanischen Jsabevtraubcn zu schützen gewußt. Diese Rebensorte liefert Trauben von rrdberrartigem Geschmack, der den Arabern widerlich ist. dennoch aber einen angenehmen Wein girbt, der in der Stadt Jaffa und in Aegypten Absatz findet ... In der Viehzucht ist ein Fortschritt durch Ein« führung de« ägyptischen Llee'S geniacht worden. Mehr ist (geschehen in der Honigbereitung (durch transportable Bienen« töcke). Fast da« ganze Jahr hindurch girbt es dort blühende Gewächse» unter denen Orangen. Sesam und KaktuSfrigen besonder« in Betracht kommen. Jede dieser Blüthen liefert einen durch besondere« Aroma anSgezeichneten Honig. Auch fft die Ouantität. welche bei gchürigen» Betriebe grwonnen wird, wirklich erstaunen«werth; e« hat deshalb bereits ein Export von Honig begonnen, der schöne Aussichten eröffnet. Vermischte »rrd ntutfU Nachrichten. Magdeß»rg Bei den vor. Woche hier stattgchabten Stodtverordnetcnwahlen wurde von der zweiten Abtheilung Herr Gottfried Friedeberg, Vorsteher der Gemeinde, trotz bescheidener Ablehnung seiten« desselben in einer Vorversammlung»auf 6 Jahre einstimmig wiedergewählt. dergleichen neu von der ersten Abtheilung Herr Kaufmann O«kar Jacoby. Die Versammlung zählt jetzt 4 jüd. Mitglieder, außer de» beiden Genannten noch Oberstabsarzt Dr. Rosenthal und den Redacteur dies. Bl. Wir erwähnen dir« deshalb al« Signatar» temporis, weil bei den Ergänzungswahlen vor zwei Jahren die llandidatur eine« jüd. Landidoten in der hiesigen Presse damit bekämpft wurde, daß man erklärte, 3 jüd. Stadtverordnete seien bei den, geringen Procentsatz der hiesigen jüd. Bevölkerung — auf 100 Einwohner kommen noch nicht 2 Juden, also auf ö4 Stadtverordnete etwa ein jüdischer — übcrgenug. Die Giftblumr de« Antisemitismus hat hier, im öffentlichen Leben wenigsten«, noch keine Wurzel gefaßt; im Verborgenen mag sie ja auch hier wuchern•), aber an « Tageslicht wagt sie sich nicht hervor. *) So hat man in einem der bessere» (?) hiesigen Dameuzirtcl jungst di» Parole auSgegebrn, bet den Juden doch nicht soviel, möglichst gar nicht» zu kauten; auch sollten di« christlichen jungen Herren ausgesordert «verden. aus volle» nur mit solchen Damen zu tanzen, die ihre Garderoben in christlichen «eschllsten gelaust. Der .Judenhagwird immer saden- Mewrk. Unter den viele> Glückwünschen, dir de»! Herrn Rabbiner Dr. Rillf zu 'rinem Jubiläum zuging«. I sei die telegraphische Gratulation de« Gouverneurs «m Lowno hier besonder» erwähnt. Wir geben dieselbe itjrna Wortlaute nach hier wieder: .Ihrer Verdienste auf bonlfe. biete der Wohltdätigkeit für da» Allgemeine und besonder» I für da» Xowno'sche Gouvernement gut gedenkend, erfülle die mir angenehme Pflicht. Sie zu Ihrem Rabbinat«-Iubilj„ zu beglückwünschen. Möge Ihnen vergönnt sein, noch oirir Jahre zum Wähle der Menschheit zu erleben. Gouverneur Melnitzky." Aromüerg, 28. November. (Or.-Eorr.) Anfangs dieser Woche tvaren hier einige Rabbiner (au« der Provin; Posen 3. au« Westpreußen 2 und au« Pommern und Ostpreußen je 1) unter dem Vorsitze de« Herrn Rabbiner« Dr Frilchenfeld versammelt, und beschloffen nach zweitägiger Berathung (unser Rabbiner Dr. Gebhardt nahm an der $a. sammlung nicht Theil. sondern nur der ziveite Rabbiner Dr. Tlieodor). die Errichtung eine« jüdischen Lehrerseminaik für die genannten vier Provinzen, und zwar in der Ltadi Pose». Es soll demnächst ein .Ausruf" zu Geldsammlungrn an die Gemeinde» jener vier Provinzen erlassen »verden. Tu betr. Lehrer sollen auch z» Chasanim und Schochtim (Krangebildet werden. Arauüfurl a. M., 25. November. Der sehr eripnch lich wirkende „Verein zur Erziehung jüdischer Waisen u> Palästina" hat durch EabinetS-Ordrc vom 6. v. Mts. du Rechte einer juristischen Person erhalte». Mir«. Nachdem dir Wählrrvrrsammlung der isractitischen EultuSgemrindr am 23. v. Mt«, sich gegen dir Anstellung eine« dritten Prediger« und den Wunsch ausgesprochen hat. die hierfür auSgrworsrnrn Mittel lieber zur Ausbesserung der Gehälter der sehr kärglich besoldeten Rrligionslehrer verwenden, soll — wie rin hier erscheinende« jüdische« Alan schreibt — brr EultuSvorstand in der Thal bereit sein, diesc» Wunsche Rechnung zu tragen. Wir können nicht glauben, daß der Vorstand der Okmeinde Wien, nachdem aus Grund der Ausschreibung da dritten Predigerstellr, mit der ja ganz besonder« die Leitung und Beaufsichtigung de« Religionsunterricht» verbünde» sa» soll, bereit« mehrere sehr würdige Eandidatrn zu Probeprebigtai berufen worden, die Sache auf einmal in« Wasser faUcn laffen werde. Ein solche« Bewahren wäre einer Wien» Gemeinde unwürdig. Die Ausbesserung de« Retigionslchreraehälter kann stattfinden, ohne daß man da« einmal rikanutc Brdürfniß eine« dritten Prediger« unbefriedigt läßt. Wen« von irgend einer Gemeinde gilt e» von der Wiener 'TS ^*22 P* „rillt Gemeinde ist nie zu arm, um ihre Schuldigte» u> thun und die ihr obliegenden Pflichten zu erfüllen!* Dar«« hrißt e» hier: MP S* TO DJI TO rm. da« Eine tdu» und da« Andere nicht laffen! Mi»», 30. November. Heute hat die Reuirnrhl de» Vorstände« staltgesnnden. Eine so starke Betheiligung ist n>c zuvor dagewesen. Die Anzahl der Stimmenden hatte in früheren Jahren höchsten» 600 betragen; dir«mal wurden 1888 Stimmen abgegeben. Wiedergewählt wurde» Anninio Cohn, Philipp T h o r s ch. Dr. Leopold ik o m p e r t. Jakob Brandei«. Zum Ersatz für den verslorl»enkn Dr. liuranda und dem ausgetretenen Max Theodor Schiff wurden Fabnkaut Salomo» Hohnberger und Hof- und Gerichts-Advokat Dr. Gustav Sohn neugewählt. Mte». Die vor fünf Woche» vom ReichStagSmiiglicdk Rabbiner Dr. Bloch Hera »«gegebene „österr. Wocheuschnl und volkswirthschastlichen Rundschau" erscheint nicht mcdl unter dessen Redaktion. dagegen kündigt Herr Rodkinsiodn scheiniger; au« „Reibentstanden, wlrd er jesti al« Deckmantel niedren Loncurrenz ertannt und al« Reklame ausgenupi; da» seden auch febildeierrn christlichen Elemente ein und wenden sich mir Abscheu W olcher Beilstttigung christlicher Menschenliebe ab.