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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 48. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 48.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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— MT - (Huwn tutitimmifi Vkruitb<i(uu| nfrirmi «uch t»r<tz-d«ö« 0m spr«chm sich lM|««ni au». (M biif»» Utitpnhiit &tu wir uM bi# Frage u»,g#l#ß« ab Mbl bei uM, auf p0ob«u ber Religton, bi» frinro blinbeu Glaub«», faubrru _ it dir frei# Forschung kennt, dergleichen Vorkommen könnt». Ub wir mußten uns angesicht» mancher Vorkommnisse leider yta, daß, wenn z. v. in Preußen »in jüd. Eontftorium wn eine jiib. Generalsynodt existirte, in der die Richtung jchmann-H>lde«heimrr die Majorität hätte, daß da noch vi« Uks-ert« zu gewärtigen wäre. Da könnte ein gelehrter wie toMfar l)r. Grätz nicht mehr an einem Raddinerseminar Mikr». vr. Maybaum dürste — wie e» ja auch in dem drtr. ich orthodoxen Organe längs« ausgesprochen worden — kein labbiiiat bekleiden, da« Vorgehen gegen den Rabl'. Dr. Gold» chmidt» Weilbnrg ist noch in aller Tedächtniß, kurz alle Orgel» nbbiitrr müßten cassirt werden, ebenso alle, die nicht aus die Loscht darkeit de« Schulchan-Aruch schwöre». Darum können ,ir dem im zweite» Leitartikel der vor. Rr. ausgesprochenen KKinjch nach einen« jüd. Konsistorium gerade im Interesse m srrideitl'chen Entwicklung unserer Religion durchaus nicht Mwmen. Bebüt' unS Gott davor! A 7«* Hkßeiu. (Or.-Eorr.) Al« die „Wochenschrift" tan Vorschläge, die Kosten der Rvsch Haschano-Gratulationen A Gunsten wohlthätiger Zwecke zu verwenden, zum erste» ■Rate ihre Spalten öffnete, habe ich nicht» dagegen erinnert, pbe auch die Parallele von dem „Abkaufen der Rcujahr«- laiulationru" (wie man'« in Breslau nennt) hingrhen lassen. Icrselbe Vorschlag tritt jedoch, von demselben Vergleiche mnsiützt, io ei»er ^.-Corrrspondenz au» Berlin nochmal« jnvor, und da nöthigt mich der Grundsatz: „Wer schweigt, ummt zu", zur Darlegung meiner gegnerischen Meinung. Jurtft sei auf dir Hinfälligkeit der stützenden Parallele hinjtwiesrn. Wa» schafft man sich vom Halse, wenn man in m Stadtkaffe zum ersten Januar ein Pauschquantum für tlnnknunierstützunge» zahlt? den Bettel, der sich Nrujahr«- totulation nennt, oder sich damit notbdürfig drapirt. Die lachtivächter. Schornsteinfeger und wir sie alle heißen die «agchciiert oder ernst gratulieren, wolle» — Geld. Um de» tzntel «n cköteül los zu iverden, giebt man eine beliebige ramme und schafft sich die persönliche Belästigung vom )alse. Wa» ist dagegen da« Gratuliren am Rasch haschanoh, »1 Hern« W. daniit zusammenfällt? Freund«, College», imvandtr. welche vielleicht da« Jahr hindurch wenig oder gar keine Veranlassung haben, in schriftlichen Verkehr zu nten, geben bei einander ihre Karte ab. um sich zu verlern, daß sie trotz de« sonstige» Stillschweigens die alten mnidschafrlichen Empfindungen noch immer ungeminderl me». Wer da« dabei nicht denkt, der mag die Karte nicht «bschickcn. — Wer da« aber denkt, der kann daS dafür zu »mveiidrnde Porto ebensowenig wohlthätigrn Zwecken zutvenden, «U den Betrag für geschonte Stiefelsohlen, wenn er einen w>> seinem Gefühle geforderten Gratulation«- oder Eondo» lation-brsuch zu machen unterlaffen hat. Oder denkt Herr W.. vß man so inserirt: Anstatt den Herrn I. A. Z. u. s. f. er Karte zu gratuliren. habe ich 100 mal S Pfennig Vm fwmtenpensionSfoud zugewendet. Da« würde ja von X. und A. [Mo gemacht werden. — Alle drei lesen daffelbr Blatt; da» Geschäft ist fertig. Aber Z. gehört nicht zu den Lesern wr Zeiwng. Wir dann? Mau will ihm doch gratuliren — «0 man ihm die Zeitung schicken? Wo bleibt da» Ersparen? ist die Rasch haschanoh-Corrrspondenz eine Erhalterin »ab Erwrckrrin der liebsten Verbindungen, welche da« Leben »>r gebracht hat. Eher ließe ich mir zumuthen, am Fester Etwa« vom Esten oder Trinken mir adzudarben, um «>aen Obulu» einem guten Zwecke zu spende», al« daß chmir die Freude de« Fortsenden» und Empfangen» dieser «oen»zeichca von Freunden fenl und Rah nehmen ließe. 5*"n wir anfingen, all' die guten Einwirkungen dieser ^[ulotionrn zu schildern — ich meine — die ..Wochen» Inst" würde un« in« „Familienblatt" verweisen und diese« ein lange« Register von anmuthigen Lcenen aufzuweisen, wi# dt« lKutferuten gevödrk, tzt# V#rsü»uit#n erheitert, die Ver«si»ueu wieder in Erinnerung kanten -=» und Alle« durch die Rösch haschanob'Karten U We«tße» ch -K. (Schluß j Eiir» nicht unerheblich» Anzahl von Vereinen existirt hier innerhalb der Geineinde, di» im edlen Streben, wertender Wohlthätigkeit zu Üben, mit einander wetteifern. Sehe» wir von der Ehewra «adischa, von dem Frauenverein, zunächst ad, deren humane Bestrebungen in allen Gemeinden dieselben sind. Da ist zunächst der „Verein zur Verbreitung de« Handwerk« unter den Juden", der sogar allgemein geachtete und tolerante Richtjuden zu seinen Mit» gliedern zählt. Seinrr segensreichen Wirksamkeit verdankt so mancher junge Mann die auf Kosten de« Verein« erlangte Ausbildung zu einem tüchtigen Handwerker, der heute bester daran ist, al« jene Schaar stellenloser Kaufleutr, die da« kaufmännische Proletariat vermehren. Zu wünschen wäre nur, daß die Bestrebungen de« Verein« auch darauf gerichtet sein mögen, jungen Leuten Gelegenheit zur gründlichen Erlernung der Landwirthschast zu geben. Der von einem hiesigen Arzte gegründete Knabenverein versorgt au« de» Einkünften der Mitgtirder-Beiträge und den Zi sten frommer Stiftungen alljährlich am Rüsttage de« Neujahrsfeste« eine Anzahl Knaben der hiesigen, jüdischen Schule mit Kleidungsstücken. Die Art und Weste in der diese Vertheilung vor sich geht, ist jedersallS zarter und da« bittere Gefühl der Armuth schonender, al« die sogenannten öffentlichen WeilinachtSbescherrungen mit obligater Pfcffcrkuchrn» Vertheilung. die am hiesigen Orte insofern ein interconsrssionelle« Gepräge haben, al« auch jüdische Kinder an den au« Geld» jammlungen de« „vaterländischen FrauenvcreinS" beschafften Geschenke participirei«. So dankbar wir auch die Gaben dieses Verein« willkommen heißen müffen, so würde» wir doch mit um so Srößerem Danke eine Einrichtnng begrüßen, die unsere jüdischen linder nicht in die Lage setzt, die wohlwollenden Geschenke beim Kcrzenglanze eine« WeihnachtSbaume« in Empfang zu nehmen, der nun doch einmal eine christliche Einrichtung ist. Die. Bestrebungen deS hiesigen JSruelit. Jungfrauenvereinan dieser Stelle besonders hervorzuhebcn, dürfte sich wohl erübrigen; denn di: Tendenzen derartiger auch in vielen anderen Gemeinden bestehenden Vereine sind ja zur Genüge bekannt. Rur ein Umstand soll hier nicht unerwähnt bleiben. Der Jungfrauenverein verfolgte bis vor wenigen Jahren auch BildungS-Zwecke, wodurch e« ihm möglich war, auch nach außen hin eine größere Thätigkeit zu entfalten. Von Seiten de« Vorstände« war stets darauf Bedacht genommen, quali» ficirte Persönlichkeiten für einen öffentlichen, wissenschaftlichen Vortrag zu gewinnen, wobei die Confession deö Vortragenden überhaupt nicht in Betracht kam. Daß diese der Fortbildung gewidmeten Vorträge in Wegfall gekommen sind, ist zu bedauern, und e« dürste vielleicht nur einer Anregung bedürfen, um sie noch für da« laufende Winter-Semester wieder auf« Programm zu setzen. Zum Schluß sei noch eine« Vereine« gedacht, de« „Bernn« zur Förderung de« hebräischen Unterricht«". Er bezweckt, den Ändern unserer jüdischen Kommunalschule dadurch den Lehrplan eng grenzte Ziel de« hebr. Unterricht« durch eine größere Zahl wöchentlicher Unterrichtsstunden zu erweitern und größere Leistungen in dieser überaus »oichtigrn DiSciplin zu erstreben. Die zur Bestteitung der Gehälter für die Lehrer erforderlichen Mittel werden durch Mitglieder-Beiträge. durch ein von den bemittelteren Eltern der Schüler erhobene« Schulgeld im Höchstbetragc von Mk. 1.50 monatlich und durch eine Subvention der hiesigen jüd. Gemeinde bestritten, die in anerkenncnSwerther Munifizeuz die Bestrebungen diese« Verein« unterstützt. Dem Unterricht liegt ein nach methodischen Grundsätzen auSgrarbritetrr Lehrplan zu Grunde, der als Ziel vorfchrribt: Geläufigkeit im Lesen sämmtlicher und Berständniß der wichtigsten Gebetstücke de» Siddur, genaue Kenntniß der Gebetordnung, übersichtliche Kenntniß der hebr. Grammatik

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