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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 46. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 46.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Bfünbiflt. «eil er während dieser Zeit kränklich wurde, und Er einzige Gnade, die ihm von Seiten der Vertretung wird. E daß er noch ein Jahr mit der Bedingung behalten wird. Ej n rinnt Vertrag unterschreiben muß. nach Ablauf eine» E>t)K» nicht mehr um Prolongation einzukommen. unbe- Mmmrrt. ob er bi« dahin eine andere Stelle bekommen oder nicht. En «„derer wird nach neunjähriger Wirksamkeit entlassen. Etl er den einen Vorzug, dessen die meisten Beamten kleinerer Eineinde» sich erfreuen, genießt, mit mehr Kindern, al« seine Eemeindemitglirder. gesegnet zu sein. Einem Dritten wird Mkündigt, weil er sich unterfangen, seinem Vorsteher, der ihn Ehrend de« Gottesdienste» forttvährend chicanirte. in höflichster Mene zu bitten, ihm nach dem Gotte-dimste seine Vor- E>iu»gen zu machen, da doch der Tempel nicht der Platz zu Wniilichen Aueeindcrsrtzunge» sei. Diese Bespiele sind nicht «ttnlde meiner Phantasie, sonder Thatsachen au» der aller- Ucucile» Zeit, und erlaube ich mir deshalb nochmal», die Aus- Ernffainfcit de» Gemeindebunde« auf diese traurigen Ver- Eüiimn'c zu lenken, möge er diese in Erwägung ziehen, bevor Wir Zustände bekommen, deren Folgen gar nicht abzusehen sind. I Sarasohn. I Unser gesch. Eorrespondent, einer der tüchtigsten und be» Ldürtiüat Eultusbeamten, berühn im Vorstehenden einen Wunden Punkt, den wir längst schon einmal bloSlegen KpiUtm. — Wie arg oft dem jüd. Lehrer von Gemeindeloiiglitdertt und Vorstehern mitgejpielt wird, darüber könnten Lir wöchentlich lange Klagebriefe von unseren viclgeplagten Wchrern dringen. Dir polnischen und russischen CultuSbelumicn haben ein dicke» Fell, lasse» sich Alle» gefallen, ducken »ich. krachen und streicheln noch die Hand de» Peinigte»; ■aber fin deutscher, seminaristisch gebildeter Lehrer hat Ehr- Izeiühl. StandcSehre, der läßt sich von irgend einem Am iHaarez in der Gemeinde (oder am grünen Tisch) nicht schnöde Idchandeln und anschnauzrn, er sucht sein gute» Recht zu be» Iduuplk», und wa» ist dann gewöhnlich die Folge, er wird Im Märtyrer seine« Amte»; man kündigt ihm nicht nur. Iinn man verleumdet ihn auch noch bei den Behörden, verlivlzt ihn bei anderen Bewcrbunge». Ein solcher Fall ist lim« jüngst .Vom Rheine" zUr Ken nt» iß gekommen, wo ein Iliehrer, iveil er beim ersten Besuch in der Gemeinde bei dem leinen jüd. Wirth einkehrte, den andern zum Feinde erhielt. der nach vielen Ehicanen und hinterlistige» Verfolt»»gen. endlich als Vorsteher die Kündigung de» sehr tüchuzni Lehrers durchsetzte. Daß e« in derartigen traurigen Kille» Pflicht der Rabbiner ist. einen solchen unverschuldet nellnilo» gewordene» Brainlen bei Vakanzen i» der Gemeinde »»glichsi zu protegiren, liegt auf der Hand; dennoch sind sich viele sogen. .Frumme", dieser Ehrenpflicht nicht bewußt, i>»d gebe» lieber einem Krummen" hergelaufenen Snbjrct dm Vorzug vor einem pädagogisch geschulten Lehrer. Daß der anzusammelnde Fond« auch solchen stellenlos Gewordenen ieme Beihilfe bi« zu einer neuen Anstellung zu gc>vährrn daden wird, steht ivohl außer Frage. Der Gemeindebund »ußte u nau«gesetzt bei den Vorstehern der Bundrsgemcinden ui definitive Anstellung der Eultusdeainten — »ach voran- >ega»grnrr 2—3 jähriger Probezeit — hindrängen, d a i>« der Hebel zur Hebung de» jüd. Bramte»sta»dr« anzulegen, von dem de» wie ei» drückender Alp auf ihm lastende Straswort: 81*751 -prt 1TTI .Deine Existenz wird Dir immer i» der Luft schweben" genommen werden muß, wenn er ieme« Leben« und Amte» froh werden soll. Redaktion. S A.. Zu» der Aasset Zu dem „Mahnrufe' de« Herrn Or. Weinstein. In erfreulicher Weise Eehrrn sich die Bestrebungen, welche auf eine Besserung der *d«e indischer EultuSbeamten hinzielen. Rur ist r« zu bedouern, daß dieselben immer nur von Einzelnen*) ausgehen "nd venretni werden, wa« einen Erfolg wesentlich erschwert. ** fehlt eben a» einer Gemeinschaft, welche da« Gesammtntteresse wahrnimmt und thatkräftig zum Ausdruck dringt. *) Anregende Idee» fi,w immer von Einzeln«» antgegangen. (Red.) Deshalb kann der erste Schritt zur Hebung unserer Ber» hältnisse nur in der verbindung Aller zu diesem Zwecke bestehen. Vielleicht ist der Mahnruf de» Herrn W. geeignet, eine solche anzubahnen. I» diesem Sinne, und soweit e» da« Princip betrifft, kann man demselben freudig zustimmen. — Ander« verlfillt e» sich jedoch l»rzttglich der Mittel, ivelche Herr Or. W. zur Ausführung seine« Vorschläge« angicbt. Einmal glaube ich nicht, daß in der angcdeuteten Weise — selbst wenn man sich ein lange« Ziel dazu setze» wollte — ein irgendwie genügende« Kapital beschafft werde» kann; ziveiten« müßte ich folgender Ausführung cntgegcnireten: .Wenn die Kultusbeamten. besonder« ,die Lehrer, ihren Einfluß geltend mache», so gewinnen sie an der Jugend die besten Sammelkräfte. Angenommen, wir könnten lv.vüv jüdische Kinder für diese hohe Idee gewinnen rc. . . ." Wie man e» anzufangen hat, um seine jüdischen Schüler für diese hohe Idee zu gewinnen, weiß ich nicht, ich weiß aber, daß das Ansehen de« jüdischen Lehrer« bei solchen Versuchen nicht gewinnen wird. Wenn man den Kindern sagen ivollte, daß durch die zu sammelnden Eigarrenabsälle, Metallhülsen u. s. f. die alten Lehrer ernährt, resp. unterstützt werden sollen, so wird ihnen damit eln »euer Scheingrund gegeben sein, den jüdische» Lehrer geringer zu achten. (?) Und sollte e» dem Lehrer anfänglich auch gelingen, den Schüler von dieser Auffassung fern zu halten, in den meisten Fällen wird die liebe Familie dafür sorgen, daß sie zum Durchbruch kommt. — Aber noch rin ähnliche« pädagogisches Bedenken waltet gegen de» Vorschlag de« Herrn W. ob. Da« Kind, da« »für den Lehrer" sammelt, wird sich bald denselben für verpflichtet erachten. Welche Unzulässigkeiten au« solchen Verhältnissen entspringen, da« zu canstatiren, überlasse ich dein wirklichen Pädagogen. Au« den angeführte» Gründe» gelange ich zu folgendem Resultate. Man ntag immerhin dent Beispiele der Rrichsfechtschule folgen (ich erwähnte schon, daß ich mir davon nicht viel versprechen) nur muß man im Allgemeinen — nulla regul a sine exceptione — die Schüler dabei aus dem Spiele lassen. E« i>« ei» Unterschied, ob man die Mitwirkung derselben sür irgend eine» guten Zweck oder gleichsam für sich selbst in Anspruch nimmt. — Wie sich der Vorschlag de« Herrn Or. W. dann verwirklichen lassen soll, weiß ich nicht, das ist auch Sache seine« Eifinder«. doch inöchte ich zu demselben einige Ergänzungen, beziehungsweise Modifikationen in Vorschlag bringen: Wir nehmen u»S die staatlichen Lehrer-Wittwcn- und Waisenkassen zum Vorbild. — Jeder jüdische KultuSbeamte, welcher in seinem Alter und im Jnvalidltätsfalle Anspruch auf eine Pension haben will, zahlt ein Eintrittsgeld und einen entsprechende» Procentsatz seine« Gehalte« als jährlichen Beitrag. Der hierdurch entstehende Fond kann in verschiedenster Weise vermehrt iverde», beispielsweise durch den Gcivinn. der au« Vertrieb von Schulbüchern erzielt wird. lJch meine solch« Bücher, die von Seiten der VereinSaenosscn herauS» gegeben iverden.) Andere hierher gehörige Wege und Mittel müssen der Spceialdiscussion Vorbehalten bleiben.*) — Schließlich möchte ich noch an die Herren, sür welche die im obigen behandelte Frage iveitiger brennend ist — also an diejenigen, welchen durch irgendwelche Verhältnisse eine Pnision ohnedies ui Aussicht steht —> die Bitte richten, nicht der lauterbacher Gepflogenheit zu huldigen: Wa» mich nicht brennt, da« blas' ich nicht! Rur wenn Jeder mitwirkt, kann da« hohe Ziel erreicht iverden, den» .viele Wenig machen da« Viel". K. A«»der Ht«ßr. (Or.-Eorr.) Die in vorletzter Nummer d. Blatte« gebrachte Or.-Eorr. au« Dinslaken veranlaßt mich zu folgender Mittheilung. , Die Waisenhaus-Angelegenheit in Dinslaken verfolge ich nun schon seit Pfingsten d. I. — auf der Duisburger Lehrer» ’”•) Oir wären ,.B auch gern bereit, von jedem «bonncment auf unser via», da» durch die HH. Cuttutbeamten erworben wird, einen Procentsatz der Bereintkasse zufließen zu lassen. (Red.)

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