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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 42. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 42.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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— 821 — MHkk »och nirgend« entdeckt sein. Der Stadt Posen war MUrbehalten. diese Blüthe zu reifen. Wenn wir die ge- Kmic untersuchen, so brgegnen wir zunächst der M^en Reihe von Gabdoim, Schammossim. Ehasanim, denen K Falle eine» Reudaue« der .Kvwed" oder die Stellung Kaommen oder doch wenigsten« beeinträchtigt würde. Alle Manie» ja nicht .Gabbe" werden. Diese Herren waren also MH, Princip" dagegen. Ferner kämpfte» die Plebnerianer Ltn den Neubau. Der »unmelir verstorbene Plrssner, » 3.. ein Mann von grober Gelehrsamkeit und ungeheurem Kimi'chcm Wisse», pflegte in der neuen Schul zu predigen. Meine Anhänger besorgten, dab seine Thätigkeit i» der neuen Mymrgoqe eine Einschränkung erleide» könnte. Dazu kam Ihr nicht geringe Zahl derer, die grundsätzlich gegen alle« l$ruf sind. So ward der Tempelbau vereitelt. Eine grobe Ikumine Gelbe« — man spricht von ca. 70.000 Mark — »bku nun erforderlich, um die Reparatur zu bewirken und in Ihr Grabeslust der alte» Schul neue Lust HineirrzusüHrrn. |tir Stellen wurden rnvritert und ein »euer Eingang ge- Ischuffen. dazu eine Fayade hergestellt, dir in Bezug aus landitelionische Formlosigkeit wohl alle« bisher Dagrrvesenc In den Schatten stellt, man mub die« gesehen habeti, um e« laik w vergessen. Selbst weniger venvöhnte Juden werden Ihn Blick zu Boden richten, »venn sie zum Tempel schreiten. Illnd da« Schlimmste an der Sache ist. dag durch die »oth. I»mdige Erweiterung der Plätze und Herstellung neuer Ein- Ijüage enva einem Drittel der Mitglieder der «tuhl vor die I rtzur gesetzt ist. Fragt man, wo diese von der Onhodoxie Izevpserren Menschen beiderlei Geschlechts bleiben werden, so Idegrgnet man einem Zucken aller nur vorhandenen Achseln. iE» wird wohl Manchem au« tiesiter Seele gedrungen sei». Iter Ruf am Versühnungstage: O Herr, sieh uiiscre Zrr- IjpliNeruiig! I Stellt», I.Oct. (Or.Eon.) In der vorletzten Nummer der .jAichenschrisl" befand sich ein Inserat dahin lautend, dab t» ivlinschenSwerth iväre, die zu Rausch Haschonoh üblichen tzirululationSkarte» abzulösen. d. h. lieber dafür einen Betrag änem WohlihäligkeiiS-Jnstitut zukijmmen zu lassen und die Ramen der Geber zu verüsfrntliche». Der betreff. Einsender tat Recht; wenn man bedenkt, welche Unsummen jährlich I tasür auSgkgebe» werden, seinen nächsten Nachbar» womöglich eine Gratulation zu schicke», die gleich den übrigen emprangenen Karten doch nur verworfen werde», dann würde > r* iohuriid sein, drn für «arten, Porto rc. ausgegebenen Betiag nütziieher anzuwenden. Wie jedenfalls viele andere Städte so hat auch unsere Stadt genug Bereine, die den Betrag dankbar a nach men würden. Wir nennen in erster Reihe deu hiesigen .Beerdigung«- und WohlthätigkeitS-Verein", der so überau« segensreich wirkt. Für den Vorstand diese« Vereins wäre e« eine lohnende und ivürdige Ausgabe, diese Angelegenheit in die Hand zu nchmen und zu einem glücklichen Ende zu führen. Und wenn auch der Betrag, der sür diese Sache von dem Einzelnen eingeht. noch so winzig iil. die Mafle bringt e« doch und e« kann mit diesem Geld« gerade zu Rausch Haschonoh so manche Thräne gettocknet »nd so mancher Hungrige gespeist werde». Die Name» der 8eder könnten ja durch die jüdische» Blätter oder durch die Lrtsprrsse oder durch Eirculair oder — am billigsten — in dem Jahresbericht de« genannten Verein« veröffentlicht werden und *ir glauben. dab e« nicht zu unterschätzen ist. wenn der Vorstand auf neue Einnahme-Quellen sein Augenmerk richtet, «msonrchr, al« die eigenen Einnahmen de« Verein« schon sat einigen Jahren zur Befriedigung der gestellten Ansprüche nicht mehr au«reiche». Po« Khei», 7. Oktober. (Or.-Lorr.) E« ist rin wickliche« Verdienst der „J«r. Wochenschrift'', dab sie unter nüen jüdischen Blättern den Math hat, auf gewisse Schaden i> unserem eigenen Lager hinzuweisen und furcht- und schonung« die Wunden blo« zu legen, die uusern Gesammt- Arper schänden und un« nicht blo« in den Augen unserer Eigner, die wie die Schmribflirgen sich auf solche wunde Stellen setzen, sondern auch unserer Gönner verächtlich machen müffen. Wir zählen darunter da« litterarisch« Schmarotzerthum, die Rerlamensucht. die schriftstellernde Beutelschneiderei, sowie die,^obe«versicherung«gesellschaften aus Gegenseitigkeit'. Bei dieser Gelegenheit laste» Sie mich auf da» Singer'sche Buch: „Sollen die Juden Ehr,sten werden'?" zurückkommen. E« hat mich Wunder genommen, dab Sie i» Ihrem Litteratur» blatt keine Renceusio» diese« un» Juden so arg blo» stellen, den Schrift gebracht haben, dab nicht von der gesammten jüdischen Presse, von Radbinen jeder Richtung, von Bor ständen (besonder« vom Gemrindebunde) ent energischer Protest erhoben worden ist gegen die vom Herrn Singer >m Namen der Jude» darin abgegebenen fettgedruckten Erklärung (S. 35): .Kehre da« Ehristenthum zu de» Lehren Ehriili, Pauli und den ersten Evangkljsten zurück — und wir Juden nehme» alle da« Ehristenthum an!" — „und die grobe Judensrage wäre gelöst!" Ferner S. 30: .Wir gäben, wen» die« eine Noihwendigkeit de» Eompromisse« fei» sollte, den Sablxrth aus. wir höben die Sprisrgrsrtze auf. venvürsen de» Talmud al« unser Religio»«buch gänzlich; mit eincm Worte: Wir gingen al» religiöse Grnossenschasl unter und blieben nur al« nationale Gemeinschast bestehen. So gut r« deutsche, französische, chinesische und indische Ehristen gicbt, ebenso kan» e» jüdische Eh riste» geben." .Wenn« sein mub, meint Herr Singer, nehmen wir auch die Taufe al« die Art der Einführung in die Gemeinde Gotte« an." Ist'« ei» Wunder, wenn man von christlicher Seite der Schrift de»Herrn S. mit gewissem Wohlwollen »nd Liebüngeln entgegen' kommt 'S**) Mit dem Iudrnthnm hat doch ein solches Buch wohl nicht» mehr zu schaffen. Wie hat der Autor nur noch die Stirn, die Hilsc jüd. Vorrtände i» Anspruch zu nehmen, um die wohlwollenden Daiikschreiben bedeutender christlicher Perionen, denen er seine obige Schrift zugesandt hat. als neue Schr-fl (da« Exemplar sür 2 Mark) zu verbreiten'? Und e» finden sich jüdische Prediger, die dergleichen protegieren? Seit wann heiligt denn im Judeuthum der Zweck die Mittel'? L>ett»rre>ed»Ungarn Die Mittheilungen der i«r Alliance in Wien bringen den Bericht de« Herrn Dr. Friedlacnder über seine Reise durch unser Kronland. Er erklärt, dag die Thätigkeit der Alliacne sich »ach 3 Seite» hin zu richten habe. 1. Schule» zu errichten oder zu unterstützen; 2. Lehrer heranzubilden; 3. Junge Leute zu Handwerkern und Ackerbauern heranzubilden. Ad. I schildert Dr. F. den schrecklichen Zustand de« Ehedarim, der eine Abhilfe dringend erfordert. Doch unmöglich ist f», Schulen überall da zu errichte», wo die Majorität der Juden Ehassidinr sind und die Alliance keine Filialen hat — deshalb müssen zuerst die Gemeinde» in» Augen gesagt werde», die ihre Kinder unterrichtet wisse» wollen, jedoch die Mittel nicht erschwingen könne». Ihnen soll und ivill der Verein beistehen. Jedoch auch die Ehedanm sollen Bildungsmittel werde», indem man sie selbst hebt. Die Gemeinde» sollte die Melamdim verpflichten, dag sie die Kinder in geräumigen Schullokale» unterrichten und durch einen Lehrer einige Stunden täglich Prosanwissen lehre» lassen. In Lemberg hat Dr. F. mit 39 Melamdim verhandelt, die mehr al« l000 Schüler haben und Alle haben (natürlich in Erwanung von Subvenlionen) dem Vorschläge zugrstimmt, der einen groben Fortschritt herbeisühren dürste. Die ihm entgegenstehenden Schwierigkeiten sind auch gewaltige. Ein andeier und nicht geringerer Uebelftano ist da» Gegenstück der Ehedarim. daß so viele Knaben höhere Schulen besuchen ohne jeden Religionsunterricht. In 2 t a n i«l a u z. B-, einer Stadt, in der 17 000 Juden wohne», giebt e« keinen jüd. Religion»lehrer, und in Staria giebt» 400 jüd. Schüler, die nicht« von Gott erfahre». Die Alliance muß daher au.r. •) Derverf. schell» ln rlchilgerSelbsterkenntnis, daaBuch jüdischen IBUHtem nicht zur «ecenflon gesandt zu baden. —, Der ehrliche Delitzsch weist die« Anerbieten Aainen» vieler .Zehnlausendc von Juden" zurück. Wir «erden sein Unheil über S.'« DchrlsI gelegentlich bringen. tRed.)

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