Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 40-41.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 40-41.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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— 816 — SUfMSt. Unsere Gemeinde, welche sich der beiden EkfudK, die ihr Sir Mose» abgestottet hat, noch sehr gern nnncrt. wird auf Anordnung de» Tonsistorium« am 25. Okl. , der Synagoge den 100. Geburtstag diese» Patriarchen feiern. Zürich, 29. Septrmber. Die Delegirten de» schweizerischen Idinschu-verrin« beschlossen, da» rituelle Schächten sei Thierquälerei anzusehen und da» verbot bei allen myoide» anzustrrben. (Da» wird und kann nicht gelingen.) Montpeller. Rach der „Fainille de Jacobist Prof, to)fc, der die medicinische Abordnung nach Gigeau während Eholerazeit geleitet hat, von den Bürgern bei seiner Heimrhr mit Ovationen begrübt worden. Marach* (Marocco). Die Beraubung und Ermordung m 3 Juden in der Umgegend h^>. Niemand auch nur an- ,zeigen gewagt! Der spanische Eonsul erst hat die Behörden of ine Greuelthal aufmerksam gemacht. (Arch. i»r.) Hrford. Adolf Neubauer, Ünterbibliothekar der Bodlejana m zun> Lector der rabbinischen Litteratur an der hiesigen ll-ivcrsikät ernannt worden. Da» ist eine Stellung gleich da, welche Herr Derenbourg an der Eoole dea haute« »indes al» Lehrer de» nachdidlischen Hebräisch einnimmt! Pu«ü»ie». In Baila arbeitete ein Jude auf der Lttaßc. Da schrie ihn rin Rumäne an: Gieb mir mein llmd zurück, da« Du gestohlen hast, um e» zu morden. Sofort sammelte sich viel Bolk um den blaß und schlotternd daiiehenden Juden — schon fing man an auf ihn loSzuhaurn, da brachte ein anderer Rumäne den seinem Bater abhanden gekommenen Knaben! Au« Hlmustuie« berichtet .Jtvri-, dab nur in Jassy na Eomile, bestehend au» den Herren S. Tannenbaum, vr. Finkelsteiu. W. Wassermann und M Goldbaum, für di« diiagend gebotene Auswanderung der Armen wirke, während die Gemeinde Buckarest »och nicht» gethan hat. Au» und Katauo» (Podolirn) wird berichtet, daß dort die Behörden angewiesen seien, die Reise der Dorf» jeden zu den Feiertagen in die Stadt al« Verlegung de» Lohnsitze» zu betrachten und einen weiteren Aufenthalt im Dorfe nicht mehr zu gestatten.'(!!!) In August«»« (Suwalk) wird die Schaßchewra am 8. iheschwan, an Montrfiore » Geburtstag. ein Sijum auf de» ganzen babyl Talmud halten. Davon wollen sie Sir Rose» geziemeud Mitthelluna machen, und ihm zugleich Älück und lange« Leben wünsche». Bei dem Festmahl soll jede» Mitglied Sir Mose» einer, dkl soheberach machen. Aiattzstock. Bon hier au» rvird der Borschlag gemacht, der hierorts zur Ausführung gelangt, da« Montefiorr-Eentroarium am Simcha» Thora zu feiern. Dabei soll jeder j»r Thora Gerufene — und c» werden doch möglichst Alle ilisgerusrn — Sir Mose einen Mi scheberach machen lasten and die dabei genannte Spende für die Eoloaisation Palästina'» bestimmen. Zu demselben Zwecke haben die Baale Tsillo» (Vorderer) an den Jomim Roroim die ihnen gezollten Saläre bestimmt. (Un< scheinen alle diese Spielereien der hohe» Feier unwürdig! Red.) jB—i««. Da Einige die Geldsammlungeu an Erew 3omkippur für die Eolonisation al» »Raub der Armrn" verlästrrten, wurde der Borschlag gemacht, die Einrichtung de» diebengotteödienste« an dm Jomim Roroim zu Gunsten Palästina'» von Lmtm in« Werk setzen zu lastm, die kein deschästchm darau» machen. A»»sta»tt»«pek. Eine jüdische Sängergrsellschast, die «Haskeui wohnt, hat die Ehre gehabt. 3 Stunden vor Sultan jüdische Lieder zu singen, wofür Se. Majestät ihr 100 türkische Pfund überreichen ließ und seine Zufrieden» mit den Leistungen au»sprach. L«»Ka»ti,opet. Ein Eorr. de» ,Un. i»r.- klagt unter fc® b. September, daß man nicht» für die jüd. Gemeinde >wi Marmara gethan hat, in welcher alle i«r. Häuser und Synagogen abgebrannt sind! ssallsttuu Wäre e« nicht so traurig — e» wäre Schaft komisch! Da kaufen ein paar Familim au» Meserirsch (Polen) ein Ackergut von 2400 Duma», ein paar Stundm von Jafeth. Sie treffen guten Boden, pflanzen Tausmde von Bäumen (nach eigener Angabe 2000 Eßrogim, 1500 Oelbäume. Maulbeer-, Feigen-, Granaten-, Aepfel- und Eitronmbäume), sangen an Häuser zu bauen, Pumpen anzu« legm, da geht ihnen, nachdem sie eira '/, Jahr dort sind, da« Geld au» und — sie schicken Bettelbriefe au»! Da» ist nicht der Weg! Macht'» wie die Hunderttausmde. die America colonisirt haben, richtet Euch ein, vertheilt da« Geld, dir Arbeit u. j. w. nach Euren Kräften^ pflanzt, daß Ihr zu rffm habt — und wenn e» trocken Brod ist — und werdet au« eigmrr Kraft freie Menschen! Nalüstiu«. Die .Rebezin von Bri«kspukt schon wieder. Sie hat dem greisen Gabbai der MinSker Ehalaka (R. Jakob Krändel») die Kasten-Bücher re. stehlen lasten, worüber der alte Mann sich so entsetzte, daß er starb. — Auch sonst geschehen wieder Zeichen und Wunder, wie Chalukagelder ver» wand(el)t werden. IfcmWt». Die vom verewigten Baro» Menasse gegründete Schule, welche am 7. Januar er. eröffnet worden ist, zählt 130 Knaben al» Schüler. Die Töchter de» Stifterwachen mit besonderer Borlieb« über die Anstalt. — Der Khedive hat dem Verwalter der eonsularischen Agentur Nordamerika'», Herrn Alexander Dello Strologo und besten Bruder Karl. Sekretär diese« Eonsulat», den Offizier»grad de» Medjidie» ordm» verliehen. Der Letztgenannte ist Ehrmsekretär der ägyptischm israelitischen Gemeinde, die unter dem Protectorate de» Khedive steht. In Alchp« giebi» eine Synagoge (sagt Jew. Chronicle) die 3000 Menschen faßt und welche nach einer Inschrift 481 der Aera Seleucidarum d. i. 170 unserer Zeitrechnung erbaut wordm ist! Aat«»tcht. Da« Bankhau« Alatini hat in der Umgegend 600 Duma» Land für 4900 türkische Pfund gekauft und will noch circa 1000 Duma» für 5000 Pfund kaufen, um russische Juden dort anzusiedrln. stäkcutta. Am 11. September wurde dahier unter großen Eeremonien eine Synagoge eingeweiht. Dieselbe wurde auf Kosten de» Herrn Elia« Ezra zum Andenken an dessen verstorbenen Bater David Ezra erbaut, der namentlich für den Jugendunterricht in den jüdischen Gemeinden Außerordentliche» geleistet hatte. Algier. Ein antisemitische« Blatt hatte lobend c» al« eine Ausnahme bezeichnet, daß Herr Dayan, Dolmetsch und Blidah eine Farm bewirthschaftet. Dagegen berichtet „Solidaritä-, daß schon 1870 in der Provinz O r a n allein Juden 12 000 Hectar besaßen, die sie theil« allein, cheil« durch Pächter bewirthschaften. Herr Karubi ist Besitzer und Bewirthschafter einer Musterfarm von 1000 Hektaren, auf der er mehrere 100 Arbeiter stet« beschäftigt. Aber tvenn die Juden viel Land kauften, würde man schreien, sie wollten sich de» ganzen Boden« bemächtigen. (Da» genannte Blatt behauptet, daß die Regierung au Juden keine Ländereien vergiebt. E« wäre interrstant zu erfahren, ob auf französischcin Boden derartige Rumäniaden wirklich bestehen?) (Arch. i«r.) M«»te»e-r». Wie der „Eonstantinopler Telegraphberichtet, hat die Regierung die bulgarischen Juden zur Einwanderung aufgcfordert, um den Handel de«' Lande« zu erwecke». (Warum gehen denn nun nicht die Rumänin hin?) «tutge Aussprüche »*« vr. Zu«». ,An schlechten Gesetzen darf man nicht flicken, sie müsten verbrannt werden.- » * ,Der erste Schritt zur Freiheit ist der, daß man sie vermißt; der zweite, daß man sie sucht; der dritte, daß man sie findet.- Der heutigen R»»»er liegt bei: „Fawiiien-Blatt" Nr. *• — «!, „Litteratur>Blatt" Nr. 10-11, sowie „Dpeudeu-Verjeichuiß" Nr. ».