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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 40-41. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 40-41.
Article
Beilage zu Nᵒ 40-41.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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814 — Fehler geschrieben, oder ist der Brief in Ermangelung eine» Realschüler» der 4. -lasse falsch abgedruckt und nicht richtig corrigirt worden, weil eben keiner da war. der den Unterschied von yonr und hia die Bedeutung von the unb die Schreibart von and kannte? Wer kann» wissen. Der ob der groben Ehre vor Glück strahlende und geblendete Redacteur leitet den Brief mir folgenden Worten r»»: «Auch erhielten wir eine richtige Lösung von Sr. Excel lenz de» (?) Herrn Freiherr» von Seven-Dial», London, dessen 'lieben», würdige» Schreiben wir hierdurch zum Abdruck bringen" u. s. w. Doch da» Schönst« kommt noch: E» giebt gar keinen Baron gleiche» Namen« in London oder England; Sevendial« ist eine der verrufensten Gegenden London« und der Name de» Secretair» ist gleichen Ursprung«. Ach. Herr Dr., wa» nützt da alle Frömmigkeit, alle» Siudium de« Sohar? Warum haben Sie sich nicht lieber eine englische Lection geben lassen, ehe Sie sich von dem Postzeichc» zu solcher Blamage verleiten lieben. Davon wäre wohl Sevendial» und E. M. Ball (nicht Bael) nicht Ihrer keuschen Feder entwischt. So ein Heiliger — und solcheAu»drückei Rein, da» wäre doch dem -Esel de» R.Pincha» b.Jalc" nicht passirt, denn, wie der Talmud sagt, ist selbst da« Lieh der Fromme» vor «Reinfall' beschützt. jrrr ba n*»n rao rraan r* crp’TX bv jnbra itbk Die Sache ist unter den deutschen Juden London», di« noch für solch« Dinge Jnterrffe haben, bekannt geworden und wird viel belacht. Denn da» inögen Sie wissen: Man ist in London wohl zuweilen fromm, sehr fromm. Aber nicht orthodox im Sinn« de» Herr Dt. L., dafür ist man viel gu ernst, zu wahrhaft, zu praktisch und zu dem — man uctfj dort ganz genau, wa» Ernst und wa» — Humbug ist. Krrmischlr mtfe neueste Kachrichle». ZKckßdeßnrg. Die hohen Feiertage haben un« so oft da» Gebet um Leben zum Himmel emporsenden lassen, haben gar vielen EultuSbeamten die Sorge um die Versorgung der Ihrigen zur Zsit der Dienstunfähigkeit nahcgelegt. daß wir den'Hinweis auf die in der heutigen Nr. enthaltene An« kündigungder Lebens-Aussteuer- und Unfall-Versicherung». Gesellschaft «Victoria" in Berlin — die bekanntlich durch den Vertrag mit dem Deutsch-JSraelitischeu Gemrindebund und die Gewinnantheile für den PensionSfond der jüd. EultuSbeamten diesen befähigt, den Beamten der Bundesgemeinden besondere Vergünstigungen zu gewähren — für ganz besonder» «zeitgemäß" halten. Mögen die jüd. Beamten e» nicht verabsäumen, sich durch eine unter den günstigsten Bedingungen bei der «Victoria" vorzunehmend« Lebensversicherung eine Art Selbstpension zu verschaffen und mögen recht viele Israeliten, durch die bloße eigene Versicherung bei dieser Gesellschaft den Gewinnantheil de» PenswnSfond» für iSr. CultuSbeamte vermehren helfen. Wagdeßurß. Bezüglich der Statistik de» Besuche» höherer Schulen ist noch zu bemerken: Nicht allein die Zahl derer, welche höhere Schulen besuchen, sonder» auch die Dauer de» Besuche» ist bei der Zählung von Einfluß. Wer also die Schule bi» zum Abiturienteuexamen besucht, wird 3—4 Jahre länger gezählt, al» wie derjenige, der sie mit der Reife zum Einjährigen verläßt. Da aber in den 7Oer Jahren, den Juden manche ihnen früher verschlossene Earrieren eröffnet wurde», die Katholiken aber sich in Folge de» Culturkampfe» vielfach vom Studium der Theologie zurückzogen, so läßt sich die bedeutende Zunahme auf der einen und die bedeutende Abnahme auf der andern Seite cheilweise erklären. AerK«. Derjenige Theil de» „Deutschen Reichsanzeigers", in welchent die Konkurse veröffentlicht werden, bringt i» der neuesten Nummer eine au» Jerusalem datirte, vom dortigen kaiserlich deutschen Konsularaericht Unterzeichnete Bekanntmachung, durch welche der Konkurs über den Nachlaß de» verftortenen deutschen Reichs-Angehörigen, Buchhändler» Schapira, früher zu Jerusalem, (der sich in einem Hotel zu Rotterdam entleibt hat; er war zum Ehristenchum übergegangey verkündet wird. Schapira, ivelcher im Kreise der Alterthunw forscher schon seit Jahren bekannt und seiner Kenntniffe geschäht war. ist in der letzten Zeit in weiteren Kreisen buch eine angeblich von ihm aufgesundenc alte Handschrift ch. zelner Theile de» alten Testament», welche er verschiedene, Bibliotheken zum Preise von I Million Pfund Stcrliu (20 000 000 Mark) zum Kauie anbot, bekannt geworda. Diese Handschrift war aber, wie von Sachverständigen u» zweifelhaft erklärt wurde, eine großartige, sehr geschickt aut. geführte Fälschung; der Tod Schapira'» hat die Auflläcu^ darüber verhindert, ob er selbst die Fälschung begangen odec ob er da» Opfer eine» Betrüger» geworden ist. Merkt». Am zweften Tage Rosch haschono Hanoi mehrere junge Leute eine Wasserpartir unternommen; da« Boot schlug um, nur die drei jüdischen Jnsaffen ertraula. die andern wurden gerettet. 7** ftyti**, 25. September. Die politischen Bläitcr — darunter die Kölnische Zeitung — bringen die erfreulich, Mittheilung, daß Herr Rabbiner Dt. Wedel! in Düsseldorf zur kaiserlichen Tafel in Bemath zugezogen worden sei. K«r»»»ttz, 22. September. Da» hiesige Stadtver. ordneten-Eollegium hat vorige Woche auf einen Antroz unsere» Rabbiner» Herrn Baßfreund beschlossen, deiiseldo, von allen Tommunal-Abgaben zu befreien. A. Hreotze», 1. Oktober. Wie wir erfahren, ist Hm Dt. Ludwig Stein in Berlin zum Rabbiner der Synagogengemeinde Freiburg in Baden gewählt worden. J. M«ri«ße», 24. Septber. (Or.»Lorr.) Al» Ergänzung zur Mittheilung au» Hannover in Nr. 38 hätte ich noch hinzuzufügen, daß da» Generalkommando de» X. Armeekoc-t schon im vergangenen Jahre auf militairpflichtige jüdisch, Elementarlehrer, welche auch al» Borbeter zu fungiren hadoc Rücksicht genommen hat. So ivurde ich auf Verwende» M Herrn Landrabbiner» Dr. Guttmann nicht allein auf Rosch Haschono. sondern sogar auch aus Jom Kippur von da Garnison zur Ausübung meiner Bordeter-Function hiccha kommandirt und zwar ebenfalls «unbeschadet der Verpflichtung zur 6 wöchentlichen activeu Dienstzeit". Mest, 2V. September. In der vom Kaiser verlesene« Thronrede wird zum Schlüße die Mahnung ausgesprochen, da» mit den übrigen Staaten bestehende freundschaftliche Berhällniß zu benutzen, um innere Uebelstände zu hebe» und die zu Reibungen zwischen den Nationalitäten. Konfessionei und Gesellschaftsklassen führenden Aufreizungen zu beseitigen, damit Alle vereint zur Hebung de» Wöhle» und Ruhme« de» Vaterlandes Zusammenwirken könnten. Mrady Der (christl.) Maler Popiel, ein Schüler Matrjko'», hat ein großes Gemälde «die Fortführung noch Babylonien" vollendet, da» in Wien ansgestellt werden soll Dr. Roth (ein in London lebender Ungar) hot! auf dem wissenschaftlichen Congreffe einen Auffatz über de Ursachen der Blindheit u. s. w. gelesen, in rvelchem er diese bei armen Juden Amsterdam» häufige Krankheit dem un» reine» Mikwahwaffcr zuschreibt! (Wunder nimmt uni, daß Dr. R. — der doch wohl gar selbst Jude ist — nicht weiß, daß die Mädchen dort nicht baden!) Un. isr. Mari» Bicepräsident de» Tribunal» von Marseille K Herr Abram geworden. (Nunmehr zählt man 3 Juden i> dieser Stellung.) — Da» neue Bethau» der Talmudchcw» ist am 12. September eingrweiht worden. Mari». Dieser Tage ist eine unverhcirathete Schwester Adolf Eremirux'» in Maison Laffite nach jüdischem Rial beerdigt worden. Die Dame ist sehr alt geworden. — bekannter Diamantenhändler Namen» Eitroen. Holländer Mi Geburt, der al» sehr reich bekannt »var, hat sich durch ei« Sturz au» dem Fenster getödtet. Eine Geistesstörung I» die Thal verursacht haben. — Dr. Adolf Mayer, Ritter i«r Ehrenlegion, au» der Zeit der' Belagerung von Pari» i* gutem Andenken, ist gestorben. (Archi*&)

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