Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 40-41.
- Article
- Beilage zu Nᵒ 40-41.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Keikage zu Rr. äer „Israek. Moc^enscürist'. Si«e zeitgemLtze Anregung. Von 8. A. in *'.*) BorauSsjchtlich tvrrbru sich bald Vertreter de« iSrael. Lebrerstande« au» ganz Deutschland in Berlin zusammen, find«,, um den ersten und wichtigsten Schritt zur Reform «,,'cre» Rcligion-unterrichte« zu thun, oder richtiger, um die Basis für denselben festzustelle» — den Rormalpla ». 9tod) existiN keine eigentliche Methodik für sämmtliche Disziplinen unserer religiösen Unterweisung. Dir ainvesenden Pädagogen werden sich da» nicht verhehlen dürfen und wollen und in dieser Erkenntlich werde» sie gewiß mit tiefstem Ernste und größter Arbeit«frr»digkr>t an die ihrer harrenden Ans» «ade Herangehen und sie lösen. Aber wenn damit auch da» Fundament gelegt sei» wird, wieviel und wa« muß noch aethan werden, um ein solide» in jeder Beziehung den Anstrderungen der Gegenwart entsprechende» UnterrichtSgebäude ansjusührrn! Die Erschöpfung diese» Problem» kann nicht da» Werk einer hinsichtlich ihrer Zeit beschränkten Versammlung sein, dasselbe muß vielmehr — von Punkt zu Punkt entwickelt — ,«h den Gegenstand vieler gemeinsamer Berathungen dilden. Da« werden mir sicher alle Kollegen zugestehen. daß die Arbeiten der Konferenzen, welch« nur die Lehrer einer Provinz, oder gar eine» Regierungsbezirke» umfassen, nur eine lokale Bedeutung haben könne». — Hiermit habe ich in zw gen Zügen die ideale Aufgabe für Versammlungen deutsch- «roelitifcher Lehrer angedeutet; nicht minder verlangt die ivflnc**) materielle Lage de» Stande» ein einmülhige» Zu« sammenaehkn. Man möge mir hierbei nicht rinwenden, daß für unsere Juterrssen al« Lehrer der .allgemeine deutsche Lrhrerdund* genügend rinträte. Wenige iSrarlittsche Lehrer sviklleicht nur diejenigen de» Regierungsbezirke» Kassel, der Provinzen Posen und Schlesien) dürsten diesem Bunde an» «hören; gehen doch seine Bestrebungen zur Verbesserung der Lage de» Lehrrrstande» von einer Stufe au», dir di« meisten israelitischen Lehrer noch erklimmen müssen. Roch ist da» 8rv» der israelitischen Lehrer ein Spirldall in der Hand der einzrlnm Gemeinden. Roch bekümmert sich der Staat mig oder gar nicht um die Ausbildung, Anstellung und sonstige Lage der jüdische» Lehrer. — Soll aber der iSraelilifchc Lehrerstand da» leisten» wa» Religion und Kultur von ihm zu fordern berechtigt sind, so müssen jene traurigen, überaus schädlichen Verhältnisse schwinden. Wir wollen der diesbezüglichen Bestrebungen de» deutsch-i«raelittschen demeiiidtbondes mit Dank Erwähnung thun. aber eingedenk der Worte de» doch so selbstlosen Hillcl»: «o «jv pv qk da» Beste von dem S e l b st cintreten für unsere Interessen erwarten. — Deshalb mögen die in Berlin zusammrntretrnden Schul» Wärmer auch darüber berathen, wie sich eine Bereinigung sämmtlicher deutsch-israelitischer Lehrer Herstellen läßt: M gemeinsamen Förderung unserer hochwichtigen Arbeiten, aber auch zum festen Eintreten für unsere berechtigten und jengemä^n Forderungen.***) *) <k« sei hier bemerkt, bah Herr Dr. Rothschild-Alzey aus der «»riähngen llvnferrnz der iSrael. Lehrer de» Siegbez. Laffel diese Idee zurrst n klvrrgung brachte, aber dort keinen AnNang damit fand. Wohl deshalb, er von vornherein durch einige unbegründete Behauptungen ctnc V*<fK Annnositllt gegen sich hrrvorgerusen hatte. Wenigsten» vermag ch die sachlichen Grunde dagegen al» stichhaltig nicht anzuerkenncn, doch niu ich uiich hier aus eine Widerlegung dirselben nicht einlassen. **, Ich habe die Absicht — sali« c» die löbl. Redaktion gesMttet " «ich darüber nach Sichtung de« Material« in den Spalten M. VI. EEchrlicher zu verbreiten. (Wird willkommen sein! Sied.) ***) Ich zweifle nicht, daß gegen meine .zritgemUbe Anregung" Bedenken laut werden dürsten und «erd« event. daraus Bedacht «Wen. Gerichte und Correspoudenre«. Deutschland. Magdetzurg Wir erlnclte» vom Herrn Oberrabbiner vr. Adler in London da« Imchstehend geschriebene Circulär (in englischer Sprache): .London, im September 5844. Mein geehrter Herr! . Sie werden sicherlich mlt mir darin einverstanden sein, daß wir bei Gelegenheit de» heran,,ahenden hundertsten GeburtStage» von Sir Mv>e» Montrfiore dem allmächtigen Gott den Ausdruck unsere» Danke» dardringen dafür, daß Er unser» geehrte» Äl^ubeiirbruder, der so viele» Gute für da» Judenthum und die Humanität geleistet hat, rin so hohe» Alter bei vollkommener ÄristrSstischc hat erreichen lassen. Ich möchte Sie daher crsucheu, die dazu erforderlich«, Anordnungen zu treffen, daß am Sonntag, den 26. Oktober, zwischen Minchah und Maarib, also am Vorabend de» achten Eheschwau, — es ist die» der Tag, an welchem Sir Mose« Montefiore s. G. w. sein hundertste» Lebensjahr vollendet haben wird — rin besonderer Bitt- und Dankgottesdienst in ihren Synagogen abgehalten werde. Ich lege zu diesem Zwecke ein Programm für eine» solchen GotteSdirnst bei. Mit den herzlichsten S"N"1"2 Wünschen für da» hrrannahende Neujahrsfest verbleibe ich Ihr ganz ergebener Dr. N. Adler.* Wir thrilrn da» Programm hier mlt: 1. Minchah-Gcbet. 2. Psalm 100. 3. Psalm IS. 4. Vom Vorsänger vorzutragende Verse (au» den Psalmen). 5. Festprcdigt. 6. Ein hebr. Gebet (von« Rabbiner oder Vorsänger zu sprechen. Wir werden dasselbe in der nächsten Rr. mit Uebersetzung bringen.) 7. Da» Maariw-Gebet. 8. Da» Hallrlujah (Ps. 150). (Möge dieser Aufforderung in allen Gemeinden entsprochen ,verden, damit möglichst gleichzeitig auf. dem ganzen Erdrnrunde in Israel» Gotteshäusern dieser solenne Gottesdienst zu Ehren de» von allen Juden gleichsehr Bcrchrten VV — auf dessen Haupt Gotte» Gnade so sichtlich ruht — abgehaltcn werde Red.) <£**»««, 23. Aug. (Or.-Eorr.) Was kann einem orthodoxen Streber bei allem Glücke doch auch passiren, wenn einige .fesche Jungen»* au« Mainz, die zur Zeit hier in London sind und die von ihrem frommen Vater den orthodoxen Moniteur wöchentlich aufoctroirt erhalten, sorhanen Redacteur und zugleich Drucker einen Streich spielen, rrsp. sich einen .Jux* machen wollen. Da stehen in dem Papier auch orthodoxe Räthsel — sehr orthodoxe Räthsel infam hau«backrner Natur. Die Jungen kennen den Ehrgeiz und die Reuomage ihre» Landmano«, sie setzen sich in London an einem heißen SonntagS-Rachmittage a» einen — geheimen Ort und fabriciren zum Zeitvertreib ein Schreiben an den Redacteur. worin sie im Namen eine« Baron» von Seven- Dials und unterzeichnet von E. M. Bael als Privatsecrctair de» Räthsel« Lösung einsenden und dazu enien Brief, worin sie dem Herrn Redacteur allerhand Schmeichrlworte über sein geistreiche», wettberühmtes Blatt sagen, dir aber jeder, der einmal eine englische Grammatik i» den Händen hatte, alsbald al» da« Äannt, wa» sie sein sollen, al« — Ulk. Aber der Redacteur geht auf de» Leim. Er druckt in der Beilage zu Rr. SS de« .Israelit* 24. Juli 1884 da« — schmeichrlhafte Schreiben ab und zwar mit 7 dicken Fehlrrn, in noch nicht so vielen Zeilen haben die bösen Junge» diese