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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 40-41. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 40-41.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 810 — Man könnt« wohl denken, da» oll da» Gesagte, welche» noch sehr vermehrt werden könnte, doch einen weiteren Leser» krei» nicht interessire und hüch.ten« für die betreffende Gemeind« einigen Werth habe, indem vielleicht eine Anregung zu freudigerem Schaffen oder zu vermehrter Opserwilligkrit dadurck gegeben werde. E» will un» aber bedünkrn, daß es auch für den fernen Beobachter von hohem Interesse sein müsse, wie gerade die hiesige Gemeinde von nun an geführt werde, und ob sie unter der neuen Leitung da» werde, wa» wir alle so sehr wünschen, d. h. eine Gemeinde, in welcher unter den schwierigsten Berhältnissen da» religiöse Leben sich emporringt und Triumphe feiert. Roch ist Herr vr. Prager nicht von der Regierung bestätigt, man hört von dem Manne nur Gute» und Lobenswerthe»; aber gleichviel, ob Prager oder ein anderer Herr, tver un» zum ersehnte» Ziele führt, den werden wir zu ehren wissen. i. Hkr., 20. September. (Or.-Lorr.) In der vorigen Nummer Ihre» Blattes bemängelt ein hiesiger llorrespondent das Princip, n onach am Neujahr«- und Brrsühnungsfeste der Eintritt in die hiesige Haupt-Synagoge nur steuernden Mitgliedern, welche mit ihre» Beiträgen nicht im Rück st a n d e sind. gestattet ist. Da« veranlaßt mich zur nähere» statistischen Darlegung des Sachverhältnistes. Die hiesige Synagoge».Gemeinde zählt 1438 beitragende Mitglieder: dagegen hat die Synagoge nur 253 Männer» und 180 Frauen-Plätze. RichtSdrstoiveniger werde» für diesen beschränkten Raum 1200 Eintrittskarten für Männer und 800 für Frauen verausgabt, so daß also jeder Platz m»hr al» vierfach (?!) besetzt ist. Die Gemeinde richtet deshalb! für die hohen Festtage in einem der größten Säle hiesiger > Stadt einen Gottesdienst rin. bei welchem außer eigen» dazu! cngagirten Borbetern der erste ReligionSlehrcr der Gemeind« als Prediger fungirt und zu nxlchcm der Eintritt ohne jedes Entgelt frcisteht. Sollten nun nach der Meinung de« Lorrespondrntrn vielleicht diejenigen Mitglieder, tvelche die Kosten unseres Jahresbudgets (50 bi« 00 000 Marl) aufbriugen, nach der Rebrn-Shnagoge gewiesen werden, damit die Haupt.Synagoge von den Nichtzahlenden gefüllt werde?*) Was das »Parterre von Lommerzirnräthen* anlangt. so sei dagegen bemerkt, daß hier bereit» Jeder von einem Jahreseinkommen von 420 Mark ab, und hierzu gei hören Arbeiter, kleine Handwerker und Handelsleute, zu Beiträgen herangezogen wird, wie denn in der That von den 1438 beitragenden Mitgliedern nur 55 von einem Einkommen von über 10 000 Mark, 235 von einem Einkommen von 3 bi» 10 000 Mark und 1178 von einem Einkommen von unter 3000 Mark vcranlagt sind. Daß die Gemeindr-Eollegien e» tief beklagen, daß gerade an den drei hohen Festtagen der (Eintritt in die Haupt-Synagoge nicht srrigrgeben werden kann, ist selbstverständlich, aber den realen Verhältnissen muß eben Rechnung getragen werden. Im klebrigen freut «« mich, mittheilr» zu können, daß der Bau einer neuen Synagoge, zu welchem bereit» 300 000 Mk. an freiwilligen Beiträgen gezeichnet bezw. einaezahlt und deren Gesammtkosten auf 000 000 Mk. veranschlagt sind, nunmehr definitiv beschlossen worden ist, wir also der Hebung de» allgemein empfundenen Uebelstande» entgeaengehen. Au» (Preußen) bringt »Hameliz" eine Eorrrspondenz. welche di« russisch-jüdische Gemeinde in durchaus nicht hellen Farben malt. Sie ist in llhassidim und Misnagdim (Antichassidim) getheilt, die von einander nicht« wifien wollen, so daß jede Partei ihren Schächter hat und die Lhassidim zum Gehalte eine« Rabbiner» — der zeitige deutschrGemeinderabbiner genügt den Russen n i ch t I — so geht die Zersplitterung immer weiter - nicht beitraaen wollen. Auch für die Unterstützung der vielen russischen *) 9a« Halle der Herr Larrrspanden« in Ar. iw gar »ich« verlang«, sondern nur, das, man di«Annen nicht prlnetplell autilchlieM solle und nun gar noch auch di« ,Eieutr»milcks«andlgen" I Lin« Pression mit dem lempel will un» gar nicht gesallen. <»t«d.) Kranken, die hierher kommen, die Aerzte zu befragen, die Ehassidim nicht»; die armen Ehassidim ständen näher, behaupten sie. Rur in einem Stücke gleichen fit beide Theile. Beiden fehlt der Gemeinsinn — und hassen Bildung und Gebildete! Trotzdem lasten beide ihre Kinder dir deutschen Schulen besuchen. Dafür sind ,,| praktische Motive maßgebend. Da» Hebräische wird gar nfel gepflegt. Man will Kaufleute heranbilden, nicht Jude», nchl Menschen! Gläubig sein, heißt Ketzer rieche», nach Kleia^I keite» spioniren, um Dummheiten willen Streit und H,h,I erregen. Dir Roth de» Volkes und Rcligionsgenossci, rütnl sie nicht. Die Hetze» in Rußland, meint der Ehossid, treffe! nur die Misnagdim — und die verdienen'» nicht bester, ja fei die ist'» noch zu wenig, denn die Männer baden nicht,| der Mikwah und die grauen tragen nicht »rfe Haui«!| Und der Nichtchassid ist indifferent. Dazu tritt ei» üfcrJ triebenrr Hang zum Luxus, dem besonder» das lunblifel Geschlecht maßlos huldigt. Gott besser'-! I w. Aök». (Or -Eorr.) Sie haben vor Kurzem t«l Mannheim berichtet, wie Ausdauer im Guten au» Klein»! Große» werden lasten kann. Heute bin ich in der angriich«,! Lage. Ihnen au» unserer Gemeinde ein gleiche», rooim^l noch erfreulicheres Beispiel schildern zu können! Bor 0 Zahn,! begann die »Waisrnstistuiig* hier mit einem Kapital dn| zehn Mark und heute besitzt sic ei» fundirtes Vernaga! von 27075 Mark und an Paar 4057 Mark! Vom A»I 1882 bi» März 1884 sind an Geschenken (von 1 bis 200 Ml und Ertrag der Sammelbüchsen eingegangen 2301 Mk I 30 Pf. — 380 Mitglieder mit festen Beiträgen dm| 4—30 Mk. ermöglichen e», daß schon 3 Waisenkinder «fl Kosten deS BrreinS in Pflege gegeben worden sind! So ml Nicht« Etwa», aus vielen Etwas ein Große» herzuficilc,.! mit solcher Hartnäckigkeit allen Hinderniffen zu begegnen, det! ist nur Frauen möglich!*) Und wirklich sind Damen bei Mütter des Hierein«» — haben Dame» den Verein geplach! ins Leben gerufen und mit mütterlicher Sorgfalt ihn gepflctzl bis hierher — hoffen wir — auch weiter, bi« das Zell erreicht — bis kein Waisenkind inehr hier der Pflege ii| Erziehung entbehrt! An der Spitze dieser Dame» steht unfcu! verehrte Rabbinerin. Frau vr. Frank. Wer e» gcseh»! mit »velchem Jubel sie ein neue» Mitglied, mit welch»! Entzücken sie jede Spende begrüßt, der hat erfahren, ml warm ein edles Frauenherz sich für Edle» und Gutes kJ geistern kann! Möge Gott e» den edlen Fraucn lobaal durch die Freude, die er ihnen am Gedeihen ihre» Watt! schenkt! £ir|1mrid)>Iliiaani. Auf Anordnung de» hiesigen Vorstände» mapl der Gottesdienst am Neujahrsfeste au» TanitätSrückscchca I in allen Bethäusern schon um 11 Uhr Vormittag» beend«! werden. — Der Reupester israelitische Tempel war gestern dal Schauplatz einer lärmvollen Scene. Ein Tempeldiencr «d beim Anzünden der Kerzen ein Zündholz so unvorfichchl weggeworfen haben, daß e» an dem Vorhänge der Buudet-I lade haften blieb. Während de» Festgottesdienste«, um jchl Uhr Vormittag», loderte der kostbare Vorhang plötzlich »I Flammen auf. Da» Auditorium, durch den .Bombeil-Aobc»! streich* besonder« erschreckt, stürzte lärmeiid gegen den Wj gang und r» wäre gewiß ein große» Unglück geschehe», w»! nicht der Feuerwehr-Kommandant energisch eingeschrilten. dal brennenden Vorhang herabgeristen und da« Publikum fei ruhigt hätte. Die Furcht war übrigen» nicht unbegründ«! da &>« Hau« durchaus nicht feuersicher gebaut ist und »I dem hohen Festtage außergewöhnlich stark besucht war. West. Der mysteriöse Fund am Gitterthore de« >«[*»> tischen Tempel« in der Tabakgaste ist bereit« bezüglich f«j*l inneren Beschaffenheit enträthselt und die .Bombe" I»«*! *) Hier In Magdeburg haben wir persönllch w» 1* { di« Sammlung zum „Blttnxn- und «aisensand»" begannen: WJI besitz« jetzt »in «ermdgen van «» ■•« fff. und ha> bereit« t» >•**'1 an Unterstatzungen (für IW Waisen, 00 Wiiiwen) i>»«gegeben (Om

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