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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 38. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 38.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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— 294 — Katholik, sofort bereit, den betreffenden Schülern die nachträgliche Anfertigung der schriftlichen Arbeit am Sonntage zu gestatten, mit dem Hinzufügen: »daß Se. Erellenz der Herr Kultusminister keine GewiffenSbedrückung gestatt« und wenn e» sich auch nur um einen einzigen Schüler handelte". Bon diesem Geiste der Gerechtigkeit sind ausnahmslos alle Livil- und Militairbebörden de» Königreich» Bayern, dem vcn Allerhvchstrr Steve gegebenen Beispiel; folgend, beseelt. So ist auch der jüdische Religionsunterricht in sämmtlichen Elementar», Realschulen und Gymnasien ein obligatorischer Lehrgegenstand und der Fall, daß wie in manchen preußischen größeren Städten zahlreiche israelitische Schüler ohne jeden Religionsunterricht aufwachsen, ist hier vollkommm ausgeschlossen. In dem diesjährigen Jahres» berichte de» kgl. Wilbelmsgymnasium in München wird wie alljährlich über den Kirchendrsuch pnd dir kirchlichen Uebungrn der katholischen und protestantischen Schüler im Einzelnen berichtet und wörtlich hinzugefügt (S. 46): »Auch den Israeliten war die Erfüllung ihrer religiösen Pflichten, soweit e» da» Rabbinat für geböte nrrachtete, ermöglicht." —<NV Wl (."vn pS'ap jO(|imri4»ll «gar«. Mrii»», 4. September. Gestern Bormittag« trat im SitzungSsaale der k. k. Statthalterei die Versammlung der Delegirten der i»r. CultuSgemeinden Mähren» zusammen. De» Borsitz führte Herr Statthaltereirach Ruziczka. Al» Referent fungirte Herr Statthaltern - Eoncipist Baron Aichelburg Labia. Der Versammlungwurde auch der Lande»» Rabbiner-Stellvertreter Herr vr . B. Placzrk und zwei Delegirte de» mähr. jüd. LandeSmaffafonde» zugezogen. Der Borsitzende erinnerte daran, daß da» Unterrichtsministerium die Neuconstituirung der Eulw^cmeindrn und ihre Trennung von den bisherigen politischen Gnneindrn angeordnet habe. Damit dies geschehen könne, müfie dafür gesorgt werden, daß jeder künftig al» selbstständig zu ronstituirenden Gemeinde ein entsprechende» Gebiet zugewiesen werde und daß auch die Statuten der Gemeinde grnchmigt werden, wa» bisher bei den mefften CultuSgemeinden nicht der Fall war. DcrseltE verliest hierauf den Mtnistrrial-Erlaß vom 6. Februar 1884, in welchem die jetzt bei den EultuSgemeinben bestehenden Uebelstände genau präcisirt erscheinen. Der Borsitzende betont weiter, daß die Statthaltern zur Aufgabe gestellt habe, jeder Gemeinde einen solchen GebirtSumfang zuzuweisen, wodurch allen möglichen Streitigkeiten bezüglich der Beiträge zu den EultuS-AuSlagen behoben werden. ES wurde hierbei zu Grunde gelegt die in der Kundmachung der Statthaltern vom 29. Oktober 1876 enthaltene: »Uebeitticht de» Umfange», bi» zu welchem die Gebine der israel. CultuSgemeinden in Mähren rücksichrlich der außerhalb dieser EultuSgemeinden lebenden Israeliten in Betreff der Eheanarlegenhnten ausgedehnt werden," beziehungsweift auch die Kundmachung vom 1. Oktober 1877. Herr vr. B. Placzet erörtert die Frage: »Welch« Umstände sollen maß» und ausschlaggebend sein bei der Zuweisung der einzelnen Gemeinden?" Er hebt hervor, daß die TultuSgemeinde die Befriedigung der religiösen Bedürfnisse der vom Staate geforderten Acte bieten und den Angehörigen den Gebrauch der EultuS-Anstalten ohne großen Zeit- und Geldverlust möglich machen müffm. Rur solche Gemeinden haben eine Existenzberechtigung. Bei Zusammenlegung kleinerer Gemeinden in eine BezirkSgrmeinde muffe man sich über di« dadurch hrrvorgeruftnen Veränderungen klar werden. Schließlich ermahnt Redner die anwesenden Vertreter im Interesse de« gedeihlichen Auffchwunge« der Gemeinden sc.oft Opfer zu bringen und auf manche Recht« freiwillig Verzicht zu leisten, da Ordnung, Gesetzlichkeit und Eintracht Güter seien, welche nicht zu theuer erkauft werden können. Hierauf schlägt der Vorsitzende vor. di« beiden Delegirten de» LandeSmassafonde». die Herrn D. Mandl und Jg. Wohlmuth. dann de>> Hern« Landrabbiner-Stellvertreter Herrn vr.B.Placzek und etwa noch Anwesend« zu Berifieatorrn de» Protokolle« zu ernennen. (Wird genehmigt.) (Schlug folg«.) & jtttt««. Unsere Stadt »vor jüngst der Schau eine» BerbrüderungSfrste» zwischen unseren Polen und Cz, um durch innige Verbindung ihre Kräfte gegen gemeinsamen Feind zu sammeln. Die» lenkte u» Blick auf die Verhältnisse in unserem Lager. Auch wir einen gemeinsamen Feind, der immer kMzuer sein Haupts hebt, und dennoch stehen sich bei un» allenthalben die Pan wie feindlich« Brüder einander gegenüber. Hier beha, momentan die Fortschrittspartei die Majorität in der Gcmn Vertretung. Darob Wuth und Verzweiflung unter Ehassidäern. Um ihr Müthchen zu kühlen, wußten f«| durchzusetzen. daß dem Vorstände da» Recht »ur Erd einer Schechitagebühr entzogen wurde. Dieser Rachcakl die Finanzlage unserer Gemeinde um so empfindlicher. , die Schechita bislang die Quelle der reichhaltigsten Euiki, der Gemeinde bildete, die durch keine dirrctr Steuer ar wogen «verden können. Die Folgen diese« Schlage« sü. vorderhand am stärksten die Grmeindebeamten und die i der Gemeinde erhaltenen wohsthätigen Anstalten, deren Zusck bedeutend reduzirt werden dürsten. Hoffen wir, Kämpfe den Uebergang bilden «verden zu einer besseren v um welche wir unsere Glaubensgenossen in Deutschland sch so lange beneiden. (Welch' bescheidener Wunsch. Red.) Frankreikd. Marl». Zum Neubau de« Tempel» in der Rue Bim« hatteHerrOsiri« Jffla 200,00VFrc». unter derBedmg hergegebeo, daß ihm eine Gedenstafel über dem Eingänge« zubringen gestattet «»erde. Abgesehen davon, daß der« eigentlich den Bau auf rigcne Kosten Herstellen wollte dann nur '/«desselben trug, hat er mehrere dahin nicht getwn Namen (u. A. Spinoza) anbringen wollen. Deshalb die Gedenktafel nicht gestattet — «vaS Herrn I. zu gerichtlichen Klage Veranlassung gab. Das Gericht hat gesprochen — der w OsiriS. «velcher nicht allein Spinoza sondern auch Miri^ (den bekannten Spekulanten) unter den »betrauerten Persoa verstand, die er auf einer Tafel im portugiesische» Ir genannt haben wollte, ist mit dieser komischen Ford abgcwiesen und die Auffassung der Gemeinde, daß dam» Verwandte de» Herrn O. gemeint waren, al« die berechn vom Gericht anerkannt worden. Dagegen ist die in Unrecht erklärt worden, daß sie auf die über dem £»| gange befindlichen Tafel die erste Inschrift, welche Herr» ' al» Erbauer der Synagoge preist, entfernt und durch andere ersetzt hat. «velche die Beihilst der dem pott. Angehörigen bekundet. Die erste Inschrift muß wieder I gestellt »verden. Die Kosten sind zu */» dem Herrn C, V, der Gemeinde auferlegt worden. »Archiv J»r." machen, da das Ehescheidung» in Kraft getreten ist. da» jüd. Publikum aufmerksam, daß d Civilscheidung allein nicht genügt, sondeim die rabbinijh oder religiöse vorangegangen sein muß. bevor eine neue (fjjj geschloffen »verden kann. Da» geschickt geleitete Blatt sich die Schilderung de» »Gct'geden» vor. In den Seebädern wimmelte e» von Juden, alvr Judenthum findet dort kaum eine Stätte. Havre hat« Gemeinde von ettva 6V Familien, aber die Synagegc i leer und für Fremde hält e« sehr schwer, Koschertosi zu b kommen. Jen seit eine» MerreSarme» liegen, Havre gegenüRV Trouville und Deanville — die besuchtesten SofbjteJ Die Pariser Juden heit ist dort vollzählig — aber keine jüdischen Leben« — nicht einmal die Möglichkeit, Go«ie«di»i zu halten. Nur in Dieppe giebt'S Koscheressen. Gotterdie»^ und-badende — Rabbiner. H>a1Sst1«a. Aer»fsk4« »Die Arbeit ist groß, die Arbeiter sind trü«£ Dieser Ausspruch der Weisen gilt dem Mißverhältniß zwMl dem Wohlthun, welche» die unglückseligen Berhältinssc RI Juden so mancher Länder erheischen, und dem Gohlthun. e« thatsächlich geübt wird! »Der Biffen sättigt nicht Löwen I" Die Juden in Palästina und den meisten orienlalis ^\r>

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