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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 37. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 37.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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— 285 — sicherlich wie bisher erfolgen, wenn die Eltern eben mit ■achdruck und Festigkeit ihre Sinder anweisen werden, ■tn keinen Umständen am Sonnabend an schriftlichen Arbeiten Kpl zu nehmen, selbst auf die Gefahr hin. daß sie dadurch M Kalbe» Jahr länger in einer Klasse bleiben. Religiöse Mesii-keit hat noch immer den Gegner imponirt und schlietzlich Mn, Lieg davon getragen. M La>»«»er, 8. Sept. (Or.-Corr.) Al» Tag der Ei». Mmnm'g zum Militärdienste ist ein für alle Mal innerhalb M» deutschen Reiche» der 20. September festgesetzt, welcher Mtanntlich in diesem Jahre auf den ersten NeujahrStag trifft. Mbwohl nun auf einen entsprechenden Antrag de» jüdischen Moldaten überall an unserem Feste soweit al» möglich vom Ministe dispensirt werden, so hat doch in Rücksicht darauf, Miß sich unter den Einberufenen auch jüdische Elementar- Mdrrr lxsinden, welche in ihren Gemeinden auch al» Borbeter Mngnr» und in dieser Eigenschaft an den hohen Festen »chwcr in ihrer Gemeinde zu entbehren sind, da» General- Mmmaudo de» X. Armeekorps auf ein durch einen Specialfall Mraiilaßte« Gesuch unsere» Landrabbiner» gleichzeitig mit der ErilKiliing de» Dispense» an den Feiertagen die Anordnung Mirosse». daß »diejenigen jüdischen Elementarlehrer, welche in »rn Gemeinde al» Borbeter angrstcllt sind, und behuf» Ab- Irntmig ihrer Militärpflicht zum 20. Sept. cr. rinberuftn »urdc», sich a u « n a h m « w e i s e in diesem Jahre erst am 22. Sept. Irüh zuin Dienste zu melden brauchen, unbeschadet ihrer Ber- Mlichtung zur Ü wöchentlicheu artiven Dienstzeit". E» dürste Entgegenkonlmen der Militärbehörde gewiß von manchen, IksoudcrS kleinen Gemeinden mit Freuden begrüßt werde», »eiche durch Einberufung ihre» Sultu»beamten sonst ge» »wuugen wären, die Sofien für einen von auSwärt» zu »ngagicrenden Hilfsvorbeter sich aufzuerlegrn. Für Jom kippur Iwr eine Ausnahme nicht zu ermöglichen. I Stettin, 8. Sept. (Or.-Eorr^) Am Mittwoch, den »l b. M. hatte unsere noch junge Loge »Allemannia" die Idodc Ehre, den greise», ehrwürdige» Delegaten Br. Leopold Issriedländer au« Nrw--)ork in ihrer Mitte zu be- Izr»s;e„. der. vom würdigen Präsidenten der deutschen Reich»- loge. Herrn Fenchel au» Berlin, geführt, unter den Slängen de« .\Mrmonium« den Saal betrat u»d, nachdem er von unserem würdigen Präsidenten, Herrn Saatfeld, herzlich begrüßt. der seiner und aller Brüder Freude ob der Au», zrichnung diese» hohen Besuche» Ausdruck verlieh, an seiner Leite Platz nahm. Mit großem Jntercsie folgte er den Berdandlungen und erbat sich dann da» Wort zu einer längeren Xede, in welcher er die Entstehung de» Orden» B. B. in Xcw Port. dem er bereit» 30 Jahre angehüre, schilderte und die erhabenen Ziele derselben entwickelte. E» dürfte den Kabinen eine» Referat» übersteige», wollte ich ausführlich über die großartigen Erfolge diese» über ganz Amerika au», gebreiteten Orden» berichten, wie wir sie au» dem Munde dieses ehrwürdigen Delegaten gehört haben; in aller Sürze kan» ich balKT nur versichern, daß alle Brüder unser .Allemannia" stehend und voller Andacht de» Worten de» um den Orden so verdienstvollen Bruder» gelauscht und von dem AuSspruche unserer alten Weisen durchdrungen waren: .Israel ist nicht verwaist;' denn zu allen Zeiten der tausendjährige» Leidensgeschichte unsere» Bolke» hat e» immer Männer gegeben, welche mit Hintenansetzung ihrer eigenen Jntcreffen für da» vohl der Gesammthcit ihre Sräfte eingesetzt haben, denen da» Judenthum sein Bestehen verdankt, und trotzdem e» da» .kleinste unter allen Böllern" — wie die Schrift sagt — dennoch mächtige, in der Weltgeschichte hochberühmte Böller überdauerte und mit Gotte» Hilfe auch fernerhin den Stürmen aller Zeiten trotzen wird. Auch der würdige Präsident der brutschen Reich»loge, Herr Fenchel, desien rastloser Thätigkeit zu danken ist, daß dem Orden B. B. auch in Deutschland ttnc Heimstätte geschaffen wurde, ergriff da» Wort, und bevuhtcte über die Entstehung der Loge in Berlin, er schilderte b>e Schwierigkeiten mit denen er zu kämpfen hatte, bevor e» chm gelang, da» Jntercsie für die heilige Sache de» Orden» wach zu rufen und habe jetzt G. s. D. die Genugthuung, in Berlin zwei Logen mit mehreren hundert Brüdern, außer den bereit» in mehreren anderen Städten Deutschland» gegründeten Logen bestehen zu sehen. Endlich nahm auch der würdige Bruder, Herr Or. Bogelstein, Veranlassung über die Anfänge unserer Allemannia zu besuchten. Mit Stolz, sagte er, können wir auf die gedeihliche Entwickelung unserer noch jungen Loge blicke», die in unserer Gemeinde einen so fruchtbaren Bode» gefunden. — Nachdem unser würdige Präsident den ehrwürdigen Delegaten im Namen aller Brüder den wärmsten Dank für seinen un» gewährten Besuch au»gedrückt,' dankte auch dieser für die ihm gewordene fteundlich« Aufnahme, und versicherte, daß er mit voller Befriedigung von un» scheide und in New-flork an geeigneter Stelle über unsere .Allemannia", von der er die besten Eindrücke mitgenommen, Bericht erstatten werde. Ein heitere» Beisammensein sämmtlicher Brüder bi» zwei Uhr Stacht», wobei e» an Toasten und Liedern nicht fchlte. bewie» dem würdigen Delegaten von jenseits de» Ocean», der, im 72. Lebensahre stehend, die großen Beschwerden einer so anstrengenden Seereise nicht scheute, um seinen Brüdern in Europa sich zu nähern, dag diese solche Verdienste zu schätzen wissen. Möge da» edle Beispiel diese» ehrwürdigen, greisen Bruder» auch un« ansporncn, all' unsere Kraft daran zu sehen, wenn e» gilt die Jnteresien unsere« Orden» zu fördern, eine« Orden». in dem der Bruder den Bruder wieder findet und trotz der Berkennung draußen im Leben, dennoch nur da» eine höhere Ziel, die Bcrsittlichung der Menschen, Bruderliebe und Eintracht erstreben hilft. Krfnrt. (Or.-Corr.) Am Donnerstag, den 4. Septbr. 1884 (14. Ellul 5644) fand die feierliche Einiveihung der hies. neuen Synagoge statt, die in den Jahren 1882—1884 »ach den» Plane de» Architekten Sutznizkyau» Frankfurt a. M. erbaut tvurde. Da» prachtvolle Gebäude, da» mit seiner Hauptfront nach dem Sarthäuser»Ufer zu gelegen ist, macht durch seine einfach« Pracht, durch seinen allen Anforderungen der Neuzeit entsprrckendrn Glanz und durch da» Fehlen jeder da» Auge störenden Ueberladung einen würdevollen, erhebenden Eindruck. Neben der geräumigen Hauptsynagoge enthält da» Gebäude eine kleine Wochensynagoge, die Ankleidezimmer für die EultuSbcamten, einen Sitzungssaal, die Wohnung de» Kastellan» und da» mit allem Comfort eingerichtete Ritualbad. Die Einweihungsfeier verlief genau nach dem vocher au-gegebenen Programm, da» in seinen einzelnen .Theilen zumeist mit den bei EinweihungSfrierlichkeiten üblichen Programmen über» einstiinmt. Eine kurze Abschied-feirr vereinte zuvor die Ge» meindemitglieder in der seit dem 10. Juni 1840 benutzten alten Synagoge: dort sprach Herr Rabbiner Or Krön er nach dem vollendeten Minchah» Gebet einige.tiefempfundene Abschiedsworte nach Ps. 84, 7 u. 8. Präci» 4 Uhr fand der Einzug in die neue Synagoge statt, an welchem sich viele Ehrengäste betheiligten, darunter der Regierungspräsident Herr von Brauchitsch, der Herr Oberbürgermeister Geh. RrgierungSrath Breslau, Stadtrath Schulze. Stadtverordnetenvorfteher Stürke mit einer aus 8 Mitgliedern bestehenden Deputation der Stadtverordnete», Oberpostdircctor Ritschmann, der Sgl. Bibliothekar Professor Or. Weißen» born, die Direktoren der höheren Schulen, Rabbiner Or. Gold sch midt au» Leipzig, Rabbiner Or. Caro au» Pilsen, der während seiner AmtSthätigkeit de» Bau einer neuen Synagoge angeregt hatte, Rabbiner Fackenheim au» Mühlhausen und viele andere. In der üblichen Weise wurde der Schlüsiel zum Hauptpurtal mit pasienden Ansprachen von dem Bauleiter, dem um den Bau hochverdienten Vorsitzenden der Baukommission. Herrn Stadtverordneten H. Win de» heim übergeben, von diesem dem ersten Vorstcher der hiesigen Svnagogengcmeind:, Herm HandelSschuldircctor Or. Wahl, der seinerseits wieder den Schlüsiel dem Herrn Regierungspräsidenten von Brauchitsch übeneichte. Dieser händigte den Schlüsiel dem Rabbiner der Gemeinde Or. Sroner ein; indem er sich an ihn, al» den Führer und Lehrer der Gemeinde, wandte und die Gemeinde

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