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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 36. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 36.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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— 277 — $UteslB*f o.d. Litt«» 14. August. Auf de« Artikel Ho„ der Nordseeküste" in Nr. 32 der ,J«r. Wochen« Htnst". die Ehanukah-Schulfeier betreffend, möchte ich für iqi our erwidern, daß gewiß der Werth und der Segen naer Ehanukah-Ichulfeier nicht erst nachgewiesen zu werden tarnet)', aber die Feier ist noch so neu und so wenig eingeführt, man wohl noch lange dafür plaidirm muß. (ich habe Mr mehr al» zehn Jahren schon in jüdischen Zeitschriften taic Angelegenheit anzuregen versucht), wenn man eine möglichst allgemeine erzielen will. Ein Austausch der Ansichten und Erfahrungen klären wohl stet» eine Frage, mciin inan derselbe» eine Bedeutung zuerkennt; allein ich hiiie er. trotz deS Interesses, da« dir .Wochenschrift" für diese, wie für alle Schulangrlegenheiten an den Tag legt, für zivrckdiknlicher, ivcnn mein Referat, seiner ursprünglichen Prilimmuiig treu, zuerst einer Lehrrrversammlung unter» bmiet ivird; eine Debatte darüber wird leichter zum Ziele führen, wie Zeitung».,rtikel. E» ist sehr erfreulich. daß der Ziadl'iiierverband diesen Gegenstand in seinen Arbeitsplan ,uige»oi»mrn. denn d»,S ist ja schon ein Beweis, daß diese Frage überall a» Interesse gewonnen hat. Ich möchte jevoch Ein» hier betonen: die angeregte Ehanukahfrirr soll vor Allem und in erster Linie eine Schulfeier sein. Auder schule für dir Schule und für da« Leben, da« ist da« Losungswort. und somit dürfte e» zunächst Sache de« Lehrer» sein, sich damit zu befassen; er hat die Feier zu leiten, die Üiiider zu schulen, die Borträge und Gesänge rinzuüben rc. tc. 3l't der Rabbiner de« One« zugleich Lehrer, daun hat er in doppelter Weise da« Recht und die Pflicht, mit aller Lraft und Liebe mitzuwirke» an dieser schönen Schulfeier, aber in engst.» Gemeinschaft mit dem betreffenden zweiten Lehrer. Allein im großen Ganze» girbt e« jedenfalls einen bedeutend größeren Prozentsatz israelitischer Schulen mit nur n...m Lehrer, von dem dann doch allein dir Feier eingeführt und lusgcfiihn werden niuß. Eine andere Frage aber ist »ut-Recht die: Ist genügender Stoff zu Vorträge» für die Linder vorhanden, um dieser Feier stet» die belebende und interessante Wirkung zu verschaffen? — Ich Hab» in meiner Ge- «mide seit zehn Jahren diese Feier ringeführt. und da« Interesse der Gemeinde ist nicht nur unverändert daffelbe Mieden, sondern hat sich von Jahr zu Jahr so gesteigert, baß ich wohl sagen kann, die Lhonukah-Schulfeier ist für u«irr» «Gemeinde ei» Weiheaft de« ganzen Ehanukah-Feste« gnuorden. Betheiligen sich ja naturgemäß die Eltern gern an einer derartigen Schulfeier. die auf religiösem Grund »ufgelmut ist, und bei der die betreffenden Linder in erster Linie zur Freude der Eltern mitzuwirten haben. Die Feier du einen hohen pädagogischen Werth und trägt ungemein zur Verbindung von Schule und Hau« bei. so daß dem Lehrer vielfach Gelegenheit geboten wird, den Samen de« ttzuten ,n dir Herzen der Eltern und der Linder zu streuen, >u heilerem Gnvande einer festlichen, kindlich-grmüthlichen Schulfeier belehrend zu wirken und auzurrgen. Ich habe «ich darum auch bemüht. Stoffe zu den Vorträgen zu sammeln, aber der Vorrath würde lange nicht auSrrichen, wenn man «cht auch anderen paffende» Borrathsstoff mit hinzuziehen «olltc. Darum vor allen die Mahnung an die Herren der Frdkr. im Dienste dieser zu bezweckenden Ehanukah-Schulsetrr llluic« zu schaffen. Borträge in Prosa und poetischer Form, to geeignet sind, zu belehren und zu unterhalten. Die Auf. »de ist jedoch schwerer, al« man vielleicht aunimmt, denn "r da« Lind ist ja bekanntlich da» Beste gut genug, und «s kindlichen Geiste und Gewände schreiben, daß e». gleich. Mg auch die Großen und Gebildeten anspricht und seinem entspricht, ist eine gar nicht so leichte Aufgabe: aber und Lieb« zeigen den reckten Weg und geben da« rechte «mt. und so man sich erst für die Sache erwärmt, werden «h auch berufene Männer finden, die den rechten Ton und «c rechte Form treffen: an Stoff ist ja auch unsere jüdische «schichte so reich, daß da wohl nimiuer Mangel erntreten kann. — Die« für heute; vielleicht'regen diese weiiigen Worte manchen an. seine Lraft und Zeit zu nutzen und fromme» unserer Lleineu zu stellen, die ja die Träger unser heiligen Religion fitfb und bleiben für alle Zeiten. C. (in Ostpreußen), 31. August. (Or.-Eorr.) Dienstag den 21. August fand hier die feierliche Einweihung de» neu erbauten jüdischen Gotte-Hause« statt. E« war rin Ereigniß für unsere Stadt, und die Spitzen der Behörde», eine große Anzahl unserer Mitbürger und viele Gäste waren zugegen. Im festliche» Zuge, an deffen Spitze Herr Rabbiner Or. Bamderger au- Lönig«berg und der hies. Cultu-beamte schritten, wurden die Gesrtzesrollen in den neuen Tempel hinaufgetragen. vor dem geschmückten Portale hielt der Zug an, begrüßt vom Gesänge eine« gemischte» Ehorr«. Rach einer kurzen, entsprechenden Anrede öffnete der Rabbiner mit dem ihm überreichten Schlüffe! die Pforte und der Zug betrat unter den ernsten Llängen eine« feierlichen Ehoral» die heilige» Räume, in denen unter üblichen Förmlichkeiten der Weil-eakt vollzogen wurde. Der ganze innere Bau de« Tempel« verbindet mit seinem erhebenden Zwecke eine volle Befriedigung de» Schönheitssinne« und ist rin unverkennbare« Zeugniß von dem frommen Sinne unserer Gemeinde, die bereitwillig große Opfer gebracht hat. um da« Haus de« Herrn in würdiger Weise au«zustatten. Zur Erhöhung der feierliche» Stiminung trugen die melodiereiche» (besänge, die der hiesige EultuSbeamte Herr Rosenthal mit einem au« Söhnen und Töchtern der hiesige» Gemrindemitglirder bestehende» Ehor ausführte, sehr viel bei. Den Höhepunkt der ganzen Feier bildete natürlich die Predigt des Herr» l)r. Bamderger. die sich eineallgemeinen Beifall» erfreute und ganz besonder» bei den zahlreich anivefenden Christen Auklang fand. Der Predigt schloß sich da« Gebet für Laiser und Baterland an, worauf von dem Ehor da« Hallelujah gesungen wurde. Nach Beendigung der Feier fand ein Diner statt, da« sich einer regen Bethriliauug zu erfreuen hatte. So verlief da« Fest nach jeder Hinsicht in ivürdevoller. ungetrübter Weise und gab von dem friedlichen Zusammen, leben unserer Bürgerschaft den erfreulichsten Beweis. N««o «. Nß» 29. August. Der Artikel .Pattensen" in Nr. 38 Ihre« geschätzten Blatte» zwingt mich, Sie um Aufnahme folgender Berichtigung dringend zu bitten. In dem> selben ist nämlich in einer Note nach einem Privatbxiefe berichtet, daß bei der jüiigste» Lehrerprüfung in Siegburg von acht . Seminaristen de« Lölner Srini»ars nur 2 bestanden haben. Die« verhält sich durchaus nicht so. vor mir liegt die Rr. 22 der in Aachen erscheinenden .Rheinisch-Westfalischrn Schulzeitung", welcher vo» Liegburg unternr 31. Jul, u. A. geschrieben wird: »E« unterzogen sich der Prüfung 22 Zöglinge de» Siegburger Semiirar« und 3 Externe. Die letzteren ivarrn Schüler de« israelitischen Privat-Lehrerseminars in Lül». Einem der Seminarzvglinge mußte da« Zeugniß der Befähigung zur provisorischen Anstellung versagt werben; von den Externen bcstanden 2." Ich darf wohl noch hinzufügen, daß die in unserer Gegend amtirrndrn und im Lölner Seminar vorgrbildeten Eollegen (ich selbst gehöre nicht zu diesen, sondern habe meine Au«, bildung i» Münster erhalten) sich, fast ohne Ausnahme, nicht nur der Achtung ihrer Gemeinden, sondern auch der Zufriedenheit ihrer Revisoren erfreue». L Eohen, Lehrer. M«, der N«rdsee»tste, 28. August. (Or.-Sorr^) Nicht ein L r i t f a d r n, deren wir genug besitzen, iit auf der Jahresversammlung der israelitischen Lehrer Hessen«, al« sehr »othwendig für den Seminaristen und angehenden Lehrer gefordert wordcm, sondern die Herausgabe eine« großen Handbuche« zum Gebrauch« jener bestehenden Leitfäden, welche« da« grsammtr Material enthält, da« beim systematischen Religioo«unterricht durchzuarbeiten ist. E« soll diese« Werk, wie e« dem Schreiber dieser Zeilen im Geiste vorschwebt, dem Religion«lehrrr nur Anleitung sein, ihm den durch» zunehmrnden Stoff bieten und auch zu seiner eigenen Fort» bildung dienen, aber nicht die nöthige Vorbereitung ersparen.

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