Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 35.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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— 289 — CBir Lehr» haben auch ganz besonderen Grund, dir t. Prager» mit Freuden zu begrüben.*) Verspricht schon Stellung. die genannter Herr Di» jetzt eingenommen, daß Pnständniß für unser« Wünsche haben wird, so sehen die rühmenden Berichte, die über ihn seiten» in unserer ovrnz angestrllt« Schüler de»srlben in kollegialen Kreisen geworden. nicht minder al» eine Büraschast an für die ndaurr de» guten Verhältnisse» zwischen Lehrer und lahbmrr. da» früher in Hessen traditionell gewesen, daß feit in den anderen Bezirken orthodoxe Rabbiner da» j„ die Hand bekommen, fast gänzlich geschwunden ist. , wenn auch im ehem. Kurfürstrnthum Lessen die Stellung j«r. Lehrer auf» beste geschätzt ist, so würde doch die unz de» Radbinate» durch einen sogen, .frommen' dl'inrr, der da» orthodoxe Kleeblatt vervollständigte, die Fütterung derselben bedeuten. Macht sich doch nruerding» den anderen Rabbinat»bezirken eine bedenkliche Reaktion ,n,d. Um den Lehrer gänzlich wieder in seine Gewalt dclommen. Mächte man sogar dir Elementarschulen in eligionSschulen verwandeln (bie tiefem sich doch auch mit g-ineru' besetzen, die ja in den seltensten Fällen Um Stande sind, ein Examen vor einer Commission zu bestehen,**) nicht au» .orthodoxen Gelehrten' zusammen gesetzt ist) b kann man dem preußischen Bolk»schull«hrer (da» sind ,r hier in Hesien. G. s. D.. durch die fonbestehenden hell, ulverordnungen von 1823 und 1834) nicht zu Leibe, so i, man doch den Vorsänger in Händen. Da« ist in Umriffen ein Bild der Lehrerverhältniffe, wie ie theil» bestehen, theil» vollständig herrinbrrchen würden, mi» nicht durch eine günstige Besetzung de» Landrabbinat» nun orthodoxen Gelüsten rin Ziel gesetzt würde. De»halb mim wir un» de« Siege» de» .guten Prinzip«»', freuen n», daß da» Prinzip durch die geeignete Persönlichkeit ver» mm werden soll!' Eeeße»ll«d«. (Or.-Corr.) Am 17. d. M. feierte der iocheher der hiesigen Shnagogengemeindc. Herr I. Thorner. cw 25 jährige« Amtljudiläum. Zu Ehrnt de» Jubilar» wr der Landradbiner Dr. Buchholz au» Emden nach hier jtfommrn und hirit am Sonnabend beim Morgengotte»dienst we Predigt, in welcher er die Verdienste de» Jubilar», die n sich durch sein treue». selbstlose» und uneigennützige» Birten um die Gemeinde erworben, gebührend hervorhob. Btt muffen e» un» versagen, über den Inhalt dieser grist. ollen Predigt, eingehend zu berichten, weil diese» über den Kahme» eine» Zeitungsartikel» weit hinausgehen würde, lur soviel wollen wir hcrvvrheben. daß dieselbe der ganzen sein eine Weih« verlieh, welche dieselbe vom Anfang bi« im Ende durchzog. Am Sonntag Morgen wurde dem Jubilar rin Ständchen von der hiesigen Artilleriecapelle ge» »cadjt. Um 10 Uhr begab sich da« Festcomitäe. begleit« von kännern. Frauen und Jungfrauen der Gemeinde, in die Sehnung de« Jubilar«, um demselben die ihm gewidmeten lihrengeschrnkr zu üderdringen. Diese bestanden in rinnt ilbrrnm Pokal mit Widmung, einem werthvollen Gebetmantel "»> Umschlag u. a. m. und wurden von den Jungfrauen uter entsprechenden Ansprachen überreicht. Im Ramen der Gemeinde hielt der zweite Vorsteher. Herr M. Weil von Bremerhaven, eine herzlich« Ansprache, während Herr Land» tabbiner Dr. Buchholz die Geschenke tn sinnig« Weis« deutete. Ion hier und au«wärt» waren dem Jubilar zahlreich« Glück» mwichschrriben zugegangen, darunter rin solche« de» Krri»- danptmann«. welcher drm Jubilar für seine treue und ge» mßmhasre Dienstf.' rung seine Au«krnnung au«sprach. Am '» Ate wir Mmt, wirb bet b« Regierung von gewisser «eite l^üdti. btr Vesttiigung — um geringer gvrmalien willen —zu »er» Heber ähnlich« siuchitos« SemÜhumt«n von ber Partei Dünner "» bezug aus Me regierungsseitig« Bestätigung des Dr. Ritter be- «»trt rtn Amsterbamer »Blatt. Di« Orchobvri« gleicht sich überall. . io haben jüngst van 8 Seminaristen ber unter dem Direktorat ** Dr. Pi-w bestchmben Minne «nftait, bi« in Siegbura bot Elementar» >chrerrz,u,kn machten, nur zwei beftanbrit, ü sieten burch. Da» ist boch Mchrrckenber Prarentsatzi Sonntag Nachmittag vereinigte rin gemeinsame» Festessen die Freund« de» Jubilar» in dem Logenhause in Bremerhaven. Ernste und heitere Tischreden wechselten in bunt« Reihe mit» rinand«. Den Toast auf den Kais« brachte H«r Land» rabbin« Dr. Buchdolz au«, auf den Jubilar Herr Vorsteher Weil, auf da« Festcomitä H«r Dr. Thorner (Sohn de« Jubilar») u. s. w. Rach dem Festessen fand von jungen Damen und Herren d« Gemeinde ein« in jeder Beziehung gelungene Tbeaterführung statt, an welche sich ein solenner Ball anschloß, deffen Ende von Aurora'» Glulhrvth« begrüßt wurde. Die schänr Fei« wird noch lanae allen Betheiligten in wohlthuender Erinnerung bleiben. Mage e» dem verehrten Jubilar vergännt sein, noch viele Jahre mit der göttlichen Hilfe für da» Wohl der Gemeind« segensreich zu wirken. Jl«* der yroi«| W«f«r, 24. August. Wiederum hat unserr Provinz einen ihr« tüchtigstm, edelsten Männer v«loren! Rach kurzem, schwerem Leiden verstarb am 20. d. M. in Ostrowo d« Rabbiner der dortigen Gemeinde, H«r Dr. Frei mann. D« Verstorbene war während 13 Jahre rin treu« Hirt und Seelsorger seiner Gemeindr. die seinen Heimgang auf da» Tieffte betrau«!. Sein reiche» Wissen, in«besonder» auf dem Gebiete de» Talmud», sein scharfsinnige» Erfassen derselben ward allgemein geschätzt, und wurde ihm deshalb nach dem Tode Frankel» die Direktorstelle de» Rabbinrrkeminar» in Breslau angetragen; über seine» reinen Charakter, seinen Wohlthätigkeit«sinn und brsond«» seine Friedensliebe herrschte stet« nur eine Stimme. Er hielt sich von dem fanatischen Treiben und der Ber» ketz«ung»sucht d« Orthodoxen f«n und lebte meist seinen Studien und seinem Amte. Die Reihen der bedeutenden Rabbiner in unser« Provinz lichten sich immer mehr und gar spärlich ist d« Nachwuchs. F.'» Andenken wird gesegnet bleiben! Jbi» Württemberg. Da« Stuttgarter „Reue Tageblatt' bericht«: Oberdorf bei Bopfingen, 21. August. Heute wurde hi« Bezirk»robbin« Oberdörfer im Alt« von 77 Jahren zur letzten Ruhe geleitet. In früheren Jahren Rabbin« in Ansbach, Wand«beck und Pinne wurde «, d« rin geboren« Bah« au» Wallenstein war. aus Bewnben in Württemb«g naturalisirt und 1861 al« Raboiner in Ob«» darf von der K. israelischen Oberkirchenbehärdr ernannt, « verwaltete sei» Amt bi» kurz vor seinem Tod« mit voll« GeisteSfrische. Al« Geistlich«, wie al« Privatmann war n durch seine sttrnge Rechtlichkeit und sein äußerst liebenswürdig«» Entgegenkommen gegen Jedennaun hoch geachtet und beliebt; die« bestätigte sich heute bei seinem Leichenbegängniß. Auß« den hiesigen Einwohnern mit den Ge» mrindecollegien. christlichen und israelitischen Mitglied«» d« Kirchenconvente, die evangelischen Geistlichen der Mutt«» gemeinde Bopfingen, sämmtlichen Lehr«n, Deputationen au» den Filialen Aushausen. Ellwangen. Larchheim und Pflaum» loch, erwiesen noch viele Traurrgäste dem Dahingrschiedenen dir letzte Ehre. Der hochwürdige Kirchenrath Rabbiner Dr. Wassermann au« Stuttgart war herbeigetominen und hielt die Grabrede, in welcher « die Verdienste de» Verblichenen hervorhob. Rach demselben ergriffen noch sei» TochtermannVorsängerKänig«berger au« Crailsheim und Lehr« Marx au» Oberdorf da» Wort und schilderten da« Familienleben de» Seligen und besonders seine freundliche Gesinnung gegen Lehr« und Schulen'. D« Vorgänger de« Radbin« Oberdorf« war d« selige Rabbiner Gabriel Adler, Brud« de» Dr. Nathan Adler, Äroßrabbiner« in London: « war im Amte von 1835 bi» 1860, Schwiegersohn de» Rabbiner» Pincha» Katzenellenbogen»Rieß«, eine« Oheim» Gabriel Rteßer». Da« Leben de» berühmten Gelehrten hat sein« Zeit Alexander Elsässer in d« Schrift: .Gabriel Adler, rin Lichtbild' beschrieben. Au» Oberdorf stammen die Rabbineu: Salomon Wassermann, starb al« Rabbiner in M«ge»theim. Vat« dr» Kirchenraths Dr. Wassermann in Stuttgart. Mose« Frankfurter, starb al» Rabbin« in Oberdorf, deffeu Sohn Dr. Raphtali Frankfurter, starb al« Tempelprediger i>, Hamburg;