Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 35.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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— 288 — Folgende Gemeinden sandten telegraphisch ihre Grüße: Arad, Groß Becskerck, Btrlitz, die Repräsentanten der Landesjudenschait in Königreich Böhmen, die Gemeindrn Brody und Bromberg. Letztere mit solgendem Gedichte: De« Mann, der eine neue Glfsentchaft hervorgrrufe«. «efüdn zugleich bl» zu den hdchsten Stusea. UnslerbNche« geschaffe« un» zur Shre, Vkit Mannesmulh vertrat stet« unsere Lehr», Ihm wünschen wir, in Lieb' und Dank ergeben, «och lange srlsch« Straft und frohes Leben. * Endlich habe ich Ihnen von wissenschaftlichen Werken, dt« dem Jubilar gewidmet wurden, noch einig« zu nennen: Professor Harkavy - Petersburg überreichte seine vou der russischen Akademie der Wissenschaften herausgegebene Ab- Handlungen über „die in der Krim aufgefuadenen ältesten Bibelhandschriften". Professor vr. Wilhelm Bacher-Pest: »Die Agada der Tannalten" I. Band. (Bon Hillel bis Akiba.) Oberrabbiuer vr. Ko Hut in Äroßwardein: »Den v. B. seines Ara oh oompletam". Sanitäts - Rath vr. Reumann - Berlin. der bekannte gelehrte Statistiker, seine neueste Abhandlung: »Zur Statistik der Juden in Preußen von 1816—188 vr. Berliner: »Texte zu den von äunz in seiner synagogalen Poesie bearbeiteten Synagogen- «sängen." vr. Perle», »Beiträge z. Besch, d. hebr. u. aram. Studien. So gestaltete sich di» Feier des seltenen Festes in ihrem ganzen Berlaus zu einem Ehrentage für die jüdische Wissenschaft und für deren überall neidlos verehrten Schöpfer und Meister. Berichte «rrd Gorrejpan-en^e». De«tf«bla»d. Magtzetnrg .E» bestätigt sich leider, was die antisemitischen Blätter schadenfroh vorher verkündeten. Die ministerielle »Rordd. allg. Ztg." veröffentlicht einen Erlaß de« Eultusminister«. demzufolge »an den höheren Schulen bei Handhabung des Unterricht» sgwie bei der schrfftlichentAbiturientenprüfung auf die Forderung der Juden, am Sonnabend nicht schreiben zu laffen, eine Rücksicht nicht genommen werden soll". Also was unter Raumer. Bethmann-Hollweg. Müller und selbst Puttkamrr den betreffenden Direktoren und Lehrern gestattet war, die billige Rücksichtnahme auf die Minorität der am Sabbat Nichtschreibende,, — leider KIBiyö HCiyOl — soll von nun an untersagt sein. Wir zweifeln nicht, daß eine einmüthige persönliche Borstellung von vertreten, des Judenchum» selbst verschiedener Richtung beim Eultusminister bei dessen bekannter und oft bekundeterHumanität von Wirkung sein wird. Doch ist keine Zeit zu verlieren; möge da« Berliner Rabbinat sich mit einigen der hervorragenden Theologen und Pädagogen in Berlin zu diesem Zwecke vereinen und oie nüthigen Schritte fofoit thun, damit der frühere Zustand, der sich ja Jahrzehnte hindurch^ bewährt hat, wieder hergesttlltwerde, ehe der Erlaß von den Direktoren der höheren Lehranstalten zur Nachachtung verkündet wird. Hlentettt«, 22. August. Di« »R. Stett. Ztg." berichtet: Da» Geschäftsloral des Saufmanns Abraham Behrendt war heute Abend der Schauplatz eines höchst bedauerlichen Unfall«. Ein in dem genannten Geschäft thätiger Lehrling soll nämlich die Kleider de» hiesigen Schmiedemeistrr» Win eg ge. welcher daselbst ein Glas Bier und einen Schnaps getrunken hatte» mit Spiritus bespritzt und in unmittelbarer Näh« desselben au« Uebermuth Streichhölzer angerieben haben. Winegge'« Kleider standen plötzlich in heuen Flammen und der bedaurrnswerthe Mann erhielt schwere Brandwunden, deren Folgen er kaum Überstehen dürfte. (Rach einer anderen Version soll Winegge in dem Laden mit einer Spiritustonne zu thun gehabt und sich hierbei die Kleider m,t Spiritus befleckt haben; auch soll W. den Brand verursacht haben.) Der Lehrling Rothmann ist sofort verhaftet worden. Er gestand ein. den Winegge ttptJ sächlich, jedoch nur in der Absicht, sich mit demselben tmc,] Scherz zu machen, mit Spiritus begossen zu haben; irgech! eine böswillige Absicht habe ihm ftm gelegen. auch hot>e «i kein brennendes Streichholz auf die Kleider des Winegz, geworfen. Letzterer ist inzwischen verstorben, und find« die gerichtliche Seftion heute den 24. d. M. statt, bei welch« auch Rothmann zugegen sein wird. — Trotz der Erregung welche in der Statt herrscht, ist es zu Exzessen irgend welch« Art gestern Abend nicht gekommen, wenn auch die Stratzen sehr belebt waren und hin und wieder Bolksansammlungn vor dem Behrend'fchen Hause stattfandeu. Die Polizei ist nicht rin einziges Mal in Aftion getreten. Gebe Gott, ba| j nur der Schuldige bestraft werde. Rehs 8p. #«* de» MoakernngaAezttck Gaßet. (Or.-Eon., Auf der diesjährigen Eafseler Lehrerconferrnz wurde di, Meinung ausgesprochen, daß es wohl dem Lehrer leicht sei, j würde, di« Gemeinde zu bestimmen, dem Deutsch-Israelitisch«,! Gemeindebund beizutreten. Lehrer L. sprach au« Erfahrung als er dieses sagte, und mag wohl insofern Recht gchaß haben, als sich' durch iha wirklich einige Gemeinden zw, Beitritt entschlossen. Im Allgemeinen hat dieses jedoch. bt> sonders bei Landgemeinden, noch seine großen Schwiengkeitcii.- Schon seit längerer Zeit versuchte auch ich, die hiesige 8tmeiade »um Beitritt zu bewegen, aber meine Mühe in diesa Sache ist bi» jetzt umsonst gewesen. Der Gemeindevorsteher - ] (in «elf mode man — meinte, der Verein »Gemeindrbund' hätte doch keinen Bestand und hätte gewiß auch nur Sond«-1 intereffea im Auge und dann hätte «an später sein Sch umsonst ausgegeben rc. tc Umsonst versuchte ich ihm klar |i I machen, welch' eia edler Charakter der Gründer des Bündel, der sek-Rachod, war; umsonst war es, daß ich ihm dir hohn! Gönner und Freund« des Bundes nannte, di« in treuer tri j selbstloser Hingebung ihre Kraft und Zeit der schönen «ach zur Verfügung stellen; umsonst war es. daß ich rhm deutlich zu machen suchte, was für Großes uud Gutes der äuil stiftet und schon gestiftet hat: alle Argumente scheitetten ms dem Setbstbewußtsein des Besserwisser». Die übrige» Mitglieder hatten zwar nicht die Bedenken des Vorsteher«, ada l der Gemeindebund besteht au« lauter »Reuen" d. h. Reform«, I und was kann von Nazareth Gute« kommen, meinte einer m, ibntn. Als ich diesen nun sagt«, daß der Gemeindebund sich »I Reformen ganz und gar nicht kümmere, daß er jede Gemeind, j nach ihrer Fagon selig werden läßt, meinte der Ene wieder: > »Wenn doch der »Israelit" dagegen schreibt, müßte es aG in dieser Beziehung d. h. in Bezug auf Reform, etwas an I sich haben. Damit war die Sache abgethan und die s°z l »frommen" Israeliten folgten der vom »frommen Israelit' I verbreiteten falschen Ansicht über den Gemeindebund. I Wir sehen also hieraus, daß es Gemeinden gicbi. bei sich trotz des geringen Beitrag« von diesem fta«nJrri4n] Institute fern halten. Und wie dieses hier der Fall ist. ' wird es gewiß in mancher anderen Geuieindr se>n; da> Gemrtnsinn für das Gute und Nützlich« ist auf dem noch nicht vorhanden. Es wäre darum nach meiner »J maßgeblichen Ansicht da« Beste, wenn die israelitischen W Slrbcn — bei un» im Regie, ungsbairk Eassel sind es ttl orsteherämter — oder Rabbinen auf die Gemeinden riapl wirken suchen, daß selbige dem Bunde beitreten, so ist öi möglich, die lässigen und irregeführten Gemeinden (»| Anschluß zu bringen. VnttlMf«« (Hannover). (Or.-Eorr.) Um den Lesrr dal »Wochenschrift", welcher de« Lehrerstand« angrhört, mit dal Erwartungen der hessischen israel. Lehrer bezüglich b«4 Bericht in Kr. 33 der »Wochenschrift" gewählten Landradbi«^ vr. Prager bekannt zu machen» dürften folgende «tf“" vus einem Privatbriefr dienen: »Die m Nr. 38 der »Jsr. Wochenschrift" gebe Original-Eorrespondenz au« Lasset entspricht ganz und dem Wunsche, den alle intelligmten Glaubensgenoffen Hes!«^ hinsichtlich der Besetzung des Easftler Rabbinat« hegcn. 'J