Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 35.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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r — 267 — geschickte verjüngen sollte. Sir haben da Licht, Ordnung Unb Methode verbreitet, wo vor Ihnen Wirrsal und Dunkel hnrschte. Mit einer nahezu übermenschlichen Geduld, mit anem ungewöhnlichen Scharfsinn, mit einer wunderbaren x>vi»ation«gabe, mit einer Gelehrsamkeit, welche dir gesammte gelchrtrnwelt in «Erstaunen setzte, und nicht zum geringsten xheile mit einer leidenschaftlichen Liebe zu unserem Glauben unb zu seiner tausendjährigen Geschichte, haben Sie die für olle Zukunft unerschütterlichen Grundlagen jene» Prachtbaues der Wissenschaft de» Judenthum» geschaffen, welcher dem Zudrnihum und in gleicher Weise dem Manne E^rr macht, welcher mit Recht den Name» eine» Nestor» dieser Wissenschaft führt. Dank der Anregung, welche Sie ernsten Geistern durch die trefflichen Arbeiten, mit welchen Sie unsere Litteratur bereicherten, gegeben haben, fehlte r» dem Werke, da« Sie begonnen, seither nie an geschickten Mitarbeitern. Andere habe» ihre Nachforschungen fortgesetzt und an der Forderung der Schätze, die Sir entdeckt, redlich milgearbeitrt, und sie alle sind beglückt. Sie heute al» ihren Führer, ihr Muster und ihr Borbild begrüßen zu kännen. Da« Iudenthum, gechrter Herr, ehrt in Ihnen nicht allein den unvergleichlichen Gelehrten, welcher dem Studium unserer Geschichte neue Wege gewiesen: e» begrüßt in Leopold Zunz auch den warmherzigen Juden, der alle Schmerzen seiner Brüder innig mitgefühlt, der ihre Leiden in der Vergangenheit getragen und m der Gegenwart mit muthiger und beherzter Feder für ihre Ehre und ihre Rechte tapfer gekämpft hat. Möge e« Ihnen vergönnt sein, die Genugthuung zu erleben. daß die Ideen der Gerechtigkeit, der Duldsamkeit und der Menschenliebe, denen Sie mit Festigkeit und Hingebung Ihr Leben und Ihre Schriften gewidmet haben, baldigst zu dauerndem Siege gelangen. U„» aber werde da« Glück zu lhril. Sie noch lange an der Spitze der gelehrten Judenheit zu scheu, al« ein Borbild für da« Heranwachsende Geschlecht, wie man die heilige Sache der Religion, der Wiffenschaft und der Humanität behüten u.ih befördern müffe.* (£• folgte dir Deputation der »Gesellschaft der Freunde", derm Mitglied der Jubilar seit 64 Jahren ist. Herr Basch- «itz. der Sprecher der Deputation, legte dar. wie der Gefeierte in Leben. Wiffenschaft und Lehre, die Ideale verwirklicht habe, welche die Gesellschaft der Freunde für unsere Glauben»grnoffen seit nahezu einem Jahrhundert erstrebe. Die von ihm übergebene Adreffe hat folgende» Wortlaut: »Die Gesellschaft der Freunde hat die Ehre seit 64 Jahren einen Mann zu ihren Mitgliedern zu zählen, welcher mit Recht der Nestor unter de» jüdischen Gelehrten der Gegenwart genannt wird, und der al« Verkünder von Gotte« Wort, al» Lehrer der Jugend, al« Dichter, al» Schöpfer der Wissenschaft de« Iudenthum«, al« begeisterter Kämpfer für da« Edle und Wahre, sich unvergänglichen Ruhm geschaffen hat. »Mit Stolz auf diese Mitgliedschaft, mit Ehrerbietung bittet Sie, hochverehrter Freund, unsere Gesellschaft zu der dnitigen Frier Ihre« 90 jährigen Geburt«tag«, die wärmsten Wünschr für die Erhaltung Ihrer körperlichen Rüstigkeit und <iieiste»ftis«he rntgegenzunehmen." Nach ihm übermittelte Herr Jacob Israel die Glückwünsche de« vr. Adler, Chers-Rabbi in London, und Herr «. G. Levy diejenigen der hiesigen BethHamidrasch-Gelellschast, jn derm Ramm er eine schön ausgestattete und krcffl'ch sthlisitte Adreffe übergab. Darauf ergriff Herr Prediger vr. Ritter. Ramm« der jüdischen Reform-Gerade da« Wort, und führte au«, daß Zunz mit dem Licht seine» Geiste« die vergangenen Jahrhunderte erlmchtet und eine Lmchtr unsere» Jahrhundert« geworden sei. Alle« «>lsn> beziehe sich auf da« wa« ist, wa» sein soll und sein wird. Rach jeder dieser Richtungen hin habe der Jubilar o“* in klassischer Weise geleistet. Al« der Sprecher einer Deputation de« Kuratorium« der Zunz. Stiftung überreichte darauf Herr Sanität«-Rath Neumann dir Ehrengabe, welche die Männer der Wiffenschaft zur Feier de« Tage« auf Anregung de« Kuratorium« zusammengestellt baden. Er habe nicht den Beruf im Ramm der Wiffenschaft de« Iudenthum« da« Wort zu fül>ren, er erstreb« mit seinen Lollegen weiter nicht«, al« im Sinne und Geiste de« Manne», dessen Namen der von ihm verwalteten Stiftung vorsteht. anregend zu wirken. (Die Namen der Mitarbeiter an dieser Festschrift und die Ueberschriftm der von ihnen veröffentlichten Arbeiten haben wir unseren Lesern bereit« mitgetheilt.*) Der Jubilar war von den vielen, Ovationen, die ihm von allen Seiten dargebrachr wurden, sichtlich tief ergriffen. Er hörte die meisten Reden stehend an und ließ r« sich nicht nehmen, jeder einzelnen der erschienenen Deputationen in bewegtm Worten, seinen Dank auszusprechen. Er lehnte die ihm in Erinnerung gebrachten Verdienste mit rührender Bescheidenheit ab, um sie denen beizulegen, die seine Anregungen ausgenommen und weiter entwickelt hätten. Er betonte wiederholt, daß er, wenn nicht Alter und Schwäche ihn am längeren Reden hinderten, sich nicht versagt hätte, die ihm gespendeten Lobeserhebungen in die gebührenden bescheidenen Grenzen zurückzuweisen. Nicht selten rief er durch den frischen Humor, den er auch heute noch seinen Antworten in liebenswürdiger Weise beizumischen versteht, den allgemeinm Beifall der ainvesenden Bewunderer und Verehrer hervor. Unter anderm erwiderte er dem Obmann einer Deputation, der ihm gebetm, ihm zu gestatten, die Adreffe, die er bringe, verlesm zu dürfen, etwa folgende«: »Gestatten Sie mir. verehrter Herr Doctor, daß ich Sie ersuche, lieber Nicht« zu lesen. Ich bin ein alter Mann und weiß es au« Erfahrung, daß man vom vielen Lesen nur alle Tage dümmer wird." E« langten noch von folgenden Körperschaften Adreffe» an: Vom Borstande der Synagogen-Äeüieinde in Bruchsal, vom Mährischen Lande«-Rabbi»at in B r ü n n; von der Alt Ofener-ReligionS-Gemeind« in Budapest, dem Lehrkörper der Landes-Rabbincrschule in Budapest, den Zöglingen der Budavester LandeS-Rabbinrrschule. den Rabbinern der jüdische» Gemeinde daselbst, vom Vorstand de« israelitischen Religion«.Berrin» der Oranienbnrger-Borstadt in Berlin, von de» jüdischen Gemeinden in Eolberg. Csaktornya (Ungarn). Lzernowiy (Bukowina), Hcbrcw Union Lollegc in Lincinnati, Detmold (ZunzcnS Geburtsort), vom Vorstand der Lultus-Gemeinde in Drohobycz. und vom jüdische» Lese- und GeselligkcitS-Verein daselbst, vom Vorstand der jüdischen Gemeinde in Esseg (Kroatien), von dem de« Mendelssohn - Verein« in Frankfurt a. M., da« Lehrer-Collegium der Real-Schule der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M., von den Cultu»-Gemeinden in Jglau (Mähren). Insterburg O.-Pr., Karlsbad, Königsberg und Komno, von der Tempel-Gemeinde in Krakau, von der jüdischen Gemeinde in Leipzig, von dem Lultus-Vorstand. dem Trmpel-Vorstand und der jüdischen Jugend-Unterricht-anstalt in L e m b e r g. von den Gemeinden Frankfurt a. M.. Jnowraclaw, Mrotschen, München und Wongrowitz. Mainz, Rakel, Nordhausen. Nürnberg, Mährisch-Ostrau, Prag, Pohrlitz(Mähren),Schneidemühl,Siklosch. Smichow bei Prag, Szeaedin, Teplitz, Thorn, Trebitsch, VaraSdin. Weszprim, Warschau und der J«raelitischen Alliance in Wien, vom Lehrer-Collegium der Jacobsohnschule in Seesen, von der Samsohnschule in Wolfrnbüttel. «orstand der Budapcster Gemeinde, von der israelitischen Gemeindeschule in Wilna, von drin israelitischen Lese-Verein in ZaleSczyki in Galizien, von den jüdischen Gemeinden in Z a g r a v und Z g i e r, vom Verein zur Beförderung der Aufklärung unter den russischen Juden in Petersburg, welcher Zunz zu seinem »Ehrenmitgliedernannte. *) Zu btriditignt Ist der viel einer hebräischen Abhandlung Tb 1X2 (ft«« "OK>