Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 34.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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j s,ch ^ctilbrt, um den ehemaligen hebräischen Litteratur- ^,n .Mekize Rirdamim' zu neuem Leben zu erwecken. Der Verein wird seinen Sitz in Berlin haben und von r «l. Berliner geleitet werden, in Gemeinschaft mit den (ict,r,ra: I Derenbourg (Paris). Ehrenreich (Rom), tzunzbourg »nd Harkavy (Petersburg), Halberstam (Bielitz), linow «Philadelphia). Laufmann (Budapest) und Reubauer :ifert>v Die Naugvollen Ramcn, welche diese» Comilä piäikttiimi. dürften Vertrauen genug für da» neue Untertuncn cnvrcken und fördernde» Entgegenkommen allseitig nwrKii lassen. Ein ausführlicher Prospekt hieniber. wird rint Blättern nächsten» beigegcben iverden.' , liefe» Unternehmen hol unsere volle Sympathie, obwohl ir offen gestehen müssen, daß wir bei allem Vertrauen, daß ir den hier aufgeführten Gelehrten zollen, doch einige nicht mder .klangvolle Ramcn' bedauerlicher Weise im Eomitä uniticn z. B. Graetz, Jellinek, Güdemann. Perle», Frankl u. A.) Au» KLffeidorf sendet un» Herr Rabbiner Dr. Wedell IjjcnJc Ricktigstrllung der Milthrilung au» „Eaffel': in vor. x. .«Gegenüber der in Rr. 33 der .Israel. Wochenschrift' gejctncit Rotiz, ivclchc mich al» den ivahrscheinlichen evcnt. ÄchiolgV de« Hern« Leminardirrktor» vr. Prager beldnict! erkläre ich, daß ich durchaus keine Veranlassung ide. mein hiesige» Rabbi aal um dieser Rachfolgerschaft (Um anfzugeden. und d»iß mir in dieser Angclrgrnl^it nicht» ,Xre» al» oben envähntc Rotiz bekannt geivordrn ist.' AerN». In der jüngsten Lonserenz der Großloge zu ii dm Weltkugeln in Berlin fand die neue Verfassung im iiiiu de» allgemeinen Ausnahmegesetze» nicht die nöthigc Wirhnt der Bu»de»logcn und somit bleibt der Paragraph, dtbov dir Richtchristen von der Ausnahme ausschließt, auf eitere zch» Jahre in Lraft. (W>r bei der antisemitisch »Äieuchtrn Zeit nicht ander» zu envarleil. Hier thnt auch Vemiection noth.) Loltenz, l7. August. (Or.-Corr.) (Gestern hat unser odbiner in der Predigt angeknüpst a» da» Gebot, Greise nd Gelehne zu ehre» und mit dxm der Haftara entnommen Texte: .Und sie Alle, die Deine Linder sind, sind rlrtirt von Gott und reich ist der Frieden Deiner Linder Kuleutc)", Zunz's Leben und Wirke» geschildert. Mit non "lebete für den greisen Gelehrten und einem Hiniveisr >> den 100. Geburtstag de« Vertreters des praktischen iidenklium» (Montefiore's), den Gott im Oktober zu irr» uns hoffentlich die Freude gebe» wird, schloß der Redner. Zur de» HKg Do». Koksek. (Or.-lLorr.) Im Dorfe «umdach ereignete sich ein trauriger Fall. Ein junger («an. der seit einiger Zeit schon «puren von Wahnsinn i^tr. wurde auch heute (14. August) >vahrend de» Gotte»» amt» wieder voin Wahnsinn befallen. Er lief, mit den nillii, noch bekleidet, au» der Synagoge (er hatte Jahre»- 4 iur seine verstorbene Mutter, die ebenfalls zeitweilig am lahufinn litt) durch» Dorf nach der unweit desselben »ßeiiden Fulda, und ehe e» die ihm Rachsetzenden ver- »dnn tonnten, hatte er seinem Leben in den Fluthen de» lusic» ein Ende gemacht. Die«. In einer Zuschrift an „Un. i»r.' stellt vr. Jellinek >>. daß e r den Gedanken, eine jüdische Ethik zu vcröffent» hcn zuerst gefaßt und Retter mitgetheilt habe, der sich dafür üriitm zeigte. Schon 1881 ist da» Projekt dem Baron lbert von Rothschild und anderen Rotabilitäten Wien» mit lm Detail» in einem Meinoir msfgctheilt worden.*) Trotz ln« llrankheit hat Jellinek selbst die Echik a»»gearbeitet, daß nur die Hinzufügung der Belegstellen fehlt. Die orm jsi populär und leicht zu lese»! Wa» Professor azaru» plant, ist eine Ethik von viel weiterer Ausdehnung der von Jellinek geschriebene». Iln-on». Die Svnagogc in TiSza Eßlar soll uuu- 8)t endlich au» den Ruinen wieder erstehen. Ein Eomitä zu Beiträgen auf. Richtig und schön sagt Earl ') Bei unsere« gemrtns««»» Butenthali in Marienbad (1H**1) "« vr. (tellinck un« edensall« Mindeilungen davon gemachi. (Bed.) Eüwö» in dem Anschreiben, welches seine Gabe dafür begleitete: .Die Trümmer Ihrer Synagoge rufen die Etinnerung an eine furchtbare Unbill wach. Ihre Wiederherstellung wird ein Denkmal der Gerechtigkeit der ungaritchen Justiz sein." (Mit den Haftara-Worten: npUQ — npuc *3330 im Doppelsinne: Gerechtigkeit und milde Gabe— empfehlen wir unseren Lesern den .Aufruf' im Jnseratentheil der gef. Berücksichtigung. (Red.) Dari». Für die Eholrrabezirke fängt die öffentliche Wohlthätigkrit erst allmählich an, sich zu erwärme». Die Eonsistorien Marseille und Algier hckben 1000 Franc», die israelitische Gemeinde Bona (Algier) 920 und Constantiue 230 Frc». gespendet. — In Algier sprengen dir Antisemiten Gerüchte au» über horrende EntschädiaungSforderunge» der durch die Straßenskandale geschädigten Juden. Natürlich ist all da» Gerede über 2 Millionen und mehr unwahr. Leider haben die Geschäd igtcn noch garkeine Liquidationen ringereicht. Den Schaden allein zu trage», würde hier nicht al» Großmuth, sondern al» Furcht gedeutet werden. Billige Entschädigung muß man fordern! Hfork». E» muß jedenfalls verzeichnet werden, daß Bischof Frrppel die Annahme de» Ehescheidungsgesetze» al» eine» .Sieg de» SemitiSmu» und der Juden' in der Lämmer genannt trat. Der Brigadegrncral Lrvy ist zum Obersten Eominandanten de» GeniccorvS in Algier und Tunis ernannt worden. Der Bildhauer Herr .Hannaux hat den Preis Trämont erhalten. Der Herzog von Chartres hat von dm vielbesprochene» 80000 Fr. dem Marseill. Oberrabbiner l 000 zugeschickt. Nichts. I» dieser Saison haben seit den 16. Mai den Gottesdienft anfcinander folgend geleitet: der Borbeter Herr Alnm au» Pari», Herr S. Lahn, Rabbi» von RimeS und Herr Metzger. Rabbin von Bclfort. — Natürlich ist da« Vorbetcn hier nöthigrr, al» die Predigt. ^oodo». Die sephardische Gemeinde hat den Wunsch ausgesprochcn. daß vr. Adler am 100 Geburtstage Sir Mv)is Montefiore's in ihrer Synagoge predige. Sicher hat diese Gemeinde, zu deren Mitgliedern, Gabbaim und Parnassim Sir Mose» gehört, da» Recht, da» in ihrer Synagoge die Hauptfeirr stattfinde. Erfreulich ist die» aber auch al» Zeichen der Annäherung zwischen Sephardim und Aschkenasim. Herr S. Montague, vr. Ascher und andere sind nach Amerika gereist, un, die Colonien Winnipeg und Mantoba zu besichtigen. Aus AtK»ey Nowgorod wird gemeldet, daß 4« von de» 109 angeklagten Judenmördern einem Lriegsgerichte überwiesen ivorden sind, welche» Mitte September tagen wird. — In MooK«« hat ain 20. Juli (dem Tage, an welchem die Schlauschim der Märtyrer zu Ende gingen) eine erhebende Trauerseicr in der Synagoge stattgefundcn. In vielen Gemeinden ivurde dem Erzbischof Malaria tvcgc» seine» Briest» Mi Schcberach gemacht. Kofel. Wenn e» nicht eine neumodische Fayon der alten Bettelei ist, ivenn sie's ehrlich ivollten — märe es wirklich untcrstützcnSwenh — nämlich da» Projekt der 80 hier, die Landeseingeborene sind und Ackerbauer werden ivollen. — Für die Rumänen freilich dürfte, da Amerika die Einwanderung Armer zu verhindern anfängt — e» an der Zeit fein, ei» anderes Unterkommen zu suche». In enter Reihe sind Eanada und Südamerika in'» Auge zu fassen. Da brauchte die Emigration nicht eingestellt zu iverden! Inzwischen aber dürfte man durch Bermittlungden -ulta» bewegen, in Syrien Landstriche zur Eolonisation der Juden von Rumänien zu bewilligen. «Die .Löln.Ztg.' hat e» sich sauer werden lassm, die niederträchtige Gemeinheit, mit welcher Rumänien, de» Berliner Vertrage» spottend, die Juden von Handel, Ackerbau und Handwerk anrschließt. <e» ist jetzt ei» Gesetz in Vorbereitung, »ach ivelchem nur Schüler der Arbeiterschulen Haudwerke betreiben dürstn — und Juden iverden in diese Schulen nicht aufgrnommen!) zu entschuldigen und zu erkläre». Aber sie bat sich damit nur zur Mitschuldigen der unmenschlicheu Roheit von Halbasiate» gemacht!)