Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 34.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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- Riga 1× ep/1000826
- Tunis 1× ep/1048155
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— 862 — 3r«afrri4>. 'Stadt. Oberst Bari« ist gestorben, ein alter Soldat, der vom Freiwilligen sich herauf gedient hat und dabei mchr als einmal schmerzlich «S zu fühle» deknn». daß er Jude sei — aber auch öfter Gelegenheit gefunden hat, den, Judenthum Ehre zu machen und für seine Ehre einzutretcn. Daß dies selbst in den freien Ländern noch nöthig ist. bezeugt eine Mittheilung eines aktiven französischen Generals, daß ihm in England Damen der höchsten Aristokratie gesagt hatten: Hauptmann S. ist zu sehr „gentlemanlike“, < l»daß er Jude fein könnte, worauf er sich stets als „Israelit^ bekannt habe. — Hat doch neulich vor dem Schwurgerichte der Seine der Generaladvokat al» Staatsamvalt sich hinreißen lasten, den Angeklagte» mehrmals mit »dieser elsässische Judezu bezeichnen. Freilich der Bertheidiger. Herr Edmund Benoit Levy, hat energisch diesen Mißbrauch der Worte »Elsässer und Judeim Munde des Bectreters der Staatsgewalt zurückgewiesen. — In St. Germain en Lahe verstarb die Wittwe von Fromrntal Halövh geborene Rodrigues aus Bordeaux, die nur durch ihren Namen mit dein Judenthum verknüpft war. — Eine Fülle von Rettungsmedaillen bezeugt, daß die Juden zur rechter, Zeit Muth haben, sonstige Medaillen bekuuden ihre verdienstvolle Thätigkeit in schulen und gemeinnützigen Vereinen. Bei der Beerdigung des Bischofs von Dijon (am 17. Juli) war die jüdische Gemeinde durch eine Deputatton vertreten, an deren Spitze der Rabbiner in Amtstracht stand — auch waren alle Geschäfte, die Juden gehöre», ivührcnd der Feier gefchlosten. England. London. »Jerv. Worldbringt Auszüge aus einem demnächst erscheinenden Rechenschaftsberichte über die 1:1jährige Thätigkeit der Anglo Jrw. Association. Der bekannte Zweck dieser Vereinigung ist das Mühen, die staatliche Stellung der Juden zu verbestrrn. Zu diesem Behufe sucht sie »vahrheitsgetreue Berichte über die Zustände der Israeliten in den verschiedene» Ländern zu erhalten. Im Laufe der Zeit sind so bekannt gegeben worden die Berhältniffe in Abyssinien, Algier." Bulgarien Ostrunirlien, Aegypten, Griectnnland, Kurdistan, Marokko, Palästina, Persien. Rumänien, Serbien. Tripolis, Tunis. Türkei, Uemen. 8000 israel. Kinder beider Geschlechter besuchen im Orient Schulen aus Kosten der Affociatwn. Wo eS Roth thut, sind eigene Lehr- oder HandwerkSschuleu errichtet worden. Die selbstständig gewordenen Handwerker lehren wiedrr an den Handwerksschulen. Die Verwendungen wegen politischen Drucke» setzen wir bei unsern Lesern als bekannt voraus. Sobald ein Mitglied Reisen in ferne Länder unternimmt, ersucht ihn der Verein, die Glaubensaeuosten besonders in's Auge zu fasten und nach seiner Heimkehr zu berichten. Dies hat in letzter Zeit Herr Eduard Emanurl über Tunis gethan u. f. f. 9fa#lottb. Marschau. Die Volkszählung in der jüdischen Gemriude hier, welche so viel Gerüchte »vachgerufen hat, ist von der Gemeinde selbst der Steuern tvegen in's Werk gesetzt worden. Die Eholerasurcht hat Polizeibefehle ins Leben treten lasten, »velche die Trödler deni ReinlichkritSgefühle der Polizisten preisgiebt. Da wird mir Schnap» und Geld manch Unreines rein gemacht »verden. Auch ein jüdischer »Verein, der Chirurgen zur Hilfleistung besoldet — soll sich gebildet habe». Der »Slawagirbt'» zu viele jüdische Heilgehülsen. Das Blatt verlangt prozentuale Beschränkung ihrer Zahl. Gegen eine antisemitische Brochürr .die Juden im Exil* schreibt der Przeglad Tygodniowy und da« einleite»»de Argument ist: der Antisemitismus ist ein« — deutsche Erfindung! Während bisher Alle, »velche Haudelswistrnschaft auf dem Rigaer Polytechnikum studirt halte», die Erlaubniß «hielten, Geschäfte im Jnnerrußland zu eröffnen, ist die« neulich einem Gesuchsteller, der in Moskau ein Sprdiiw« geschäft begründen wollte, durch alle Instanzen orrim^ worden. HUg«. Der »Kiewlaninveröffentlicht ein Eil.ulr de« Ministers der Volksaufklärung vom IS. Juli a» £ Curator de» Kiew scheu Lehrdezirks: »Rach den in Kraft bestchenden Gesetzen sind die 'uifcq was das Aufrnthaltsrecht anbctrifft, den übrigen einivohnern gegenüber beschränkt, indein sic äußert»,»b k stimmtcr Gouvernement», die ihnen zum Ausenthal» wiesen sind, sich nur unter bestimmten, im Gesetz angcg,-^ Bedingungen niederlaste» können. Denselben Beschränk»^ unterliegen auch die Kinder der Juden. Aus de» Ministerium des Innern zugehendc» Berichten ist jedoch - ersehe», daß Kinder jüdischer Elter» überall im Reiche den Lehranstalten des Restarts der MinistcrininS der ausklärung in gleicher Weise »vie die Kinder von Perioez anderer Eonftssionen ausgenvininen »verden. ohne d,»ß Nik in Betracht gezogen wird, ob die Lehranstalten in Gour» neinents liegen, ln denen den Jude» der Aufenthalt ge>mrr ist. Diese» ist in mehrfacher Beziehung mit Unbequem!!-, keilen verknüpft, indein rincrsrits Kindern mosaischer ve» session die Möglichkeit geboten »vird. in Gouvernrmcms, leben, i» denen Juden der Auscntlialt nicht gestattet n. andererseits in dieser Veranlassung die Eltern und Verwandle, solcher Kinder häusig dcirum pctitioniren. i» derselbe». mit ihren Kindern wohnen zu dürfen, um für deren Ai», bildung besser sorgen zu können, llm diese unliebsamen', Berl-ältnisse zu beseitigen, findet das Ministerium des J»»eii es für geboten, die Aufnahme der Kinder moiaiicba Eonfession i» Lehranstalten in Gonvernriiienli. ' in denen Juden der Ausrnthalt nicht gestattet ist, n ir Ni« zu gestalte», »ven» die locale Polizeibehörde schni» lich dazu ihre Erlaubniß giebt. Der Äehilre S» Minister» des Innern, Senator On'hewSki. dem die Po'azo unterstellt ist, bittet datier, die dahinbezüglicheu Vcrstigunge, zu treffe». Auf Grund de» Gesetzes künnen Kinder »wia scher Eonfession in allen Krön»- und Privatlehraustalteii auizenonunen »verden, »velche in GouvernemciitS liegen, in de»» den Eltern solcher Kinder der Aufenihalt gestattet ist. ümfer mosaischer Eonfession. welche de» GlimnasialcurluS al»o>i»m haben, können auf ihre» Wunsch in allen llniucnitüta Akademiern und höhere» Lchranstaltc» des Reiche-s anizenommen »verden. In Anbetracht dieses bittet der Munnel des Innern die Enratoren der Lehrbezirke, dahin z» ivnkct daß in Lehranstalten Kinder mosaischer Eonsessiv» nur iu4 vorheriger Verständigung mit der localen Polizeilvhörbe am genommen »verden- Borstehender Eirculairbefehl ist zunächst an den Emain des Kiew'schen Lehrdezirks gerichtet, l>at aber, allem Aischeine nach, wohl für alle Lehrbezirke Geltung. Was ipeack Riga anbctrifft. so hat jene Vorschrift für »»»» iniomR actuelleS Interesse, al«. soviel nns bekannt, in den L,ma» statten dieser Stadt eine große Anzahl von Kindern uwsai'cha Eonfessionen sich befindet, deren Eltern oder Angeliönp keine Aufriithaltsberechtigung in Riga haben. In Aip halten sich dauernd viele Hunden von Ebräer aus, die m<* zur Riga'jchen Ebräergemeinde verzeichnet sind, die auch io« einen Nachweis, daß sie zum Aufenchalt hier an» One k» rechtigt, zu liefern nicht im Stande sein dürsten: die Sin** dieser Personen besuchen natürlich die hiesigen Schulen, in* in Zukunft, laut jenem ininisterirUcn Eirculair, nichi »utl geschehen darf. Die Vorstände der Lehranstalten werde, hinsoN genöthigt sein, beim Eintritt von Kindern mo('aii<tKf Eonfession sich jedes,nat erst über die Zuständigkeit >l»« Eltern und deren Aufenthaltsberechtigung zu vergewissern. Kermifchte »ad «e«rste Nachrichten. Mt»tzöe»»»G. Man schreibt uns au« Berlin: .Ein üres von Männern der jüd. Wistenschaft, au» verschiedenen LaNva»-