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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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— 261 — unb vo» brarn ich, u« boi Raum Ihres geschätzten lle» nicht zu sehr in Anspruch zu nehmen, blo» einige zhne Vom Executiv-Eomiie der EonstitutionS-Großlogc Herr« Friedlänber. Expräs. ber Washing-Loge. Mitglieb Lxgroßbrsmtrr be« ersten Distrikt« zu Rewyort, von roli Morse au« Boston Mitglieb ber Grobloge, Delezur Lonstitution«.Li«e in Berlin z. Z. EmS. von ber «ordia-Loge Knttowitz. Mamrr-Loge Beuthen, Germaniage volle. Hnr vr. Rahmer-Beuthen zeigte telegraphisch tob bir Grünbung einer neuen Loge in Gleimig bereit« [idiloikti sei. Herr Haber au« Berlin brachte beu Stettiner nitarii noch innige Grüße ber Berliner Logen, bie Herr idvincr vr. Bogelstei» auf« Herzlichste im Romen unsere« titane rnvibertr. tf« sei noch rrivähnt, baß in bieser ersten kizung Herr Bernhard Salfelb zum Präsibent, Herr Recht«. mvalt Dr. Man n zum Bize-Präsibrnten, Herr Rabbiner Bogelstei» zum Mentor. Herr Blaschke zum proto- ,ssiN'»den Lccrrtär, Herr Grünwalb zum Finanzfekretär unb tironbach zum Schatzmeister durch Acclamatio» geivählt uiden Dieser mehr als brei Stunben bauernben angrngi,» Arbeit folgte nun eine sehr angenehme Erholung. ,c in riner >-nn herrlichsten Äeitkrr begünstigsten Wasseril>t> auf ei»em ft diesem Zwecke extra gemietheten Dampfer nlaiid, und bie s>^ bi« zum Papenwassrr eZtrecktr. Eine , Boid mitgenommene Musikkapelle musicirte unb begleitete bie gesnngenrn Lieber der Jugend und bie Berliner Gäste rde» wohl den besten Einbr». * von dieser lterriichrn Erholung«- >h„ mit nach Hause genommei. haben. Ein gei»einsch»istiiches li-endesfen bildete einen heiter» Abschluß de« für alle Brüder leiden« denkwürdigen Tage«, und brachte nn» jenes rtilidK Pfalmenwort: TT DJ O'N. DZV... 310 TO .111 recht zum klaren Bewubtfrin. Herr <>rnhard Salfelb hieß m herzlichen Worte» alle Brüder willkon. nrn und trank auf m» Wohlsein, Herr vr. Bogrlitrin brach,» in begeisterter lebe ein Hoch aus unseren greisen Lanbesvater, diesem folgte ' eine Menge ernster, wir heiterer Reben und da» Abngr» eine« recht sinnigen Festlirbe«, da« von Bruder haschte gedichtet unb von Herrn Jablonrki vortrefflich auf cm »lavier begleitet wurde. Erst um Mitternacht trennte dir recht animirtc Gesellschaft von dem besceligcnben Gr> anli-n durchbrunge». von nun an einem Bunde anzugehören, dazu berufen ist. die heiligsten Prinzipien de« Jude». mm* in de« Worte« wtchrster Bedeutung fördern zu Helsen, Ile Richtungen in sich zu vereinigen unb bie in letzter Zeit ider oft gelockerten Bande zwischen den Brüdern unsere« olkes aufbem weitenErbenrunbewieber fester um un« zu schlingen. Zn» «e« Hfi«se»'sche«. Die Thätigkeit eine« Schächter« i nach israelitischem Aultu« eine amtlich-privilegirte. Dielde besteht darin, baß der Schächter bie Schlachtung ber »m Verzehren bestimmten Thier«. sowie da» Zerlegen derselben ach vorgcschriebenen. von ber gewöhnliche» Methode ab» nchendru Ritual bewirkt. unb da« geschlachtete Thier bann ui dessen Beschaffenheit hi» (besonder« bezüglich ber Lungen) nieisucht, um e« demnächst, je »ach Befund, al« ei »wand«- in zu erklären, oder al« nicht für den Genuß geeignet beanstanden. Der Schächter ein« Korporation wurde durch Beschluß israelitische» Gnncinde zu 2. seine« Amte« entsetzt, fuhr trotzdessen fort, die Funktionen eine« Schächter« zu richten. 2r wurde deshalb, wegen unbefugter Ausübung einrs iffentlichen Amte«' unter Anklage gestellt, indeß freigesprochcn. Da« Reichsgericht hat burch Urtheil vom 13. März 1884 'hi Freisprechung durch Verwerfung ber von ber Staat», ««altschaft eingelegten Revision bestätigt, au-sührend. «« nur bir mittelbaren oder unmittelbaren Beamten de« sie». beziehungsweise bereu Amtshandlungen unter bie 8 132 R 'Str-Gef. B. fixirteu Kategorien fallm. Geachtrr Paragraph lautet, wie folgt: Wer unbefugt sich mit Au«übung eine« öffentlichen Amte« befaßt, vber eiitdHandlnng vomimmt. welche nur traft eine« öffentlichen Amte« vor. genommen werben darf, wird mit Gefäugniß bi« zu einem Jahr oder Mit Geldstrafe bis zu 30) M. bestraft. Z»» tzm» finuHttf+tu. Wie wir bereit« früher berichtet, hatte da» königliche Kvnsistorium zu R. in ber Provinz Hannover auf bie Beschwerde eine« Synagogenvorstrher« in R. gegen bie Hcranziehung der dortigen Jude» zu der Schulsteuer für bie Schulgemeinde dahin entschieden. daß auf Grund de« tz 45 de« hannoverschen Gesetze« über die Rechtsverhältnisse ber Juden von 1842 nur diejenigen Juden zu der Schnlstruer heröngezogen werben könnten, welche Kinder und so lange sie Kinder in die christlich« Schule schicken. Rach nochmaliger Prüfung an« Anlaß de« von dem Schulvorstande gegen bie Entscheidung einae» legten Rekurse« hat da« Konsistorium seine Entscheidung für nicht richtig bezeichnet, und ber Kultusminister hat sich au« folgende« Gründen hiermit einverstanben erklärt. Rachde« gedachte» Gesetze sind zwei Fälle zu unterscheiden, nämlich ber Fall, baß eine besondere Schule besteht, von dem Fall» daß keine solche besteht. Im erster«» Falle haben bie Juden bie Kosten ihre» Schulwesen« allein zu tragen und sind zu Beiträge» für da« christliche Schulwesen nicht verbunden, vorbchaltlich besonderer Bestimmungen de« Gesetze«. Di» Unteriveisung ber jüdische» Kinder erfolgt in diesem Falle in ber jüdischen Schule, sofern einzelne jüdische Eltern e« nicht vorziehen. ihre Kinde, i» den christliche» Ort»schulrn unterrichten zu lassen, wa» ihnen »»benommen ist. In dem Falke dagegen, wenn keine besondere jüdische Schule besteht, tritt für die Jude» in Rücksicht auf da» Schulivesen eine Verbindung mit dem christlichen Schulivesen ein. Die selbstverständliche rechtliche Folge einer solche», kraft de« Gesetze« eintrrlenden Verbindung de« jüdischen mit dem christliche» Schulivesen ist die. daß die jüdischen Einwohnel gleich beu Ehristen zu der Unterhaltung bc« bestehenden christlichen Schulioesen« beizuiragen l)aben. Hätte in einem solch.'» Falle den Juden eine privilrgirte Stellung bezüglich ber Schulunteriialtuiig ei»geräumt werden sollen, so mußte dir» im Gesetze ausdrücklich ausgesprochen sei», >va« nicht geschelten i,t. Ft«tlD«rt, 17. August. Der . Staats-Anzeiger* für Wüntrmberg bespricht de» Proceß gegen den Wucherer Hirsch SauSmann, ber nachträglich noch wegen Stcuerbefraudation in öhe von 72,000 Mark anaeklagt iverbcn wirb, unb schließt mit folgendem ber .Konst. Zig." entnommenen Artikel, de» wir den betreffenden jüb. Kreise» zur Beherzigung empfehle», er enthält eine zivar bittere, aber heilsame Pille: .Der Amtsbezirk Breite», I» ivtlchem Ho»«mann hauptsächlich sein Wesen trieb, hat unter 'S« 108 tlinwobnern <127 J«raelilk»; da darf man doch aewis, unierslelle». das, diese Israeliten einander so ziemlich alle persönlich kennen, das> sic von einander wissen, iva« jeder treibt und ihui, aus welche Weise ein jeder sei» Meid verdienl, und sicher war tt keinem Israeliten jener «legend unbekannt, dag Hau«» niann in kurzer .-feit au» einem armen »in sehr reicher Mann ge worden war. Die J«raeliten Kaden bekanntlich besonders intime Be zicbungen unter einander und daher auch einen besonder« starken (tinftus, aus jeden Linzeinen. Warum >»ar nun unter den MO Israeliten de« Bezirk« BrrNen oder doch unter den etwa >50 Israeliten in Jlehinaen, der Heimat Hausmann'«, Rtrmand zu finde», dem da» schmähliche Treiben de« Wucherer« einen solchen Abscheu einfiSfite, das, er seine Genossen ausfttsordert Kälte, dem schlechten Verl da» Handwerk zu legen?! fühlte kein JSraeltt jener («egend, welch -«glichen Makel Hausmann dem jüdische» Rainen anhestete? Wahr lich, e» wäre an der (feit, das, die Jude» selbst alte« ausbiete» würden, diese Pest deuten au» ihrer themeinschast au»zuschneiden! Rur »venu da» Bott sieht, dass die guie» und ehrbaren J»rae»te« fich mit Abscheu von jenen Unmenschen abwenden und selbst da» Ihrige dazu beitrage», sie an'« Messer zu liefen«, erst dann kan» da» gegen die Judenschast so oielsach bestehende Borurtheil zu schwinden beginnen. Wir Kaden diesen Appell an die gutgesinnte Iudtnschah in wohlmeinendem Sinne geschrieben und wünschen, dag er überall so ausgesafit iverde." (Wir mSchtc» die Ausmerksamkeit der Rabbiner. Prediger und Religionslchrer und ganz besonder« der Leiter de» Deutsch« J«raelirisch«n Gemeinde Bunde« aus diesen wunden Punkt richte». Wir haben un« in uns. Bl. zu Sstern Maten in diese« Sinne schon ausgesprochen , und auch der Anikel .Bom Rhrm* in vor. Ar. war diese» ' Gedanken der .Lclbstläuierungentsprungen. Red.)

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