Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 34.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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— 260 — heit, dem Befühle Schönheit verleihen" mb alle geistigen Strömungen zurück zu der einen Urquelle führen werden, der oller Geist entströmt, und um welchen, wie um einen ruhenden Pol, alle Richtungen sich bewegen!" Darauf gratulirte vr Holzmann Romenö de« Lehrer- Collegium« der Gemeinde-Knabenschule und der Lehrerbildungs-Anstalt. welchen der Jubilar einst al« Dirigent vorgestanden hatte. .Wir enthalten un«", sagte er unter anderein, der Verehrung und dem Dankgefühl Ausdruck zu geben, die un« für Leopold Zuuz den Forscher beseelen, der durch die Aufdeckung und Aufhellung de« Jüdischen Alterthum« sich neben Jacob Grimm und August Boeckh gestellt hat. Gestatten Sie un« aber, dem Menschen Zunz zu danken der e« gewesen, den Geist echter Cultur und sittlicher Ordnung unter seilien Glaubensgenossen zu verbreiten, der. wie er ein Pfadfinder auf dem Gebiet der Wissenschaft war, so al« Leiter der jüdische» Gemeindeschule und de« Schullehrer-Seminar« Jünglingen und Männern ein Wegweiser für da« Leben wurde und durch sein ganze« Sein sie da« Wahrhafte dein Prunke vorziehe» lehrte. .Die Kraft eine« einzigen durchgebildeten ltzemüthe« wird Tausende veredeln", sagte» Sie am 18. Rov. 1840. Daß Ihre Kraft solche» Segen gewirkt hat, da« danken wir Ihnen in lierzlichster Verehrung". Rach ihm brachte Dr. Kirschstein die Glückwünsche der persönlichen Freund« de« Jubilar« zum Au«»ruck. Zunz gleiche dem,"vvv.1 TOS. Wie Jener alle Geistesschätze, die bi« zu seiner Zeit in Israel angesammelt worden, gesichtet und geordnet, so habe Zunz da« weitschichtige vieltausendiährige Schriftthum. da« verschüttet und unbeachtet gewesen, durch seine lichtvolle Behandlung zur Geltung und Würdigung gebracht. Diese Arbeit für« Judenthum habe Gott gelohnt mit der» hohe» Greisenalter, aber da« sei nicht blo« ein Segen Gotte«. sondern auch ein eigen Verdienst de« Jubilar«; denn .da« Greisenalter werde nur auf dem Wege der Tugend erlangt", daß wisse er. der Redende am besten, da ihm da« Glück persönlicher Freundschaft zu Theil geworden. Cr sei täglich Zeuge gewesen, wie der Jubilar die Tugend frr Sophroshne übe. nicht blo« die Mäbigkeit im Lebensgenüsse, sondern da» Mabhalten auf allen Gebieten, da« Mabhalten. da« seine Wurzel zugleich habe in der Wahrhaftigkeit, die wesentlich für den Charakter, wesentlich für die schriftstellerische Thätigkeit. wesentlich für sein ganze« Leben sei. Sodann erschien eine Deputation de« Vorstände« der hiesigen jüdischen Geineinde. in deren Namen Herr Direktor Herrmann unter Ucberreichung einer Adrefie de« hiesigen, und einer solchen de« Wiener Gemeinde-Borstande« ausführte. daß den Schülern nnd Zeitgenossen de« gefeierten Greise« ein endgültige« Unheil über deflen wissenschaftliche Bedeutung nicht zustehe. Mit guter,. Rechte aber dürle man vermuthen, e« werde ihm einst, ebenso wie Lessing und Macaulay, nachfzerühmt werden, das, er cs verstanden habe, für den Gegentand seiner wissenschaftlichen Forschungen durch die Form der Behandlung ein allgemeine« und unvergängliche» Interesse & erwecken, und daß er. wir die genannten beiden, für die ancipation der Juden auf socialem und politischem Gebiete gekämpft, den Kampf für die Gleichberechtigung der jüdischst« Wissenschaft siegreich zu Cnde führt. Die Adresse de« Vorstände« der hiesigen Gemeinde hat folgenden Wortlaut: .Namen« unserer Gemeinde begrüben wir Sie an Ihrem heutigen Ehrentage, der ein weihevoller Tag ist für unsere gesammte Glaubensgemeinschaft mit der Bitte, auch unsere innigsten Glückwünsche freundlichst entgeaenzunchmen. Wir bringen Ihnen dirsrn Wunsch in voller Ber» ehrung für den Hohenpriester der Wissenschaft de« Judenchum« und mit dem Ausdruck de« tiefiten Danke« für di« großen GeisteSthaten. welche Sie zum Heile Israel» vollbracht haben. Möge Ihr Leben auch fenier« hin von Gott gesegnet sein". lSchlub folgt.) Berichte «»d Gerrejp»«de«se». SmtfAlMb. Jkcfla. Die bisherigen Vrivotdoecnten vr. Mendel nnd vr. Juliu« Wolfs. — der in der ärztliche» Welt unter de, Rainen .derKnochen-Wolff" bekannt ist — sind zu auberordentlichen Professoren an der hiesigen Universität ernannt. 3, beide« Fällen hat die Fakultät ftlbst die Ernennung m» geschlagen. E« ist wohl kein Zufall, dab der Herr Cultus minister für die Erledigung dieser beiden Condidaturen graft den jetzige» Augenblick gewählt hat, in welchem er Hm, Schwenrnger, den chm die Facultät nicht vorgeschlagen hat», anstelle» zu müffen glaubte. E« sicht fast au«, al« ob ma, die Glossen der ,Reich«frinde" über die Ernennung ft« Kanzlerarzte« dadurch vereiteln ,sollte. dab zugleich mit dr, letzteren fortschrittliche und der israelitischen Religion angrhörige Männer zu Profrsioren creirt wurden. Auch den Privatd» cmtni: Sanität-rathvr. Bernhard F rä nkel. Dr.:1 lbertFrä „tkl u. vr Moritz Litten ist da»Prädikat »Professor"beiaelkgt wvrdn. Ueber Mendel'« Ernennuna wird der .Magdeb Zeit.» au» Berlin geschrieben: Der Pshchiatriker hat sich müft som in die Höbe gearbeitet und ist ziemlich lange als Privat docent an unserer Hochschule thätig gewesen. Seine (fr nennung zum Extraordinarius versteht sich hiernach um s» mehr von selbst, al« er tüchtige wissenschaftliche Leistung» al« langjähriger Prakttker an der von ihm bi» vor Kurze, geleiteten Privat-Jrrcnanstalt in Pankow hinter sich hat (ft würde auffallend gewesen sein, wenn Mendel Übergänge, ivorden wäre, weil er Jsraelir ist. Hiervon aber sehen i, richtiger Würdigung der Brrhältniffe die Facultät und ftr Cultusminister ab. die Beide auch ferner die politische Richtung des Gelehrten, der al« Reichs«ag«abgeordneter der Fortschr,tt«partei angchört l»a». ganz auber Acht liebe, Mendel gab. um ganz der Wissenschaft sich ividme» z, können, sein Privat-Jnstitut, da«, wie e« heibt. stark in kl» spruch genommen war. aus. und damit war jedes Hindernii zu seiner Beförderung beseitigt. Er gehörte dem zahlreiche, Kreise der Pcivatgelehrten an. deren Interessen wahrnehn«, zu müffen der Cultusminister erst in der letzte» Landlag»- sefsion ausführlich und überzeugend erklärt halte. Der Mendel'sche Fall läbt Herrn vr. v. Gohler ul« den völlig unbefangenen Unterrichtsminister hervvrtreten, der er bei fierusunaen wie Beförderungen immer gewesen ist. S-u Stellt«, lö Aug. Sonntag, am 10. d. M. su^ die Installierung der Loge .Allemannia" statt, m>» dieser Tag brachte allen Brüdern de« noch jungen Orden« so viel de« Schönen und Erhebende», dab er ihnen »iwergehlich sein wird. Bon einem Bruder der .Benhold Auer> bach-Logc." Herrn Ferdinand Submann au« Berlin angeregt, hoben sich eine Anzahl der achtbarste» Mitglieder unscra Gemeind« zusammrngethan, eine Versammlung einberufen. von denen 27 ihren Beitritt erkärt und bei der Mutirrloge U. O. B. B. in Rew-Aork um ihre Aufnahme in den Orden gebeten. Al« der Freibrief von dort eingetroffen war. wurft der Tag der Installierung bestimmt, zu den, 18 Delegine der beiden Logen in Berlin eingetrvffeu sind, um den Alt der Einführung vorzunehmen. Dei^elbe ging in würdei'oller. von heiligem Ernste getragener Weihe vor sich und alle Mitglirder unserer neu begründeten »Allemannia-Loge" werden H ihren Brüder in Berlin ewig Dank wissen, dab sie sich dies" Mühe unterzogen haben. Da an diesem Tage nicht um die 27 Petenten, sonder» nach ihnen noch 8 Brüder, die sich später gemeldet hatten, eingeführt wurden, so wareii die Herrn überdrei Stunden in ununterbimchener Thätigkeit- Bei der ersten Einsübrung präsidirtr Herr Fenchel, bei der zweiten Herr Jablonski. Heer Berge! sprach beim Begni» und Dchlub ein tiefempfundene«, herrliche« Gebet, da« der Stimmung der Frier entsprach und auf alle Brüder eine» mächtigen Eindruck machte. Auber Briefen von der denticha Reichsloge und der Berchold Auerbachloge (beide in Berlin! fisd noch eine Meng« Depeschen eingelaufen. die zur Verlciuitz