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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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— 259 — . . La» - .~n~ llntcr dem uckichtig ei, Eindruck de« Zunz'schen Ehrenagks schreib« ich Ihnen diese Zeilen in der Hoffnung, daß tyncii vorläufig ein Bericht, der sich darauf beschrank», die leihensolge der Ovationen festzuhalten, genügen wird. Lchon in früher Morgenstunde entfaltete sich ein uii* jofi'liiitci Leben in den sonst so stille» Wobnräumen de« mse» belehrten. Die ersten Glückwünsche und Liebesgabe» derb»achten die nächsten Verwandten, die au» der Ferne zur Fk,rr de« Tage» hrrbeigerilt waren. Bon die»seit« und niseit» de» Orean«, au« ollen Ländern. wo Juden wohnen und dir Wissenschaft de« Judeuthum« geehrt und gepflegt «>rd. trafen poetische und prosaische Grütze, Adressen, Briefe und Telegramme in kaum übersehbarer Zahl ein. Eine stattliche Reihe wisstnschaftlicher Werke wurde von den ^treffenden Autoren den, Jubilar aus den Geburtstagstisch gelegt. Daneben lagen dir Festartikrl, mit welchem jzwmiliche Ftichblütter i» deutscher, cnglischer. französischer, hedraischer. italienischer, russischer und ungarischer Sprache de» seltene» Tag begrüßten. Die osfirieUr Feier nahm um 10 Uhr ihren Anfang. Die Reihe der Deputationen eröffnetr Herr Rabbiner ve. Frankl, der im Ramen de« Rabbinat« der hiesigen Gemeinde, dir in vor. Rr. bereit» milgethrilie Adresse über» reithir und der rtterlesung derselben etwa folgende Worte »oransschickte: .In Ihne» srieru wir brii älteste» Rabbi. Ein höhere» Ehrrmnannr kennt da» Judeuthum nicht. Seinen ersten und größten Meister Mose nennt e«: unser» Rabbi. So nennen dir Geschlechter der Gegrnivart und iverden die un» folgenden Sie nennen .unser» Rabbi" schlecht weg. Mit besonderein Danke gedenke» wir auch der Zeit, da Sir selbst de« rabbinischen Amte« thatsächlich walteten. Allein ihre einzige gottbegnadete Kraft konnte nicht einer Gemeinde begnügcn. Die gesaminte Bekrnurrschast Adonaj'» ward Ihre Gcmrinde. Sie aber ivurden Lehrer und Meister der Lehrer rlnd Meister in Israel." Im Anschluß an dir Vorlesung dieser Adresse überreichte Herr vr Frankl die schlistlichen Glückwünsche de» Lehrerlrollegium« de« j üdisch - theologische» Seminar» in Breslau. Darau ergriff Rainen« de» Lrhrerkörper« der hiesige» Hochschule für dir Wissenschaft de» Judeuthum». Herr De. Müller, Docent an derselben, da« Won und führte au», wir er schon al» Jüngling i» ferne» Landen durch die schritten de» Jubilar« angeregt und begeistert, wie er in seinein Manne»altrr durch sie gelernt: N2ÄV1 rHpm IW dl 2C7I, wie man lehren, forschen und ergründen muffe. Er sei glücklich, Ramen« der Lehranstalt, welche er vertrete und welche die reiffte Frucht am Baume der Erckrnntniß sei. den Zu»z gepflanzt, deren Glückwünsche in de» kurzen Sähe» der solgenden Adresse übermitteln zu dürfen: »Unter denjenigen, welche da« seltene Fest, »velche» Sie heute begelirn. freudig begrüben, erscheinen auch die Unterzeichneten Mitglieder de» Lehrer - Collegium« der Lehranstalt t»r dir Wissenschaft de» Judenthum«. Indem wir Ihnen tlnserc aufrichtigste» Glückwünsche darbringrn, fühlen gerade wir un« veranlaßt. e« auSzusprrche», die wir mit Dankbarkeit nud Verehrung zu den» Manne ausblickr», dein wir dir Grundlage zu der von un« gelehrten Wissenschaft verdanken, oeder von un» hat in de» nach Form und Inhalt vollendeten lftjruginssm Ihrer Studien und Ihre» Geiste» ein hohe» Edrbild für seine eigene Wirksamkeit aui diesem Gebiete zu nblicken. Sir haben un« dir Wege gelichtet, die in da« b>» *h>n ungrebnrtc Gebiet führen, und lver von un« diese «ahnen rinzuschlagkn sich berufen fühlt, erkennt in Jhueu ollverehrten. den unerreichten Meister. Wir feiern am heutigen Tage nicht blo» den geistvollen Forscher; wir feiern nicht blo« da« seltene Leben«alter, zu dem di« göttliche Gnade Sie gelangen ließ. sondern auch in noch höherem Maaßr den edlen Charakter und dir unentrveate und auf da« Gute und Wahre gerichtete Willenskraft. Möge Ihnen die geistige Frische noch recht lange erhalten bleiben." Ihm folgten die Vertreter de« hier domicilirenden Deu«sch-J»raelitischen Gemeinde-Bunde«, geführt von Herrn Professor vr. Lazaru», welcher beiläufig fünf verschiedenen Deputationen al« Mitglied a»gehörte. Er legte dar. wie der lslenieinde-Bund die Eontinuität in der Gegenwart festzuhaltrn suche und darnach strebe, »ül der Eontinuität in der Vergangenheit in Verbindung zu bleibe». Zunz habe de» Weg zur Geschichte geöffnet, als sie noch rin ltzestrüpp gewesen. Er sei *rrn p?, Auge und Quelle der Geschichtsbetrachtung, für die jetzt lebende Genrrotion. Er habe Last und Leid der Geschichte gleichzeitig in seinen, ltzemüth getragen, aber auch die Hoheit de« (leiste» und die Tiefe de« Gemüthe» in de» Echöpsunger. der Geschichte erkannt und persönlich rrpräsentirt. Wer Ihn zu lobe» wage, lade de» Schein auf sich, al« ob er sich ihm an dir Seite stellen wolle. Richt sowohl darüber, daß er ihn loben dürfe sei der Bund beglückt, al« viclmehr darüber, daß ihm eine Gelegenheit gegeben sei, dem vortrefflichen Manne seine Huldigung und Verehrung »»»sprechen z» können. Die von der Deputation überreichte Depesche lautet wie folgt: »Dem gelehrten Begründer M Wissenschaft de« Judrnthuin». den unermüdliche» Forscher, der die »ntergegangrnr» Schätze jüdischen Schriftthuin« an» Licht gehoben, dem Manne, der Israel« gotte-dienstliche Poesie hat neu auflrben lassen und der Weltlitteratur eingefügt, dein Geschichtsschreiber, der Israel Leide» als ei» Marchrium der ganzen MenfchlM erfaßt, und in die Bücher der Weltgeschichte eingeschrieben hat, dem tapferen Kämpfer für uniere innere und bürgerliche Befreiung, dein Manne, der in jeder Tugend geübt, und von der Liebe für alle« Wahre und Schöne durchglüht ist, Ihnen, 'lnserin vielliebrn theuren Altmeister, dringt zu ihrem »0. Geburtstage der »Dcutsch-JSrae« litifche lYcmrinde-Bund" den herzlichsten Glückwunsch dar. Diese» Glückwunsch fügen wir die innigste Bitte a». Sie wollen r» freundlichst genehmigen, datz wir Sie al« Ehrenmitglied de« „Deutsch-Israelitischen Gcnirinde-Bunde«" von nun an begrüßen dürfen, damit der Bund immerdar geehrt bleibe dadurch, daß er sich mit Ihrem Ramen gesegnet hat. Sodann bitten wir «ie ftrundlichst zu genehinigen, daß wir zur dauernden Erinnerung an den Tag, da Gott Sie un« geschenkt hat, eine Stistung unter dem Ramen: ,Zunz-Stiftung de« Deut sch-Israelitischen Gemeindc-B u »de«" begründen, deren Zweck e» sei. hervorragende Leistungen auf dem Gebiete jüdischer Geschichte und Littrratur mit einem Preise zu krönen. An Ihrem Geburtstage möge die Verleihung stattfinden, damit dieser Tag zur Grdächtniß Ihre« gefeierten Namens ein 21V 21' bleibe für solche, die in Ihrem Geiste fortarbeitm und für kommende Geschlechter, denen der Segen solcher Arbeit zu Theil werden soll. Hochverchrter Herr, Sie haben ta« Banner J«rael« in trübe» Tagen hochgehaltrn und haben den Zeitgenossen da« Schristwort: OWI iV? 02rU'21 V2NV2N KTI ,'2 so lange und so eindringlich gepredigt, bi« sie alle >tch freudig, um diese« Banncr schaurten, da« Ihnen der Jüngling, der Mann, der Grri« unentwegt länger als ein halbe« Jahrhundert vorangetragen hat. O daß e» Jhnni deschieden sein möge, die «onne jene» Tage« noch zu schauen, dessen Morgenroth bereit« heraufleuchtet, jeue» von unseren Dichtern und Propheten verkündeten Tage«, a» dem nach Ihrem schönen Worte, »dir Ideale de« Geiste« erkannt und erfunden, dem Gedanke» Frei»

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