Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 33.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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— 258 — lun. iw» darf und abhalten. die iuhumaneu Gesetze selbst Igcn Akum ald antiqnirt zu erklären? Im Gegentheile Inhcn Bibel und Talmud in Folge der in ihnen enthaltenen EptaKn Prinzipien Der Humanität diese Erklärung zur liligilc» Pflicht. Wir leben allerdings nicht unter Akum, Id sind auch einig, daß die Christen nicht darunter zu verlyu jcini, aber rS darf hierbei nicht außer Acht gelassen IriKir 1. daß die Bestimmungen, wenn auch »»r gegen Ilnm gerichtet. ei» Makel der Ethik sind, die auf der heutigen Llturitufc Geltung haben und immer nach zur Geltung Eiunr» soll; 2. daß doch Niemand jenen Bestimmungen Ltn Atheisten*) und Verbrecher eine Geltung zuschrriben wird, sid dich könnte dieses, wen» sie für u»S noch Geltung Lkh, va» den Gegnern behauptet werden und endlich r werden, wie schon oben bemerkt, die Gegner bei der Bc> Luptung. die Gesetze hätten auch gegen Christen Geltung, til Aknin den .Nichtjuden" bedeute, beharren, ohne daß ihnen Lehr als ein Widerspruch entgegengebracht werden kann, s La hoch wir auch die Gelehrte» der Vorzeit al» Auto» itiit bezüglich der Cerrmvnlalgesetze stellen und anerkennen, ^,»nchtl>ch der Fragen der Wissenschaft und Ethik müssen Le der Gegenwart ihre Selbstständigkeit i>, Anspruch nehmen nb lebe mit Wahrheit und Humanität in Widerspruch ehexbe Aeußerung al» nichtig erklären. Einer solche» Erklärung bedarf r». Mit Gutachten s> nicht» grtha». Man könnte wohl einwenden, daß ja der «rnnlieilsfrrlr Christ sehr wohl ivisse. die von den Antirmiie» vorgedrachtcn Beschuldigungen seien unbegründet, ^it dieselbe» durch die viele» in allen jüdischen Schulen >cbrni»l»r» Religionsbücher widerlegt worden, allein manche bwresse gegen dieAntisemiten. von jüdischen Geinrinden ob deren Lchanpiuüge» in ihren Organen eingeleitet, würden und lüdie» verloren stehe», wenn die heutige Judenhcit jene Inwiiiät in ethijcher Beziehung nicht in Abrede stellt. Vertu» Arrkiu, <(. Aug. (Or.-Corr.) In der vorletzten Nr »ein gesch, Zeitung erwirbt sich riu Herr au» dem äußerste» teideil tsLL TCTö) da» Verdienst (?>. einen todte» Löwe», <m seligen Rektor H o r w i tz. einen Fußtritt zu versetzen und er hiesige» Lrhrer-Bildungsanstalt ctiva» am Zeuge zu flicke», »dem er sich auf eine in Elbing passierte SchrrckenSthat aus, Ich habe keinerlei Beziehungen zu der gedachten In'talt Aber ich iveiß t», daß der jetzige Leiter dersrll>en, man ,»ngc» Manne mit Relegation drohte, fall» er eine <ikrielii»»dr vor Labbath.Au»ga»g seine beabsichtigte Ferien» nie anirrtrn sollte. Man sollte also doch nicht »ach einem ersaulten Apfel den ganzen Baum beuttheilen! — Doch »hle ich mich nicht berufen, al» Anwalt der hochbegabte» Minner da» Won zu nehmen, unter denn Leitung da» hirs. :em,„ar jetzt florin und die r» ohne Zweifel verschinähen »erden, vor dem Tribunal jene« nordischen Herrn Rede zu lche» Wenn dieser e« aber unternimmt, auf da« Grab de» niheren Dinetor« einen Stein zu werfen, so müssen Sie »>r müaiten. für Hunderte seiner Zöglinge, die ihrem Meister i» ehrsurchtvollr« Andenken bewahren, an dieser Stelle da» ltgen zu protrstiren- Zur Ehre jene« Corrrspondentrn nehme lh an. daß er nicht zu diesen Zöglingen gehört, sondern ein pr frommer Man» ist. Darf man aber dann nach Hören» »ge» und auf Gnind von verstümmelten Bonmot« Todte md Lel>endigr verletzen und Hunderte von amtirenden Lehrern ei ihre» tyemeinden verdächtigen?**) — Wer in der Räbe H.'» eblc. mußte nicht nur seine hohe Intelligenz und Geistesschärfe, en hohen Aufschwung seiner Seele in da» Reich der Idealen ewunder». sondern wurde auch erwärmt von dem Feuer. *i 'Wanbrate doch auch an die vielen Xi|ftbenlen, an die («efandlschasie» *>°»>eii»icher «malen (Japan, Ubina u. a.» an viele» deutschen liefen ,B6 Andeie mehr . **) Wir bedauern, das, eine iXebaelivns-Anmerkung zu jener (lanefp., «anz im Linne de» Obigen audsprach. wegen unserer zeitweiligen rbwrientveit vm» Xiuekone, nicht «ehr rechtzeiüa in der Tnxterei ein- «nb nehmen wir darum jbie obige llorrrsp. um s» bereitwilliger da« au« seinem Innern sprühte, wenn er voin Judenthum und seinem geistigen Inhalt, seiner erhabenen Weltmissio» und seinem «trrben »ach mrssianischen Idealen sprach. Mit eincm Worte: e« herrschte an seiner Anstalt ein nyi ITPl Tt ntfP ein Geist, der nach wisienschaftlicher Erkenntniß und nach Gottesfurcht strebte. Ob das der Fall gewesen, werden auch die Gemeinden, welche die Zöglinge de« hies. Serninar» mit Licht suchen, wohl erfahren haben. Ich füge eine Probe au» H.'S hinterlassenen GeistcS» blüthen bei. die beredter al« meine Worte für sein Empfinden zeugen wird. Vielleicht findet sich für dieselbe zur Erbauung Ihrer Leser in Ihrer gesch, Zeituilg ein bescheidenes Plätzchen. (Wir bringen dasselbe an der Spltze de« heutigen Familien» blatt«. Red.> 8. Aeulßeu H.-K., Juli 1884. (Von der Mamreh» Loge.t Es unterlikgt keinem Zweifel, daß die begeisterten Huldigungen, welche der Leit-Artikel in Rr. 29 dieser Zertung der Tendenz und den Bestrebungen de« Orden« B'nai» Brith gewidmet hat. auch in iveiterrn Kreisen ein vernehmliches Echo gefunden, da« dazu beitragen wird, der segensreichen Thätigkcit des Orden« auch auf deutschem Boden ein weite» Feld zu ebne»,*) Gehört ja doch die Ausübung der Wohlthätigkrit nicht a ll ei n zu den Hauptbestrebungen de« Orden»! E« find die großen Jderu, lvelchr eine magische Kraft ans alte Anhängerausüben und ganz besonder«: die Zucht de» Geiste« und de» Willen« durch strenge Befolgung der Gesetze für Logen: der Parlamciitarismu«, dessen bildender Einfluß sich darin kund gicb», daß er jede« Sichgehcnlasse», alle« unüberlegte Reden verhindert uild jedtvede Ucbertrrtung der Discipli» de« Präsidenten unterwirf«. Die Loge unterscheidet sich von andern Vereine» besonder« vortheilhast dadurch, daß sie die Thätigkeit eine« jeden Mitglied» in Anspruch nimmt, »in e« für dir Interessen dcS Orden« zu wecken und zu fefleln. Je nach dem Grade seiner Fähigkeit hat e« in diesem oder jenem Comitöe .mitzurathen und mitzuthaten* und alle ihm übertrage»«, Pflichten gewissenhaft zu erfüllen. Auch die Theilnahme an Freud' und Leid in alle» Wechselfällen de» Leben«, die opferbereite Hingabe im Falle der Erkrankung eine« Mitgliedes und die für jeder derselben beslehendrn Verpflichtung. RechSslrriliakeiten durch das FriedrnS-Eoinitäe zum Anstrag zu bringen, führt den, Orden begeisterte Anhänger zu. Wenn sich nach kaum sechsmonatlichem Bestehen der hiesigen Loge, welch« bei ihrer Begründung nur l 7 Mitglieder zählte, die Zahl derselben vervierfacht hat. wen» man hierbei >» Envägung zieht, daß jede Propaganda principiell ausgeschlossen ist. daß dir Ei»trltt»gclder und monat» lichen Beiträge nicht eben niedrig bemessen jind, daß Personen um Aufnahme in den Orden »achsuchen, deren Wohnort über 100 Kilometer von der» Sitz der Loge entfernt ist. daß aus ursprünglich principiellen Gegnern de« Orden« begeisterte Anhängrr und Mitarbeiter geworden sind, und alle« diese» trotz der durch die Gesetze anbrfohlenr» Verschwiegenheit über alle Vorgänge innerhalb der Loge: so wird man e« begreiflich finden, daß e« eine Hohr und heilige Sache sein muß. in deren Dienst sich die zahlreichen Anhänger de» Orden« B'nai- Brith gestellt hat. deren einziger und alleiniger Zweck r« ist: .Die sittliche Veredlung unserer Glaubensgenossen*. M»« $tfrta (Or.-Corr.) Videurt Consiilas! Wo kein Mann ist, da soll man sich bemühen, Mann zu sein! Lange Hab« ich gewartet, tvril ich erwartet habe, Berufenere und Würdigere iverden ihre Stimme erheben, um einem Chillul haschem vorzubeugen l Aber Alle» schweigt — Viele ordentliche und brave Menschen fallen in die Schlinge. Deshalb faflc ich Much und rede! Nicht wahr. Alle werden mir zustimme», daß die Gesetze über die Würdigkeit und Befähigung der Synhedriiten moralischen Werth behalten haben. Alle, die an die Spitze einer — oder gar der — Gesammtheit treten wolle», müssen durch Wesen und Wissen hervorragen. In bescheidenem Dunkel haben all' die zu bleiben, deren •) U« sind bereit« mehrfach Anfrage» an un« ivegen Beitritt» ergangen. Wir verweisen an bie Herren Präsidenten der Lagen in Berlin.