Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 33.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 252 — soll’ origine soll eta dell’ uomo di Maroo Mortara. 4. Begriff und Ursprung der Tosefta von Dr. R. Brüll. 5. Hagada und Midrasch-Hagada. Ei» Beitrag zur Sagengeschichte von vr. M. <Aübemann. 6. Abraham den Rathau aus Lunel. Berfasier de- Manhig von vr. D. Cassel. 7. Vorbemerkungen zu den hebräischen Editionen des zweiten TheilS. Der zweiteTheil enthält: 1. SM 277« des Jesaja Bedraschi von vr. A. Neubauer. 2. P deS Chajim JSraöli von Abb« P errea u. 3. Bibliographie hebräischer Denk- und Trauer-Reden von vr. A. Jellinet. 4. -nS T2K d«S Jsak den Todras von Bawn D. de Günzburg. ü. 7H2Tjq5‘2'5n.mpiOfi ‘DSn 770*577 vonO.H.Sch orr. 6. BBWO JW7 des Siinon den Josef von Prof. vr. Kaufmann. 7. o"*52 0V"B des MaimonideS von Prof. I. Derenbourg. 8. ^»25 'n 'TW von Dr. Eger». 9. *rSp p TSl'B von vr. P. F. Frankl. Ich schließe meinen vorläufigen Bericht, dem ein ausführliche Artikel über die Bedeutung und da» Wirken des Jubilars folgen soll, mit dem Wunsche, welchen mit mir wohl alle Denkenden in Israel hegen, daß e» dem verehrten Jubilar von Gott gegeben sein möchte, noch viele derartige wissenschaftliche Editionen miterleben zu können, denn sie alle sind ja zumeist ein Ausfluß seine» Geiste». 1H. Arier io Schote ml Syoazege Maideßor-. 10. August. Unserer Jugend Kenntniß von den Leistungen und der Bedeutung unserer großen Männer beizubrinaen, sie ihr al» leuchtende Borbilder hinzustellen, ist eine Hauptaufgabe der Religionsschule. Bon diese« unbestritten richtigen Gedanken ausgehend, hat unser Rabbiner heute, am 90. Geburtstage Leopold Zunz'«, den Schülern und Schülerinnen der oberen Klaffen der Gemeindereligionsschule die hohe Bedeutung de» Jubilar« für die Entwickelungsgeschichte de» Iudenthum«, seine unsterblichen Leistungen auf dem Gebiete der jüd. Litteratur und Wissenschaft dargelegt in einem kurzen Lebensbilde diese» großen Sohne» de» Judenthums, der^ur Zierde de« letzteren un» noch lange erhalten bleibe. M»rhßa»s<0, 9. August (Cr.-liurr.) Heute hielt zur 90jährigen Geburt»tag«feier de« vr. Zunz unser Rabbiner vr. Gelbhaus eine Rede, in ivelcher erden greifen Jubilar in begeisterten Worte» feierte und de« Vorschlages de« Herrn vr. Jellinek, zum Andenken an den lO. August 1884 eine .Akademie der jüdischen. Wiffenschast" zu gründen, zustimmend erwähnte. Auch Nachmittag» hielt derselbe in der Synagoge einen mehr wissenschaftlichen Bortrag über Zunz. Beide Vorträge sprachen die Zuhörer sehr an. Herichte und C-rrefpo»de»?e». Deutschland. A»» Made». (Or.-Cvrr.) Der ehenialige Redakteur de» eingegangenen »J»r. Boten". Herr Moritz Baum in Franffurt a. M. fordert in einem Circularschreiben die Rabbiner, wie e» scheint, aller Länder auf, über Geist und Wesen de» Talmud ihm Gutachten einzusenden, die er zusammenstellen und herausgeben will. Die Herren Rabbiner werden zwar selbst wiffen und beurtheilen können, ob der Vorschlag zu acceptiren sei. Dennoch glaubt Schreiber dieser Zeilen (ein bedeutender durch Wiffen und reiche Erfahrungen hervorragender greiser College. Red.) mit seiner Ansicht hervortreten zu sollen. Ich glaube zunächst nicht, daß Herr Baum, auch wenn der Vorschlag nicht» Bedenkliche» hätte, zu dessen Ausführung der geeignete Mann sei. Nach seiner bereit« kundgegebenen Meinung hängt der Schulchan-Aruch nicht von dem Rabbiner, sondern die Rabbiner hängen von dem Schulchan-Aruch ab. sind also an Letzteren gebunden und müffen deffen sämmtliche Aussprüche al« sanetionirt anerkennen. Wa» nun weiter? Wenn die Gegner de« Indenthum« und der Juden mit chren Angriffen auf beide sich auf den Schulchan-Aruch berufen, so stehen die fraglichen Stellen entweder wirklich darin oder sie stehe« nicht darin. Wozu da Gutachten? 'WM *7B0 Th Wenn wir un» schon vorher die Hände binden, wie wolle, und können wir un» denn dann wehren? Aber selbst wen, Herr Baum der Mann hierzu wäre, so scheint mir der Borschlag selbst sehr bedenklich. Wir wiffen, und die Berliner Rabvinerversammlung hat ja den BnveiS geliefert, daz bezüglich deffen, wa» den eigeutlichen Kern aller Besch,r|. digungen bildet und auf deffen radicale Beseitigung aller ankomml. obgleich sachlich sicher einverstanden die Aengstlich, keit der Hyperorthodoxie um einige rituelle Observanzen die Vertreter derselben abhielt, sich zustimmend zu erklären. Man kann mit aller Zuversicht behaupten, daß auch da hyperorthodoxeste Rabbiner der Gegenwart die Aussprüche im Talmud und Schulchan-Aruch selbst gegen Akum, wen, solche unter un» wohnten, zur Anwendung zu bringen, al» religionöwidrig, al» im Widerspruch mit den Gesetze» der Genchtigkeit und Rächstenliebe nicht vereinbar anselmi. Sie gehören einer anderen, auf einer nicht so hohen Cullurstufe stehenden Zeit an und bei den besten theoretisch vorhandenen Lehre» sind die Menschen, und selbst auch tlmlweise die Gelehrte», Kinder ihrer Zeit, und könne» ihrer Em- Wirkung sich nicht erwehren. In der katholischen und protestantischen Kirchenlitteratur befinden sich hierfür Belege. Päpste und Reformatoren stellten Behauptungeu aus unB vollführte» Handlungen") die von der katholischen beziehung». wrise protestantischen Kirche gegenwärtig al« inhuman verwarfen »verden. E» ist ein Jrrthum, wen» man glaubt, durch die Behauptung, unter Akum seien die Christen nicht verstanden, sei die Sache schon abgethan. Mit »ichte». Den» abgesehen davon, daß die negative Behauptung, oder der Widerspruch sich nur behaupte» aber nicht beweiseu läßt, und. wie da» auch geschieht, man gegnerisch behaupte» kann, da» Wort bedeutet wohl .Götzendiener", aber stillschweigend könne» ja doch auch Christen damit gemeint sein, abgesehen von der Schwierigkeit oder wirklichen Unmöglichkeit, da» Grgki»heil zu beweisen, so würbe der jüdische» Ethik, wenn sie »och heute diesen Aussprüchen gegen Akum religiöse Geliun, beilegte, Mangrlhastgkcit nicht adzusprechen und ein schocrwiegender Vorwurf gemacht werden können. In unserer Zeit wird Niemand bestreite». d>rß dir Grundprinzipien einer wahren Ethik mit den Gru» dpnnzipic» der Humanität in Uebereiustimmuug sei» muffen, d. h. alle Menschen sind vor Gott gleich und Gerechtigkeit und Liebe stellen für alle Menschen die Anforderung. gerecht und liebevoll gegen sic zu verfahren. Der Staat hat da» Recht und die Pflicht, de» Frevln zu strafe« und jeder Einzelne, de» Schutz de» Staate« gege» Rechtsverletzung in Anspruch zu nehmen, nicht aber sich Kibft Recht zu verschaffen oder gar in seinem vermeintlichen Eifa für seinen Gott ungerecht und lieblos gegen irgend ein» Menschen zu Handel». Wen» in der Bibel hiervon adweichende Bestimmungen sich finden, so lag e» darin, da» der in der Bibel beabsichtigte Staat doch ein tße«kratisltzer sein sollte. Die Religion«gesetze ivaren auch Staat-gefeye und umgekehrt ivaren die Staatsgesetze auch Religiontgefetzc. Daher auch für die scheinbar unduldsamen Gesetze gegen d«c Heiden nicht ihr heidnischer Glaube, sondern ihr u»sitt> licher, für den Staat nachthciliger Lebenswandel ausdrüälich Motiv angegeben ist. Durch den Untergang de« Staate» >var auch da» Religionagesetz in Frage geitellt und um t» zu erhalten, mußte gar Manche», wa« nur schwer zu trenn» war, beibehalten werden. Jeder Kenner de» Talmud iveij, wie häufig neue, vom Biblischen abweichende Bestimmunge» erforderlich waren, um über den hieran» entstehenden Conflict zwischen Leben und Gesetz hinwegzukommeo. E« genügt, a, den Ausspruch: „Dina Demalchuta Dina" zu erinnern. Wat •) 3. ». tzuß und Lervei.