Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 32.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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- Baku 1× ep/1000527
- Odesa 1× ep/1000834
- Tunis 1× ep/1048155
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— 246 — werde, aber virle bet Unterzeichnet bet besonderen Erklärung waren entschlossen, für den Fall, daß die Bet. sammlung zu Stande käme, an derselben Theil zu nehme» und hatten Herrn Rabbiner Dr. Hildesheimer i» Berlin zu ihreoi Bertreter für die Berhandlungen geinacht, die dieser mit dem einberufenden Comitöe zur Ermöglichung der Theilnahnie führen sollte. Diese Berhandlungen wurden abgebrochen. Die Pfründe gehören, da es sich hier nur um die .(Hcklärung* handelt, nicht hierher.*) Ich weis; nicht, ob ich überhaupt berechtigt wäre, diese Pfründe hier mitzutheilen. ttbcr Ein» darf ich aussprechen — und jeder der betheiligten Herrn wird mir die» bezeugen — .die Erklärung in Betreff der interkonfessionellen Stellung de« Judenthums* steht in gar keinem Zusammenhänge mit de» Motiven, die zum Abbruch der Per handln »geil führte». Möge es nun genug sein de» Streite«? Ich wünschte. daN von dieser Frage, in der alle Parteien übereinstimmen, eine 'Verständigung ihren AuSgang nähme, welche die verschiedenen Richtungen wieder zurücksührt zu gegenseitiger Achtung »nd zur Heilighaltung der Ehre de» gesamten Judenthum»! (Bon diesem Gefühle sind auch wir beseelt, und. obwohl wir gar Manche» über resp. gegen Einzelne» in der vorstehenden Darlegung zu bemerken hätte», wir unterdrücken tt — nrw '3TT TBO. Red.) Mo» der Mortzseetiiße. — Aus der Tagesordnung der diesjährigen Jahresversammlung der israelitische» Lehrer Hessen» stand al» zweite» Referat: .Die Chanukahseier in der Schule * Leider koiinte wegen vorgerückter Zeit dem Referenten Herrn Eorneliu» -Rotenburg. da« Wort zu diesem Bortrage nicht gegeben werden. Da aber meine» Wissen» über diese» Thema noch in keiner Lehrerkonferenz referirt wurde, dem gegenüber jedoch eine Besprechung über diese Schulfeier ebenso zeitgemäß wie interessant ist, so richte ich hiermit (im Einverständnis mit dem Redakteur der »Wochenschrift*) an den Herrn Referenten die Bitte, die bezügliche Arbeit in diesem Blatte gefl. zu veröffentlichen. Es sind bereit« in einer großen Zahl Gemeinden zum erste» Abend de» EhanukahnsesttS besondere Pfottesdiensie (mit Gesang und Predigt) veranstaltet worden, da braucht der Werth und Segen einer Chanukahseier in der Schule für Synagoge und Hau» weiter nicht nachgewiese» zu werden. Gehört doch unserer Jugend die Zukunft de» Judenthum» und müssen unsere Sinder für die gottesdienstliche Feier erst durch die Schule begeistert werden. Wohl aber kommt die Frage in Betracht, wie diese Festlichkeit einzurichten und zu veranstalten sei. Sie muß ohne Ztveifel au» Gesang, einer Festrede und Deklamationen seiten« der Schüler bestehen. Da entsteht denn die weitere Frage, ob wir poetische Stücke, die bei der Chanukah-Schulfeier zu verwenden geeignet sind, genugsam besitzen. Ich glaube, daß un» hierzu fast alle» fehlt. Vielleicht aber veröffentliche» berufene Federn hierzu Passende» in diesem Blatte oder in einer besonderen Broschüre, vielleicht auch regen diese Zeilen den Wohltvbl. Ausschuß de» Gemeindebunde» zur Förderung der Sache an. (Do» eigentliche Forum hie'ür ist der deutsche Rabbinerverband, der diese» Gegenstand auch i» seinen Arbeitsplan ausgenommen hat; nur «ech ein wenig Geduld. Red.) -okßerg, 22. Juli. Außer dem da« jüdische Sur- Hospital so hoch ehrenden Gnadenbewei« Ihrer Maj. der Kaiserin, von dem wir in voriger Rümmer berichtete» empfing dafiel de zu seinem 10. Stiftungsfeste auch sonst von höchster Stelle und Vertreter» der hohen Behörden erfreuliche Beweise sympathischerTheilnahme, die ganz dazu angrthan sind, die Verwaltung zu i-nnuihigen. auf dem bisher betretenen Wege fortzuschreite». Se. »kaiserliche »nd Königliche Hoheit der Kronprinz geruhte» cbenfall«, die Anstalt beglückwünsche» zu lassen. In „rubiftrn;(<itfit“ dürfte auch daraus »urtlckzulommcn sein, soviel sei jedoch schon jetzt consrailn, das, die Schuld nicht aus Leiten der «einladenden zu suchen ist. Man drauchi nur den dekannie» Absagearliicl de« Lchwiegersoini« H.» in der ,Jüd. Pr." zu lesen, um aus Me richtige Lpur geführt z» «erden, rüied.) Ferner liefen herzliche Glückwünsche ein von dem H Justizminister, von dem Herrn Oberpräsidenten von Ponnr dem Herrn Regieru»g«präsidc»ten in CüSlin, dem Med>-,m^ und R»>gierit»gsrath Herrn v. Massenbach in EöSli». sowie viele» Privatpersonen in Rah n»d Fern. Am Sonntag Vormittags um l 1 Uhr wurde durch H'IrnrrJ Gottesdienst da» zehnte Stiftung-fest i«> Betsaal der A„^ in Anivesenheit de» Herrn Leindrath von Ragmer. Bürgenneister tfumntert »nd Herrn Ltadtverordneten-Bmi'i, Speck und unter zahlreicher!heil»ahi»e hiesiger »nd fremd Personen begangen. Herr Rabbiner De. Goldschmidi br die Festpredigt an der Hand de»!ert>vo>1es Jereinia» >. l»j »Sie ich lialv dich heute bestellt zu einer feste» Burg, einer eisernen Säule und zu ehernen Mauer».* — »g fesselte i» mehr al» stündiqer Rede die Ansmert'ambr der Festrvrsammlung; die liturgische» (besänge wurden b.tt: Santvr Zadikoiv, unteritü(it vom hiesigen Sl»>agogen-Gt>,n^ Verein, ausgesührt Am Sonnabend d. 20. fand im großen Strandschlr»),,» die Rachfeier de« Stiftungsfeste« durch eine musikalisch delian» torische Abendnnterhaltung zam Beiten drw Anstilt tt« zti der hewvnagende Künstler und «linstlerjnnen. sowie tu) Dilettanten ihre MiNvirknng bereittvilligit zugesagt halten £efirtreidi>Uiiaarii. JBiea. Am 9. Juni ist Herr Obermaier (von Jet' Aufenthalte in Persien wir in diesem Blatte schon qesprcxbe-I habe») nach 2'/, jähriger Abwefeaheit hierher zurückgekelin s Während dieser Zeit hat er Kleinasien« Säfte, Rordslw>-.i Tunis (hier war er auch in Sairuan, daß kein Euroiu<r betrete» darf« und Aegypten besucht. Durch Arabien gelang»! er »ach Mesopotanien und veriveilte Idiitfe in Bassora t 'I Bagdad. In Rordpersien blieb er bei Abtmn Mirza al« Lehrer de« Französischen einige Monate lang. In Tetici»! hat er der dortige» jüdischen Gemeinde religiöse BarinzcD in persischer Sprache gehalten. Bon einer a» der Küste btf kaspischen Meere« gelegenen Stadt fuhr er nach Baku. k>a«r^ nach Tiflis, Batum und Odessa. Auch der bekannte Afrikareisende R. Mordechai iii twl seiner im Aufträge der französischen Regierung unternomma,^ einjährige» Reise durch Maroceo nach Algier heiingekeliri. Schweiz. Mer», l l. Juni. Dem »Bund* wird über die Frage de» Schächten« au» Luzern geschrieben: Die Lösuigl dieser Frage, bezw. da« Verbot diese« altherkömmlich«« I Schlachtverfahren« durch das Richteramt Aarivangen wir»! schon a» viele» Orte» ohne Erfolg sein und das giedl bei Veranlassung zu der Annahme, daß diese« Schlachtverfatiwi t eine geivisie Berechtigung habe. Da» Aarwanger Gericht! ist von der Voraussetzung au-gegangen, diese« Verfahren «I eine Thierq»äler*i; nun ift aber früher schon von de» ettte»| Autoritäten wissenfchaftlich festgesteUt worden, daß die?h beim Schächten keine Schmerzen zu leiden höben; nur fm» I Einwendungen gemacht worden gegen die barbarische Art iintl Weise de« Riederwerfen« der Thiere, um sie zum Schicht««! vorzubereiten. (Welche gegen da« Gesetz ist. haben nicht« dagegen, daß die Metzger z» einen, humart Borgehen angehalten werden. Red. d. Wochenschr.) Bor »•] gesähr 10 Jahren suchte der Stadtrath von St. Gallt« auch gegen diese« jüdische Schlachtverfahre» einzuschreitn. die Juden aber, die durch diese Verordnung ihre Religio^ angegriffen sahen, reenrrirten an den Bundesrath, der >,»' den Rekurs »ach Art. 49 der Bundesverfaflung für degruiiiak erklärte. (Köln. Zig.) Jranfreid). Au« Algier bringen die Berichte über von der kleinen Prefle genährten Judenkraivall eigentlAl nicht» Rene«, da Alle« in der gewohnten Weise adlet! Freitag Abend hatte» jüdische und christliche Rekruten Ml aus der Mairie gezankt. Am nächsten Tage (28. »\uii)j Abend war Coneert, wobei junge Leute, die Rufe jüdiickr^ Hausirer nachahmten. Da soll gegen 10 Uhr Abend« (<*