Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 32.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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t — 247 ' - 0nt Mjribc zu sei», tvelchcr am 14. Juli i» Paris dir E„ t>nt lisch leben lasse») ein Indes??) gerufen haben: ),c Franzose» sind alle Feiglinge, sie lwben 1870 capitulirt!" acaiit entstand ein unbeschreiblicher Skandal, säst 2000 „qe Leute wurde» von einem Anführer nach dem Juden- -iicl nnter »Hurrah" und .Nieder mit den Inden" gerufen, a grei't rin Bataillon Zuaven und die Polizei rin. Etwa \ wurden verhaftet. die Thüre» z» erbre>chen versuchte». jirrnmndungen sind unbedrntend. Der Sonntag Bormrlirf ruhig Nachmittags 2 Uhr sammelten sich lassen, alwr sie be»ehrn zumeist au» .Araber». Spanier», lalttiern und Italienern". Läden »vnrden erbrochen und vlürdert. Jude» sollen, sich und die Synagoge verthcidigend. lenie und Ziegeln in die Masse geworfen haben. Um 4 Uhr -«der die Bande sich nach dem Malakoffplatze, wo i,' »mlliche Emeutc ausbricht, liegen 5 Uhr erscheint deis l,inair. tvrlche» in de»- Nacht einige Male einschritt und «daiiungen vornahm Es ging, wir ülvrall. Der Pöbel el»e dasselbe Bergnügrn habe», dar die Bornchmere» ge- >sse» hatten. Erst waren dir daran, ivelchen die Bürgcritiie der Jude» ein Dor» i»> Auge sind. Dann kamen die , die Reihe, welche Rechte nicht wollen, dagegen »eint» tfcii meigen, der ei» paar Groschen im Bentel >>at. Erst i Politiker, dann die Plünderer! Varl». Ei» hiesiges Blatt findet e» für unrecht, daß e Albaner Geld nach Ungarn geschickt hat, um die Wahl von ctm;» betreibe». Das kann die Alliance schon deshalb nicht ttM» haben, iveil dazu ihre Gelder tvahrlich nicht ausrrichen. ^bichon der Alliancebericht es constalitt hat, ist es doch ichtig und interessant genug, um hier wiederholt zu iverdc». ir der iranzösiichc Minister des Innern die Angabe de» z»ti>owitigue, die samose Crcmienx'Pwklamation sei ihm ,t den Akten des Ministeriums des Inner» zugegangcu an appiler Form als Lüge erklärt, indem er auf Anfrage der lliauee bekundet, dag es in den Akten de« Ministeriums in solches Aktenstück gebe. — Arch. iSr. zählt die iin Nationalfrst dekorirtc» Israeliten auf: 2 Offiziere leneral Lcvi und Eapitai» Weill«, der Bibliothekar des caair, der Schriftsteller und Dichter Natisbonnr, l Arzt uoaU I P idagvgr (Levi Alvar4s>, l Eisrnbahnuntrrdirrktor!olorf und 1 Kaufmann (Hayem). Vermischte n»d neueste Nachrichten. AerK». Der Erklärung der Rabbiner-Versammlung ist ich Herr Rabbiner Dr. Groß in Fraustadt beigetreten. Die eiaimntzahl ist sonach II». Aerki«. Der Preis der Michacl - Beer'fche» Stiftung r Maler und Bildhauer mosaischer Religio» ist im Betrage von!ö0 M. zu einer einjährigen Studienreise dem Maler Saul lahl au» Lemberg, zur Zeit in München, zuerkannt worden. 3Util«r. (Cr.-ßonr.) Auch das hiesige Rabbinat ist nn» chr und ztvar tu recht würdiger Weise. Sonnabend dr»! Juli hielt Herr Or Fried, z. Z. Rabbiner in Bern- »g. hier dir Prvbepredigt, und Sonntag den 2V. fand me cinitimmigr Wrthl statt. Es ist dies nicht nur ei» rechendes Zeugnis; für den durchschlagende» Erfolg, dessen h die Predigt de» Herrn Or. Fried zu erfreuen hatte, "brr» nicht minder ei» BetveiS für das friedlich rinmüthige lisammrngrhen der hiesigen Gemeinde mit ihrer Verwaltung. f sich lern von unwürdigem Parteitreibe», von Intrigurn. Stationen und allerhand selbstsüchtigen Neben» bsichtc» eiu» l»cr Führer l»ei ihrer Rabbinrnvahl hielt im strikteste» k-e»say zu rj„rr andern nicht unbedeutcnden Grmeinde, wo r viele dieser unrühmlichen Momente sich geltend machte». « uns würde z.B. auch nie und nimmer die <Ninci»devertrrlu»g h soweit vergessen, ihrcin Rabbiner, iveil er in einer ivichtigru Hllsrage die Ansicht de« Vorstandes nicht theilt. ettva aus «onate die Kanzcl zu verbieten!>*> I» derartigen Gemeinden *) -elchr Schmach adzuivelHk». lsi leib» de, schänsie »Amtnul" i»> ''iwfpii-iicn* Blanchen nicht im Stande. iss der Rabbiner veruttheilt, die traurige Rolle eine« Spielballs in der Hand de« Vorstandes zu spielen. Da herrscht denn doch bei un« eine größere Achtung und Ehrerbietung vor dem religiösen Oberhaupt der Gemeinde. (Or.-Corr.) Da» Eantorat zu Görlitz ist durch den liturgitchen Lehrer a,n Breslauer Rabbiner-Seminar, dem Ehordirigente» Herr» 2. Zlotnicki, besetzt worden. Sein Probevvrtrag hatte sich der vollsten Anerkennung zü erfreuen. Die Vortragsweise sowohl. wie auch einige Gesänge ivaren in der Auffassung des Ober-Cantors Deutsch zu Breslau, dessen Schüler der Eandidat ist. Herr Rabbiner Or. Freund, Director der ReligionSschule. sprach auch seine Besriedignng über das pädagogische Geschick, über das Wissen undKönne» des Z. aus. so das; seine einstiminige Wahl erfolgte. In Aorten (Westfalen) starb am sltN p"CS Herr i Benjamin Jonas i» dem hohen Alter von 1*4 Jahre», i Derselbe hatte das Porsteheraint in der dortigen israelitischen! Gemeinde an 58 Jahre verwaltet und wurde bei Äclcgrn-! heit seine» 50 jährigen DienstjubiläuntS von Sr. Majestät dem Kaiser init dem Kroncnorde» decorirt. Bis kurz vor seinem Hinscheidcn hatte er sich einer körperliche» und geistigen Frische zu erfreuen und dies «nachte es ihm möglich, noch am vcrslossencn Neujahrsfeste als Baal Dokea fungiren zu könne». 7T3¥:n Arody. Die Jahresprüfung der jüdischen Schule ain 1. Juli ist sehr gut ausgefallen. 50 l Schüler und Ü52 Schülerinnen erhalten Unterricht Dem Jahresbericht geht ei» rrnstes Wort, den Lehrcrpcnnonssond» betreffend, voraus, der z. Z. 18004 Gulden beträgt. Die Schulnachnchten find rtivas spärlich darin gehalten. (Jwri.) c£it6fU. Da der vom Ehristenthum ins Judenthum Zurückgekehne glaubhaft bekundete, baß er nichts von den Glaubenslehre» des Katholizismus wisse, wurde er von den Richtern srcigesprochrn. Algier. AlS tvahrc Ursache des hiesigen Hasse« wird die Niederlage der Radikalen bei den StadtrathSwrhlen anzusehe» sei». Besonders miserabel haben sich die beiden Blätter ..Radikal" und „Peiit Colon" benommen. Bon Herrn Kanoni aus Lra», der zufällig hier ist und auf welchen ei» solche« Blatt die Lärmmacher aufmerksam machte, erzählt man die schlagfertige Antwort. Ein Pöbclhausen sah ihn mit anderen Juden i» einem Kaffeehause sitzen und schrie: .Nieder mit de» Juden!" Da wandte er sich gelassen zu ihnen: .Warum nieder mit den Juden? Weil wir euer» Gott gelödtet leiben? Tödtet ihr den unsrigrn! Dan» sind ivir quitt." tU». i«r) £Um. Da» hiesige Ghetto befindet sich im Zustande vollständiger Dcmolirung i» Folge de« neuen Stadtplanes, welcher allmählich zur Ausführung gelangt. Währeud nun früher die Beivohner desselben dort zwangsweisc ihren Ausenthalt nehmen mußten sind dieselben — meiste»» nur arme Israeliten — heute größtcnthcils nicht zu bewege», da» alte historische Stadtviertel. wo ihre Vorfahren wohnten, zu ver-! lassen. Die Bewohner der Bia Fiuinara, einer der Haupl- 1 straßen des Ghettos. welche twreits »iedergeriffe» wurde, i haben sich sammtlich l*ci Bcnvandten in den stehen gebliebenen 1 Straßen einquartirrl. woraus eine enorme Uebervölterung entstanden ist. Dieser Umstand hat den Vorstand der Juden» j gemeinde veranlaßt, ein Comite zu bilde», um die Bewohner! de» Ghetto zu veranlasse», sich i» den übrigen Stadtviertel» - anzusiedeln. N«kiifttit«. Bo» der Colonie .Rischon le Zion" geben jetzt auch di A»Hänger der Eolonisirung zu, das, der Boden ' nicht für den Ackerbau geeignet sei. Es solle» Maulbeerbäume dort gepflanzt und Seidenraupenzucht cingerichkel iverden, ivas mindestens 4 Jahre Zeit braucht. Jeder Colonist soll deshalb eine Kuh und eine» Flecken Gartenland lv« kommen. um sich »othdürftig durch diese 4 Jahre durchzuhungrrn. Die Colonie Ekro» wird jetzt angclegt. Allmählich i solle» 11 Familie dort besetzt tvrrde». Daß dir diesjährige j Ernte 25 000 Frc». rrpräsentirt. mag wohl eine nicht kleine > Gusma (Uebertreibuiigt sein!