Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 32.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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— 245 — Bumncubeschloß dir Feier. durch ivelche drr Verein nicht >, chmz. sondern auch sich setbst geehrt hat. ■ Aerki», 2ft. Juli. Am 28. Juli v. I ist bei drin loütti erbtK'bni aus I-chia auch der Berliner Maler Adolf Dinsberg veruiiglncki. Zu sriiici» A»de>ikrn haben die Michwiiler. Herr Philipp Ginsbrrg i» Berlin und Frau ■ jtoscha». fleh. Ginsbrrg. in Wir», eine Stiftung errichtet. Mlchr den Namen „A d vl f * G i» sbrrg > Sti st u » gtragt. Mr Zweck der «titung ist, junge» befähigten Malern Duiichcr Abluiift ahne Unterschied der Eonfession, Mlche ihre akademische sludiruzeit absolvirt und bnnoii lilldesiens das letzte Semester die königliche akademische ».-a->äu>ie für die bildende» iiimfic zu Berlin besucht habe», U,ch Verleihung von Stipendien die Mittel für ihre weitere Daebildiii-g. entweder i» Meisterairliers oder aus ansivänigrn ludemten oder dn»ch Studienreise» in» Ausland zu gewähren. >,c Liiprndirn sollen voriviegeud Malern zu t^utc koinmru, Lj) solle» in l>esv»der» AuSnahmesällrn auch l-eworragend M,,al'ic iniigr Bildhauer lierücksichtigt ivcrden dürfe». An Im erste» Todestage des Vcrslvrliencn schreibt nun der Dirrctor I, tomglichr Hochschule für die bildenden ttünttr, A. u. Kfenn». als Bor fitzender des stiftnngscuratoriums zum ersten «alt eine Beiverbung aus. Da« siiprndiui» betragt ctiva Lmh) und wird für das Jahr 1885, verliehen. Brwerluiige» find bis zum l5 Lcivber an de» Borfitzeuden cm* Inndpn. I Lus der?tß«i»Pr»ui«t. t Unliebsam verspätet.) Rii emem der Unterzeichner der »lvsondere» Etklärung" habe eme Unlerredung gehabt, deren Hauptiiihal« und Ergebnis) I mich beeile, Ihne» miizutheilen. Der Leitartikel >» Nr. 28 Kl u-t .Wochenschrift" bildete de» Ausgangspunkt der Unlcr- »iliuiig. Au> meine Frage, was die Herren darauf erwidern Imn» und »iöchten, erhielt ich die Antwort: In dem Artikel »ndzuerst lrinangelt, der» »> »»irrer Erklärung der Ausspruch dillel's fehle. Dabei vergißt man. da»auch>» der u rfprü ng. »che» Fassung des Berliner Entwurfes dieser Hillelsche Aus dwch »och nicht rulhalie» war. Und cl*cu diesen Berlin e r tiilwurs lmlrn dir Uuierzeichucr der .Ecklärungzurl»rnnd< tat genommen: ohne Noch wollte» sie ih,n »i>l)tS Neues iiizuiugr». damit kein ivesentlichrr llnterichied in bezug aus eine Frage sich zeige, in welcher alle Parteien innerhalb de» Judrnthnms vollständig' t>crei»sii»n»r». Die Nabbiner^tersainmluug. zu deren eil«» Männer gehörirn. die sehr ivohl wussten, daß die oninvativen ihrer Etklaruig beirrrieu wollten, hat den A»»- nud) Hillrl s dem ursprünglichen Entwürfe hinzugefügt, ohne idtzeiiig bmiilHT an die Mai »er eine Miitheilnng gelangen a lassen, ivelche sich bereits auf schriftlichem Wege für die iillaumg geeinigt halte». Damit soll durchaus gegen Khui.uid ein Borwutf erhoben iverden. Aber es genügt,!>>e Lhaifache zu eonslalieren, um zu briveiseu, da» alle in >aii l>e;eichnrten Artikel an das Wrglassen de« Hillel'schrn unuchv grknüpslru Folgerungen unrichtig find. HiUel'« «h>)l>e»rr Spruch ist noch nie von einer jüdische»?->»d gestrichen worden. Hier halte er aber »ich« gestanden, lud was von «eiten derer, welche die ..lwsvnderr" Erklärung liiie,zeichnet habe», »ur aus Nückfichl für dir Ueberrinsiiinmung u> de» »»deren Parteien getlmn oder unterlassen worden ist. eilte doch am wenigsten Gegenstand de« Angriffes fei». Das 'i io «»leuchtend und klar, da» ich glaube, die „Wochen* dni>- iverde — von diesem Sachverhalte »nterrichlet — «n ihre bezügliche» Anmerkungen zurück»eht»cu.*> . Nicht mindere» Unrecht fügt drr Artikel de» Unterzeichnet» a.besonderen" Erklärung zu. uh»h er aus der geänderten '-'»jung des Schlußsatzes folgert, da» sie behaupten ivoUte»: l. „Jin ganze» iüdis.l»rn schrifithum gäbe es keine ..dem Gebote der Nächstenliebe cutgegenslelfenden Auaccibsiv« handlich — uossaute caiua cessat elVectua! freilich lchi man. wen» man da» Bedürfnis einer .lxlonder» ttrtlaning" 'l. derielden nichi kiiien .tkniiours" der altern pnra zu «runde! ,Aed.» „iprüchc, die sich auf Mitgliedereines monotheistischen Bekenntnisses beziehen" und 2. „dem Heiden gege»ül>er, „ivelcher sich nicht zu den 7 nvachidischen Gebote» vcr* ..pflichict erachtet, gebiete da» Judenthum iveder Nächstenliebe »och Gerechtigkeit." Frage» wir vor Allem: Wa« ist jüdisches Lchristihum °? Wollen wir darunter Alles verstehen, was in hebräischer Sprache geschrieben worden ist. bis l>erab auf den "CS TSJ von dnn Schiviegrrsohn de« Rabbiners von Kolonie»? Dir Unterzeichner der „besonderen" Erklärung verstel.e» unter ..jüdisch«» Schriftthum". soweit und wie es hier in Betracht kommt, nur das. wofür da» Jiidrnthni» die volle Brrantwortlichkeit trägt. Dies begreift ausschließlich »ur: Bibel, Talmud, die Eommentare und Auszüge, soweit auch sie aus Bibel und Talmud schöpfen!*) Dr nun in Bibel und Talmud — davon lml'en wir uns überzeugt— »ie vom Ehristenthnme die Rede ist. so kan» auch kein anderer Satz von irgend welcher Ber bindlichkrit rzistirru, der unser Benehme» gegen Bekenner de» Ehristenthnins zum Gegenstand hätte, al» die ..große allgemeine Regel" der Lehre: „Liebe Deine» Nächste» wie Dich selbst". Die „brsondere" Erklärung sagt daher in ihrem Schlußsätze: „Wenu dem gegenüber in dem ausgedehntc» „jüdischen Schriftthinnr entgegengesetzte interconfessionelle Ans- ..spräche sich varsinden. so brzicl>r» sich dieselben nur auf Heiden, „ivelche gegen dir genannten Verbote verstoße», nicht nl>era»s An* „gehörige eines monvtl>eistischeii Bekenntnisses". — Es ist mit wohlerwogener Vorsicht hier nicht der Ausdruck „Sätze". wie cs in der Erklärung der Rabbiner-Vcrsamnilung heißt, sondern „Aussprüche" gewählt. Aussprüche sind eben keine „Sätze" in bindendem »iunr. Aussprüche sind für Jeden, der deutsch redet und versteht, Aussprüche Einzelner. >i»d e» wäre die reine Tautologie noch hinzuzufügen, daß Aussprüche „Einzelner" gemeint seien. Die Erklärung wollte also hier kurz zivei Dinge aussprecheu: Einmal, da» cs „sähe" oder „Satzungen" im jüd. schristthuulc überhaupt nicht gäbe, dir der Nächstenliebe irgend welche Grenze» setze», sollte» aber derartige Aussprüche Einzelner sich vonindeu. di)»» beziehen sie sich eben nur auf Heiden. Für Schriften. die aus das Ehristenthum irgendwie Bezug nehmen, trägt das Indent!»»», dessen Quellen »ur Bibel und Talmnd sind, keine Verantwortung: ebenso wir Niemand das Ehristrn- Ihiini vrrantworllich macht für „Aussprüche" christlicher Philo* svpl»e». Juristen. Dichter. Schriftsteller. Journalisten u. s. w.. als für die „Aussprüche" der Klassiker, welche in dr» christ* liehen schulen gelehrt werde». Ich fasse alles zusaii»»««: Alle sind wir lief davon durchdrungen, daß unsere heilige Religio» die Nachstenlielie. die unbegrenzte, uncingrschränktr Nächstenliebe v»n nns fordert. Wenn die Erklärungen sich in einzelne» Ausdrücken vo» einander unterscheide», so hat die» allein de» Grund, daß >rde glaubte, daß Alle» dlemrinsame am deutlichste» so auszudrücke». wie sie es that! „Ich bin einer der Unlerzeichner der „besonderen ..Erklärung — sagte wörtlich genau der Herr —: (Glücklich „ivärc ich, wen» ich so sicher es ivüßtr, daß mein Schöpfer „mit meinem L-ben und Wirlen zufrieden fei, wie ich durch „die Lehren »leine« Glaubens überzeugt bin, daß Gott dir „Frommen aller Völker der Welt" mit Seligkeit und „Unsterblichlrit belohnt". Mit dieser autentische» Auslegung der .lrefonderen" Erklärung erledigen sich die in dem Artikel 28 dagegen gcinachlrn Erklärungc». Wa« dort über dir Gründe de« Fernbleibens drr Eonservativen von der Bersammliing gesagt ist. dürste als nicht zutreffend erachtet werden, wenn folgende!hatsachen erwogen wnden: Ein großer Iheil der Unterzeichner war der Ansicht, daß dne Bersanunlung mit dieser ihrer Tagesordnung nur dir Wirdercrüffnung der Debatte »n antisemitische» Lager bewirkeit -) Bo» »kirrult). >»>t »em » Die Poli^muie, uäer Miuliu^iin t an» sell'siversiändlich di« nicht die ^tede sein. <Der Einiender.) ", Dle un»»achlr»g>ich zua>'nanqeneM»Iivirn»g l» der niichsteu Ar.