Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 32.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Herr Wut fi 11 b »Äuffel empfahl dir vom fei. ®br. Liebermnntt in ftoffel beqrünbeteu' uub nunmehr im Aufträge be» Hauptausschuste« be« hessischen Volksschullehrerverein» von I. ffl. Lange fortgeführten unb herausgegebenen.Pestalozziblitter" unb eine Uicberfdinmlung von Andr. Wiib in Staffel uub leßte von Beiden Exemplare zur Ansicht auf. . Nachdem sich bie Versammlung bei ber Wahl bei Orte» für bie nächstjährige Konferenz loieber für Staffel entschiede» hatte, übernahm Herr P l a u t Wrebenftein ba» Referat unb Rose n bäum» Zierenberg da» Eorreferat für »ächiteS Jahr über da» Thema: Die Stellung de» isr. Lelirer« als Vorsänger. Nach einem kurzen Schlußworte de» Vorsitzenden, mit welchem er der Versammlung für die rege Theilnahme bankte, sprach Herr Rosenbaum-Zierenberg seine Anerkennung für die umsichtige Leitung »er Konferenz unb über bie Thätigkeit de» Ausschusses aus unb schloß mit einem Hoch auf ben Vorsitzeube» unb aus ben Ausschuß, in welche» bie Versammlung kräftig einstimmte. Mittlerweile war e» unter angestrengter (Geistesarbeit 4 Uhr geworben, uub man begab sich baher znm gemeinsamen Mahle in ba» Hütet Mansbach. Die Stimmung bei ber Tafel war eine recht heitere »nb gehobene; Toast folgte auf Toast in gebunbener unb »»gebunbenee Rebe. Herr Dr. «tei» widmete das erste Wla» . selbstverständlich Sr. Majestät dem Kaiser, er meinte, wir Lelirer sollten »ns unser» Kaiser als Vorbild bienen lassen, nicht mir ivege» seiner ernsten Frömmigkeit, sondern auch wegen «einer Pflichttreue, stürmischer Jubel fSlgte diese» kernige» Worte». Herr Cornelius - Rotenburg toastete auf den Vorsitzenden, Gutkiiib-Eastel auf die anwesenden Gäste. Die Herren Leszniskh - Berlin und Fackenheim - Mühlhausen bankte» für die gastliche Aufnahme und brachten de» l>essischen Lehrer» ihr Hoch Herr Amram - Zwesten redete dem eollegialische» tflemeinsi»» bas Wort, währenb .Herr Levi-Norde» dem Ausschüsse de» D.-J. G.-B n»b dem Ansschiisse der Eonferenz der isr. Lehrer Hessens noch ei» Glas weihte, inbem er dabei die Lehrer anfforderte, eifrig für den D.-J. G.-B in ihren Wemeinbe» z» wirke». Rach dem Tischgebete. da» von Herr» Stern > Kassel vor^zetragr» wurde, trennte man sich mit bei» frol»en Bewiitztsei». wieder recht viel neue Anregung für ben ernste» Berus erlangt z» haben. Möge allen im nächste» Jahre ei» frohe» Wiedersehen in Kassel vergönnt sei». Davibsoh» - Helmarshausen. Lev i - Hofgeismar. Zchritiilllirer. Berichte unb Correljxmbetiiett. Deutschland. Mck-beßurg, 1. Anglist. Die wackere Bekämpserin de» Antisemitismus in unserer Provinz, die »Magd. Zig.", schreibt in ihrem heutigen Abendblatt: .Mit Herrn Stöcker'» Antisemitismus scheint es zu Rande zu gehen. Der Herr Hofprebiger hat schon seit geraumer Zeit keine Volksversammlungen mehr veranstaltet, nm in ihnen die Juden dem Haß und der Verachtung der .Ehristlich-Soeialen" Preis zu geben. Daß bie» Zufall fei. bestreite» Alle, die sich Herr» Stöcker als eine» Politiker benke», in welchem die theologische Wittermig stark auSgebilbet ist. Die Frage, von deren Lösung das Schicksal de» deutschen Volke» abhängig sein sollte — wie mache» wir uns von dem jüdische» Einflüße frei'?—. ruht seit Monaten gänzlich, »ub das geflissentliche Absehen von der Wiederaufnahme ihrer Discussion erweckt de» Verdacht, als folge Herr Slöcker dem Eommando irgend einer hinter ihm slehenbe» Instanz, die sich inzwischen eines Anderen besonnen hat und jetzt nichts mehr von dem antisemitische» Schwindel wißen will. Angenommen, diese Version ist richtig, so würbe sich als Folge ergeben, baß Herrn Stöckers Hetzereien nicht einmal bas Produkt selbsieigene» Denkens und Empfindens waren. Aber in ihrer ganzen Planlosigkeit und in ihren ethischen Mängeln machen jie allerdings ben Eindruck, al» seien fie da« ausschließliche geistige Eigenthnm eine» MlnieS, der eine $eit lang verstanden hat. von sich rede» zu machen, besten geistige» Vermögen aber nicht ausreichend ivar, u» irgend ein bestimmtes, wenn auch »och so gerinn«' geistig, sittliche» Resultat zu erringen. Die Schäden der Stöcker'sche« Agitation sind ungeheuer, und am meiste,i hat unter ihr bas christliche Prineip zu leiben, da» von besten Gegner, nach diesen Hetzereien als ein intolerantes hinge teilt wird, da» e» doch nie war unb nie sein kann, weil e» aus die lKewinnung Aller für seine Sache ansgeht. An dem Fiasc» des Herrn Slöcker ist zum guten Theil besten <Keistlosigleii schuld. Daß er Schiffbruch erleide» würbe, sagte» ihm w->l»l. meinende Freunde mit Bestimmtl>e>t voraus: baß er mit solch' totalem Bankerott ende« würde, ist nur für Diejenigen über raschenb. bie sich über da» Wese» seiner Oratorik wie über den Umfang seine» Wissens niemals hatten ei» Unheil bilde« können." 8p. Magtzeßurg. I» der letzten Nnmmer der .Ao.hr>,. schrist" ist der Aufforderung de» D.-J. G.-B. in Beiras Namhaftmachung derjenigen Handwerker, die geneigt sind, »ei religiösen Gefühlen der Lehrlinge Rechnung zu irage». Erwähnung geschehen. Uelier diele Forderung spricht sich die antisemitische . Slaatsbürger-Z ." sehr bittet »nb zurückwei'cii» ans. Sie schreibt: „Dem Lehrlierr» iverde zugei»utl»et ('/), daß er zu Gunsten de» jüdischen Lehrlings seine christliche Wochenordiiung umsloße und den Sonnabend zum Lonniag mache Ferner solle der jüdische Lehrling von seine» Meister» li'chc fern bleibe» »nb darin solle dieser eine Kränkung seine» Gefnhl» nicht finde»'/" Bo» .Umstoßung christlicher Wochenordnung' und von Kränkung fraglicher Gefühle kan» aber gar keine Rede sein. Die Sache verhält sich doch so. Handwerker. die i» Zunstpolitik machen unb aus antisemitische Trugschlüsse schwören, werbe» 'wn vo.'n herein keine jüdischen Lehrlinge annehme», also ist da» Lamentiren ül>erflüs»ig: Handweiler von biederer, religiös-vorurtheilsloser Gesinnung. deren t» Gottlob »och viel giebt, iverde» gern die religiöse» Wen,Me ber jüdischen Lehrlinge respeeiire» E» gilt nur diese Hin» werket »am ha ft z» machen, weiter nicht». Was will als« die .Staatsbürger-Zig." mit ihrem Gezeter'/ W rd vielleichi auch die christliche Wochenordnung umgestoßen. wen» e» bei einem evangelischen Handiverker sich befindender katholisibrr Lehrling zum Frohnleichnamsfesle. einem specifisch katholische« Feste, die katholische Kirche besuchen möchie'/ Wir kenne, auch jüdische Handwerlermeister. die ihren christliche» Lehrlingen nicht nur ben Lviiniagskirchenl»ejuch gestalten, sonder, auch Rücksicht auf ihre Festtage nehmen und sie a» denselben von der Arbeit di»pe»siren. I Merkt«, st. Aiigitst. (Or. Eorr.) Der hiesige .alademi'he I hierein für jüdische Geschichte und Litteratur". der ntuunelK I bald d,r» erfle Deren»>>»» seine» Bestehe»» lifchließe» wird. l»t I wieder einmal ein Zeichen gesunde» Leben» und Emporstrebe«» I von sich gegeben. Vor Schluß de» Semester» veraniialim I er in Veranlassung de« demnächstigen!«0 Geburtstages de» I Schatzgräbers auf dem Gebiete der jüdische» Geschichte »,» I Litteratur. unsere» Altmeister» Z » n z. eine Feier, z» iveliher I 'ich ea. 7V Gäste, alte Herren »nb Eommiliivne». enifande«. I Rach Absiiiguiig eine« Feitcaniu» hielt das Ehre»Mitglied I de» Verein». Herr De. Eassel. eine hochinleressante FR- I rede. Es war in der Thal Niemind rompetenter zu einer I Würdigung der immense» tsöelehnamkeii »nd Verdienste de» I Gefeierten als sei» ältester Schüler »nb langjähriger Frennx I der'Zeuge seine» rastlosen Fleißes in S imnilung »nd S d I tung eines nngeheuren litterargeschichtlichen Material». '.n I gleich aber auch seiner S.'rgen »ad Kämpfe gegenüber d « I wissenschaftlichen Jadifferentismus seiner GlaubenSgeno'se«. I Der F'itredner betonte auch dir unwandelbare ttbarafterne# I de» Wefeicnen in einer Zeit. in ber bie Untreue Mod.' »n. I wa» übrigen» auch Heine in seinem Nekrologe auf Li^i > Marcus von dem .vortrefflichen Zn»z" nicht genug rin »ei I kann. — Es hielten »och Ansprachen: l)r. Maybau n. tätSrath Kirstein, Or. Karfunkel und Andere. Ei» fole.ncrW