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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 31. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 31.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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— 286 — R,« rbot Wn iöraelitische«, aber rin ,J«raelit*'sche« Wnfahren. Ich hatte nur im Argument ein solche« Berlangm Uyposlasirt. Faktisch liegt gar kein Verlangen vor. E« Rändelt sich nur darum, ob die größeren Gemeinden eine Wnirichiung treffen sollen, wodurch da« leider verstorbene Melangen, da« erschlaffte, vom MaterialiSmu« erdrückte Rnicresse wieder aufleben und rege werden könnte — Gelegen- Krit macht bekanntlich nicht »ur Diebe, sondern auch Helden — Knb ob dagegen vom religio»«gesetzlichen Standpunkte, oder Rurch Rücksichten auf die kvrntuellen schlimmen Folgen einer »olklicii Einrichtung etwa» einznwenden wäre? I Religion«gesrtzlich ist nicht« dagegen einzuwende». Ra» (liebt ja auch der „3«rariit" zu: denn wir haben »a tägliche» Gotte«dienst — wie der „J«raelit". mir kich>>rir»d. gegen mich rinwendrt — Den einzige» sachliche» I^rimd. den der „J»raelit" vorgebracht, glaube ich oben ent- ■raiict zu haben. Sollte mir die» nicht gelungen sein, nun, kann immer nur hübsch gezeigt, wo meine »Logik in die kirnt)?* gegangen. Hat der »Israelit* noch Gegengründe In Reserve: in Gotte» Namen, nur alle vorgebracht. Hier loerdtn. nnähi.lich dem gerichtlichen Verfahre», bi» zum letzten riuiciiMidt neue Beweise zugrlassen. Dazu ist ja die öffentliche Discussion, daß die gesunde» Ideen zur Reife komme», kte ungesunden aber getübtet werden. Ist die von Herrn knihelst ausgrgangene und von mir zur Diskussion gestellte ctdee ungesund, gefährlich: nur immer die Gefährlichkeit, die Inigeiunden Punkte nachgrwiesrn! Ich bi» in diese Idee, wie libatMiipt in meine Ideen, nicht in der Weise verliebt, daß Ich sie ]>ar tont unter die Haube einer Vermählung mit der Wirtlichkeit bringen wollte. Ich'will an der Erstarkung der Wirklichkeit meinen Antheil haben, nicht dieselbe durch krankboitc Ideen vergiften. Aber damit, daß man mir alle möglichen und unmöglichen unlauter« Motive unterschiebt, «imit wird eine Idee nicht schlechter und nicht widerlegt. Die öffentliche Diskussion sei kein Henkerschwert für Menschen, sondern ein Serirmrssrr für Ideen. Ich will überhaupt dem »Israelit*, den ich wohl noch öfters unter meinen Gegnern zu sehen die Ehre haben werde, cinen ehrlichen Vorschlag zur Geschäftsordnung machen: er versuche r« mit mir, mich stet« objektiv zu bekämpfen, und er wird sich überzeugen, daß ich, wo er Recht hat, überall der erste sein werde, der «hm Recht giebt, auch gegen mich. Der Wahrheit die Ehre geben, da« ist die erste Pflicht de« Menschen, Eigenthümlichkeit der Hunde ist e«, wie Jean Paul schon anmerkt, »gegen Wohlgerüche und ihr Begentheil unempfindlich zu sein, dagegen einen desto feineren «in» für Bekannte und für Feinde, überhaupt mehr für Personen, al« für Sachen" zu haben.*) Dr. Goldschmidt-Weilburg. *t Das, der .Hsrarllt", trotzdem wir ln der redaktionellen Aachlaneitun, zu dem «.'Ichen Vorschlag ln Ar. »7 UN» prln»lptell i«"» nnichteden gegen dessen Venvlrttlchung »»«gesprochen haben, un« dennoch in den Schuh gießt, zeigt von der Vrrlogenhelt diese« enhodoren Blatte«. Ueber diese verdr»hung»kunst de» .Israeli«- würde deute noch sein: -pm*? TttC “TOtS *pvin B'tjlp IN au». i»fn: .«ehe üder diese« «ellchter, da» tzlnsterniß für Vicht und Licht * Slniiernlß antgledt». Protokoll der a» 9. »»d S. Anni in äh«»»»»er flattgeßalte» pers»«»kUUß de» Mrret»» jüdischer «L-ßrer in der Vr«*i»z Kan»«»er. (Schluß.) Zweite Sitzung, Montag Nachmittag« 4 Uhr. Fortsetzung der- Debatte über den Vortrag de» Lehrer« Gotthelf. Vor Beginn der Verhandlungen fand die Wahl zweier Delegirten »ach Berlin zur Beraihung über den .Normalplan' statt. Die Herren Fauerbach-Hildesheim und Sommer-Hannover wurde» durch Acclamatio» dazu getvählt. Darauf erhält G o t t h e l f»Geestemünde da» Wort zur Ernirdrigung. Er weist die Eontroversen zurück. E« sei nicht seine Aufgabe gewesen, über den idealen Beruf der Lehrer zu sprechen. Er macht den Vorschlag, für nächste« Jahr rnien Evrrefrrentrn zu bestellen, der auch Mittel und Wege zur Besserstellung angrben soll. Man tritt dann in die Spreialdebatte ein, an der sich Sommer und Dr. David-Hannover. Fleisch. Hacker-Harburg, Philipp.Lüneburg. Eckmann-Nienburg, Levy- Norden u. a. betheiligrn. Doch konnte sie der vor-! gerückte» Zeit wegen nicht berndkt werden, weswrgrn sie aus die dritte Sitzung, auf Dienstag dr» 3. Juni, Morgen» 8 Uhr verschoben wurde. Die Eonserrnzmitalirder folgten einer Einladung de« Eomitäe» zu kinem Festessen in Spanier'» Hotel. An diesem nahm auch noch der Vorstand der Synagogengkmeindk Hannover Theil. E« verlief in glänzender Weise. Herr Dr. Kahserling- Hannvver bewillkommnetr Namen» de» Eomitäs in einer launigen Ansprache die Gäste. De» ersten Toast brachte Herr Dr. Gronemann-Hannover auf dr» greise» Monarchen au«, den er al« Muster treuer Pflichterfüllung und Gewissenhaftigkeit feierte. Darauf folgte mit Zunahme der animirten Stimmung Toast auf Toast, u. A. toastete Herr Dr. Prager- Hannover auf da« Präsidium, Lehrer Fauerbach-Hilde«- heim aus den Vorstand der Shnagogengrineinde Hannover, der zweite Vorsteher der Synagogengemcinde, Herr Kaufmann. auf die Lehrer und auf dir Schule, Herr Seminarlehrrr Sommer aus die Lehrerfraucn, Herr Fleisch Hacker- Harburg auf Herrn Seminardirrktor Dr. Prager und da« Lehrereollegium de« Seminar«. Um Mitternacht trennte sich die Versammlung, im Bewußtsein, eine» selten schöne» Abend verlebt zu haben. DritteSitzung, Dienstag den 8. Juni, Morgen» . 8 Uhr. Fortsetzung der Debatte über die Thesen de» Bvktrage« vom Eollcgen Gotthelf-Geestemünde, welche in folgender Fassung angenommen werden: 1. Die gesetzliche Stellung der jüdische» Lehrer in der Provinz Hannover ist eine genügende, wenn die gesetzlichen Bestimmungen in ihrem wahren Sinne auSgrführt werden. 2. Bei den nicht fest angestellten Lehrern darf die Kündigung nur daun eintrete», wenn entweder die Steucrkraft der Gemeinde seit der Anstellung de« Lehrer» nachweisbar so gesunken ist. daß sie da« Gehalt de» Lehrer» nicht mehr aufzubringen vermag, oder wenn keine schulpflichtigen Kinder mehr vorhanden sind. 3. Den Elementarlehrern muß eine besondere Vergütung für da« Vorbeteramt gezahlt werden, oder wenn diese« lticht erreicht werden kann, dann dürfen ihnen die Festtage nicht al» Ferien angerechnet werden. «. Da die jüdischen Lehrer der Provinz Hannover gesetzlich verpflichtet sind, a» Sabbalh. und Festtagen Predigte» Su halten oder vorzulesen, so ist e« erforderlich, daß bei der lu«bildung der jüdischen Lehrer auf diesen Ztveig ihrer Thätigkeit die gebührende Rücksicht genommen werde. 6. Der Dienst de« Schächter« toll, wo e« thunlich, von dem de« Lehrer» getrennt werden. Jedoch dürfen die bereit« angestellten Lehrer eine Schmälerung ihrer bisherigen Einnahmen dadurch nicht erleiden.

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