Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 31.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Synagoge sehr ftotf, er betrügt über 76 •/. I ebenso ist meine Existenz von der Gemeind« ganz unabhängig, da ich staatlich angrstellt bin. Tatsächlich hatte ich di« Ehre. Herrn «otthelst am 26. Mai zu sprechen, während ich mit der Veröffentlichung bis zum 8. Juni wartete, welch« Langsamkeit dir letztere Motivirung: ich hätte mir damit eineu Stein zn« Brett setzen wollen, auch nicht besonder« begünstigt, wie klein muß aber der .Israelit" und seine Helfershelfer von Menschen und von Manne»werth überhaupt denken, wie niedrig da« Niveau seiner ganzen Denkungsart sein, »venn er in solch' dumpsen Schlumpfwinkel» sich die Beleuchtung für dir Handlung«weise seiner Gegner holt! Zeige mir die Waffen, mit welchen Du umgehst, und ich werde Dir sagen, wer Du bist. Die Waffen de» Ä3«raelit" sind aber schmutzig- Nachdem der »Israelit" in solcher weise an meiner Person und »och an manchem, wa« drum und dran häng», tu dem ganzen Artikel vi\. 66 hrrumgeschnüffelt hat. gelit er endlich Rr. 5,6 daran, gegen die Hauptidee meine« Artikel« vorzugrhcn. wie thut rr da»? — Man sollte erwarten, rr werde meine Gründe zu ividertegen und Gründe gegen Einführung eine« Sonntag« - Gottesdienste« beibringen. weit gefehlt! Der »Israelit" mühte nicht der »Israelit" sein, wenn er so handeln sollte. — Rein, im Grgrnthcil: mein Argument für den So»ntags-Gotte«dienst neben dem sabbath» lichen, da« giebt er zu, sei geradezu .verblüffend"; ober der .J«rarlit" kennt da« ll. Gebot: »Du sollst Dich nicht verblüffen taffen" und das bringt er folgendermaßen fertig, wenn da» alles aufrichtig gemeint iväre. wa» ich da ausgesprochen habe: wen» ich wirklich der Ansicht wäre, daß rin Judenthu», ohne Sabbath kein Judenthum inehr sei; wenn ich wirklich den Sdnntag nuf gleichsam al« Kompagnon de« Sabbath nicht aber al« dessen Eoncurrenten Vorschläge-dann tväre gegen meine Präposition nicht» einzuwenden. im Gegentheil: ..wenn ein verlangen da ist nach religiöser Belehrung, gewiß wird ei» gcivissknhafter Rabbiner diesem verlangen, gleichviel an welchem Tage, entgegenkommen" — dasind die eigenen Worte de« .Israelit". Aber — da» alle« meine ich ja nicht aufrichtig, ich stelle mich ja nur so, al« ob ich den Sabbath hoch hielte, ich will ja nicht den Sonntag al« Diener, zur Stütze de« Sabbath, nein, ich will ihn al« alleinigen Herrn, der den Thron de« Sabbath usurpiren soll; da» ausdrücklich zu sagen, dazu gebreche e« mir nur an Mannesmuth, man will e« nicht ganz verderben, man kann ja nicht wissen"-Dir« sind die Hauptargumrnte, dir der »Israelit" gegen mich breit tritt. Run denn. Herr Dr Lehmann, so will ich Ihnen denn ganz aufrichttg meine Meinung sagen: wenn ich erkläre, der Sabbath ist mir heilig I und r« kommt einer mit der Behauptung, da« sei von mir nicht aufrichtig, ich hätte meine Gründe, die« zu äußern, während ich innerlich ganz ander» denke, so sage ich offen und ehrlich: Der da« behauptet, ist ein ehrloser Schurke! verstehen Sie mich, Herr vr. Lehmann?— Mitten in der Spreu elender Verdächtigung findet sich aber auch ein gesunde« weizenkorn, vielleicht dem Artikelschreiber selbst unbewußt, so nebenbei ist da« nur hingeworfen. E« sei etwa« andere«, meint der »Israelit", religiös« Belehrung ohne Motivirung verlaagen, und etwa« andere«, solche mit dem au«drücklichen Motive verlangen, daß man Sabbach vormittag vom Besuch der gottesdienstlichen Belehrung geschäftlich abgchalten sei. Im letzter» Falle W e« Pflicht de« Rabbiner«. Reinl zu sagen. — Da« ist bJ einzige vernünftige, gesunde Wort in dem ganzen 6 Spät« langen Artikel. Ich erkenne ohne weitere« an, daß bd Argument in Erwägung gezogen werden muß. Der .ISraet« kann darau« ersehen, daß ich weder ihn noch mich. überhaupt jemand »täuschen" will, wenn ich jemals J Wahrheit refüstren werde, au» dem einzigen Grunde, J sie mein Gegner ausgesprochen, so mag der »J«raelit» mta ■an» g«ne einen.nun einen Dr. Lehmann nenne» J wir wollen diesen Einwand ganz objektiv hier betrach«^ Also: wenn jemand am Sabbath Nachmittag oder sonst nneJ Tage beim Rabbiner eine Stunde religiösen Unterricht ncijmcJ will, mit der ausdrücklichen Motivirung. iveil er am 2öI>Ikhb durch sein Geschäft leider verhindert sei. dem religiösen $<«] trage beizuwohnen: muß rin grwiffrnhaftrr Rabbiner J diesem Falle Reinl sage»? — Da« ist die Frage in bq Form, wie sie nun durch den .Israelit" mit Recht zugcsp« erschein». — Ich bin der Ansicht, daß rin Rabbiner i» diese, Falle nicht Rein! zu sagen braucht; ich bin der Ansicht daß ein Rabbiner, ein getvissei,Hafter, gern auf dieses tfn. langen ringrhen darf und soll, in der Absicht und Hoff»,iJ durch die außersabbathliche religiöse Belehrung auf da» gang religiöse Leben de« Petenten einwirken zu können. Ich kann, trotz aller Mühe, die ich mir wirklich grd« einen vernünftige» stichhaltigen Grund sür das kategvig- .Rein!" de« .Israelit" zu finde», nicht da« geringste um! denken, weshalb man rin solche» Brrlaugen zurückweiie« sollte. E»va« andere» wäre r», wenn Icrnand, der de» Sabbath der religiösen Forschung iveiht, sich dadurch erst zum EhillulSchabbr» rntschlirßru wollte, daß er al» E,sq einen andrren Tag zur religiösen Forschung bestimmt. Ada bei einem Manne, bfi dein die Entweihung de» Sablmlh scststehende Thatsache ist. müßte »>a». entsprechend der Lehre: NV5V tS K*2ä Tlö'sn. INI Grgcnthrile jeden Drang »ach Unterweisung in der Thora untrrstützen und jpflrgr» - Sollte vielleicht in der Oeffrntlichkrit nicht erlaubt sein, um»! dem Einzelnen gegenüber geboten wäre? — Eine .Sanliioi der Sabbath.Entweihung" soll es nicht sein — ea soll ca .Eompagnon, nicht rin Evucurreut" de« Sabbath geschafft worden, u. zwar mit der ausdrücklichen Tendenz, im dem Sabbath mit der Zeit die Urt>er»ahme de« ganze! Geschäft«, »ve»n ich so sagen darf, zu ermöglichen. — Cfetl nennen wir den propvnirte» Sv»ntag«-Gotte«diknst ei« Filiale dr« Sabbath. mit der Tendenz, die verlor«! Kundschaft mit dem Erntral-Drpot vorerst wieder i» Ae> zirhung zu bringe», um endlich, nachdem die Beziehung ha> gestellt und fest genug ist, die Aushebung der Filiale ob« Schaden für da« Eentral-Drpot bewerkstelligen zu könne» Nehmen wir einmal an, ein solcher Vorschlag sei aufrichtig, ohne feindliche Hintergedanke» gegen den Sabbath gemeint: warum sollte die Eröffnung einer solchen .Filiale" zu wt'I werfen sein? — Aber selbst zugegeben, ein solche« verlange», in anti-sabbathlicher Form, müßt« durch diese Form eben! rrfüsirt werden. — so ist ja hier von einem verlange»! in solcher Form gar kein« Rede. Ein verlange«! liegt überhaupt nicht vor; wenn der »Israelit" mir supponitt I ich ließe, da« .wa« der Rabbiner will, unter der Hand i* I ein verlangen der Gemeindeglieder sich verwandeln", so 9|