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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 30. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 30.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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mache, für die Aufbesserung elnzntreteu. wo f* nöthig sei. Dieser Verein müsse auch den sich im Amte treu bewährt habende« Lehrern eine fortschreitende Dienstalterdzuloge gewähren. Der Redner erntet« für sein«, gediegenen Bortrag den tauten Beifall der Versammlung. Man trat sofort in die Generaldebatte ein. Fl ei sch hacke »Harburg stimmte den Ausführungen Gotthelf S bei. doch würde eine Revision der Gesetze für den Leyrer nur nachtheilig sei. Ein Verein könne die Uebelstände nicht abschaffen, da sich nur wenige daran bctheiligen werden. DieHerren Dr. Guttman» HildeSheim und Dr. Prag er« Hannover bemängelten den Vortrag, weil ihm die Idealität fehle. Herr vr. Gnttmann meinte, daß der christl. Dorf» schullehrer noch SftereS schlechter daran sei. al» der jüdische. Das Schächten durch Privatpersonen sei bedenklich, da die« selben osc gleichgiltig seien. Außerdem beiheiligteu sich an der Generaldelratte Herr Laiidrabbiner vr. Gronemann- Hannover. Lehrer Le visoh »-Verden u. a. m. Die BormittagSsitzung wurde nunmehr — 1 Uhr — geschlossen und auf Wunsch de» Hrn. vr. T u ttman n die Sitzung der Unterstützungskaffe für jüd. Lehrer, deren Wittwen und Waise» in der Provinz Hannover auf 2'/, Uhr Nachmittag« und die der Lehrer aus 4 Uhr angesetzt. Erster« nahm, wie bestimmt um 2'/, Uhr ihren Anfang. Bor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende, Herr Landrabbiner vr. Gu«tma »»-Hildesheim mit ehrenden Worten de» vor wenig«« Monaten verstorben«« Lehrer« Schlesinger-Gör» tingen. der seit Gründung der Lasse al« Mitglied de» Ansschusses zur Hebung und Förderung derselben mit beigetragen haoe. Rach den« sodann erstatteten Bericht Über da« abgelaufene VenvaltungSjahr beliefen sich in demselben die Einnahmen auf 4499,22 Mk., während an Unterstützungen verausgabt «vurden 2998,33 Mk., da« Gritndkapital der Raffe hat die Höhe von 42500 Mk. erreicht. Reu hinzugetreten sind im Laufe de« Jahre» fünf Mit- «lieber? — Der zweite Gegenstand der Tagesordnung betraf ie Beschlußfassung über diejenigen Abänderungen de« in der vorjährigen lyeneralversammlung angenommeiien revidirten Statutenentwurf», welche der Herr Oberpräsident für die von ihm zu ertheilende Genehmigung zur Bedingung gemacht hatte. Die sämmtlichen von dr». Ausschuß vorgeschlaaenen und von dem Herr» Oberpräsidenten bereit« gutgeheißenen Abänderungsvorschläge wurden von der Versammlung einstimmig angenommen. Nachdem sodann die erforderlichen Wahlen zur Ergänzung de» «usschuffe» vollzogen warm, sprach die Versammlung auf Antrag de« Vorsitzenden dem Herrn S. Loppel» Sannover den wärmsten Dank au« für die hochherzige tiftung. die er der Rasse zngemeadet und durch die er e» derselben ermöglicht hat. den Mitgliedern in außerordmtlichen Bedürsnißfällen eine wirksame Unterstützung zu gcivähren. Die Generalversamnilung beauftragte den Borsivenden. dem edlen Stifter von diesem Beschlüsse Renntniß zu geben. _ (Schluß felgt.» Kerichte u»d Correfpoudenxe«. Demtsebland. AerK». (Harmlose Plaudereien). Seit Sie mir, geehrter Herr Redacteur, zum ersten Male vergönnt, in Ihrer Wochenschrift .harmloszu plaudem, feit dem Erscheinen der Rr. 3 derselben — von Mitte Januar d. I. bi« jetzt — wie viel „Harmvolle«- hat sich da zugetragen! L» iväre Alle« der Auf» und Rennzeichnung «vecth, aber ich bin nun einmal so selbstsüchtig. au» dem Wirrsal dieser Erscheinungen nur dasjmige herauszuheben und harmlos zu besprechen, wa» geeignet ist. mich und meine Gefühl«venoandten in dieser grieSgrämlichen, sauertöpfischen Zeit nicht nur für den Augen» blick »u erheitem. O, mein «verther Herr Redaxteur, wie schlecht Imnea Sie Ihr eigene« Lesepublicum, wenn Sie diese« in Rr. 26 Ihrer Wochenschrift noch um Absolution für Mittheil, de« lehmännisch-orthodoxen Ralauer» »per Briß-lau- Ahntm Sie nur. welch' heilsame Wirkungen diese Mittheüxg geäußert: in wie viele, schon lauge gar ernst blickende Aug sie Thränea des Lachen« getrieben hat — bei mang Leser» freilich brachte sie die LachmuSkeln in gar bede,^ liche Erregung, bei Andern erzeugte sie eigenaniz poetische Bluthen. »vie zum Exempel: Per-Briß-lau! Wie »fromm-, wie schlau! Au. au? Ach, wer e« weiß, wie gräßlich einem so ein veritab Berliner ,Au!" noch lange nachklingt, der möchte al« »intelleetuellem Urheberdeffelbm. fast grollen. Woher unsere »Frommennur solchen Wirkung«»^ Witz beziehen? Einmal aus sich selbst, au« ihrer — gem freien incgfamtrit; sie denken mit Lafontaine: Legen wir nnserm Talent keine Gewalt an. Sonst machen wir nicht« mit Grazie. Sodann lernen sie so Mancherlei von den Bretta,! welche die Welt bedeuten. Unglaublich, aber wahr: llnin »Frommen-, selbst »Geonim-, und ihre Talmidim erst r« lassen sich nicht selten an Orten sehen, wo sie doch »im, zu schauen sein dürften. Aber warum sollen sie aitbcrorin nicht mit Wagner im .Faustdenken: Ein Romödiant l»»u einen Pfarrer lehren! Und unsere »Frommenlasse» >,tz gern von einem solchen belehren und ahmen ihm gern naj So haben sie denn auch einmal in ähnlicher Weise Rauke in Rqritz-Pvritz in Bezug aus die .Breslauer' tereffant sein wolle». Pascal meint, ein Wtzbold sei Bösnvicht, aber ich bestreite da« kühnlichst, ganz besviid wenn e« auf unsere »Frommenangeivendet werde» s» Wer wie sie un« heutzutage heitere Stunden bereite» fa, der ist der beste Rerl von der Welt. Schimpft mir ah unsere orthodoxe» Lustigmacher nicht! Fall« mir nun.aber Jemand einwende» sollte. Mainzer »Gaonhabe die Theilnehmer an der Rabln« Versammlung al« Tolle, al» Frevler und mit einem Du» ähnlicher Epitheta ornantia bezeichnet. so würde ich „Gaonnicht mit den Worten au« Moliäre's „F«iuo •avantM“ dienen, wo r» in dem Gezänk der Prda,r heißt: Ihr gebt, wie ei» Thor, euch gebührende Prä»!!» Andern. Do« wäre undankbar! Denn der «Gao»" durch sein Belfern Bielen so amüsante Stunde» t>nvi wie sich seine Schulweisheit sicherlichnicht träumen Allerdings haben diese Viele» von jenen Epitheti» au» lei begreiflichen Gründen erst durch Ihre gesch. Woche,ischn Runde erhalte», und darum gebührt ein Tl»eil unsere« Daalk Ihnen, geehrter Herr Redakteur. Entschuldigen Sie. ich muß noch einmal auf da» Iik« zurückkommen. Zur Steuer der Wahrheit sei bemerkt.' manche orthodoxe» .Laien- — die zu den achtungsio Ausnahmen von unserer Orthodoxenzunft zählen — »Geonim'.' und ihren Jüngern den Theaterbesuch sehr Übelt und ihnen darob weidlich die Leviten gelesen l>ab Ein „frommer" Jünaling hat — wie die geschäftige ~ verbreitet — einein Tadler solcher Theatersirudeu mit tüffe entgegnet: Ach, wenn ich gleich fromm bin. so bi« i nichtsdestoweniger — Mensch. Schön, seid Menschen, ihr„Frommen"! Aber laßt u« Andere, ich bitte euch herzlich. Menschen sein! Ihr ivri da« um so bereitwilliger, wenn Ihr ein wenig in die angenheit zurückdenkt. Ich meine u. A.: die hochorthod iabbiner. die sich in der Orgelfrage so sehr auf die scheidung derjenigen Rabbiner steifim, welche s. Z. in Hamb« die Einführung der Orgel in den dortigen Tempel als gcj" widrig erklärten, sollten doch nicht daran vergessen, daß fr.* der moderuen vorgeblichen Zeloten mit Rücksicht aus da« r zureichende talmudische Wisse» oder auf da« talmudividr Deutliche Verhalten derselben von jenen Männern al« abbiner qualistcirt erachtet worden wäre. Ich erinnere i

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