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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 28. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 28.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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— 211 — .Auch die Frommen der Völker haben Antheil an der ewigen Seligkeit". er also die R i ch t f r o m m e n «»«schließt, e b e n d o ch ein groß er Unterschied ist zwischen A nt heil ander ewigen Seligkeit und zwischen Antheil an der Liebe und Gerechtigkeit der Mitmenschen. Nach allem dem erscheint e, doch al« unzweifelhaft, daß der Schlußpastu« der orthodost» «Erklärung nicht der Wahrheit entspricht, daß da« Juden»,um vielmehr gegen jede» Mnesche« ohne Au«, nähme. Liebe und Gerechtigkeit, Humanität, gebietet, (fr bleibt also nicht« übrig, al« die im jüd. Schriftthume rtnw sich vorfindrnden Sähe, die dessen Grundprincipirn der Liebe und Gerechtigkeit nicht kntsprechen. al» Meinungen (Einzelner, oder al« durch den Druck der Zeiten hervorgcrusrn. ohne jede verbindende Kraft, zu betrachten — wie die Rabbiner-Bersammlung die« in ihrer Erklärung „niunwunden autspricht. Nu» nur noch wenige Worte über die Motivirung, die die orthodoxe Erklärung für da« Fernbleiben der Unterschreibenden von der Rabbiner-Brrsammlung angiebt. ,E» erschien" ihnen »eine gemeinsame Berathung und Beschlußfassung zur Hebung de« religiösen Sinne» und Förderung de« Neligio»».Unterrichte» unmöglich", und »e« erschien" .nicksichtlich de« Punkte« HI die Fassung viel zu dunkel." Man höre und staune: ff» erschte«! Darum bliebt Ihr fern? Ist da« zu verantworten? Vielleicht wäre e« doch möglich gewesen? vielleicht trügt der Schein? Vielleicht hätte mau sich doch verständigen können? Wer weiß, wie viel gute Anregungen wir von den Herren empfangen hätten — ich ncinc die«, Gott ist mein Zeuge! nicht ironisch. — aber die Herren blieben fern! Fern, weil ihnen nicht alle« so erschien, nie sie e« sich dachten. Und Gott weiß e«. welch ein ver» öhnlichrr, konservativer, echt jüdischer Geist aus der Rabbiner- Versammlung herrschte! Aber — „ti erschien" I O diese« ,e« erschien", e« hätte den Herren nicht so wichtig erscheinen »ürsen, wo e« sich um Angelegenheiten von so hoher Wichtig» eit handelte! — Ich bin, so lange ich kann, weit entfernt «von. dem Gegner andere Motive untrrzuschieben, al« die r angiebt. E« fällt mir nicht ein, anzunehmen, dab die serrn Motive suchten» um fern zu bleiben, nicht rin, zu ehaupten, dir Herren wollten keine Verständigung, sie ooüm den Zwiespalt und dir Parteiung, wie der Fischer, mn die trübe Fluth angenehm ist — wenn ich die« bei inzelnen Herrn, wie beim edlen Redasteur de« „Israelit", eider auch anzunchmen gezwungen bin, so kann ich die« »ch nicht von allen glaube», welch« unter der Fahne dieser «hodoxrn Erklärung von der Rabbiner-Versammlung sich m> hielten. Diese« „M erschien" hat sich den orthodoxen -errn Eollrgen mit der Gluth jene« flammenden Schwerte« >m Wege zum Baume de« Leben« drohend, unüberwindlich «tgegenstellt. Wenn aber diese« ,r« erschien" schwer genug »r. um die Schale de« Fernbleiben« von der Rabbinerstrsammlung in ihrer Erwägung so tief sinken zu lasten: »» wenig, frage ich. wie wenig Friedrn«liebe, Ernst für >>' Situation de« Judenthum« der Gegenwart, wie wenig w dem Geiste unsere« Lehrer« Mose, welcher sprach: Um l»rael« willen — „lösche mich lieber au« Deinem Buche," wbte dann in der andern Schale da« Gegengewicht gebildet aben?l Lv«fere«z iivacl. Lehrer von Rheinland. Westfalen «« 1. »»d 2. A»«i 1884 1» Pui»l«r|. Dir vierjährige Eonfrrenz de» Verein» — zugleich Generalversammlung der Unterstützungskasse desselben, — in welcher anwesend waren: Abel» Kerpen, Baum- Rheine, Bl uinenau- Bielefeld, Blumenfsld -Esse», Braun- Burgsteinfurt, Braun- Niedermarsberg, B u x b a u m - Wesel, ein er» Sonsbeck, Goldberg-Dorftfeld, Goldbcrg» trele, Goldstein»Grevenbroich, Gossel-Eamrn, Graf- Essen, Heinr-Beringhausen. Herma nnS-Eöln. Heymann«- Krefeld. Kaufmann- Essen. Kaufmann- Hül», Klestadt> Gelse»kirchen. Klrstadt-Oelde, Kronenberg» Bünde. Kronenberg-Ruhrort. Lazarus-Duisburg, Levy-Ncuß. Löb-Köln. Mandel-Linz, ManSbacher« PeterShagrn, Marx-Unna. Mendel - Menden, Oppenheimer-Mühlheim a. d. Rubr, S a l o m o n - Iserlohn, Sinai-Mör», Spier > Bocholt, S t e e g - Madseld. Or. Stein berg - Münster. Ste i n weg» Rheda, Stern - Höbe, Treu - Münster, Waller stein-Krefeld und Weinberg- Hattingen', tagte am l. und 2. Juni d. I. im Kaiscrhof zu Duisburg. Der Vorsitzende. Herr Blumenau-Biclefeld, eröffnrte die Sitzung Nachmittag» 3 Uhr, mit einer ihm eigenen herzgewinnenden Begrügung der Erschienenen und Worten de» Gebet« zu Gott um Segen und Gedeihen zu den Arbeiten der Lehrer und ertheiltc van» vor Beginn der Tagesordnung dem Herrn Or. Wolf, Mitglied de» Vorstände» der Shnagogengemcindr Duisburg, da» Wort zu einer Ansprache an die versammelten Lehrer. Herr Dr. Wolf, der im Namen de« in oorvor« erschienenen Borstaude«, sowie im Aufträge vieler anwesenden Repräsentanten Worte der Begrüßung zu sprechen hatte, erledigte sich seiner Aufgabe in würdiger Weise. Mit Freuden begrüßte e» die Versammlung. „daß die Gemeinde Duisburg beschlossen habe, auf 4 Jahre der Unterstützung-kasse einen Beitrag" zu gewähren. Der Vorsitzende machte hierauf die Mittheilung, daß der deutsch - israelitische Gemeinde« Bund auch in diesem Jahre einen Zuschuß zu den Reisekosten der Eonserenztheilnehmer bewilligt Hab«. Er ging dann über, die segensreiche Thätigkeit de« D.-J. G.-B. für den Lehrerstand, zu schildern. Nicht nur giebt er jährlich Zuschüsse zur Ausbildung von Lehrern, zu Unterstützungen von arbeit«u»sähige Lehrer und Lchrerwittwrn und -Waisen. kleineren vermögenslosen Gemeinden zur Gewinnung einer Lehrkraft für de» Religionsunterricht. sondern er hat sich auch bemüht um Ausarbeitung eine« Lehrplan« für den israelitischen Religionsunterricht«. Der Gemeinde-Bund habe dir Absicht, auf seine Kosten einen allgemeinen israelitischen Lehrertag zu berufen. Dir daraelegten sehr wichtigen Zwecke desselben — vor allein die Berathung de« Lehrplan« für den Religionsunterricht, dann aber auch Anstellung, Gehalt«verhältniste und Pensionirung der Lehrer, Inspektion der jüdischen Schulen »c. — veranlaßten die Conferenz, gleich zwei Delegirte und einen Stellvertreter für die demnächst zu berufene Versammlung zu wählen. Au« der durch Stiinmzettel gethätigtc» Wahl gehen dir Herren Blumrnau und Treu als Delegierte und Blumenfeld al« Stellvertreter hervor. Der Vorsitzende schließt mit einem warmen Appell au die anwesende» Lehrer, für die Bestrebungen de« Gemeinde-Bunde», zu dem schon ca. 200 Gemeinden gehören, zu wirken. Nachdem der Vorsitzende die Lehrerzeitung bei Brun« in Minden, da« Memorier- und Gesangbuch von Straßburger bei Levy & Müller in Stuttgart, die Aufsatzschule von Gossel empfehlend erwähnt, wird nunmehr zum 1. Gegenstand der eigentlichen Tagesordnung überaeganaen, zum Bericht über die Unterstützung«kasse. Der Vorsitzende referiert: Die in Esten v. Jahre« beschlossene Abänderung de« Statut« ist von den Behörden genehmigt. Im Laufe de« Jahre« sind fünf neue Mitglieder der Kaste beigetreten, so daß die Liste

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