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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1884-01-01 · 15. Jahrgang Nᵒ 26. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
15 (1884)
Issue
15. Jahrgang Nᵒ 26.
Date
1884-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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c Inner«*) wir äußere Gegner würden derselben vermuchlich all einer parteiisch einsemgm kein Gewicht beilegen, zumal Gleiche» auch in früheren Zeiten und auch neulich noch von andersgläubigen, gerecht urtheilenden Gelehrten ohne durchschlagende Wirkung veröffentlicht worden ist. Sollte dennoch von Seiten Ihrer Bersammlung eine derartige Kundgebung beschlossen werden, so würden wir wahrscheinlich, um den Gegnern nicht eine Berufung auf unsere angeblich abweichende Ansicht über die bezüglichen Lehren de« Judenthum« offen zu lassen, entweder unsere Uebereinstimmuna mit Ihrer Erklärung oder fall« deren Wortlaut gegen unsere Ueberzeugung wäre, unsrerseits eine besondere Erklärung ähnlichen Inhalt« veröffentlichen.**) Ad 2. DaS Thema: „Mittel zur Hebung de« religiösen Sinne« und zur Förderung de« Religionsunterrichts* tst ein so allgemeine«, unbestimmte«, daß wir von einer Besprechung desselben in einer größeren Versammlung, zumal wenn jede Berührung religiöser Differcnzpunkte in Wirklichkeit ausgeschlossen bleiben soll, keinerlei Erfolg erwarten. Der Religionsunterricht kan» nach unsrer Meinung wesentlich nur durch lokale Wirksamkeit gefördert werden.***) Aeußere Mittel ur Förderung dieses Unterrichte« in kleinen Gemeinden will »er Gemeindebund beschaffen, und daß eine Einigung über bezügliche Rormallehrpläne, w e n n solche überhaupt wünschen»- werth, kaum zu erreichen ist, da« haben die bisherigen Publikationen desselben Gemeindebundes für un« klar gestellt. Ad 3. Eine Vereinigung der Rabbiner Deutschland« behufs Erreichung äußerer Vortheile, einer Pensionirung, Wittwen- und Waisenversorguiig. dürfte ohne namhafte frcinde Beihilfe unwirksam sein, und Förderung solcher Bestrebungen hat wiederum der Gemeindebund sich zur Aufgabe gestellt. — Bei einer dauernden Verringung zu innerer berufsmäßiger Wirffamkcit aber wäre eine Ausschließung religiöser Differenzpunkre undenkbar, und andrerseits erscheint u.i« eine allgemeine berufSthätige Gemeinsamkeit zwischen Mä > .er», deren Ansichtcll über Heiligkeit beziv. göttlichen Ursprung unsrer Religion-gcsetze soweit auSeinandcrgelieu,durchaus unmöglich. Sollte für einzelne religiöse Werke und Unternehmungen ein Zusammengehen mit Andersgesinnten un« statthaft erscheine», so werden wir in gegebenen Fällen unsere Mittvirkung nicht versagen oder auch unsrcrsrit die Mittvirkung Anderer erbitten. Schließlich wollen wir nicht unerwähnt lassen, daß wir an Ihrer Versammlung thkilzutiehmcn und obige Gesichtsvunkte innerhalb derselben persönlich darzulegen, auch durch die beharrlich wiederholten, Anstand und Berufsehre verleitenden Schmähungen uns behindert glauben, mit welche» Männer unsrer religiösen Richtung und die Richtung selbst in einer Zeitschrift überschüttet werden, die vielen Unterzeichnern der Einladung als Parteiorgan (s. Leitart. R.) gelten dürfte. Wir lassen un« zwar nicht herlti, derartige pudlicistische Beleidigungen zu erwidern, dürfen aber die Möglichkeit, Aehnlichc« in der Versammlung mitanhören zu müssen, nicht autzcr Acht lassen. — Wir geben anheim dem einladende» Eomitä oder auch der gesammtcn Rabbiner-Versammlung von dieser Zuschrift Mitteilung zu machen, und zeichnen mit Hochachtung.* (Folgen Sv Unterschriften.) Bekanntlich hat die Versammlung die Beantwortung diese« Briefe« vertrauensselig in die Hände de« Präsidium» gelegt. Wir wissen nicht, ob dieselbe bereit« erfolg» ist und noch viel weniger — fall« sie schon erfolgt sein sollte — wessen Inhalt« dieselbe ist. In keinem »{fallt wollen wir den Herren ihre Eirkel stören. Möglich, daß e« ihnen Selingt, für die bekannte „Erklärung* auch noch dir Unterhriften dieser 3b Rabbinen zu gewinnen» trotz de» Zuruf» •) .Inner»?- Wer sollten die sei» — anher den Gesinnung«, genossen dieser 35 Herrkn? —) Cbiuot» r* .unangemessentstl ***) Da« versteht sich van selbst, schlies» ja »vch aber den Stutzen gemeinsamer verathuirg und den durch Auttausch solcher durch laralt Wirksamkeit gewonnenen ltrsahrungen illnzelner nicht au«. eine« ihrer Leiter: .Geh' du linkwärt«, laß mich rechtwän geh'nl* — ob damit aber überhaupt etwa« gewonnen is,1 Ob ein Zusammmgehen mit solchen Leute» von Dauert Bor dem Zusammentritt der Rabbinerversammlung ha eine« der Organe dieser Partei sämmtlich« Theilnehmer O'SWl und D'SSirr „Bösewichter und Tollebezeichnet, ur jetzt, nach dem sie getagt und so rücksichtsvoll konservativ alJ nur möglich sich gezeigt, ruft dasselbe Blatt in die W:u! hinaus: „daß an der Spitze dieser Bersammlung CT018 und D'TVIB (Abtrünnige, vom Judenthum Alv, fallene, Frevler und Missethätcr) standen**)!! Wer it;:: nun da die „Anstand und Berufsehre Verletzende»-'! Die Ehrabschneider'? Die von jeder anständigen Gesell sch. AuSzuschlicßenden, und der „verdienten Verachtung" Prc>; zugebenden'? Wer sind die Anfallenden und wer die Angc! sallenen'? — O! über die Pharisäer, von denen da« Wort DWE2 "O» pwpsei noi nw» s*8*!7. — Wahrlich, cs i verlorne Liebesmüh!**) A«««. Der Redakteur der Zeitung des Judenthum«! der greife Or. Philippsson, sah sich veranlaßt, folgmde | klärung gegen da« in voriger Rr. cnvähntc Gutachten t .l Professor Gildemeister in die „Bonner Zeitung* einrückc:! zu lassen. Erklärung. Der Unterzeichnete beabsichtigt nicht, aus Grund des ml Morgenblatte dieser Zeitung enthaltene» Bericht« an dieser! Stelle in eine Polemik mit Herr» Prof. Gildemeister einztta treten, da da« große Publikum über die Resultate einer sol>! chcn sich doch kein cndgiltiges Unheil zu bilden vermaz» Nur will ich Folgendes ihm gegenüber bemerken, daß. wie« er selbst ausgesagt, der Schulchan-Aruch ein Auszug au« deal Talmud sei,***) der Talmud aber in Babylon nicdergrschriebci! ist, wo damals gar keine Ebristcn wohnten, so das, als«! Aussprüche desselben gegen diese nicht gerichtet sein [oiinttal Ferner: Wenn es ihm unverständlich ist. daß da« Wort Allu,I mit „Sternanbeterübersetzt werde, was übrigen« allgemciil von jüdischen Gelehrten geschieht, so ist mir dies unversländ.! lich, da Akkum zusaminengesetzt, nach alljüdischer Weise, d u Kürze wegen, aus den AnsangSbuchstabrn dreier Worte gebildal ist, welche bedeuten: „Anbeter der Sterne und der Sternbilder-! (Obde Coohabim UMasaloth). f) Damit verlieren aber ifcl meistcn besprochenen Sätze alle Gültigkeit gegen Ehrt sic«! Hingegen will ich an alle Unbesangene die Frage richten: ob wohl eine Religio», welche ivirklich solche inhum-t«! Grundsätze enthalte und lehre, nachdem au« ihr zwei Well-I rcligionen sich abgezweigt, sich fast zwei Jahrtausende un)| zwar trotz der härtesten, oft blutigen Verfolgungen hätte n-| halten könne»'? So ivenig wie man diese bi« zur Gegen»' — ich erinnere an Rußland. Rnmänie» und andere Ländal — fortgesetzten Verfolgungen der christlichen Religio» zur Last legen darf, ebensowenig darf >na» mit irgend 5u|| und Recht für einige unduldsame Aussprüche fanatisch, •« Wik aut c« doch war, das, wir, al» in der Voru(rfammlun,| unter den Vorschlägen für da» zu nxthlende Pnlsidium auch «»>« Stamr genannt wurde, ganz entschieden dir Ittm' adlehnie», wir arborMil jrtzi auch zu den B*^818 und B'TtnB, während wlr Io, al« schilchMl Mitglied, von Jenen nur zu den B'TSH gezählt werden. ,Sted.i ", Daslelb« orthodoxe Bla», da» feine Berichte über die Radiunn-I Versammlung von einem dem Hilde«hei«er sehen Seminar Aahestehend»! erhilll, begnügt sich nicht mit den vielen Schmähungen und verleu»! düngen auf die Bre«lauer. auch die geiftlofesten Glossen und Bonmettl müssen dazu herltalten. Mil ttrlandnist unserer Leser iheilen wlr eim« Ileige Probe au« der jüngsten Ar. mit: „Ich Itali» «inen Bekannten -| Heist! e« da — dieser sprach, wenn von den Breslauern die Siede twrl immer per B rlkt-lau von ihnen, tveil man, wie er sagte, nichi «*l ihnen fTT3 PTflS sein kilnne". Wir bitten unser« Leser um lutlon für Mittheilung diese» orthodoxen — »it v»nl» v»rb» > Bonmot. (Sied. *", Aber doch nicht blo» ein „Auszug*. t> Wer Dr. Ucker« Gutachten Im Mtlnktervr Prozest und a»I Buch Über Justu»' Judenspiegel gelesen, weist, das, e« sich nicht dloe «■■ da» Wort Actum handelt und dali e« mit der obigen Disinlllon n4t| abgethan ist. lt« wSrr aber doch zu knvägen, ob nicht gegen lei*! össenillch« Verleumdung — «ine« ganzen Stande« doch einmal Strenge de« Ltrasgesetzbuche« angerusen werden sollte. (Sied.)

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