Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 15 (1884)
- Issue
- 15. Jahrgang Nᵒ 26.
- Date
- 1884-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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— 196 — f jst doch »schön, wenn Brüder einträchtig neben einander ohnen"! Da aber Berlin und Mainz nicht Nachbarstädte nd, auch nicht angenommen werden kann, daß da» alte D) tr ffipl y, gelegentlich der griechischen Uebersrtzung der ibel, bei den beiden Herren, die die RedaktionSscheerr ha»dabr». sich «u miniature wiederholt habe, so ist r« klar, „ß der gleichmäßige »Zuschnitt" ans Mithilfe de» Herrn 5iepl>an" zurückznführrn ist. Immer sei» diplomatisch! Mir iilü der .Zuschnitt nicht, er ist tveder »Fisch »och Fleisch". lielv Klarheit! Da ich aber nicht dir Absicht habe, „s thrund de» Preßgrsrtze« gegen die Herren vorzugehen. >,d auch nicht ei» Spielball der diplomatischen Brüderlichkeit er Herren vom „Israelit" und der »Presse" sein möchte, so i»e ich Lir. hochverehrter Herr Redakteur, um wörtliche öndngabr meiner „Berichtigung" der »Erklärung" de« vnit Dr. HildrShrimrr und fügen Sir drrsellvn gefälligst rlgeiide. den Sachverhalt erläuternde Worte Hinz», xri Dr. Hildesheimer war ül>er 10 Jahre mein Lehrer, »in Wohlthätrr. Spricht Einer seiner Schüler von Bekehrung. >on Dankbarkeit gegen Dr. I. Hildesheimer, so sage ich: ich eliine es mit ihm auf! — Bevor ich öffentlich gegen meinen echvei ehrten Hehrer Dr. Hildesheimer austrat. Lmt ich, lxfchivor b ihn in einem Briefe, so dringend, so flehend, al» nur rin Xu»», ei» Rabbiner, rin Familienvater, der sich beleidigt, n seiner Ehre angrgrisseii, l>edroht glnibt. dringend, flehend »len kan» — ich bat: Herr Dr. H. möge mich nicht zwi n g e n. egen ihn, dem ich so verpflichtet bin. öffentlich in die schranken zu trete». — Mein Flehen war ganz resnltatlos. - LNis bleibt mir übrig'? — Ich muß lhu», was ich als Kann mir selbst, als Rabbiner meiner (Gemeinde, als Familicnaier meiner Familie schuldig bin: Herr Dr. Hildesheimer il — mit einem Worte — Herr Dr. Israel Hildesheimer! Il'cr türmt er mir Unrecht thnt, öffentlich, so in meine »»ersten Berhältnisse einschneidend, dann jage ich: ich bin )r. Israel Goldschmidt! An Mukh und Fettigkeit soll er net) nicht übertrrffen! — Tie dem »edlen Brüderpaar" ebenfalls in rührender lebeieinstimniiiiig entströmte ..Racht>einrrkung" laborirt an olgknden I haisachlichen Unrichtigkriten: I. Tie „Erklärung" de» Dr. Hildesheimer sagt ausdrücklich: ..Nachdem Bez. Dr. (9. tc. den TE*K utddjcit ic. negiert". Tas kann keine Bemerkung der Redaktion negieren. Tas steht schwarz auf iveiß in Nr. 22 der „Presse" und 43 des ..Israelit'. — Ich habe aber den TC'K nicht negiert. - .. Tie „Erklärung" spricht von eineni „Schriftstück". Ein solche» habe ich nicht. Was ist also gemeint'? — Tie rnnn rnnn vom Seminar'? — thott beivcihre! Ta» erlaubt ja schon der Staatsanwalt nicht! — klebrigen» cvnftatire ich aus dieser Rachltemerkunfl, daß also die »Erklärung" des Dr. H. gar nicht die mir vom Seminar ausgefertigte gednickte .IttIVt k^?Vt für »hinfällig" zu rrklärrn sich hat rinfallen lassen. Tie .Erklärung" erklärt blo» ein »Schri ftftück" für .hinfällig", da» ich nicht besitze. — Da» kann mir ziemlich recht und gleichgültig sein. — 3. Meine niOin mnrt vom Seminar ist von krinrm Doccnten des Seminar» unterzeichnet. deren Zustimmung zur »Erklärung" ist also »hinfällig" und ohne Belang. Meine n*Wl .umn trägt außer der Unterschrift de» Direktor» nur . noch da» blaue Insirgrl des Seininars. — 4. Was die »Festigkeit meiner Grundsätze" betrifft, so werde ich mir erlauben, meine Ansicht über die Orgel, ivenn die geehrte Redaktion mir die« gestatten wird,") in einem objektiven Artikel in diesem Blatte auseinander zu setzen. Nachbemerkung der Redaktion. Herr Dr. Gold» hmidt hat schon früher, wie un» bekannt ist, in Orgrl- *) Recht gttn. (Web.) Synagogen gepredigt, u. z. in Gemeinden, wo die Herren Orthcboxen ihre Spezial-Berichterstatter haben. Warum haben die Herren nicht früher schon gegen Dr. Goldschmidt Front gemacht'? Sollte wirklich in Cassel, wie böse Zungen behaupten, der Fall darum ein ganz besonderer sein, weil der b.'kannte Herr Provinzial - Rabbiner von Marburg, der sich gerne durch dir Rkgirrung al» Landrabbinrr der Gemeinde Eassrl einführen lasse» möchte, und dem Pie Erklärung de» Dr. Goldschmidt hinsichtlich der Orgel einen Strich durch die Rechnung zu machen drohte, rin-Nesse dr« Herrn Rabbiner Dr. Israel Hildesheimer ist'? — Da» würde da» ganze Excvmmunicationsverfahrcn gegen Herrn Dr. G. erst in da» rechte Licht setze». Wir haben schon einmal — und zwar mit gutem Erfolg — die Simonie bei Rabtiiierstellenbesetzung bekämpft und würden sie »m der Ehre de» Iudenthum» und des rabbinischr» Stande« willen in jedem Wiederholungsfälle unerbittlich bekämpfe». Ger» würde» wir auch zur Eharacterifirung der „WahrhritS- und GrrrchtigkcitSlirbr" der orthodoxen Blätter die in denselben arg verstümmelte und m» fast zwei Drittel gekürzte Goldschmidt'iche Enviderung hier abdrucken, aber e« gebricht uns an Raum. Wir fragen aber: Soll cs kein jüdisches Blatt gelten, in welchem solche Unthaten zur Sprache, die grivaltsam unterdrückte Wahrheit zum Worte konimen'? damit die kffrutlich blosgestclltc Ehre eine« EvUrgcn einige Genugthuiing erhalte'? Ein unerhört uud ungchört Geschmähter sich vertheidigen könne'? Der verfolgten Wahrheit u»d GeistcSfrech il eine Zufluchtsstätte zu gewähren, ist eine, und ivahr'ich nicht dir kleinste, der Aufgabcu, die sich unser Blatt gestellt hat, und die r». fest gegen innere und äußere, offene und geheime Angriffe, unentwegt, so lange mir dir Feder führen, erfülle» wird. Nur in diesem Sinne ist die »Wochenschrift" rin P a rtei organ, — die Partei, der sie dient, ist die Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit innerl)alb de« Indenthu ms! Berichte «nd Correfpondrrrzrn. Deutschland. Magdeburg. Wir müssen unsere» Lesern Keniitniß von dem Briefe geben, den 35 Rabbiner der orthodoxen Richtung, an ihrer Spitze die HH. DDr. Hildesheimer und Lehmann, an einen der einladendc» Berliner Rabbiner gerichtet hatten und ivori» dieselltc» ihr Nichterscheinen zur Rabbinerversammlung zu motiviren suchten. Bon diesem »Absagebrief" erhielte» wir i» der Bo rvcrsaininlung >Abend« des 3. d«. Mts.) Kcnntniß, wir selb st beantragten, als der Borfltzriide Herr Dr. Ungerleidcr sich Anfang« sträubte, seine vollständige Berlksung mit sämmtlichen Unterschriften. Abschrift deSsclkten konnten wir zur Zeit nicht erhalten; vorize Woctie veröffentlichte ihn der »Israelit", dem wir nun nrlir den Wortlaut desfrkbcn entnehmen. Wir hätten grwiinscht. daß derselbe atich sä,amtliche Unterschrifleit veröffentlicht hätte, denn da es meist unbekanntc Rabbiner in kleine» Städtchen waren, so konnten >oir von eiiimaligcm Borlesen ihre Name» nicht merken. Der Brief lautet: »Die klnterzeichitctcn bedauern, der Einladiing zu einer ain 4. und 5. Jinii in Berlin abzuhaltcndcn Rabbiner- Bersammlung nicht Folge leisten zu könne», zunächst weil sie von einer Berathung über die zur DiScussio» gestellten Themata keinen Nutzen erwarten: Wir bemerken specicll: Ad 1. Eine öffentliche Erklärung über religiöse Berpflichtung der Juden gegen Andersgläubige, zumal von Ra tibi ne n") ausgehend und von feiner Seite gefordert, erachten wir im Allgemeinen für überflüssig und für unangemessen.**) •) Bon >vem denn soll sie ausgehen, wenn nicht von den Lehrem und (IrtMnm der Religion? —) Sine radb. Erklärung Uber einen mihversiandenen Lehrbegriff der jild. Religion .unangemessen"? Da» ist un» unvrrsiändtich. Waren t>ie riiyno früherer Rabbiner über drnselben Punkt auch unangemessen?